Heiter-Besinnliches zum Weihnachtsfeste
Laubsägewerkbesitzer Helmut Koltermann döste an einem trüben Adventssonntag in seiner Stube vor sich hin und freute sich auf Weihnachten. Nicht der Geschenke wegen, darauf legte er schon lange keinen Wert mehr. Er hatte einfach keinen Grund zur Sorge und war heiteren Gemüts. Vor ihm auf dem Tisch stand eine gekühlte Dose einer bekannten Kölner Biersorte und eine Flasche Schnaps. Seit er Witwer war, ersparte er sich das Gläserabwaschen und trank direkt aus der Flasche.
Seine Frau lag gut zwei Meter tief mit zerschmettertem Schädel in der zementierten Grube hinten im Schuppen unter dem alten Rasenmäher und hatte seit Monaten weder mit ihm gemeckert oder war anderweitig negativ aufgefallen. Die Tatwaffe, ein Fünfpfundhammer, hatte er ihr in die Hand gedrückt, bevor er die Grube mit Beton ausgoss. So würde es später mal wie Selbstmord aussehen.
Sein Essen bereitete sich Helmut nun selber zu. Darum litt er auch nur noch selten an Sodbrennen. So richtig glücklich fühlte er sich aber trotzdem nicht, er hatte seit Tagen eine seltsame Vorahnung. Ein dunkles Unheil schien über ihm zu schweben. Das mochte an seiner schrecklichen Kindheit liegen. Als er zwölf war, starben seine Eltern vor seinen Augen. Sie hatten schrecklich gelitten. Er musste es wissen, schließlich hatte er sie ja mit Opas Schrotflinte, die seitdem in der Jauchegrube lag, eigenhändig erschossen. Erst je einen Schuss in den Bauch, dann nachladen und einen in den Kopf. Das hatte eine schöne Sauerei in der Küche gegeben. Helmut musste noch heute manchmal darüber lachen. Dann hatte er die Polizei angerufen. Nach dem grausamen Raubmörder mit seltsamem Akzent, den Helmut beschreib, wurde noch immer gefahndet. Ein bestialischer rechtsradikaler Triebtäter, islamistischer Serienkiller oder ein RAF-Terrorist, die Behörden rätselten noch. Das Helmuts Täterbeschreibung optisch exakt auf Uli Hoeneß zutraf, fiel keinem auf.
Das Jugendamt kümmerte sich rührend um den kleinen Helmut. Als er das Kölner Waisenheim, das seit seinem Einzug von einer mysteriösen Selbstmordwelle unter pubertierenden Mädchen erschüttert wurde, verließ, begann er eine Lehre als Laubsäger. Das Laubsägen ging ihm leicht von der Hand. Als sein Meister an einer elektrischen Säge tödlich verunglückte, zumindest ging die Polizei von einem Unfall aus, übernahm er den Betrieb und heiratete Gerlinde, die leicht übergewichtige Tochter des verschiedenen Meisters. Viele Jahre ging alles gut, aber dann ging sie auf wie ein Hefekloß und ihm zunehmend auf die Nerven. Also buchte er für sie eine Reise nach Australien und schenkte sie ihr zum Geburtstag. Dort muss sie wohl verschollen sein. Es gibt da ja auch jede Menge giftige Tiere, perverse Schafzüchter, hinterlistige Hitzschläge, blutrünstige Kängurus und verfressene Kannibalen. Da kommt man als allein reisende Touristin schon mal unter die Räder. Das sah die Polizei auch so und legte den Fall wegen der Aufklärungsquote als gelöst zu den Akten.
Das war jetzt gut ein Vierteljahr her. Helmuts ganze Fürsorge galt derzeit einer kleinen Katze, die er verletzt am Straßenrand gefunden hatte. Er schiente ihr gebrochenes Bein, reinigte ihre Wunden und päppelte sie mit Schabefleisch und Eigelb wieder auf. Am ersten Weihnachtsfeiertag würde er sie, gefüllt mit Äpfeln und Zwiebel, mit Kartoffelklößen verspeisen. Helmuts Welt war also völlig in Ordnung.
Bis ihn eine Nachricht wie ein Schock traf! Wolfgang Overath trat als Präsident des FC Köln zurück. Und Lukas Podolski trug sich mit Abwanderungsgedanken. Nein, nicht zurück an die Weichsel, sondern nach England. Der Verräter. Helmuts Leben war plötzlich jeglichen Sinnes beraubt. Er musste Akzente und Prioritäten setzen! Nicht mit ihm!
Er ging auf den Dachboden und erhängte sich konsequent und ohne viel Theater an einem Balken. Unten im Radio dudelte „ Last Christmas“, als er die Kontrolle über seine Schließmuskeln verlor und ihm die Sinne schwanden. „ Ich wollte doch vorher noch einen Schnaps und ein Kölsch trinken“, war sein letzter Gedanke. Zu spät! Frohes Fest, Helmut! Machet joot.
Nur mal angenommen...!
Nur mal angenommen, also rein theoretisch, was wäre, wenn es keine Fußballspiele mehr gäbe?
Würden die Anhänger der einzelnen Klubs feststellen, dass nicht der Borusse des Schalkers Todfeind ist, der Bayer dem Bremer gar nicht nach dem Leben und der Berliner dem Bayern nicht nach der Lederhose trachtet, der Dresdner dem Lauterer nicht Haus und Hof streitig machen will?
Würden die Menschen anfangen, einmal nachzudenken, wer der eigentliche Schmarotzer ist, der ihnen langsam den Lebenssaft aussaugt? Würde es ihnen in den Sinn kommen, dass sie von einer dicken, kinderlosen Frau und FDJ-Sekretärin im Hosenanzug an Banken, Griechen und Chinesen verscherbelt werden?
Dass ein postpubertärer Vietnamese, der in seinem Leben noch nie gearbeitet hat, aber schicke Anzüge trägt, die Geschicke der deutschen Wirtschaft lenkt?
Dass sie von hoch bezahlten Finanzexperten geführt werden, die sich mal eben so, hoppla, um 55 Milliarden Euro verrechnen?
Dass ihrem Außenminister die Knie-Ellenbogen-Lage viel wichtiger als die außenpolitische ist?
Ihr Gesundheitsminister von Gesundheit weniger versteht als ein junger Sanitäter?
Was wäre, wenn sich alle Fanklubs, alle Rollstuhlfahrer, psychisch traumatisierten Afghanistankämpfer, alle GEZ-Opfer einig wären? Würde es ihnen auffallen, dass GEZ-Gebühr pro Haushalt, ja gar pro Gartenlaube, egal, ob da ein Radio drinsteht oder nur die Vögel in den Zweigen zwitschern, erhoben wird? Dass das Blindengeld gekürzt wurde, weil man das Geld ja dringender für Banken und zum Kriegführen in Asien benötigt?
Dass die Gehälter der kirchlichen Würdenträger nicht die Kirche, sondern der Staat mit Steuergeldern der Atheisten bezahlt?
Dass Hunderte Quatschköpfe im Bundestag herumsitzen, wenn sie denn mal da sind, und fürs Nichtstun dicke Diäten einstreichen?
Würden dann statt Bengalos in den Stadien Molotow-Cocktails im Kanzleramt brennen?
Nein, denn es gibt ja noch das Fernsehen mit seinen Shows. Zum Beispiel Talk und Quiz.
Schwarzbraun ist die Haselnuss. Woran liegt das? An Heinos Brille!
Meine Schwiegertochter ist schwul. Kann sie meinen Sohn mit ins Verderben stürzen? Gute Nachricht: Nein! Schlechte Nachricht: Am Dienstag bekommen Sie einen künstlichen Darmausgang, das ist Ihr Gewinn. RTL filmt die OP und bezahlt sie auch.
Ein Nahostexperte erklärt dem staunenden Zuschauer den Unterschied zwischen Turban, Turmalin und Taliban.
Stimmt es, dass Queen Mary während ihrer Periode die Bloody Mary erfunden hat?
Hauen Sie auf den Buzzer. So heißt Summer heutzutage auf Deutsch.
Wie heißt Pullover auf Englisch? Ein Engländer würde den Quizmaster bloß blöd angucken, denn Pullover ist bereits die englische Übersetzung des deutschen Überziehers. Sweater? Nie gehört.
Aha, ein Bandwurm ist gar kein richtiger Wurm? Hier die 16 000-Euro-Frage: Was ist er dann? A)ein FDP-Wähler, B) ein Wurm oder C) ein Tier?
Und wenn das alles noch nicht hilft, dass der deutsche Michel nicht über die nächste Diäten – und Steuererhöhung freudig jubelt, dann gibt es immer noch die Bildzeitung mit dem grenzdebilen Alkoholiker Franz Josef Wagner, Pippas Po, Dieter Bohlen, Motsi Mabuse, Lothars Krabbelgruppe, die Welterklärer Aiman Abdallah und Yogi Rangeshwar, DSDS und „Bauer sucht Frau“!
Früher, ja früher...!
Früher war alles besser. Heute sind die Leute verroht, insbesondere die Jugend. Keine Moral, keinen Anstand mehr.
Schauen wir in die Literatur. In die ältere Literatur, als noch humanistische Werte galten:
Ein ziemlich mitteloses Ehepaar setzt ihre beiden schulpflichtigen Kinder skrupellos im Wald aus, um sie so loszuwerden. Na und? Das macht man heute mit Haushunden auf Parkplatzen. Der Wald war sozusagen so etwas wie eine antike Babyklappe. Aber was tun die gewitzten Geschwister? Sie schlagen einer älteren Dame mit kannibalistischen Neigungen ein Schnippchen, ermorden und berauben Esoterik-Omma und verbrennen sie im Backofen. Die pädophile Alte hat ihre gerechte Strafe weg, die Kinder sind noch nicht strafmündig, aber was passiert den Eltern? Nicht mal das Jugendamt kümmert sich darum!
In einem Land drei Meilen hinter Weihnachten oder hinter dem dritten Harz, man weiß es nicht so genau, tun die Leute nichts, aber auch gar nichts. Außer pausenlos fressen und rumliegen. Ob es damals schon Talkshows gab, ist nicht überliefert. Ihnen fliegen die Döner und gebratenen Tauben nur so ins Maul. Wer bezahlt das? Vermutlich der Steuerzahler.
Aschenputtel schert sich einen Dreck um die ihr aufgetragene Hausarbeit, verlässt ohne Erlaubnis das elterliche Heim, vergnügt sich auf Mitternachtsbällen und treibt sich mit älteren Kerlen herum. Vorbildfunktion?
Pinocchio hält es nicht für nötig, seinem Vater die Wahrheit zu sagen. Er lügt, dass sich die Balken biegen und kommt straffrei davon.
Die Tochter eines Ministerpräsidenten spielt mit einer Goldkugel, stellt sich dabei zu dämlich an und hat daraufhin Oralsex mit einem Froschlurch.
Dornröschen liegt 100 Jahre, wenn auch im unverschuldeten, Drogenrausch, putzt sich während dieser Zeit nie die Zähne und bleibt der Schule fern.
Hans im Glück arbeitet zwar ein Jahr fleißig, verdient gut, verliert aber nach und nach alles an Betrüger und an das Finanzamt. Zum Schluss ersäuft er elendig in einem Brunnen. Und da soll sich Ausbildung und Arbeit lohnen?
Schneewittchen führt eine wilde Ehe mit gleich sieben fremden Männern. War sie schon 18? Man rätselt noch.
Armes Ehepaar, noch kinderlos, klaut in der Nachbarin Garten Rapunzelrüben. Dummerweise ist die Nachbarin ein hohes Tier in der Politik, organisiert per heterologer Insemination eine illegale Leihmutterschaft, nimmt ihnen ihre später geborene Tochter und überlässt sie dem Jugendamt, welches das Kind in einen Turm sperrt. Einzelhaft, ohne Handy und Playstation! Dort musste sie ausharren, bis ihr Haar 20 Ellen lang war. Damit dürfte sie so ungefähr 267 Jahre alt gewesen sein, als der Sohn eines Ministerpräsidenten sie errettete und sie heim ins Reich holte.
Superman rast mit 250 km/h durch die Fußgängerzone und ist ein Held. Also, warum sich an 30 km/h halten wie ein Schurke? Spiderman ist ebenso ein Held, also auf, Kinder, Fassadenklettern ist cool! Wer jetzt was zu meckern hat von wegen, der sei nicht alt: Superman wurde um 1930 von den US-Amerikanern Jerry Siegel und Joe Shuster erfunden.
Das Tapfere Schneiderlein macht sich in mehreren Fällen der Hochstapelei, der Wilderei, der Körperverletzung, des Betruges und der arglistigen Täuschung schuldig.
Der Kleine Muck ist der Dieb von Bagdad – damals zum Glück nicht von Berlin. Zudem bescheißt er beim Wettlauf. Was hat er davon? Eine zweijährige Dopingsperre? Sozialstunden? Nein, Ruhm und Ehre.
Auch Rotkäppchen hört nicht darauf, was ihre Mutter ihr sagt. Womit wird sie bestraft? Mit einem kurzzeitigen Aufenthalt in einem Wolfsbauch, dann ist Friede, Freude, Napfkuchen und Wein.
Das Gleiche, kollektiver Ungehorsam der besorgten alleinerziehenden Mutter gegenüber, gilt für die sieben Geisslein. Auch hier wird am Ende gegen Tier- und Artenschutz verstoßen und zudem noch der Straftatbestand der Tierquälerei erfüllt.
Ali Baba und die 40 Räuber. Aha, Ali schon damals der Chef des organisierten bandenmäßigen Einbruchdiebstahls.
Früher war eben alles besser …
Vegan, Bio, Öko und Esotherik - eben Marianne
Der glückliche Tag beginnt mit einem Glas leckerem Eigenurin. Ist ungeheuer gesund. Da plagt sich nun die Niere die ganze Nacht ab, um Abfall-und Giftstoffe in Wasser gelöst aus dem Körper zu spülen, aber das beeindruckt Marianne nicht im geringsten. Würde oder besser, könnte sie weiterdenken, dann nichts wie hin und ihre beiden Nieren spenden. Sind ja eh unnütz die Dinger, verschwenden nur wertvolle Energie. Andererseits würde sie damit eventuell einem Fleischfresserterroristen das Leben retten, welch ein absurder Gedanke!
Frühstückszeit. Ein Tee aus selbstgesammelten Kräutern, natürlich ungewaschen, auch in Katzenurin steckt Natur pur. Mist, diesmal war es wohl ein Kater, das trübt den Geschmacksgenuss. Aber was solls, Hauptsache, man bringt die Energie zum Strömen. ´Mit dem Essen wird es schon etwas schwieriger. Frühstückseichen ist ja nicht, wie kann man nur die Embryonen unschuldiger Kreaturen essen! Aber essen muss man ja was. Einen Apfel. Halt, wenn da nun eine Made drin ist? Zum Glück gibt es Alternativen. Während Marianne lustvoll Tofu mit Olivenöl mampft, ruft sie ihre Freundin Bärbel an. Die gehört mal richtig zusammengestaucht! Die stillt nämlich ihr Baby! Welch Frevel wider die Natur! Ist doch Muttermilch sozusagen ein tierisches Produkt! Und das nicht, weil Bärbel im Bett eine ganz schöne Sau ist, sondern generell. Schließlich ist Bärbel keine Pflanze!
Jetzt liegen die Nerven blank. Aber auch da hat Mutter Natur etwas parat. Marihuana beruhigt ungemein und belustigt auf ganz biologisch-pflanzliche Weise. Dummerweise bekommt Marianne vom Gekiffe Appetit! Zum Glück war sie gestern in Wald und Flur auf Nahrungssuche unterwegs und hat nun ein paar leckere rein vegane Lebensmittel im Hause. Brombeeren, Blaubeeren, andere Beeren, die sie nicht kannte, Wiesenchampignons, andere Pilze, alles rein biologisch! Einen Fliegenpilz hatte sie schweren Herzens stehen gelassen. Es geht zwar kaum pflanzlicher und veganer, aber sie hatte mal gelesen, dass Fliegenpilze die Sinne verwirren können. Gar nicht auszudenken, wenn sie dann im Fliegenpilzrausch aus Versehen ein Stück Camembert oder, noch schlimmer, ein Stück perversen Schinken essen würde! Also Finger weg vom Fliegenpilz!
Zeit, den Eigenurin mit einem Rotwein aus ökologisch unbedenklichem Anbau zu strecken. Marianne macht sich an einen Salat. Bio-Tomaten, also welche aus dem holländischen Gewächshaus kommen, nicht die industriell gefertigten! Bei der Bio-Salatgurke zögert Maianne kurz. Die liegt nämlich verdammt gut in der Hand und ist obendrein vegan und ökologisch unbedenklich. Nein, Marianne entscheidet sich für Salat. Noch Zwiebeln dazu und eine Handvoll Blätter von dem leckeren Bärlauch, den sie gestern an der Hecke gepflückt hat. Nebenbei bereitet sie eine Pilzpfanne. Zwiebeln sind vegan, Pilze auch. Selbst gemahlener Pfeffer ist aus Gottes reiner Natur. Die richtige Würze verleiht ein halber Teelöffel Schüsslers Salz. Butter ist faschistoid. Wozu gibt es Traubenkernöl? Jetzt die Pilze. Misstrauisch beäugt Marianne diese Gewächse. Nicht, dass sie aus Versehen eine kleine Schnecke oder Maden mitisst! Nein, alles in Ordnung. Zeit für eine zweite Tüte. Ihr ist schon klar, dass auch Kokain, LSD, Heroin und Crack letztendlich absolut rein pflanzlich sind, aber Marihuana ist unbearbeitet und damit rein von menschlicher Verunstaltung.
Marianne lässt sich nun das Essen schmecken.
Der einige Stunden später einsetzende Brechdurchfall könnte entweder von dem in den Maiglöckchenblättern, den die versierte Kräutersammlerin leider mit Bärlauch verwechselt hatte, enthaltenem Gift Convallatoxin oder aber auch von dem in den Knollenblätterpilzen befindlichen Amanitin herrühren. Am Abend war Marianne tot, gestorben an Herzrhythmusstörungen.
Ein Gutes hatten diese tödlichen Herzrhythmusstörungen: Ersparten sie doch Marianne das wenig angenehme Vergnügen eines Leberzerfallskomas, an dem sie von den Knollenblätterpilzen in ein paar Tagen gestorben wäre. Und die Eier des Fuchsbandwurmes an den Blaubeeren hatten auch keine Chance, Marianne zu belästigen.
Wie auch immer, Marianne starb zwar nicht wie ein Mann, aber immerhin unrasiert mit Stil und würde: Vegan, ökologisch unbedenklich und rein biologisch!
Verrückte Welt - Zusammenhanglos Zusammengesabbeltes
Der ehemalige Wehrbeauftragte Reinhold Robbe, in Insiderkreisen auch der heiße Seelöwe genannt, hat endlich seinen geliebten Freund Freo Majer geheiratet, und zwar in der evangelischen Sankt Peter und Paul-Kirche in Berlin. Ganz romantisch. Herzlichen Glückwunsch. Martin Luther wäre begeistert gewesen. Ob Kinderwunsch besteht, ist noch unklar.
Maria Riesch hingegen outete sich hingegen als heterosexuell und heiratete einen Mann. Pfui Deibel! Ebenfalls noch unklar, ob ihr deswegen ihre Olympiasiege aberkannt werden.
Die Türkin Sahin macht sich für den Playboy nackig. Auch eine Art, Selbstmord zu begehen.
Die liebevoll als Öko-Plörre bezeichnete Benzinsorte E10 wird von den deutschen Autofahren frecherweise boykottiert. „Schön blöd!“, so der obdachlose Kurt Kasemuckel, „einen Liter für nich ma zwei Euro, und man ist einen ganzen Tag hackedicht!“
Der verwirrte und verlodderte Mönch und Erfolgs-Autor Anselm Grün zitiert die Bibel: „Während Lukas an die tatsächlich Armen denkt, versteht Matthäus die Armut hier als innere Haltung.“ Donnerwetter, hätte ich dem designierten Vielweiberei - Loddar gar nicht zugetraut. Für einen Ex-Fußballer wäre doch „Selig sind die, die da arm sind an Geist“ passender.
Die ach so unweltfreundlichen Energiesparlampen (werden aus Sicherheitsgründen von Schulkindern in Fernost produziert) sind gar nicht so freundlich, wie behauptet. Erstens enthalten sie Quecksilber und zweitens setzen sie beim Leuchten krebserregende Gase wie zum Beispiel Phenol frei. Also, liebe Energiesparer, sollten Sie Krebse als Haustiere halten, verwenden Sie zur Aquarienbeleuchtung stinknormale Neonröhren, sonst sind Ihre Krebse permanent erregt und laufen Gefahr, stressbedingt einen Herzinfarkt zu erleiden! Unbestätigten Informationen aus Regierungskreisen zufolge ist der Vorschlag der Opposition, die Energiesparlampen zu verbieten und eine Normalglühbirnenpflicht einzuführen, abgelehnt. Die Phenolemission trüge dazu bei, langfristig die Rentenkassen zu entlasten.
Die japanische Regierung erklärte den Reaktorunfall in Fukushima kurzerhand zur Gedenkfeier an die Atombombenabwürfe 1945 auf Hiroshima und Nagasaki.
Der Tenno: „Ein echter Samurei kann über ein paar Millionen Becquerel nur müde grinsen“.
Mein Japanischer Zierkirschenbaum blüht ungeachtet der Zustände in herrlichem Hellrosa. Irgendwie pietätlos.
Zusammengerechnet etwa 200 Kilometer ist die Penislänge, die in eine Frau mit durchschnittlicher Sexfrequenz während ihres gesamten Liebeslebens eindringt. Zu dieser Erkenntnis kamen die BILD-Redakteure nach jahrelangen Selbstversuchen. Pah, darüber kann Gliedo Westerwelle nur müde lächeln.
Mein Freund Andi leidet an chronischer spontaner Lustlosigkeit. Unter Beamten ein weit verbreitetes Phänomen.
Eben gelesen: „Autobombe in Bagdad“. So ein Blödsinn! Atom statt Auto wäre die Lösung!
Amerika will in Lybien, ne, Lübjen, ne, auch nicht, Libüen, Mist, Libyen (jedenfalls da, wo verdammt viel Sand ist) dem Gaddafi an die Gurgel. Deswegen hat Osama Barrak einen Hitler-Stalin-Pakt mit Obama bin Laden abgeschlossen. Einem Erwin Rommel wäre das nicht passiert. Dem sind damals beim Afrikafeldzug die Libyer eigentlich gar nicht aufgefallen.
Ostern war ja auch noch. Ich frage mich erstaunt, wie Jesus das mit der Wiederauferstehung ohne Viagra hingekriegt hat.
Guttenberg bestritt energisch, bei seiner Doktorarbeit betrogen zu haben. Ich stimme ihm zu. Schließlich hat er sie ja gar nicht selbst geschrieben.
Anfang April wurden Millionen Menschen Zeuge eines seltenen Naturschauspiels. Erstens fiel der erste April ausgerechnet auf den ersten April und zweitens trat abends nach Sonnenuntergang wie durch Geisterhand eine totale Sonnenfinsternis ein. Irre, oder?
Die Bundesregierung berät über einen neuen Sparplan. Um die nächsten Diätenerhöhungen abzusichern, wird ab Juli eine Atemsteuer erhoben. Zudem müssen Prostituierte eine Umweltplakette erwerben und Flaschenpfand auf Kondome zahlen. Schizophrene werden steuerlich doppelt veranlagt. Preiserhöhungen für Gleitgel wurden allerdings wegen Diskriminierung der heterosexuellen Minderheit im Bundesrat abgelehnt.
So, nun ab in den Mai. Der Internationale Kampftag der Arbeiterklasse fällt auf einen sowieso arbeitsfreien Sonntag. Welch Ironie des Schicksals …
Strom
Jetzt haben wir den Salat!
Und zwar den verstrahlten in Japan! Das Bundesernährungsministerium warnt vor dem Verzehr von Japanern!
Die Grünen haben es schon immer gewusst! Mit Atomstrom muss endlich Schluss sein!
Atom ist nicht zu beherrschen. Die Technik ist zu anfällig, schließlich ist im Sekundentakt mit Erdbeben, Tsunamis, Selbstmordattentatsboingpiloten und betrunkenen Atomphysikern zu rechnen. Radioaktive Strahlung führt erst zu Haarausfall und vorzeitiger Hautalterung, später dann zu strontiumbedingtem Knochenkrebs und jodbedingtem Schilddrüsenkrebs. Und zu Leukämie. Es sollen sogar schon Menschen an radioaktiver Strahlung gestorben sein, zum Beispiel in Hiroshima. Ohne die bösen deutschen Atomphysiker würden Uran, Strontium und Polonium in der Natur doch gar nicht vorkommen! Atomkraftwerke müssen weg!
Kohlekraftwerke sind riesige Dreckschleudern, verpesten die Umwelt, stoßen Kohlendioxid aus, beschleunigen die Erderwärmung und sehen dazu auch noch Scheiße aus! Außerdem zerstört der Abbau von Kohle die Umwelt, der Spitzsteißrübenrüssler und die Gestreifte Zwergspitzmaus sind in den Abbaugebieten bereits gefährdet! Und erst die Bergleute! Müssen immer Kohlenstaub einatmen, bekommen Asthma und Lungenkrebs. Kohlekraftwerke müssen weg!
Windkraftwerke verschandeln die Umwelt und führen bei Menschen durch das pausenlose Hinschauen zu psychischen Störungen. Beweis: Mehrere Anwohner von Windkrafträdern sind den Grünen beigetreten. Außerdem töten und verletzen die rasenden Rotoren massenhaft Vogelschwärme. Bei den Windkraftanlagen im Meer werden die Fische ganz wirr im Kopf und verschwimmen sich andauernd. Außerdem enthalten Windkrafträder tonnenweise verschiedene Metalle, die unter Verwendung von Atom- oder Kohlestrom umweltfeindlich aus Erzen gewonnen werden. Zusätzlich besteht die Gefahr, dass man, wenn man aus Versehen ein Windrad erklimmt, vom Blitz erschlagen wird oder herunterfällt, was erhebliche gesundheitliche Risiken mit sich bringt. Windkraftanlagen müssen weg!
Wasserkraftwerke sind störende und überaus gefährliche Eingriffe in die unberührte Natur! Täglich hauchen Millionen Fische und vom Aussterben bedrohte Kleinstlebewesen in den Schaufelrädern der Turbinen ihr Leben aus. Terroristen warten nur darauf, Staumauern zu sprengen und eine Flutkatastrophe auszulösen! Tsunamiähnliche Zustände und der Ertrinkungstod von zahlreichen Maulwürfen und Wühlmäusen auf umliegenden Wiesenflächen wären unvermeidlich. Ebenso das Explodieren von Atomkraftwerken. Weiterhin besteht die Gefahr, dass die zunehmend verrohte Jugend in die zumeist ja auch als Trinkwasserbecken genutzten Stauseen pinkeln und so eine Tripperepidemie auslösen könnte! Wasserkraftwerke müssen weg!
Photovoltaikanlagen, sprich die Gewinnung von Strom aus Sonnenlicht, sind nur auf den ersten Blick harmlos! Was machen die Dinger, wenn die Sonne nicht scheint? Nur die Umwelt verschandeln. Nachts ebenso. Schlafende Vögel könnten auf den glatten schrägen Flächen abrutschen, zu Boden stürzen und sich Prellungen oder gar Brüche zuziehen.
Viele Solaranlagen verwenden einen Bleiakkumulator. Blei ist ein hochgiftiges und umweltschädliches Schwermetall! Und dazu sind Solarzellen bei der Entsorgung Sondermüll!
Außerdem beschatten Solaranlagen bisweilen den darunter liegenden Boden, was das Pflanzenwachstum und die Vitamin D-Produktion der Menschen beeinträchtigt. So etwas führt zu Osteoporose! Solaranlagen müssen weg!
Setzen die Grünen nun wieder auf Dynamos in Hamsterrädern? Nein, das wäre mit dem Tierschutz unvereinbar.
Petroleumlampen? Nein, umweltschädlich.
Holzvergaser? Nein, erzeugt Kohlendioxid.
Es gibt nur eine Lösung, die Welt zu retten!
Alle Kraftwerke in Deutschland abbauen und Atomstrom aus Frankreich und Polen kaufen. Damit wäre der Umwelt geholfen. Oder machen die Grünen da einen Denkfehler?
Die Kursk... und was wirklich passierte
Ob man wollte oder nicht, am 12. August 2000 und an den nachfolgenden Tagen haben die Medien uns ungefragt gezwungen, Zeuge einer Katastrophe zu werden: Das russische Atom-U-Boot „Kursk“ ist auf zunächst unerklärliche Art und Weise gesunken und liegt nun 180 km nordöstliche von Murmansk auf 108 Metern Tiefe.
Obwohl man davon ausging, dass zumindest Teile der Besatzung noch am Leben sein würden, schlug die russische Führung das Angebot der Norweger, die Besatzung durch Rettungs-U-Boote herauszuholen, großzügig aus. Das könne man schließlich ganz leicht selbst.
Da die überlebende Besatzung entweder keine Lust zu überleben oder kein Vertrauen in russische, halbherzige Rettungsaktionen verspürte, hat sie ihrem Leben kurzerhand ein Ende bereitet. Doch wie kam es dazu? Da die U-Bootwaffe allgemein ein gut gehütetes Geheimnis ist, wurde von offizieller Seite natürlich allerhand Unsinn erzählt. Damit Russland nicht ganz so unfähig dastand, da die Kursk seit 1945 schon das 20. (!!) russische U-Boot war, das abgesoffen ist oder ohne Feindeinwirkung stark beschädigt wurde, erklärte man zuerst mit ernster Miene, die Kursk sei von einem bösen amerikanischen U-Boot gerammt oder torpediert worden. Kurze Zeit später stellte sich natürlich heraus, dass das glatt gelogen war.
Die Russen hatten aber einen Grund, alle Hilfe bei der Bergung abzulehnen. Denn man hatte selbstverständlich Sachen an Bord, die niemanden etwas angingen. Höchstwahrscheinlich waren das Superkavitationstorpedos. Sehr interessante Waffen, über deren derzeitigen, wirklichen Entwicklungsstand in der Tat nicht viel zu erfahren ist. Auf die genaue Technik möchte ich nicht eingehen, es sei nur so viel gesagt, dass diese Torpedos mit 300 bis 600 Km/h in einer Kavitationsblase durchs Wasser „fliegen“ und somit um ein Vielfaches schneller sind, als herkömmliche Torpedos.
Nun aber zurück zur Kursk. Aufgrund eines Defektes am Antrieb eines Superkavitationstorpedos entstand ein Brand und es kam zu einer ersten Explosion. Dieser Defekt war leider menschenverschuldet. Denn der Antrieb benötigt eine starke Kühlung, die es durch das umgebende Wasser ausreichend erhält. Ein Matrose kam aber auf die überaus intelligente Idee, den Torpedo schon mal warm laufen zu lassen, bevor er ausgestoßen werden sollte. Macht man bei Autos ja auch so ähnlich. Logischerweise überhitzte der Torpedo recht schnell und der Antrieb gab den Geist auf. Nun verhält es sich bei U-Booten aber so, dass, wenn Torpedos im Torpedorohr explodieren, sich die Explosionswucht aus Sicherheitsgründen nach vorne raus entfaltet, da das Innenluk deutlich stärker ist als die Mündungsklappen. Bei unseren russischen Freunden merkte man aber, dass etwas nicht stimmte, also wurde das Torpedoluk aus Neugier von innen geöffnet, um nachzusehen. Genau in diesem Moment explodierte der Antrieb des Torpedos und die Wucht breitete sich angenehmerweise in der vorderen Sektion des Bootes aus und ein Feuer entflammte. Die Russen, von Natur aus ansonsten feuerscheu, haben die Brandbekämpfung wohl als unnötig empfunden. Ein paar schlaue Russen versteckten sich allerdings in der Hecksektion, die durch ein druckfestes Schott extra abgesichert war. Nach einer Zeit explodierte der durch das Feuer beschädigte Torpedo endlich ganz, wodurch die Frontsektion des Bootes zerrissen und die Besatzung, die nicht ganz hinten war, getötet wurde.
Da das druckfeste Schott mysteriöserweise nicht wasserdicht war, standen die überlebenden Jungs in der Hecksektion plötzlich bis zur Hüfte in 4°C kaltem Wasser. Dabei kann man sich schnell mal die Blase verkühlen. Als technologisch fortschrittliches Land hatten die Russen natürlich CO2-Umwandler an Bord, die CO2 binden und O2 freisetzen. Also eine tolle Erfindung. Diese Teile haben nur einen Haken: sie dürfen nicht mit Wasser in Kontakt kommen, da sie sonst sofort Feuer fangen. Und Feuer an Bord eines U-Bootes ist ziemlich ungünstig, da es den Seeleuten den Sauerstoff wegatmet. Nun kam es natürlich wie es kommen musste: ein witziger U-Bootfahrer jonglierte mit den CO2-Umwandlern, um die etwas gedrückte Stimmung an Bord etwas zu heben. Vielleicht hätte er das Jonglieren vorher mal üben sollen, oder weniger Wodka trinken, denn jedenfalls fielen ihm die Teile schneller aus der Hand und ins Wasser, als er bis drei zählen konnte, und schon war das Unglück perfekt: ein schwelender Brand an Bord. Prinzipiell war ja genug Wasser zum Löschen da, aber irgendetwas muss die Matrosen vom Löschen abgehalten haben. Ich persönlich tippe auf fehlende Motivation. Auch denkbar wäre, dass das Feuer absichtlich nicht gelöscht wurde, weil es Wärme spenden sollte im kalten Wasser.
Später, als die Leichen geborgen wurden, waren alle bis zur Hüfte ziemlich unterkühlt, oben herum aber ziemlich verbrannt. Ob zuerst erstickt und dann verbrannt oder umgekehrt, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden.
Letztendlich waren alle 118 Besatzungsmitglieder tot.
Rund ein Jahr nach dem Unglück wurde das Boot gehoben und den Angehörigen der Opfer versprochen, dass aus dem Turm des Bootes ein Mahnmal an irgend einer Kathedrale in Murmansk entstehen sollte. Ein recht mäßiger Trost. Allerdings muss etwas dazwischen gekommen sein, denn 2009 wurde der Turm auf einem Schrottplatz in Murmansk gefunden. Man darf sind wundern, muss aber nicht.
Anhänger der modernen und abstrakten Kunst mutmaßen, es könne sich bei dem Schrottplatz aber auch um das versprochene Mahnmal handeln.
Ein dreifach Hoch auf die russische Marine!
Diesen Tatsachenbericht verdanken Sie wiederum meinem Sohn Felix. Der versteht nämlich was davon, er studiert so etwas in der Richtung. Danke, Felix!
Wie...
die Welt 2051 aussehen könnte …
Wir feiern den zehnjährigen Jahrestag der Vereisung Hollands.
Von Sylt guckt nur noch der Leuchtturm heraus.
Im Entwicklungsland USA toben blutige Bürgerkriege, der Präsident Alvarez Sanchez ist überfordert.
Ratzinger denkt an seinen Rücktritt.
In b ɛɐ̯ˈ liːn, früher Berlin, regiert eine Grün-Lila-Halbmond-Koalition.
Mit Manuel Neuer stirbt der letzte deutschsprachige Bundesligaspieler. Todesursache: Malayischer Krummdolch.
Joopi Heesters wird noch einmal Vater. Ob das Kind ein Junge oder Mädchen ist, soll es später selbst bestimmen dürfen.
Nordkorea und Südkorea sind nun unter dem Namen Südostchina-Maorien wiedervereint.
Eistauchen ist nach Vendetta auf Sizilien zum Volkssport Nr. 2 avanciert.
In Deutschland werden 85% der T-Shirts für China genäht.
In Indien leben fast zwei Milliarden Menschen, die eine Hälfte ist am Verhungern, die andere Hälfte sind Computerspezialisten, die am Verhungern sind.
Erdöl ist alle, es wird wieder mit Torf geheizt, Torfstechermeister ist wieder ein angesehener Beruf.
Exkanzlerin Merkel outet sich und lässt sich endlich zur Frau umoperieren.
Es wird heftig über die Kopftuchpflicht bei Busfahrern und Postboten debattiert.
Nach der mittlerweile langweilig gewordenen Vogel- und Schweinegrippe erfindet die Pharmaindustrie inzwischen die Katzen-, Hunde-, Pferde-, Goldhamster- und Aquarienfischgrippe. Selbstverständlich ist ausreichend Impfstoff vorhanden.
Nach dem Zufrieren der Beringstraße wird die globale Erwärmung als beendet erklärt, der nächste Weltklimagipfel wird wegen Vergletscherung der Nordhalbkugel in die Republik Kongo verlegt.
Türkiyemspor Ankara wird deutscher Fußballmeister.
Bundesüberwachungsminister Schäuble erhält als Anerkennung für seine Verdienste posthum einen vergoldeten Rollstuhl.
Japanische Kameras sind so groß, dass sie jeweils nur zu zweit getragen werden können.
Mercedes entwickelt endlich das Dreiliterauto, pro gefahrenem Kilometer.
Lebensmittel ohne Dioxin und Antibiotika müssen extra gekennzeichnet werden.
Methanauffangbeutel an Kuhaftern werden Pflicht. Kuhfladen sind zu sammeln, zu trocknen und beim örtlichen Heizmaterialbeauftragten abzugeben.
Gliedo Westerwelle (seit der Auflösung der FDP 2023 parteilos) ist endlich seine Akne los. Sein Geheimnis: Er hat die Gleitmittelmarke gewechselt.
Die Grünen beschließen endlich Kondom- und Toilettenpapierpfand.
Unicef empfiehlt den hungernden Kindern im Sudan und Äthiopien, mehr Kaviar und Austern zu essen, da diese viel Protein enthalten.
Den Taliban gehen so langsam die Selbstmordattentäter aus, das Mindestalter wird von sechs auf drei Jahre herabgesetzt.
Mobiltelefone haben mittlerweile die Größe von Streichholzköpfen, können dafür aber auch als Mikrowelle eingesetzt werden.
Die Deutsche Bahn stellt ihren Fahrbetrieb vom 1. April bis 31. Oktober wegen Hitze ein, vom 1. November bis 31. März wegen Kälte.
Deutschland schrumpft sich gesund. Bayern wird an Österreich abgegeben, das Saarland an Frankreich und Schleswig-Holstein an Dänemark. Dadurch sinkt die Staatsverschuldung um 3476 Billionen Yen.
Aufgrund massiver Proteste der Bevölkerung wird der Artikel, der Homosexualität zur Pflicht erklärt, wieder aus dem Grundgesetz gestrichen.
Weiterer Personalabbau bei der Bundeswehr. Sie besteht nunmehr aus drei Generälen, zwei Majoren und einem Soldaten, alle freiwillig.
Das Bundesverfassungsgericht erklärt die Atemsteuer als legitim und gesetzeskonform.
Loddar Matthäus heiratet zum 19. Mal, es soll sich um eine achtzehnjährige albanische Nutte handeln.
BILD enthüllt: Alice Schwarzer ist noch Jungfer! Auch Dildos haben ihren Stolz.
Bei Thomas Gottschalk wettet ein Kandidat, er könne mit bloßen Händen einen sibirischen Tiger erwürgen und verliert die Wette. Große Sauerei, viel Blut! Die Einschaltquote ist so hoch, dass die Sendung acht mal wiederholt wird. Gottschalk zeigt sich betroffen.
Und zu guter Letzt: Frankies Lästerecke gibt es immer noch!
Reise nach Königsberg 2009
(Diesen unterhaltsamen Reisebericht verdanken Sie meinem Freund und Kollegen Dr. Dirk Paukstat. Amüsieren sie sich, während ich mir in Kenya die Sonne auf den Pelz brennen lasse)
Anlässlich eines Urlaubs in Litauen beschlossen wir, die „alte Heemat“ zu besuchen, da auch diese letzte Mauer mittlerweile brüchig und passierbar geworden ist. An einem bedeckten Tag mit stimmungspassend wolkenverhangenem Himmel machten wir uns aus dem zivilisierten und europäischen Litauen auf ins heute russische nördliche Ostpreußen.
Auf der litauischen Seite, noch östlich der Memel, waren die Ortsnamen erkennbar und zeugten noch von einer residualen Verschmelzung preußisch-deutscher und kleinlitauischer Vergangenheit. Zugegebenerweise waren die litauischen Namen wohl überwiegend die älteren und die deutschen diesmal die Verballhornungen davon. So hieß Pogegiai auf deutsch einfach Pogegen, ein Ortsname, den man sonst sicher so spontan nicht bilden würde, Šilutė dagegen Heidekrug, was einer litauischen Übersetzung entspricht, für alle die, die des Litauischen nicht so mächtig sind. Bis zur litauisch- russischen Grenze gab es keine Probleme, eine normale, breite Auto- und menschenleere Straße, so dass wir im letzten Ort vor dem Grenzübertritt, der übrigens ausgesprochen ordentlich hergerichtet war (Schaufensterfunktion?), an einer Tankstelle nochmal die Benzin- und Ölvorräte ergänzten und die vorhandenen Wasservorräte ohne Infektionsgefahr reduzierten.
Der Ort hieß sinnigerweise Ponemunas, was soviel wie an der Memel bedeutet und im Deutschen als Ortsname Übermemel angegeben war. Erwähnen sollte man an dieser Stelle unser treues Auto, ein von litauischen Freunden geborgter Audi 80, Baujahr 1992 mit stolzen 315.000 km auf der Uhr, ohne größere äußere Blessuren und mit zwei separaten Alarmanlagen.
Nun ist eine Einreise in russisches Gebiet nicht einfach so taggleich oder mit Ausweis möglich, man benötigt nach wie vor ein Visum, wenn nicht einige Panzerdivisionen verfügbar sind. Dieses muss Monate vorher bei der russischen Botschaft beantragt werden und kostet 60 Euro. Der Haken ist, dass es ein solches Visum nur gibt, wenn man eine Einladung von Ortsansässigen vorweisen kann. Hatten wir natürlich nicht, da alle in Frage kommenden Verwandten im Frühjahr 1945 sprichwörtlich ausgewandert und zudem überwiegend schon verstorben waren. Aber unter kapitalistischen Bedingungen gibt es für alles eine (Geld-)Lösung, es gibt ein Reisebüro mit deutsch klingendem Namen, das solche Einladungen ausstellt (Gebühr), allerdings muss man sich dafür bei der Einreise in deren Büro melden und erhält einen Stempel in den Pass, der einen wieder zur Ausreise berechtigt. Interessant ist auch die Tatsache, dass man seine Reisepässe per Post an die russische Botschaft schicken muss, wo sie dann einige Zeit studiert und … werden.
Dies hat aber alles geklappt, die Pässe waren zurück, die Visa, ganzseitig, waren ausgesprochen schön und reflektierend, ein Entzücken für jeden Briefmarken-Sammler. Zurück zur Grenze. Einige 100 m vor der Memel /Grenzlinie endete die Fahrt auf bisher menschenleerer Straße plötzlich an einer langen Autokolonne. Kurzzeitig fragten wir uns, warum die hier parken, dann fielen dem alten DDR-Touristen die langen Einreiseschlangen an der ungarischen Grenze ein. Beunruhigend nur die Tatsache, dass keine Autos vor uns gefahren waren, dafür aber viele standen. Also aussteigen, zu den davor wartenden Autos gehen und die Leute (Litauer) erst mal fragen, wie das Ganze abläuft: Nun, es gäbe zwei Schlangen, eine für die russischen Staatsbürger (kein Auto), eine für EU (damit wären Deutsche und Litauer schon mal vereint – man besitzt viele Autos), die Wartezeit würde im Allgemeinen etwa drei Stunden betragen, es hätte aber auch schon zwölf Stunden gedauert. Dies ließ unsere Chancen auf Ein- und Ausreise im Rahmen unseres Eintagesvisums schlagartig drastisch sinken. Freundlicherweise empfahlen uns die anderen Wartenden in großmütiger Toleranz, doch vorzufahren und zu fragen, ob wir als „richtige Fern-Touristen für nur einen Tag“ nicht außer der Reihe durchkönnten.
Also vorgefahren bis zur Lkw-Schranke an den gesamten Wartenden vorbei. Ausgestiegen, mit gesenktem Kopf bis zum äußersten Rand, wo zig Schilder „Fußgänger verboten“, „Betreten verboten“ usw. in deutlichen über alle Sprachen reichenden Piktogrammen dargestellt waren. Auf einer schmalen äußeren Weglinie konnte man ein Wärterhäuschen erreichen mit einem netten litauischen Grenzbeamten. Diesem versuchte ich in irgendeiner uns beiden halbwegs geläufigen europäischen Sprache mein Anliegen vorzutragen. Überraschenderweise hatte er Verständnis und sagte zu, uns vorzulassen. An der Schranke vorn war ein Kollege derweil sehr amtlich entrüstet, dass wir die Schlange verlassen hatten, ließ sich aber in einem erneuten Gespräch an seinen Kollegen verweisen, der uns dann vorlotste und nach kurzem Blick in den Pass über die Grenze ließ. Was waren wir stolz, das ging ja viel besser, als erwartet. Nun fuhren wir auf die berühmte Königin-Luise-Brücke in Richtung Tilsit (litauisch Tilže, russisch Sowjetsk, ein Name, der die Stadtbewohner sicher auch heutzutage erfreut). Auf der anderen Seite war ein barockes preußisches Tor noch zu erkennen, aber nicht zu erreichen. In falschem Optimismus der bereits geschafften Grenzpassage hatten wir verdrängt, dass dies nur die litauische Kontrolle war, welche etwa 1% des bürokratischen Gesamtaufwandes ausmachte.
Wieder erreichten wir das Ende einer allerdings deutlich kleineren Schlange von etwa sechs Fahrzeugen. Dann passierte eine Stunde lang nichts. Man sah vorn am Brückenende russische Posten rauchen, aus Häuschen raus- und hereintreten, Leute aus einem Haus aus- und einlassen, die offensichtlich dort im Grenzgebiet von Zäunen umgeben wohnten, vergleichbar der Berliner Mauersituation, und das wars. Dann kam meine Frau auf die Idee, doch auch den russischen Posten anzusprechen und kam mit den DDR-typischen, noch auszufüllenden Einreiseformularen zurück (diese gibt es allerdings auch in anderen Ländern, wie z. B. der anderen Großmacht aus der Blockzeit, auch hier muss man glaubhaft erklären, keinerlei Waffen, Drogen, subversives Gedankengut oder größere Mengen an Goldbarren einzuschleppen). Im Laufe des Wartens bildete sich mit den umgebenden litauischen Einreisenden rasch eine wohlbekannte sozialistische Wartegemeinschaft heraus. Netterweise kamen die Grenzübertrittserfahrenen auf den Gedanken, dass wir auch für unser Auto eine Einreiseerklärung bräuchten, soweit ich das verstanden habe, muss nach russischem Recht das Auto einmalig ein- und wieder ausgeführt werden, auch wenn man es eigentlich nicht verkaufen oder klauen lassen möchte.
Die entsprechenden Papiere wurden netterweise aus der Warteschlange besorgt, die Grenzbeamten hatten sich das wohl als Abschlussüberraschung aufgehoben. Dann wurden wir von 3 deutschen Motorrädern, welche vom Nordkap über Murmansk offensichtlich die Front erfolgreich von hinten aufgerollt hatten, überholt, deren Angriff kam an der nächsten Wartehäuschenlinie zwar auch zum Erliegen, aber sie hatten Boden gut gemacht. Der russische Posten erklärte uns auf energische Intervention meiner Frau daraufhin, dass wir ja schließlich mit einem litauischen Fahrzeug einreisen würden. Deutsche Touristen mit litauischem Auto an der russischen Grenze aus östlicher Richtung erfüllten offensichtlich keine stempelfähige Beamtenkategorie. Trotzdem ging es jetzt allmählich vorwärts.
Etwa alle 15 bis 20 min, unterbrochen von etwa gleichgroßen Pausen, rollte ein Auto ein Stückchen weiter. Leider hatte es zwischendurch angefangen, in Strömen zu regnen, was die Sicht im Auto erheblich einschränkte. Ständiges Motorlaufenlassen wurde sicher nicht gern gesehen, häufiges Starten wollte ich dem Fahrzeug bei noch geplanter Tour durch russisch Ostpreußen möglichst nicht zumuten im Hinblick auf die Lebensdauer. Schließlich erreichten wir Kontrollhäuschen 1. Nun erfuhren wir einprägsam, wo eigentlich der Asterixband mit dem „Haus, das Verrückte macht“ spielt, nämlich genau hier. Bei der Kontrolle an Häuschen 1 wurde ein Zettel in den Pass geklebt, der an Häuschen 2 dann gestempelt und an Häuschen 3 wieder entfernt werden musste. Problematisch war die Tatsache, dass man nie wusste, ob der Grenzer auf einen zukommt oder ob er vorgangsverzögernd beleidigt ist, wenn man sich nicht zum Häuschen bewegt und dessen Wohlwollen war schließlich extrem wichtig.
Nachdem scheinbar alle Zettel ausgetauscht, gestempelt, eingeklebt, wieder herausgetrennt, nochmal begutachtet waren, durften wir auf eine Ausfahrtschranke zufahren. Unser leerer Kofferraum enttäuschte sichtlich. Dann passierte wieder nichts. Schließlich wies mich der nachkommende, offensichtlich grenzleidgeprüfte Litauer daraufhin, dass nun noch das Auto eingeführt werden müsste. Dazu nun aussteigen, zum Häuschen gehen und durch eine 15 x 15 cm große Luke russisch radebrechend einem jungen Grenzbeamten erklären, warum man mit einem litauischen Auto angefahren kommt und zudem noch die Besitzerin gar nicht dabei hat. Um es abzukürzen, nach zahlreichen Telefonaten, Luke auf, Luke zu, Computerbefragungen, Kollegenbefragungen, Zigarettchen, erhielt ich ein ausgesprochen ernst wirkendes Schriftstück mit großem russischem Doppeladler, dass mir netterweise für 3 Tage mit dem Auto das Umherfahren in Ostpreußen gestattete.
Auf dem Wege dahin hatte ich einige Unterschriften geleistet, von denen ich hoffe, dass sie mir später keinen Ärger machen werden oder weitere Provinzen geräumt werden müssen, und mehrere neue russische Wörter betreffend das Auto- und Versicherungswesen gelernt. Überraschenderweise keinerlei zusätzliche Gebühr! Der Versuchung, die ganze Prozedur durch Einlage eines 20-Euro-Spurt-Visums in den Pass abzukürzen, hatte ich glückerlicherweise erfolgreich widerstanden, überall waren große Plakate anschlagen, die dazu aufforderten, auch in bekannten Sprachen, Korruption sofort zu melden.
Nun waren wir im alten Tilsit /Sowjetsk. Breite Straßen mit deutscher Pflasterung aus dem späten 19. Jahrhundert, wobei es im Laufe der Jahre und Straßenarbeiten sowie einiger überstandener Kriege zu gewissen Verwerfungen gekommen sein muss, jedenfalls gab es auch Pflastersteine, die übereinander und nicht hintereinander lagen. So hätten die ersten Meter unserem armen Auto fast den Garaus gemacht. Ein besonderes Highlight stellen auch die Gullideckel dar, insbesondere dann, wenn sie nicht da sind und durch den Regen zudem eine gleichmäßige braune Pfützenlandschaft entstanden ist. Nach der mehrstündigen aufregenden Wartezeit mussten wir dann doch als erstes (obwohl 4 km vorher gerade erfolgt) eine Tankstelle besuchen, die sich aber völlig normal und gut ausgerüstet zeigte. Nur die Preise (in Rubel) waren bedrückenderweise zum Teil um 10er Potenz niedriger als erwartet, aktueller Kurs Euro/Rubel 1/40, einzelne Artikel waren aber auch unseren Preisen vergleichbar. Als erstes Grabower Küsschen für 1,50€ im Snackregal der Tankstelle—da sieht man doch wirklich, dass die Globalisierung gut für den Osten ist. Benzin lag allerdings mit 50 Cent in einem sehr begrüßenswerten Bereich.
Der Autoverkehr ist eher wild, die Unzulänglichkeiten der Straßen und entsprechenden Risiken werden als sportliche Selbstverständlichkeit genommen, Orientierung bleibt Einheimischen vorbehalten, da man auf Straßennahmen und Hinweisschilder lieber verzichtet, möglicherweise soll das evtl. Angreifer verwirren. Auch die Deutschen hatten ja zum Ende des Krieges in Ostpreußen viel umbenannt (sicher wegen der einfacheren Aussprache), so dass alle russischen Wegekarten letztlich nur Verwirrung stifteten unter den Truppen. Offensichtlich ist diese Taktik erfolgreich aufgegriffen worden. An dieser Stelle ein Exkurs zu den Ortsnamen. Während in anderen Gebieten so wie, z. B. im polnischen südlichen Ostpreußen die alten Namen verballhornt wurden bzw. die deutschen Namen schon auf polnisch- masurisch-pruzzischen Vorläufern beruhten, sodass gegenseitige Verbindungen und Wurzeln noch erkennbar sind, ist im russischen Teil versucht worden, jede Vorgeschichte zu tilgen, alle Orte sind fantasiearm neu benannt.
Dabei wurden der gesamte Wortschatz an Naturbegriffen (Am Wald, Am Meer, Am Fluss, Im Feld usw.), große Persönlichkeiten der russisch-sowjetischen Militärgeschichte (Kutusow, Bagrationow) und Politik (Kalinin) verwendet, auch das Gut Jasnaja Poljana von Tolstoi aus dem südlichem Russland findet sich wieder (es bezeichnet heute das ehemalige Trakehnen). Namen wie Sowjetsk, Pionerski, Avantgardnoje brauchen nicht weiter erklärt werden, aber auch die Technik (Eisenbahnskoje-) und die Herkunftsorte der ersten russischen Siedler wurden verwendet. Im Vergleich zu vor dem Kriege wäre der häufigste sinnvolle Flurname allerdings Wüstmark, denn viele Orte, Dörfer und Weiler existieren gar nicht mehr, da die Besiedlung eher schwerpunktmäßig erfolgte und wohl strategisch gedacht war.
Weiter nach Insterburg/Tschernjachowsk, der Heimat meiner Vorväter. Die fehlende Straßenbeschilderung stellte sich etwas hinderlich dar, aber dem Findigen hilft hier das Internet weiter, große Firmen, die es auf der Wiese oder vor alten deutschen Fabrikgebäuden auch gibt, haben mit aufkommendem Kapitalismus auch große Werbetafeln, auf denen eine Internetadresse, aber klein auch die geografische Adresse geschrieben steht. Hat man das Glück und das Schild steht vor der Fabrik, kann man somit den Straßennamen mit guter Wahrscheinlichkeit erraten. Und meist nach allgemein- menschlichem Verständnis, führt die Kaliningradskaja Uliza auch in die Richtung Kaliningrad/ Königsberg. In Insterburg selbst ist ein deutscher Stadtcharakter kaum noch zu erkennen, große Teile der Pflasterung wirken vertraut, ebenso einzelne Straßenzüge oder isolierte Häuser, vordergründig aber Fabrikruinen zeigen noch ein uns vertrautes Architekturbild. Weite Teile, die Umgebung und Lücken bestehen aus sozialistischen Neubauten, optisch deutlich unterhalb des DDR-Standards.
Dazwischen moderne Einkaufszentren und pulsierendes Leben. Geografische Zuordnungen von alten zu neuen Straßennamen sind nicht mehr möglich, vor allem für jemanden, der nicht mehr dort gelebt hat. Auf einem großen Platz, möglicherweise ehemaligen Marktplatz, steht ein Lenindenkmal, nach wie vor, gegenüber das eines Barclay de Tolly. Französischer Name und russischer Marschallstitel (napoleonische Befreiungskriege) täuschen offensichtlich erfolgreich darüber hinweg, dass man hier einem (Balten-) Deutschen versehentlich ein Denkmal gesetzt hat. Offensichtlich verblassen Probleme doch nach Jahr(hundert)en. Nicht verblasste das Problem des Straßenverkehrs. Man fährt auf vertraut wirkenden Alleen, wobei der Scheitelpunkt der Straße sich in der Mitte befindet, am Rande, gerade bei Regen wird die Situation unsicher, nicht nur optisch. Interessant sind die vielen Störche, sie treten geradezu in Herden auf und sind zahlreicher als Kühe oder andere Nutztiere. Bei mittlerweile fortgeschrittener Tageszeit versuchten wir das Reisebüro, dessen Stempel wir ja zur Ausreise benötigten, telefonisch zu erreichen, in der Hoffnung auf Verweilen eines Mitarbeiters. In orientalischer Gelassenheit teilte uns dann ein Anrufbeantworter mit, dass man für zwei Wochen Betriebsferien habe! Die angerufene Reservenummer beendete das Gespräch Punkt 18.00 Uhr bei Erkennen eines deutschen Gesprächsteilnehmers in Russisch. Ja, auch egal, sie würden uns schon wieder rauslassen, notfalls gegen Gebühr.
Nach der ausgiebigen Grenzkontrolle hatten wir eindeutig mit mehr Unterwegs-Kontrollen gerechnet, aber erst kurz vor der Einfahrt nach Kaliningrad erhob sich mitten auf der angedeutet vierspurigen Autobahn ein Turm, vergleichbar den DDR-Einfahrten ins Grenzgebiet. Keine Schilder, keine Hinweise, aber zum Glück eine Autokolonne, so dass auch dem Ungeübten klar war, dass man hier anhalten müsse. Letztlich passierte sichtlich gar nichts, moderne Kameratechnik kann also vorausgesetzt werden, nach einigen Sekunden fuhr man weiter und hoffte, dass aus dem Turm keine Befehlsstimme auf russisch irgendwelche Feuerbefehle gab, wie dies dem Fahrzeug vor uns erschien, allerdings hatte dieses erkennbar irgendwelche Bleche unter dem Fahrzeugboden angeschweißt. Man fragt sich natürlich, wie frech jemand sein muss, für Schmuggelmaßnahmen nicht eine der zahllosen Nebenstraßen zu benutzen, retrospektiv hatte er wahrscheinlich nur den Verlust weiterer Ölwannen- oder Unterbodenbestandteile auf den Straßen verhindern wollen. Königsberg selbst ist eine pulsierende Großstadt, die Orientierung unterliegt dabei den vorbeschriebenen Einschränkungen, und weder ein Stadtplan von 1940 vor Kriegshandlungen, Bombenangriffen und russischen „Sanierungsmaßnahmen“ noch ein großzügiger Google-Ausdruck helfen wirklich weiter.
Leben und Verkehr pulsieren in einem Mischmasch aus post-sozialistischer Moderne und beginnendem Konsumkapitalismus, auf großen Straßen sind vor 70er Jahre-Plattenbauten im ersten Geschoss teure Designer-Läden vorgelagert. Der Verkehr selbst lässt sich nur mit einer anatolischen Großstadt, die den Räumungsbefehl erhalten hat, vergleichen. Die Hauptstraße heißt sinnigerweise Moskowski-Prospekt, man findet ein Nebeneinander von formal asphaltierten sechs- und achtspurigen Straßen, die allerdings willkürlich Rechts- oder Linksabbiegen ermöglichen (und Wenden) und ehemaligen Innenstadtzonen aus abenteuerlicher Pflasterung, in die zusätzlich Straßenbahnschienen ein- bzw. eher aufgebracht sind. Auch teilweise vorhandene Fahrbahnmarkierung hat eher orientierenden Charakter, weder Trolleybus- noch Sperrspuren bleiben im Berufsverkehr ungenutzt, letztlich fuhr wenigstens die Masse der Fahrzeuge rechts auch in unsere Richtung, und die links kamen uns entgegen, aber auch dies nicht ausschließlich, und auch unser Litauisches Kennzeichen half uns hier herzlich wenig. Phasenweise erinnerte das Fahrgefühl an Treppen.
Bezüglich des Reisebüros: Mit dem ausreisewichtigen Stempel hatten wir keinen Erfolg, wir fanden zwar den dazu gehörigen Prospekt (breite Straße), aber nicht den Platz, bzw. auf dem Platz am Ende der gleichnamigen Straße wäre Anhalten schlichtweg lebensgefährlich gewesen. Einen Ruhepol muss man erwähnen: In der Gegend des alten Doms, der überraschenderweise komplett wieder errichtet ist (an der Rückseite befindet sich das auch in Kaliningrad verehrte Kant-Grab), ehemals Kneiphofinsel, wurde versucht, ein Ensemble Alt-Königsberger Häuser am Pregelufer zu errichten, das sinnigerweise auch noch Fischdorf - auf russisch – heißt, überwiegend aber touristischen Zielen dient, so befindet sich dort eine für Touristen bezahlbare hochmoderne automatische Toilettenanlage, Einheimische würden sich mit dem Preis sicher lieber die Einfuhr als die Ausfuhr leisten. Am Dom selbst gibt es sogar eine Gedenktafel, die auf Russisch das historische Baudenkmal und auf Deutsch die Deutsche Kirche rühmt, die Zerstörung ist durch britische Bombenangriffe erfolgt. An der Brücke zur Dominsel konnten wir erneut einen schönen Brauch erleben, am fliedereinsamen Geländer an jeder sich bietenden Stelle sind verschieden große und verschieden wirkende, in jeden Harry Potter-Film passende Schlösser angebracht, die von frisch Verheirateten dort angebracht werden als Garant für eine dauerhafte und glückliche Ehe. Der Schlüssel wird ins Wasser geworfen. Den gleichen Brauch haben wir auch in Litauen gesehen.
Nun drängte aber die Zeit und das Ende des Tagesvisums, zumal wir bis zu jeder europäischen Grenze noch mindestens 200 km Abenteuerfahrt vor uns hatten. Deshalb entschlossen wir uns, Richtung Küste und über die Kurische Nehrung herauszufahren, auch unter der Annahme, dort auf keine größere Autoschlange zu treffen (es gibt nur eine Straße und wenig Tourismus). Durch eine glücklich Fügung und günstigen Sonnenstand erwischten wir die richtige Ausfallstraße, erleichtert dadurch, dass es zwei Straßen gleicher Nummerierung Richtung Norden in das alte Seebad Cranz, heute Zelenogradsk (Grünstadtsk) gab. Wie früher als die erste Form des aufkommenden Kapitalismus Straßen- und Eisenbahnbau, befand sich hier eine Autobahn im Bau, wobei wir lernen konnten, dass man eine Autobahnbaustellenmarkierung auf ein einzig mittig angebrachtes Schild beschränken kann und kurze Abschnitte über benachbarte Felder vor dem Einschlafen schützen. Vermutlich würden die Absicherungsmaterialien einer einzigen deutschen EU-Norm-konformen Hochschulingenieur-geplanten Autobahnbaustelle für sämtliche Verkehrsabsicherungsmaßnahmen des gesamten Russischen Reiches ausreichen. Zuletzt folgte noch eine Umleitung über vorhandene und ehemalige Dörfer auf einer autobreiten Straße, diese waren so unbedeutend, dass man sie auf der Karte nur noch mit einer Lupe erkennen konnte. (Diese Lupe war glücklicherweise beigelegt, da eine Deutsch-Russisch doppelbeschriftete Karte Ostpreußens ja nur noch für sehr alte Vertriebene von Bedeutung ist und diese naturgemäß auch ältere Augen besitzen.)
Das alte Seebad Cranz empfing uns mit einer Gebäudekombination, die genau so auch in einem Mecklenburger Ostseebad steht und erfreulich gut erhalten war. Nach einer interessanten Mahlzeit in einer kleinen Gaststätte zu einem lächerlichen Preis (wir hatten sicherheitshalber verschiedene Dinge bestellt, da Schulsprachkenntnisse bei der Bestellung einheimischer Spezialitäten oft grässliche Gerichte bringen lassen). Ohne Durchfall, Übelkeit oder Infektionszeichen machten wir uns auf den letzten Abschnitt: Die Straße auf die Kurische Nehrung/russische Seite ist überwiegend asphaltiert, ansonsten aber ohne weitere Schnörkel, wobei aber Baumreihen rechts und links vor dem nahen beidseitigen Wasser schützen, nicht aber vor dem massiv und mit urzeitlicher Kraft einsetzenden Regen sowie völliger Dunkelheit (bei an sich in dieser Region sehr langer abendlicher schöner Helligkeit).
Trotz Zeitnot war 40 km/h die Höchstgeschwindigkeit, zumal ein Teil der Strecke aufgrund der Schlaglöcher und Straßenunebenheiten im kompletten Aquaplaning mit über autohohen Bugwellen, die uns um den Motor fürchten ließen, stattfand. Plötzlich im Nirgendwo eine Schranke quer über die Straße. Nach dem ersten Schreck, die Straße könnte wegen des Unwetters komplett gesperrt sein (300 km Umweg), dämmerte uns, dass auch auf russischer Seite die Kurische Nehrung ja zum Europäischen Nationalpark gehört und somit eine vermutlich gebührenpflichtige Einfahrt haben muss, allerdings wohl kaum gegen 23:00 Uhr abends, Menschen hatten wir bisher noch nicht gesehen, höchstens Wildschweine, die das Abenteuer Straße zusätzlich erschwerten und erneut an Asterix denken ließen. Am Rande der Straße in einem kleinen Häuschen fanden wir im strömenden Regen einen alten Wächter, der uns für einige Rubel die linke Schrankenseite (Ausfahrt, offensichtlich gibt es eine elektronische Zählung der Einfahrt!) öffnete. Nach einer weiteren Stunde Abenteuerfahrt, die jedem Computerspiel Ehre gemacht hätte, erreichten wir die Grenze, wenigstens dieser Plan war aufgegangen, wir waren die Einzigen, und die Abfertigung bei der Ausreise im strömenden Regen war friedlich.
Zusammenfassend wurden wir auf litauischer Seite grinsend mit den Worten empfangen, „wie es uns denn gefallen hätte“.
Ja. Da bleibt nur der Schluss, dass es nur wenige Möglichkeiten gibt, im Westen aufzubrechen und im Osten anzukommen, ohne die ganze Welt umrunden zu müssen.
Ein kurzer, weiter Weg nach Europa.
Kultur pur...
Es begab sich, dass wir, also meine Gattin und ich, von einer befreundeten japanischen Pianistin Theaterkarten für eine Vorführung im Greifswalder Vorpommern-Theater geschenkt bekamen. Der japanischen Pianistin mit dem zauberhaften Namen Yumiko oblag die musikalische Leitung der Aufführung, am Klavier legte sie selbst Hand an.
Erste Frage: Was anziehen? Meine Frau umhüllte meinen theaterunerfahrenen Corpus mit schwarzem Seidenhemd plus Nadelstreifsakko, um einen Schlips kam ich durch einen mehrstündigen Hungerstreik herum. Dafür durfte ich aber keine Turnschuhe tragen, sondern musste meinen etwas fleischigen Fuß in enge italienische Slipper zwängen, den anderen auch. Dann die Abfahrt.
Zur Anreise müssen Sie nur soviel erfahren, dass sie 28 Minuten währte.
Ankunft. Oha, großer Bahnhof, das japanische Fernsehen und der NDR waren vor Ort, um das Ereignis auch dem letzten japanischen Bonsaizüchter zugängig zu machen.
Nun habe ich ja noch gar nicht verraten, welches Stück gegeben wurde.
Die japanische Liebesoper AI-EN?
Der letzte Samurei?
Shogun?
Kleine Geishas in Nöten?
Harakiri im Puff von Osaka?
Mitnichten! Auf dem Spielplan stand „Mutter Courage und ihre Kinder“ von Berthold Brecht, später vertont von Paul Dessau.
Die erste Klingel, wir nehmen Platz. Noch recht leer im Saale.
Beim zweiten Klingeln stürmen die Massen herein. Was sehe ich?
Viele Zöpfe, an Männern wohlgemerkt. Viel selbstgestricktes Wollzeug, an beiden Geschlechtern, die alternative Szene schlechthin, gepaart mit einigen pseudoinellektuellen Kunstsachverständigen, die sich zumeist durch Baskenmütze, Schal und verschmierter Nickelbrille auszeichneten.
Wegen meines Nadelstreifsakkos erntete ich ein paar scheele Blicke. Da ich aber in etwa soviel wog wie die gesamte Sitzreihe vor mir, kam es zu keinen körperlichen Auseinandersetzungen. Noch schnell ein stilles Wasser aus ökologischer Förderung mit einer Zitronenscheibe aus biologischem Anbau, dann erlosch das Licht.
Hörbare Stille. Da! Infernalisches Geschrei aus der Dunkelheit.
Plötzlich sind Bühne und Zuschauerraum in gleißendes Licht gerückt. Vier, fünf martialisch gekleidete junge Männer rennen schreiend durchs Publikum, fuchteln mit den Armen und brüllen die Leute an:
„Haben Sie Arbeit?“
„Wollen sie einen LKW fahren?“
„Brauchen Sie Geld?“
„Werden Sie doch Soldat!“
Hm, eigentlich wollte ich nur ein Theaterstück sehen. Langsam beruhigt sich die Szene, zwischen zwei riesigen Werbetafeln – Vorhang Fehlanzeige - für Coca Cola und McDonald (!!) wird ein kleines Lieferauto, Baujahr in etwa 1940, geschoben. Die Schieber sind zwei junge Männer, eine Frau mit Kopftuch, lila geschlitztem Rock, rosa Kniestrümpfen und grünen Gummistiefeln der Marke „Anglerglück“ und ein in Lumpen verhülltes junges Mädchen. Mutter Courage und ihre drei Kinder! Nun kann es losgehen, es findet ein Wechsel von Präteritum in Präsens statt.
Der älteste Sohn, tapfer und entschlossen, wird Soldat, erhält eine Auszeichnung, weil er zu Kriegszeiten ein paar Bauern den Garaus machte und deren Vieh stahl und wird in einer kurzen Friedensphase erschossen, weil er ein paar Bauern den Garaus machte und deren Vieh stahl. Macht Sinn. Botschaft: Es gibt einen Unterschied zwischen Krieg und Frieden. Das hätte vorher keiner auch nur geahnt!
Der Marketenderwagen der Mutter Courage wird sinnreich durch ein Schild „Krieg und Fritten“ geziert. Das Geschäft läuft. Es wird viel gesoffen.
Dem zweiten Sohn geht es auch bald an den Kragen. Redlich, wie er ist, will er die Regimentskasse, die er als Zahlmeister bewacht, nicht dem Feinde überlassen. Dafür wird er erschossen. Botschaft: Auch Ehrlichkeit und Obrigkeitstreue sind im Krieg keine Überlebensgaranten.Zwischendurch immer wieder infernalisches Geschrei, Geheule, Geräuschkulisse a la Krieg der Sterne, Fassung für Gehörschwache.
Jegliche Konversation, gesprochen oder gesungen, findet auf Schwäbisch oder in einem geografisch ähnlich gelagerten sonderbaren Dialekt statt:
„Weischt, die Leit, die wo im Krieg gebliebe sin?“
„Wieviel hascht bezahle müsche?“
„Die Leit, die wo der Feind erschosse had“
Ob gewollt oder Sprachfehler, man weiß es nicht.
Der einzige Lichtblick: Yumiko haut in die Tasten und bringt die überaus schwer zu interpretierende Musik des Verrückten und Pseudokomponisten Paul Dessau absolut fehlerfrei und überzeugend dar.
So, eine gute Stunde ist vorbei, die meisten sind tot. Das wird gekonnt überspielt, indem die wenigen Darsteller einfach in andere Rollen schlüpfen.
Wie geht es weiter? Mit einer obligatorischen Pause, so für Sektchen, Pinkeln und Zigarette?
Fehlanzeige. Um meine Qualen noch zu steigern, raucht die von Geburt an stumme Tochter der Courage Kette auf der Bühne und fährt Skateboard. Dann verfällt sie in einen Veitstanz und alarmiert die schlafenden Bürger einer Stadt vor anrückenden Feinden durch Trommelwirbel. Dafür wird sie prompt erschossen, Mutter Courage ist ab jetzt sozusagen Tripleantivollwaise, was den Vorteil hat, nur noch das eigene Maul stopfen zu müssen.
Zu ihrem Glück geht der Krieg aber weiter. Zu meinem auch, denn in der kurzen Friedensphase sitzt ein fast nackter Mann mit angeklebten Engelsflügeln auf dem Wagendach und läutet mit einer Glocke, was die Glocke hergibt. Er schafft es teilweise sogar, das unmelodische Gekreische der Darsteller zu übertönen. Akustisch scheint nun ein Düsenjäger über dem Zuschauerraum seinen Nachbrenner zu zünden. Selbst Yumikos gekonntes Klavierspiel geht in dem Getöse unter. Unvermittelt völlige Stille und düsterste Schwärze. Bin ich gestorben?
Nein, das Licht geht an, Beifall setzt ein, es ist überstanden!
Welche Lehren vermittelt uns das Stück?
Krieg ist Scheiße für die, die an ihm kaputt gehen.
Brecht würde heute den Hauptschulabschluss in Deutsch höchstens in Karlsruhe oder Berlin/Neukölln schaffen.
Krieg ist prima für die, die an ihm verdienen.
Brecht war verdammt schwerhörig.
Und die wichtigste Botschaft:
Wenn man mit der Pianistin befreundet ist, kann man nach der Aufführung mal backstage gucken, ohne dass der Bühnenmeister schimpft!
Das Studentenleben (oder wie verschieden es sein kann)
Student 1 kommt erst Montag nachmittags aus dem Wochenende zurück und muss sich von selbigem erst einmal erholen.
Daher kann er Dienstag zu keiner Vorlesung gehen.
Mittwoch beginnt die erste Vorlesung um 8.00 Uhr. So früh ist man eh noch nicht lernfähig, beschließt Student 1 und begibt sich erst zur zweiten Vorlesung zur Uni. Gelangweilt lümmelt er im Vorlesungssaal herum und raucht in der Pause heimlich einen Joint.
Der fünfte Vorlesungsblock beginnt erst 15.30 Uhr. Das ist natürlich viel zu spät, also fährt Student 1 vorzeitig nach Hause. Schließlich will man ja auch noch etwas Freizeit haben und sich mit
Freunden treffen. Das neue Ballerspiel, das er extra aus den USA bestellt hat, weil es in Deutschland aufgrund der äußersten Brutalität gar nicht erschienen ist, muss auch endlich durchgespielt werden.
Donnerstag wird dann nur noch zum zweiten Vorlesungsblock gegangen (der erste ist einfach zu früh!) und dann wird das Wochenende eingeleitet. Dafür eignet sich eine Flasche Wodka plus Cola und Salzgebäck besonders gut.
Das komplette Wochenende besteht ausschließlich aus exzessiven Alkohol- und Drogenorgien, bei denen mehr Gehirnzellen vernichtet werden, als von den kühnsten Wissenschaftlern für möglich gehalten wird.
Montag kann nicht zur Uni gegangen werden. Denn Montag ist Schontag.
Student 2 hat im Prinzip gar kein Wochenende. Denn der letzte Vorlesungsblock am Freitag geht bis 17.00 Uhr und danach hat er noch bezahlte Nachhilfe beim Tutoriumsdozenten bis 18.30 Uhr.
Zuhause angekommen sinkt er nach 2 Scheiben Bio-Mischbrot und einem Glas stillem Wasser erschöpft in die Kissen.
Samstag klingelt um 8.00 Uhr der Wecker. Schließlich will Student 2 noch einiges schaffen! Die Labore müssen nachbereitet und die Übungszettel durchgerechnet werden. Dann freut sich der Professor, und Mutti auch! Und für die Klausuren in zwei Monaten muss auch schon gelernt werden. So geht der Tag schnell rum.
Den Sonntag nutzt Student 2 dann, um schon mal die Vorlesungsskripte von Montag durchzugehen. Weil dann kann man sich schön oft melden und was erzählen, was im Skript erst auf der nächsten Seite kommt.
Darüber freut sich der Professor.
Student 2 bekommt am Wochenende außer drei Kontrollanrufen seiner Mutti keine Anrufe oder Nachrichten, denn er hat keine Freunde. Er findet, dass sein Leben durch Lernen eh ausgefüllt genug ist und dass Freunde was für Arbeitslose und Rentner sind! Und für solche rüpelhaften Menschen wie Student 1.
Diese Geschichte verdanken Sie einem Gastautoren, nämlich meinem Sohn Felix.
Richtig los war nix!
Aldi ist tot. Die Nonnen im Himmel hätten sich über den Schlecker bestimmt mehr gefreut.
Aber trotzdem nett von ihm, dass er mit seinem Ableben das Sommerloch stopft. Sein letzter Wunsch war es, in einem Pappkarton mit der Aufschrift „Sonderangebot“ beerdigt zu werden.
Das Sommerloch wird aber auch anderweitig gestopft!
In Duisburg ging es zu wie vor Fort Knox! Nun muss man sich nur noch einigen, wer denn verantwortlich war. Der Veranstalter? Kolumbianische Drogenbarone? Die Polizei? Al Qaida?
Der Oberbürgermeister?
Oder doch die marxistische Plattform der Linken?
Könnte man die Sache nicht den Juden oder Hartz4-Empfängern in die Schuhe schieben? Oder war es zu heiß und das Dosenbier wirkte zu heftig?
Damit schließt sich der Kreis. Mit Kachelmann wäre das nicht passiert.
Zunächst einmal hätte er die Teilnehmerzahl der weiblichen Raver (für Nichtengländer: in etwa die Schwärmenden/die Berauschten) reduziert, indem er sich gleich am Bahnhof ein paar Häschen für seine Sado-Maso-Spielchen rausgepickt hätte. Und dann wäre vernünftiges Wetter gewesen, so mit erfrischenden Wolkenbrüchen zwischendurch. Aber die Einsicht kommt zu spät, nun, wo er wieder frei ist, werden alle Menschenaufläufe über zehn Personen als katastrophenauslösende Zusammenrottung sofort auseinander getrieben. Zu spät, wie immer. Diese Politiker. Zu früh kommen, zu spät einsehen.
Sonst ist ja nicht viel passiert, jeden Tag ein, zwei Selbstmordattentate mit ungefähr 40 Toten in Irak und Afghanistan ist ja so alltäglich wie der Sonnenuntergang, braucht man eigentlich nicht drüber zu berichten. Nordkorea macht sich auch in die Hosen und greift einfach nicht an. Wahrscheinlich ist ihr Atomraketenabschussbevollmächtigter Hungers gestorben.
Das reißt keinen mehr vom Hocker. Da ist es schon viel spannender, über die Körbchengröße unserer U20-Fußballerinnen zu spekulieren und darüber zu debattieren, ob Loddar diese Heulsuse Liliana nun entjungfert hat oder nicht. Falls ja, meinen Respekt. Eine osteuropäische Nutte aufzureißen, die nach acht Jahren Berufspraxis noch Jungfer ist, verdient alle Achtung.
Aber Liliana tröstet sich mit einem neuen Italo-Lover. Der ist auch erst 27 und hat noch eigene Zähne. Und riecht nicht so aus dem Mund, wie Liliana versicherte.
Der Einfachheit halber heißt der Matteo, da fällt die Umstellung nicht so schwer, was, Liliana? Nudeln kocht der wie ein junger Gott! Und Geld hat er auch, das Leben ist so schön.
Die Tour de France ist auch vorbei, der Sieger steht aber nicht fest, noch sind elf Wassereimer Blutproben auf Doping zu untersuchen. Der Rat eines zweitrangigen Experten, die Proben nicht alle zusammen in Eimer zu gießen, weil man sie sonst ja keinem zuordnen könne, wurde als laienhafte Besserwisserei abgetan. In ein paar Jahren wird es die Tour nicht mehr geben.
Dann werden die Jungs mit ihren daumendicken Oberarmen in den kakelbunten Tricots auch merken, dass es längst motorisierte Zweiradfahrzeuge gibt.
Wenn man so genau nachdenkt, ist in der Tat nichts Aufregendes passiert. Öl sprudelt in den Golf. Ist eh einfacher und somit billiger, es oben abzusaugen als es mühsam aus der Tiefe zu pumpen. Wird Schule machen, diese technische Innovation von BP. Es geht voran.
Fachleute eben. Und an Fachleuten mangelt es in Deutschland ja gewaltig. Nun sollen Zuwanderer Begrüßungsgeld bekommen. Eine wunderbare Idee. Ich denke, 5000 Euro für einen marokkanischen Drogendealer wären angemessen, plus Dienstwagen natürlich.
Mir klingt da noch der Spruch „Inder statt Kinder“ oder so ähnlich in den Ohren. Eins erscheint mir aber unlogisch. Warum will man die Ausländer denn aus dem Ausland anwerben? Ein paar Plakate in Berlin-Kreuzberg wären doch viel kostengünstiger!
So, und nun haben ein paar Sesselfurzer in Brüssel beschlossen, dass in Deutschland 120 Schwerstkriminelle, also Serienkiller, Vergewaltiger usw., umgehend aus humanitären Gründen auf freien Fuß zu setzen sind! So ginge das doch nun wirklich nicht, man könne diese armen Menschen doch nicht einfach so lange, schließlich haben sie ihre, nicht wahr, und auch sie brauchen Schutz und haben Rechte! Und warum sollen die Belgier den ganzen Spaß alleine haben? (der dauert vielleicht ein wenig …)
Jawoll! Jeder dieser Pseudopolitiker (gibt es das überhaupt, sind die nicht aus Prinzip alle pseudo?) nimmt ein, zwei Mörder zu sich nach Hause ins Gästezimmer und gibt ihm moralische Unterstützung. Das brauchen die. Und vielleicht wäre die Frau Gemahlin vom Herrn Staatssekretär gar nicht so abgeneigt? Oder das lieb Töchterlein?
Im Gegenzug mäht der psychopathische Massenmörder inzwischen den Rasen oder macht sich in der Küche nützlich. Das nenne ich doch mal Resozialisierung!
Sachen gibt´s …
1. Mai - Früher und Heute
1978
Bereits Mitte April von Klassenlehrerin anlässlich des Internationalen Kampftages der Arbeiterklasse dazu verdonnert worden, äh, den Auftrag bekommen, ein Plakat zu basteln. Einreichen des Entwurfes am 20. April.
Ein Sperrholzbrett an einen Besenstiel genagelt, angemalt und in Ermangelung einer besseren Idee „Es lebe der erste Mai!“ darauf gepinselt. Nicht schön, aber individuell.
Kontrolle durch den HJ-, ne, Moment, das war bei Opa, FDJ-Gruppenführer.
Farbgebung – Stiel schwarz, Brett rot, Schrift weiß – wurde bemängelt. Stiel grün übergestrichen. Farbwahl nun sozialistisch genug.
Am 30. April FDJ-Hemd gebügelt. Früh zu Bett.
Morgens acht Uhr Treffpunkt Schulhof, Antreten in Marschformation. Anschiss gekriegt, da Mainelke vergessen. Unter Absingen des Liedes „Wir sind die junge Garde des Proletariats“ vom Lehrkörper zum Marktplatz getrieben worden. Dort große Festrede vom Kreissekretär der SED. Die Errungenschaften des Sozialismus, Honeckers Wohnungsbauprogramm, alles ist wunderschön. Mongolische Verteidigungsbereitschaft, rumänische Mikroelektronik, polnischer Fleiß, alles Säulen der entwickelten sozialistischen Gesellschaft.
Keine Sau hört zu. Aus den hinteren Reihen steigen Tabakqualmwolken auf, die Lehrer haben alle Hände voll zu tun. Plakat abgestellt, da Arme lahm. Sofort Anschiss vom Russischlehrer. Die Rede will kein Ende nehmen. Der Westen ist parasitär, faulend und sterbend. Hm, danach hat das Weihnachtspaket aus Hamburg gar nicht gerochen!
Jetzt Schweigeminute für Clara Zetkin, Rosa Luxemburg und Lenin. Die Rede geht weiter. Wir sollen uns an Ernst Thälmann ein Beispiel nehmen. Gut, also achte Klasse abgehen, ein wenig im Hafen herumlungern und dann elf Jahre Knast. Erste Zweifel. Wirklich erste?
Einzelne, von der Musik des Klassenfeindes und von Micky-Mouse-Heften irritierte Individuen wollen die Kundgebung heimlich verlassen, werden aber vom Sportlehrer wieder eingefangen und zurück zur Herde getrieben. Nun wird noch ein wenig über die bitterbösen Bonner Ultras hergezogen und der Sowjetunion ewige Treue versprochen.
Danach Umzug durch die Stadt. Nach einer Stunde versucht, sich seitlich in die Büsche zu schlagen. Erwischt worden, ab nächste Woche zur Strafe Tafeldienst. Danach kollektiver Besuch der Patenbrigade. Klassenlehrerin muss entsetzt feststellen, dass die Patenbrigade, statt zu arbeiten, an ihrem Kampftag die Bierbude am Sportplatz umlagert. Auflösungserscheinungen. Einer Gruppe, deren Anführer ein Schild mit der Aufschrift „VEB Getränkekombinat“ trägt, angeschlossen. Volltreffer! Geradewegs zur Brauerei! Freibier bis zum Abwinken. Es lebe der Erste Mai!
2010
Am 30. April abends schnapsbezüglich doppelte Ration. Bis Mittag liegen geblieben. Nachrichten geguckt, irgendwo in Berlin Kreuzberg brennen ein paar Irre Autos ab, im Hamburger Schanzenviertel bezieht die Polizei von den Autonomen ihre jährliche Tracht Prügel. Nachmittags ein wenig im Garten gewirkt. Hurra, morgen ist Sonntag! Erst Montag wieder zur Arbeit.
Mysteriöse Aschewolke
Seit Donnerstag legt eine riesige Aschewolke isländischen Ursprungs Europas Flugverkehr lahm.
Nicht einmal vor Angela Merkel macht die Wolke halt, sodass die Kanzlerin nach einem nicht diätgerechten Aufenthalt in den USA keine Möglichkeit hatte, das heimische Frankfurt anzufliegen, sondern im finanzschwachen Iberien landen musste.
Das sichtversperrende Umweltphänomen will einfach nicht verschwinden, wodurch viele Urlauber ihren Rückflug um bis zu fünf Tage verschieben müssen. Hunderte Pflanzen in deutschen Haushalten sind bereits der Trockenheit zum Opfer gefallen, da niemand nach Hause kam um sie zu gießen. Finanzminister Schäuble will in einer Ansprache alle Urlauber dazu auffordern, mit dem Taxi oder per Anhalter schnellstmöglich wieder zurück zu kommen, da mehrtägige Arbeitsausfälle das sowieso schon geschwächte europäische Wirtschaftsimperium in die Knie zwingen könnte. In chinesischen Großkonzernen knallen bereits die ersten Sektkorken.
Ob Island für die entstandenen Kosten aufkommen wird, steht noch in den Sternen, und da diese von der Wolke verdeckt sind, kann niemand nachlesen.
Das Mysteriöse an der mysteriösen Aschewolke ist, dass sie mysteriöserweise noch niemand gesehen hat und auch mit modernsten Messgeräten nicht zu spezifizieren ist!
Ein Fall für Galileo Mystery?
Seit vier Tagen soll Deutschland im Schatten der Wolke liegen, doch anstatt mit verstaubter
Kleidung und unter schweren Atemschutzmasken nach Luft ringenden Menschen sieht man allerorten nur leicht Bekleidete, die sich des herrlichen Sonnenscheins sowie des strahlend blauen Himmels erfreuen.
Wenn die Medien diese Aschewolke nicht täglich mindestens 47 mal propagieren würden, hätte sie keiner bemerkt. Experten mutmaßen, es könnte sich auch um einen verdeckten Streik der zivilen Luftfahrtbehörden handeln, denn die Militärflugzeuge fliegen munter weiter.
Weltuntergangsfanatiker schreiben bereits emsig ihre Testamente (für wen eigentlich?), da sie fürchten, dem gleichen Schicksal wie einst die Dinosaurier zu erliegen. Damals soll durch einen Meteoriteneinschlag so viel Dreck und Asche in die Atmosphäre geschleudert worden sein, dass die Sonne verdunkelt wurde.
Dadurch konnten die Pflanzen ihre Fotosynthese nicht mehr betreiben und starben ab. Daraufhin verhungerten die Pflanzenfresser. Als diese alle tot waren, hatten die Fleischfresser auch keine Beute mehr und fingen an, sich gegenseitig aufzufressen. Halt, werden Sie jetzt sagen, einer muss ja übrig geblieben sein, da der letzte Dino sich ja nicht selber fressen konnte! Stimmt, er hat überlebt und ist uns heute als Ungeheuer von Loch Ness oder Joopi Heesters bekannt, man rätselt noch.
Die US-amerikanischen Sicherheitsbehörden glauben jedoch an keine Vulkanaschewolke aus Island und sind sich sicher, es handele sich hierbei um ein russisches Täuschungsmanöver, um der Einhaltung des unterschriebenen Abrüstungsvertrages zu entgehen. Denn auch die US-Satelliten können derzeit nicht beobachten, was in Europa vorgeht. Es könnte natürlich auch Al Kaida dahinter stecken. Aus Sicherheitsgründen haben die US-Amerikaner bereits zwei Vorkehrungen getroffen:
1. US-Forscher sind seit gestern dabei, einen gigantischen Staubsauger zu bauen,
der dann die Aschewolke wegsaugen soll.
2. Alle amerikanischen Atomraketen wurden scharf gemacht.
Der US-Führungsstab ermittelt derzeit per Würfel, wann der Präventivschlag erfolgen soll.
Mit etwas Pech bekommen die Weltuntergangsfanatiker also doch Recht, und die Welt geht, wenn auch indirekt, an der Aschewolke zu Grunde.
Der versierte Leser jedoch wird natürlich wissen, dass alle Atomraketen ihren Schrecken verloren haben, denn Europa tarnt sich ja unter der Aschewolke! Und da kein Amerikaner weiß, wo Europa eigentlich liegt, können sie uns auch keine Raketen schicken.
Entwarnung!
Was war los im März
Viel nicht. Der härteste Winter in Deutschland, seit es Schokolade gibt.
Und Olympische Winterspiele in Kanada. Dumm nur, dass der schöne Schnee dafür durch ein Missgeschick von UPS nach Norddeutschland geschickt wurde. Wollen wir über das Abschneiden der deutschen Mannschaft reden? Klar! Abschneiden, ja, das können sich die deutschen Wintersportler eine Scheibe von den Frauen, die fast alle Medaillen für Deutschland gewannen. Kleiner Tipp vom Hobbykoch: Aber nicht von Wilhelm und Hauswald, mit über 30 sind die schon zu zäh und höchstens als Suppenhühner zu gebrauchen. Den Kanadiern ging die ganze Sache so ziemlich am Arsch vorbei, alles außer Eishockey ist für die Holzfäller etwas für Schwuchteln (schon mal Eiskunstlauf der Herren gesehen oder noch besser: Rodeln, Zweisitzer der Herren …? Da lacht das homophile Fetischistenherz!) und da haben die kanadischen Ahornsirupblätter in letzter Minute ihren Erzrivalen USA besiegt. Und das, obwohl es in den USA mehr Eishockeystadien als Kanadier in Kanada gibt. Und von den Kanadiern in Kanada sind noch ein Drittel Paddelboote! Genug davon.
Die FDP mit ihrem smarten Guido stürzt in der Wählergunst immer mehr ab.
Ein Sprecher der Splitterpartei SPD prognostiziert für die nächsten Wahlen ein negatives Wahlergebnis von minus 12 % für die FDP, das wäre einmalig in der deutschen Geschichte, bisher hatte jede Partei immer über null Prozent gelegen. Mit minus 12% können wir aber die 5%-Hürde locker unterspringen, so der Aknemittelwerbeträger. Na, vielleicht muss er ja bald mal nach Saudi-Arabien, da steht auf Mastdarmversilberung Rübe ab.
Der harte Winter hat Deutschland wieder Milliarden gekostet, nichtsdestotrotz lässt sich Wowereit mit einem Bundeswehrjet nach Paris düsen, für schlappe 50 000 Euro. Er beteuert aber, nicht im Moulin Rouge gewesen zu sein. Glaub ich ihm sogar, da tanzen ja nur nackte Mädels, da regt sich bei ihm nichts.
Griechenland, Wiege der Demokratie, Mutterland solch hervorragender Denker Künstler und Heerführer wie Plutonium, Peter Alexander, Platin, Costa Cordalis, Sir Archibald und Otto Rehakles, ist amerikanischen Bankspekulanten auf den Leim gegangen und ist nun pleite.
Angeblich soll das an der Korruption liegen, aber nach Zahlung größerer Beträge von Industriemagnaten an Politiker dementieren das die Politiker.
„Germanos, hilf!“, so der Ruf aus dem in Schutt und Asche, siehe Akropolis, liegenden Athen. Um eines seidenen Frauenhaares Breite hätte ein Bundeswehrgeneral ein paar Panzerdivisionen auf den Balkan geschickt (für die geschichtlich Bewanderten: Operation Marita Zwei), aber in letzter Minute wurde der Hilferuf richtig übersetzt. Die Griechen wollen bloß Geld, keine Schutztruppe. Davon hat Deutschland ja reichlich. Man könnte ja den griechischen Pappkartonwein verteuern und damit Griechenland retten. Saufen für den Erhalt der EU!
Noch mal zum Sport. Wer wird deutscher Fußballmeister?
Ich lege mich mal fest: Hertha eher nicht. Schalke? Im Pokalhalbfinale haben sie extra mehrere Gräbensysteme und Bunkeranlagen auf das Spielfeld gebaut und die Bayern haben trotz der Gelsenkirchener Maginotlinie gewonnen.
Gegen Bayern hilft nur verminen, liebe Schalker.
Oder ein paar kanadische Robbenschläger …
Und so nebenbei ist im März noch so herausgekommen, dass in katholischen Schulen mehr gevögelt wird als auf der Reeperbahn!
Frust statt Lust?
Treten Sie doch in die Katholische Kirche ein!
Der Papst wiegelt ab: Die Sex-Priester hätten sich nur auf den Bibelspruch „Liebe deinen Nächsten!“ berufen, und wenn nun mal ein Ministrant oder Klosterschüler am nächsten dran ist, dann ist er eben dran. „Vaseline, die du bist im Nachtschrank …“.
Es seien schließlich auch reichlich Schokoriegel außer der Reihe verteilt worden. Und die abtrünnigen Prostituierten, oder wie die Anhänger des Evangelischen Glaubens auch immer heißen mögen, sollen mal ganz ruhig sein. Deren Chefin ist total besoffen vom Swingerclub nach Hause gefahren und dann noch bei Rot über die Ampel!
Auch am Kondomverbot hält der Papst fest. Es sei inzwischen bewiesen, dass Männer keine Kinder untereinander machen können. Und das ist auch gut so, Genossen!
In der Bibel sei kein einziger derartiger Fall zu finden und die Darmschwangerschaft vom Tuckenkomödianten Dirk Bach hat sich auch nur als Fettsucht erwiesen. Wenigstens hat der Papst einen Brief an die irischen Hirten geschrieben und sie aufgefordert, das Schafficken einzudämmen. Wenigstens etwas.
So, nun mal langsam zum Ende kommen, muss ja noch eine Ostergeschichte schreiben.
Aber dass der Bundespräsident eine Erhöhung der Benzinpreise fordert, will ich noch schnell erwähnen. „Jawoll!“, hat er gesagt, „Jawoll, Benzin muss teurer werden! Es kann nicht sein, dass der Liter nicht mal eine Mark kostet!“
Mal auf das Datum geguckt, liebe Repräsentationsfigur??
Opa Kasunke
Also, ich tu ja nu wohnen in die Olmenredder Straße. Dagegen is ja auch nix zu sagen, aber mein Nachbar, der hat nich alle Latten am Zaun. Der geht immer in einen Sandomasofaschistenklub oder so und lässt sich da für Geld verhauen!
Von mir kriegt er demnächst umsonst in die Fresse, wenn sein Köter wieder bei mir in den Vorgarten scheißen tut. Hat der ne Menge Geld gespart. Der Affe.
Auch ansonsten is das ne ganz komische Type. Der hängt am ersten Mai immer ne rote Fahne raus! Wenn der man nich mit die Kommunisten gemauschelt hat früher. Fehlt nur noch, dass der sich ne Pissnelke ansteckt und einen Blusenknopp von Clara Zetkin.
Ich nutz den Tag der Arbeit anders, ne Fahne hab ich da auch, aber die is farblos.
Aber is ja noch ein bisschen hin. Vorher is ja noch Ostern. Ostern, das war ein Spaß letztes Jahr. Versteckt mein Nachbar nich abends für seine Enkelkinder im Garten Osternester mit Geschenken? Ich das aus der Dachluke genau beobachtet, und als der dann abends mit seine fünf Bier fertig und zu Bett war, bin ich trotz mein Hexenschuss über den Zaun geklettert und hab die Nester leer gemacht. Die Blagen haben schön geguckt am anderen Tag.
Seitdem hat mich der Nachbar auf dem Kieker, aber ich hab gesagt, was kann ich dafür, wenn sein dämlicher Köter die Nester leer gefressen hat. Da hat er gesagt, sein Köter trägt aber keine Gummistiefel Größe 46. Hm, da hat er auch wieder Recht. So große Füße hat der gar nicht. Nächstes Jahr kletter ich auf Socken über den Zaun.
Eigentlich wollt ich ja heut zum Skatspielen in das Seniorenheim. Ich lass das, nachher is die Ilse auch da, die riecht immer so muffig. Ich bleib lieber zu hause und guck Fernsehn. Da gibt es immer tolle Sachen. Und Wissenswertes. Gestern bei Galilieo hab ich gelernt, dass wenn man Wasser auf brennendes Öl kippt, sich die Oberfläche von das brennende Öl genau um das 1000fache ausdehnen tut. Donnerwetter, ich hätt höchstens auf das 957fache gedacht, aber nu bin ich schlauer. Galileo is überhaupt toll. Manchmal is da so ein ganz Dicker, der macht Wettfressen. Ich wart auf den Tag, wo der platzen tut. Das wird ne schöne Sauerei.
Schade, dass es den Karl Moik nich mehr gibt. Der Bohlen macht da ja nich halb so gut.
Erstaunlich is ja auch, wie äffi, äh, fix unsere Gerichte arbeiten. Barbara Salesch und so.
Ein Fall, egal, ob Mord oder Eierdiebstahl, dauert immer genau ne halbe Stunde, mit Werbeunterbrechung. Die is auch immer interessant. Ich find ja auch gut, nachts weniger müssen müssen. Seit Hertha tot is, muss ich nachts gar nich mehr! Aber sone Slipeinlagen hab ich mir gekauft und in meine Filzpantoffeln gelegt, die saugen den Schweiß auf wie nix.
Ich freu mich auch schon auf das nächste Dschungelcemp. Wo die da Schleim und abgeschnittene Kängurueier essen tun. Und sich in Maden wälzen tun die da auch.
Hinterm Haus hab ich ne Klärgrube, da könnten die auch mal reinhopsen, ich würd die glatt an den Fernsehn vermieten. Ich guck auch immer diese Serie aus dem gemischten Gefängnis, wo die Frauen nackig duschen vor der Kamera. Mit Fernsehn kann man sich prima den Tag verkürzen, die Zeit bis zum Saufen abends wird dadurch nich so lang. Politik guck ich nu nich mehr. Obwohl die doll was leisten. Der Klimagipfel in Kopenhagen zum Beispiel. War doch ein voller Erfolg! Hier liegen anderthalb Meter Schnee!
Das hat die Merkel prima hingekriegt. Bloß schippen kommt sie nich zu mir. Die Gemeinde hat den Winterdienst auch eingestellt. Keine Mittel, hat der Bürgermeister gesagt. Wer kann denn ahnen, dass es im Winter mal schneit? Keine Sau, wo doch laut die Experten hier in ein paar Jahren die Giraffen das Moos aus die Dachrinnen fressen sollen. Bloß den pickligen Westerwelle, den mag ich nich so. Na, zum Glück kriegt der keinen Nachwuchs.
Und dann immer das Gejammer mit die Krankenkassen und die Zusatzzahlungen!
Ich hab mir letzten Monat mal das AOK-Gebäude in der Landeshauptstadt angeguckt! Eine wahre Pracht! Dagegen is Schloss Neuschwanstein ein zerfallener Schweinestall. Klar, das so was kostet. Und ich will nich mehr bauen, das letzte Hemd hat keine Taschen, also was solls. So, nu is genug gesabbelt, ich muss wieder an den Fernseher, da is ne Talkschau mit den Thema: „Hilfe, mein Hund ist Bettnässer“ und „Mein Schwager ist schwul, kann ich trotzdem von ihm schwanger werden?“ Wird echt interessant.
Für dicke Frauen
(Achtung, wer einen schwachen Magen hat, nicht weiterlesen!)
Sie sind zu fett? Sie haben etliche Diäten hinter sich und sind danach noch fetter geworden?
Der Jojo-Effekt ist Ihnen geläufiger als Goethe, Berlin und das Alphabet? Amerikanische Wissenschaftler haben eine Lösung gefunden!
Endlich kommt Abhilfe. Besonders dann, wenn Sie verheiratet sind und noch keine Katze haben.
Machen Sie eine dreitägige Katzendiät.
Was nicht heißen soll, dass Sie sich von, sondern wie Katzen ernähren sollen.
Hier Ihr Diätplan:
Erster Tag.
Frühstück:
Öffnen Sie eine Dose Katzenfutter und füllen Sie die Hälfte davon in einen Napf. Essen Sie zwei Löffel von dem Katzenfutter, werfen den Napf um und verteilen Sie die Futterreste gleichmäßig. Gießen Sie einen Schluck Milch auf die Auslegware im Esszimmer und zerkratzen mit einer Nagelschere das Mahagonipaneel.
Mittag:
Füllen Sie den Rest des Dosenfutters in den Napf, rühren aber nichts an. Dafür gehen Sie in den Garten, kacken in das Blumenbeet und essen eine Handvoll Gras und einen Eidechsenschwanz. Anschließend gehen Sie wieder ins Haus und entleeren Ihren Magen auf die sauberste Stelle des Wohnzimmerteppichs, die Sie finden können. Klettern Sie auf die Arbeitsfläche in Ihre Küche, werfen den Deckel der Butterdose zu Boden und lecken etwas an der Butter.
Abendbrot:
Füllen Sie eine Schale mit Milch, schlabbern ein wenig daran herum und kippen die Schale um. Trampeln Sie in der Milch herum und springen anschließend auf die Ledercouch. Schmiegen Sie sich liebebedürftig an Ihren Gatten.
Zweiter Tag.
Frühstück:
Gönnen Sie sich ein paar Löffel Trockenfutter „Premiumqualität“. Verstreuen Sie den Rest auf dem Fußboden. Pinkeln Sie in den Gummibaumtopf.
Mittag:
Fangen Sie sich eine Maus (falls Sie dafür schon zu fett sind, kaufen Sie eine in der Zoohandlung).
Kauen Sie auf der Maus herum, bis sie tot ist und legen Sie sie dann unter Ihr Bett.
Abendbrot:
Klauen Sie eine halbe Leberwurststulle vom Teller Ihres Mannes. Legen Sie die Hälfte davon auf das Sofa, mit der Wurst nach unten. Essen Sie die andere Hälfte und erbrechen Sie sich anschließend auf der Treppe. Holen Sie den preisgekrönten Zuchtkanarienhahn Ihres Gatten aus seinem Käfig, quälen ihn langsam zu Tode, verteilen seine Federn in der ganzen Wohnung und platzieren Sie den toten Vogel geschickt neben dem PC Ihres Mannes.
Wird er böse, gegen Sie sich unbekümmert und geben der Katze des Nachbarn die Schuld.
Dritter Tag.
Frühstück:
Hauen Sie sich den Magen mit Katzendosenfutter voll, Pute oder Rind sind okay. Fangen Sie anschließend eine Motte, essen einen Flügel und schieben Sie das Insekt zum Sterben unter den Fernseher. Übergeben Sie sich ein wenig auf das Kopfkissen Ihres Partners und zerkauen seinen „Playboy“.
Mittag:
Kaufen Sie sich am Imbissstand ein halbes Grillhähnchen, essen etwas von der Haut und lagern den Rest unter dem Fernsehsessel. Für nächste Woche.
Klauen Sie das Schnitzel Ihres Mannes, schleifen es durch die ganze Wohnung und schieben es unter den Kühlschrank.
Abendbrot:
Öffnen Sie eine Dose Tunfisch, rühren aber nichts davon an, sondern verteilen den Inhalt gleichmäßig auf dem Parkettfußboden. Blicken Sie unbeteiligt aus dem Fenster.
Fangen Sie einen Käfer, knabbern an ihm herum, bis er schwer verletzt, aber nicht tot ist und gestatten Sie ihm, sich unters Bett zu retten. Gehen Sie ins Bad, um Ihre Notdurft zu verrichten, die Hälfte in die Toilette, die andere Hälfte knapp daneben.
Nach diesen Tagen haben Sie garantiert abgenommen. Und eventuell den Entschluss gefasst, sich nie eine Katze anzuschaffen.
Achtung! Mögliche Nebenwirkung: Ihr Mann könnte den Entschluss fassen, Sie trotz Traumfigur abzuschaffen!
Unwetterwarnung
Achtung, hier spricht das Deutsche Wetteramt!
Unwetterwarnung für ganz Deutschland!
Es kann im Tagesverlauf zu Starkregen, Donner, Graupelschauern, Sturmböen, Sauwetter und Blitzen kommen.
Blitze sind lebensgefährlich!
Das Urinieren an Hochspannungsmasten ist während Gewitter ab sofort nicht mehr gestattet.
Meiden Sie Eichen. Weichen Sie den Blitzschlägen nach Möglichkeit aus (Becker-Hecht oder Ali-Shuffle)!
Legen Sie sich nicht auf Weichen, Sie könnten von einem Zug überrollt werden.
Dies führt gelegentlich zu erheblichen Verletzungen.
Außerdem droht Ihnen in diesem Falle eine Anklage wegen gefährlichen Eingriffs in den Zugverkehr.
Halten Sie metallische Gegenstände von Ihren Genitalien fern.
Suchen Sie Buchen oder wenigstens einen Bücherstapel.
Wenden Sie sich an den Buchhalter Ihres Vertrauens.
An Pappeln bei Blitz nicht zappeln!
Nicht um Linden winden! Weiden vermeiden!
Vorsicht! Bei Starkregen besteht die Gefahr, dass Sie nass werden.
Sie können sogar durchweichen.
Suchen Sie deswegen feste Gebäude auf oder tauchen Sie zur Regentropfenkontaktvermeidung alternativ zur Gänze in einen Feuerlöschteich.
Jagen Sie keinen Hund vor die Tür!
Ist ein Aufenthalt im Freien unvermeidlich, hüten Sie sich vor Menschen mit Regenschirmen, die sind eine immense Gefahr für Ihr Augenlicht.
Wenn es donnert, zucken Sie anständig zusammen und beten Sie gegebenenfalls.
Inkontinenzpatienten sollten die Vor..., ähem, die dings, na, Sie wissen schon, verdoppeln.
Sollte wider Erwarten die Temperatur unter den Nullpunkt fallen, ist mit überfrierender Nässe zu rechen. Fahren Sie vorsichtig!
Eventuell sind Schneeketten anzulegen.
Vermeiden Sie Überholmanöver in überfrorenen Kurven!
Bei Hagelschlag ab Korndurchmesser von 3 cm besteht Helmpflicht.
Ein Verstoß gegen dieses Gebot wird mit einem Bußgeld von 35 Euro geahndet.
Es wird empfohlen, einen Helm aus nichtmetallischem Material zu wählen.
Sollten Sie trotzdem vom Blitz erschlagen werden, sagen Sie dann hinterher nicht, wir hätten Sie nicht gewarnt!Aber wahrscheinlich bleibt es heiter und trocken.
Wahr oder nicht wahr
Ein Bundestagsabgeordneter machte anonym den Vorschlag, die Mehrwertsteuer auf 475% zu erhöhen und die Lebensmittelpreise zu verzehnfachen. Seine Begründung: „Dann verhungern die meisten Hartz4-Empfänger, die Arbeitslosenzahl sinkt enorm und der Staat spart Unsummen an Sozialausgaben“. Aus taktischen Gründen will er seinen Vorschlag aber erst nach der Bundestagswahl öffentlich machen.
Til Schweigers Hollywood – Castingshow wurde aus dem Programm genommen, weil es keine Sau interessiert hat. RTL setzt auf eine ganz tolle Neuheit. So etwas, was es im deutschen Fernsehen noch nie gab. Es werden Wiederholungen einer alten Kochshow gezeigt.
An den deutschen Stränden soll das Rauchen künftig nur noch unter Wasser gestattet werden. Ist das das Aus für die Heringsschwärme? Auch die Krabbenschützer schlagen Alarm.
Immer mehr Jugendliche fahren zum Komasaufen in die Türkei, weil dort Methanol viel billiger ist. No risk, no fun.
Die Mongolei gibt öffentlich seine Truppenstärke bekannt. Damit China ordentlich was zu lachen hat. Immerhin besteht ein Kräfteverhältnis von fast eins zu eins, also ein mongolischer Schütze zu einer chinesischer Division.
Michael Jackson ist tot. Als er zusammenbrach, tat sein ihn stets begleitender Leibarzt genau das Richtige: Er rief einen Arzt an.
Jumbo von Pro7 kündigt an, in einer der nächsten Sendungen von Galileo eine 200 kg schwere Buttercremetorte zu essen. Ohne zu schummeln! Seine Chancen stehen nicht schlecht, so der Programmdirektor.
Um das intellektuelle Niveau von Galileo noch weiter zu steigern, werden demnächst folgende den Zuschauern auf den Nägeln brennende Fragen diskutiert:
Wie kommt die Milch in die Kühe?
Geben braune Kühe Kakao?
Warum ist der Kot von den Grünen braun? Steckt da die NPD dahinter?
Stimmt es, dass Intimpiercings bei Gewitter Blitze anziehen?
Ist Sex mit einer Brotschneidemaschine wirklich so gefährlich, wie alle denken?
Warum sind die Simpsons gelb und ist Mr. Burns wirklich so böse?
Stimmt es, dass man von der Schweinegrippe eine Rüsselnase bekommt?
Geht auf der Südhalbkugel der Erde die Sonne abends auf und morgens unter?
Und DER Quotenrenner soll werden: Wann wird diese Scheiß-Sendung endlich abgesetzt?
Auch die Talkumshows sollen interessanter und realitätsnäher werden: Chantalle aus R. (17, vierfache Mutter, 6. Klasse Hauptschule, versetzungsgefährdet) fragt: „Kann man von Küssen schwanger werden?“
Herr B. aus H. will wissen: „Warum muss mein Hund Steuern zahlen, die Katze meines Nachbars aber nicht? Einkommen haben doch beide keins!“
Frau Z. aus P. interessiert folgendes: „Ich hab mich von meinem Schwager auf dem Frankfurter Bahnhofsklo schwängern lassen. Wer muss nun die Alimente zahlen, die Bahn oder der Frankfurter Oberbürgermeister?“
Nachruf
„Sehr verehrte Trauergäste!“
(Dass er alle gleich verehrt, bloß weil er verdonnert wurde, die Trauerrede zu halten, bezweifle ich)
Wir nehmen heute Abschied von einem geschätzten und überaus beliebten (besonders beidenen, die er durch das Examen hat rasseln lassen) Kollegen.
Plötzlich und völlig unerwartet (unerwartet mit 68, fünf Litern Kaffee, drei Tobsuchtsanfällenund zwei Schachteln Marlboro am Tag?) ging Prof. Dr. L.* von uns (soviel ich weiß, ging er nicht, er wurde getragen). Er hinterlässt eine große Lücke an unserem Institut (über die sich keiner so sehr freut wie derTrauerredner, wird er doch nun Chef).
Mit Prof. L. verlieren wir nicht nur einen großartigen Wissenschaftler (ja, er hat seineDoktoranden schuften lassen und sich dann mit den Ergebnissen gebrüstet),sondern auch eine international bekannte Persönlichkeit (stimmt, am internationalbekanntesten ist die Geschichte, als er während einer von der Pharmaindustrie gesponsortenReise auf den Bahamas erst im Vollsuff die Barfrau begrabschte und danach mit einer Zigarre in seinem Nobelbungalow versehentlich Feuer legte).
Sein Herz, dass stets wärmstens für die Studentenschaft schlug, (klar, soweit sie Röcke trug), hat nun aufgehört zu schlagen. (erzähl was Neues, das ist bei allen Toten so).
Wir alle werden ihn auf ewig in unserer Erinnerung behalten (am meisten Prof. K.*, dem ererst die Frau ausgespannt hat und ihn dann aus dem Institut ekelte).
Nun wollen wir inne halten und Prof. L. mit einer Schweigeminute ehren (na prima, ich muss aufs Klo, verdammt). Im Anschluss bitte ich alle Anwesenden zu einem Imbiss in die Mensa (aha, Spaghetti mitTomatensoße oder Erbeneintopf? Das hat er bestimmt schon zu Lebzeiten geregelt!). Ich bitte nun alle Anwesenden, sich von den Plätzen zu erheben (endlich mal wasVernünftiges, mir tut eh schon der Arsch weh) und sich gemessenen Schrittes in die Mensa zu begeben.
Das Ende der Trauerfeier nehme ich gleich zum feierlichen Anlass, Ihnen den neuen Institutsdirektor vorzustellen, einen hervorragenden Wissenschaftler, überaus erfolgreich in Forschung und Lehre, nämlich mich! Freibier für alle!“ (Versöhnlicher Abschluss und Ende)
* Anfangsbuchstaben durch den Autor geändert, was eigentlich nicht notwendig ist, denn die Rede ist frei erfunden. Aber man kann ja nie wissen!
Unlustig
Die Abgeordneten des Landtages Mecklenburg/Vorpommerns haben schulterklopfend und parteiübergreifend beschlossen, sich ihre Diäten tüchtig zu erhöhen. Die Linken wollen das Geld allerdings für karitative Zwecke spenden, vielleicht für den Hilfsfond für verarmte Spitzenmanager oder den Marx-Engels-Lenin-Fanclub.
Noch nie, noch nie gab’s soviel Harmonie im Schweriner Schloss.
Aber woher das Geld nehmen, ist doch Meck-Pomm das ärmste aller Bundesländer!
Ganz einfach!
Rauhe Sitten
Mal wieder in einem Hotel gewesen. Siebenhundert Kilometer Anfahrt, Freude auf ein schönes Essen im Hotelrestaurant und ein paar Drinks an der Bar.
Kein Restaurant, keine Bar.
Dann eben auswärts speisen. Zimmer bezogen, halb totgelacht, da folgendes Hinweisschild gefunden: „Wir bitten Sie in diesem Zimmer nicht zu rauchen.“ Der Satz weckte mein Interesse. Ich blickte mich um. Aber da waren gar keine anderen Personen, die mich als „wir“ in diesem Zimmer um etwas baten. Ich las weiter.
Aha, wer dieser Bitte nicht nachkommt und trotzdem im Zimmer raucht, der würde mit einer Geldstrafe belegt. Verdammt, nun saß ich in der Klemme. Galt denn diese Bitte auch für das Bad? Ich verstand. Es lag an einem einzigen Komma. Wäre der Schreiber oder der Rauchverbitter der deutschen Sprache etwas mächtiger gewesen, dann hätte er nämlich ein Komma gesetzt: „Wir bitten Sie, in diesem Zimmer nicht zu rauchen.“
So macht die Sache Sinn.
Da fährt man also ahnungslos nach Hause und ein paar Tage später kriegt man per Post einen Strafbefehl, Geld zu zahlen. Ist der Hotelmanager etwa bei der Polizei? Ein Gerichtsvollzieher gar? Der darf Geldbußen auferlegen und eintreiben? Darf der auch Haftstrafen verhängen? Gilt die Abschaffung der Todesstrafe in der Bundesrepublik überhaupt für ihn? Größenwahnsinnig?!
Also, wenn ich so einen Strafbefehl erhielte, würde ich zuerst dem lieben Gott danken, dass man nicht das gesamte Hotel abgerissen hatte, und ich müsste ein neues bezahlen.
Dann würde ich das Hotel auf Mietminderung verklagen, denn dass in meiner Abwesenheit das Reinigungspersonal, der Hausmeister oder der Hotelmanager selbst heimlich geraucht haben, ist ja wohl ein dicker Hund! Denn ich habe nicht geraucht! Und wenn ich es hätte, wie sollte dies bewiesen werden? Anhand verräterischer DNA-Spuren an den Zigarettenkippen, die mühsam aus dem Fäkalienraum des Hotels gefischt werden, falls der verbrecherische Hotelgast seine Zigarettenkippen mit hoher krimineller Energie das Klo herunter gespült hat? Wohl kaum. Was kommt als Nächstes?
„Wir bitten Sie, in diesem Zimmer nicht zu essen oder zu trinken.“
Oder, lieber Manager, ich bitte Sie, den nächsten Berlinmarathon zu gewinnen, andernfalls Geldstrafe! Aber eine Idee an Geld zu kommen ist es allemal, vor allem an das Geld der Dummen.
Sächs. Semmelverzehrverordnung SächsSVzO
Die Frühstückssemmeln sind zwei Tage vor Verzehr schriftlich zu ordern.
Hierfür findet das Semmelorderformular SOF 23/A14 Verwendung.
Hier ein paar Auszüge aus der Sächsischen Semmelverzehrverordnung, kurz SächsSVzVO:
Pro Person sind maximal drei Semmeln zu ordern, ab Stellvertretendem Amtsleiter vier.
Weiblichen Auszubildenden steht wöchentlich eine Milchsemmel, alternativ eine Quarktasche, ab Körbchengröße C zwei Quarktaschen zu.
Dem Semmelorderformular (SOF 23/A14) ist ein Bedürftigkeitsnachweis beizulegen.
Bundestagsabgeordnete und Verfolgte des Nazi-Regimes erhalten eine Gratissemmel pro Monat.
Bei der Order von Vollkornsemmeln ist ein Tauglichkeitsnachweis Ihres Zahnarztes erforderlich.
Legen Sie Ihrer Order die Teilnahmebestätigung am Kurs „Erfolgreiches Semmelessen ohne zu krümeln“ bei.
Um sich von Fischköppen und Saupreußen zu distanzieren, sind Begriffe wie Brötchen oder Schrippe strikt zu meiden!
Die Semmel ist im Uhrzeigersinn aufzuschneiden und mit landestypischem Aufschnitt zu belegen. In unmittelbarer Nähe hat sich ein Erste-Hilfe-Kasten zu befinden.
Aus Gründen der politischen Korrektheit ist die Verwendung von rotem und braunem Brotaufstrich untersagt.
Sollte ein Bürger das Amt betreten, ist die angebissene Semmel umgehend in der linken Jacketttasche, bei weiblichen Beamten alternativ in der Bluse zu verstauen.
Der Verzehr der Semmeln während des Stuhlgangs ist nicht ausdrücklich untersagt, wird allerdings als unerwünscht angesehen. Ausnahme: Ärztliches Attest.
Während riskanter Überholmanöver und bei Vollzug des Geschlechtsaktes ist das Semmelaufschneiden aus Sicherheitsgründen vorübergehend einzustellen.
Nach dem Verlassen der verdauten Semmel ist doppellagiges Toilettenpapier zu verwenden, der Durchschlag ist in Ablage 23 aufzuheben und geht einmal wöchentlich als Sammelsendung an den Ministerpräsidenten des Freistaates Sachsen.
gez.: Der Amtsvorsteher
Probleme
Arbeitslos?
HARTZ4 gekürzt?
Geld reicht hinten und vorne nicht?
GEZ reicht Klage gegen Sie ein?
Stadtwerke stellen den Strom ab?
Seit Wochen nur Dosenravioli von ALDI, weil normales Essen zu teuer ist?
Auto gepfändet?
KEIN Problem!
Wir haben die Lösung!
Nehmen Sie sich eine Axt und begeben Sie sich zur Agentur für Arbeit.
Dort spalten Sie Ihrem zuständigen Mitarbeiter einfach den Schädel und behaupten dann, Außerirdische hätten Ihnen das befohlen! Außerdem hätten Sie schließlich eine schwere Kindheit gehabt.
Damit haben Sie ausgesorgt. Ab jetzt stehen Ihnen drei kostenlose Mahlzeiten am Tag zu, ebenso gebührenfreies Fernsehen inclusive DVD-Player.
Sie bewohnen mietfrei ein nettes Einzelzimmer mit Ausblick auf den Park und werden obendrein liebevoll von einer vollbusigen Blondine psychologisch betreut. Nie wieder Nummern ziehen auf dem Arbeitsamt, nie wieder leere Flaschen auf dem Sportplatz sammeln! Was für ein Leben! Und jeden Sonntag Schweinebraten. Das lässt sich doch aushalten, oder? Nicht mal Ihre Wäsche müssen Sie selber waschen.
Und sollte irgendein inkompetenter psychiatrischer Gutachter feststellen, dass Sie jetzt gesund genug für den normalen Strafvollzug wären, keine Panik! Schwängern Sie einfach Ihre Psychologin (falls Sie das nicht sowieso schon getan haben) und streiten Sie es danach einfach ab. Behaupten Sie, dass Sie von Vertretern des Romolanischen Senats dazu gezwungen wurden!
Wir wünschen Ihnen ein schönes Leben.
Ihre Stiftung „Ein Herz für psychisch Kranke e.V.“
Gedanken
So eine Kotsäulenaustreibungsphase hat doch sein Gutes.
Justament zu diesem Zeitpunkt kam Harry S. nämlich ein genialer Gedanke!
Um dem Schütterwerden seines Haupthaares zu begegnen, hatte er sich nämlich ein Kopfwaschmittel gekauft, dass Coffein enthält. Laut Aussage eines Facharztes für Haarausfall und Glatzenbildung würde er in Bälde wieder aussehen wie Angela Davis, zumindest haartechnisch. Billig war das Zeug ja nicht, aber wenn es doch hilft!
Doch halt, jetzt sind wir an dem Punkt angelangt, an dem Harry S. erleuchtet wurde!
Bei Aldi gibt es ein Pfund Kaffee für drei Euro, damit ließen sich bestimmt zwei Wassereimer Kaffee kochen. Davon jeden Morgen ein paar Esslöffel ins Haupthaar geträufelt und Alpecin kann einpacken!! Er hatte nämlich die Befürchtung, dass die teuren Werbekosten auf das schleimige Endprodukt und damit auf den Käufer umgelegt werden!
Und wenn die ganzen Sachen in der Fernsehwerbung so toll sind, warum muss man dann Werbung machen?
Er konnte sich nicht erinnern, dass sein Bäcker an der Ecke schon mal schwarzbrotschwingend über die Mattscheibe gegeistert war, und trotzdem war nachmittags um fünf das Brot alle! Da war doch etwas faul! Werbung für Pornofilme oder lange Unterhosen hatte er auch noch nicht gesehen, das waren scheinbar Selbstläufer.
Als angenehm empfand er hingegen, dass vor manchen Produkten aber auch ausdrücklich gewarnt wurde. Wie hieß es neulich?
„Media-Markt? Ich bin doch nicht blöd!“ Nein, so blöde, da hinzugehen, ist Harry nun wirklich nicht. So hat Fernsehen auch seine guten Seiten. Und handgeschöpftes achtlagiges Klopapier mit einer Nassreißkraft von zwei Tonnen hatte er schon lange nicht mehr gekauft. Schließlich war er Bild-Leser.
Ein Schritt in die richtige Richtung
Die Welt hält den Atem an.
Nein, nicht gleich fünfzehn Minuten, um dem Elend ein Ende zu bereiten, bloß kurz.
Warum, wird sich mancher fragen.
Derjenige, der täglich durch Presse, Funk und Fernsehen nachrichtentechnisch auf dem Laufendem ist, wird wissen, wovon ich spreche.
Eine sensationelle Meldung hat uns Ende Mai erreicht.
Ist doch klar, Österreich, werden Sie jetzt denken. 79jähriger vergewaltigt eigene Urgroßmutter? Unsinn!
Nein, kein neues Erdbeben in China mit 700 Millionen Toten, wäre viel zu banal, um es hier zu erwähnen.
Auch Birma gibt es immer noch, irgendwie.
Auf die Meldung "Bundeskanzlerin vom venezolanischen Präsidenten geschwängert!" warten Sie auch vergebens.
Berliner Oberbürgermeister erleidet Mastdarmriss? Fehlanzeige.
Nein, viel sensationeller!
Hunderte Staatsmänner haben sich im irischen Dublin (ich weiß nicht, ob es auch außerhalb Irlands ein Dublin gibt, hier in der Nähe gibt es ein Lubmin) getroffen, um über das Verbot von Streubomben zu beraten.
Streubomben, meine Damen und Herren. Da hört sich doch wohl alles auf!
Welch krankes Hirn hat so eine unmenschliche Waffe erdacht?
Wussten Sie überhaupt, dass man durch Streubomben verletzt, ja sogar getötet werden kann?
Streubomben gehören so was von verboten!
Normale Bomben, na gut. Brandbomben gehen auch in Ordnung. Von einer Maschinengewehrgarbe oder einer Handgranate zerfetzt werden?
Hallo? Dafür ist schließlich Krieg!
Gegen einen vernünftigen Bauchschuss oder das Verbrutzeln durch einen modernen Flammenwerfer ist aus humanistischer Sicht auch nichts einzuwenden. Sie hätten sicher auch nichts dagegen, eine Atombombe auf die Gartenlaube oder einen anständigen Bajonettstich in die Leber zu bekommen. Aber Streubomben? Pfui Spinne!
Nein, so geht das doch nun wirklich nicht. Ich weiß auch gar nicht, wer an den Dingern Schuld ist.
Die Nazis? Schurkenstaaten? Die Amis? RAF? Die Russen? Keine Ahnung.
Jedenfalls müssen diese schrecklichen Streubomben aus dem Verkehr gezogen und durch anständige Splitterbomben ersetzt werden.
Darin sind sich die zutiefst humanistisch denkenden Staatsmänner aus aller Welt einig. Amerika droht Streubombenbesitzern mit militärischen Präventivschlägen und Flächenbrandbombardements.
Selbst der Papst gab seinen Segen und machte die Heiligsprechung des Streubombenerfinders rückgängig.
Jetzt kann die Welt weiter atmen.
Weitere Diskussionspunkte der Konferenz waren:
Ist es unmenschlich, bei Hinrichtungen auf dem elektrischen Stuhl Wechselstrom zu verwenden? Wird der Delinquent dadurch nicht verwirrt und zusätzlich psychisch belastet? Gleichstrom ist die Lösung, da sind sich alle einig. Die Spenderorganentnahme in China wird künftig erst nach der Erschießung erlaubt. Das Streuen von Straßen im Winter bedarf einer behördlichen Genehmigung. Und Streuselkuchen wird endlich verboten.
Altersalphabet
A wie Arthritis. Wenn man morgens aufwacht und kein Gelenk weh tut, ist man tot.
Oder wie Asthma. Pfeifen Sie einfach drauf! Oder wie Alzheimer. Moment, was wollte ich eigentlich hier?
B wie Blasenschwäche. Da bekommt der Begriff „feuchter Traum“ eine völlig neue Bedeutung. Als andere Bedeutung von Blasen kennen Sie nur noch die an den Füßen.
Oder wie Bandscheibenvorfall. Immer noch besser als Brustkrebs.
C wie eingewachsener Cnagel. Schmerzhafte Sache, das. Cellulite hingegen ist schmerzlos.
D wie Darmträgheit. Da Stuhlgang mittlerweile wichtiger als Sex ist, sollte man so etwas nicht auf die leichte Schulter nehmen. Durchfall kommt nur noch selten vor. Leider meist in Situationen, in der keine Toilette in Sicht ist.
Oder wie Depression. Gegen leichte Depressionen hilft ein Bad mit ätherischen Ölen. Gegen schwere ein Bad mit Fön.
E wie Erektionsprobleme. Keine Sorge, betrifft grundsätzlich immer nur andere Männer. Wenn nicht, ist die Frau Schuld.
Oder wie EKG. Zeigen alle Zacken nach unten, Kardiologen aufsuchen.
F wie Falten. Keine Angst, die am Arsch sieht man nicht. Jedenfalls nicht selber.
Oder wie Fruchtwasser. Heißt für Sie längst Obstsaft.
G wie Gallensteine. Wehe, wenn die ins Rollen kommen!
Oder wie Gedächtnis. Verdammt, wo sind die Herztropfen?
Oder wie Gichtanfall. Ein Klassiker der gehobenen Unterhaltung.
H wie Hitzewallungen. Frauen schieben diese auf die Wechseljahre. Unsinn, die schwitzen, weil sie so fett sind.
Oder wie Herzinfarkt. Kommt oft unpassend.
I wie Ischias. Von allen anderen als der Missionarsstellung rät der Orthopäde dringend ab. Oder wie Impfung. Abwägen, ob sie sich noch lohnt!
J wie Jodmangel. Der ist so nützlich wie ein Kropf.
Oder wie Jungfernhäutchen. Wo war das mal noch gleich?
K wie Krampfadern. Machen Sie sich nicht verrückt, sondern gehen Sie als Amazonasdelta zum Fasching!
Oder wie Kurzsichtigkeit. Die Lesebrille löst die Klobrille als wichtigsten Haushaltsgegenstand ab.
L wie Leberzirrhose. Schuld sind Viren und Umweltgifte, aber nie, niemals Alkohol.
M wie Mundgeruch. Macht zwar einsam, hält aber lästige Erbschleicher auf Distanz.
N wie Nasenhaare. Geben Ihrem Antlitz ein weises und würdiges Aussehen.
Oder wie Neurose. Nicht mit Christrose verwechseln!
O wie Obstipation. Kann gelegentlich auch hilfreich sein.
Oder wie Ohrenschmalz. Meiden Sie tierische Fette!
P wie Penisbruch. Aus dem Alter sind Sie raus. Was man von Prostatahypertrophie nicht sagen kann.
Q wie Quellfüße. Macht nichts, ist bloß Wasser.
R wie Raucherlunge. Kommen Sie damit klar, dass Nichtraucher gesünder sterben.
Oder wie Reflexe. Lassen nach, lassen nach ...
S wie Schlaganfall. Mit einem Schlag aller Sorgen ledig sein!
Oder wie Schwerhörigkeit. Keine Bange, wird mit dem nächsten Punkt behoben.
T wie Tinnitus. Stellen Sie das Radio etwas lauter.
Oder wie Thrombose. Musste der Langstreckenflug nach Thailand wirklich sein?
U wie Urologie. Männer können nicht mehr richtig pinkeln. Frauen können, ob sie wollen oder nicht.
V wie Viagra. Braucht man selbst natürlich nicht.
Oder wie Verdauungsstörung. Kann zu unschönen Geräuschen und Geruchsbelästigung führen.
W wie Wanderniere. Sie wissen schon, dass Bewegung gesund ist, oder?
Oder wie Wadenkrampf. Endlich mal Abwechslung im Bett!
X wie Xerophobie. Ist genügend Bier im Keller ?
Oder wie X-Beine. Ist jetzt auch egal.
Y wie Y-Chromosom. Männer haben es, wissen aber nicht mehr wozu.
Z wie Zwölffingerdarmgeschwür. Kommt in den besten Familien vor.
Oder wie Zahnschmerzen. Dieses Kapitel gehört dank Ihrer Vollprothese zum Glück der Vergangenheit an.
Alkohol
Äußerlich und innerlich angewendet, ist das Zeug oft eine wahre Wohltat. Was man von Tabak nicht unbedingt sagen kann. Darum hat die Regierung festgelegt, dass auf jeder Zigarettenschachtel bekanntlich ein Warnhinweis aufgedruckt ist. In Zukunft sicher auch bald Bilder von abgefaulten Beinen, gelben Zähnen und schwarzen Lungen. Dies geschieht nur, weil unserer Regierung die Volksgesundheit so sehr am Herzen liegt. Darum ein weiterer Vorstoß der Gesundheitsministerin. Auf Schokoladentafeln steht zukünftig:
„Schokolade macht fett, führt zu Karies und kann Diabetes verursachen. Dies kann zu Amputationen von Gliedmaßen und Tod durch Nierenversagen führen!“
Das Stück gute Butter ziert in Kürze der Aufdruck:
„Herzinfarkt kann tödlich sein!“
Aber noch härter trifft es die Alkoholkonsumenten. Auf jeder Flasche Bier, Wein oder Schnaps steht künftig folgender Hinweiskatalog:
„Alkoholkonsum ist oft der Hauptgrund, auf der Tanzfläche wie ein epileptisches Gummibärchen auszusehen.“
„Alkoholkonsum ist oft der Hauptgrund, sich ganz plötzlich zu wundern, was mit Ihrer Hose passiert ist.“
„Alkoholkonsum ist oft der Hauptgrund, zu glauben, man könne Karate.“
„Alkoholkonsum ist oft der Hauptgrund zu glauben, Ihre anspruchsvolle Konversation würde einen positiven Eindruck auf die nette Dame an Ihrem Tisch machen.“
„Alkoholkonsum ist oft der Hauptgrund, sich morgens umzudrehen und im Bett neben sich etwas Schreckliches zu erblicken.“
„Alkohol ist oft der Hauptgrund zu glauben, die Leute lachen MIT Ihnen.“
„Alkohol ist oft der Hauptgrund, in seiner Umgebung ungewöhnliche Farben und seltsame Muster wahrzunehmen.“
„Alkohol ist oft der Hauptgrund für rätselhafte Schwangerschaften.“
Dann mal Prost, meine Damen und Herren!
Partyspass in sieben Stufen
Erste Spaßstufe
Die Gäste sitzen gesittet am Tisch und nippen an ihren Kräuterteetassen.
Gelegentlich kommt eine leise Konversation über den Verfall von Moral und Sitte, die Schädlichkeit des Rauchens und die Wirksamkeit homöopathischer Arzneimittel auf. Brennende Kerzen und ein Sträußchen selbstgepflückter Wiesenblumen sorgen für dezente Gemütlichkeit.
Gelegentlich wird vom Biogebäck genascht, während im Hintergrund leise ein Klavierkonzert in Moll erklingt.
Die Gastgeberin reicht Fotografien vom letzten Ayurveda-Urlaub herum.
Auf der Toilette liegt ein neues Stück Lavendelseife und am Haken hängt ein frisches Handtuch.
Die Katze schnurrt brav in ihrem Körbchen.
Spät am Abend gibt es ein Gläschen Apfelwein zum Salat.
Alle pinkeln im Sitzen.
Zweite Spaßstufe
Die Gäste sitzen in lockerer Runde am Tisch und trinken einen Cognac zum Kaffee.
Dabei essen sie Schwarzwälder Kirschtorte und unterhalten sich über die Gesundheitsreform und die Schädlichkeit von Drogen.
Auf dem Balkon darf geraucht werden, die Krawatten verschwinden in den Jackettaschen.
Im Hintergrund läuft eine Schallplatte von den Beatles.
Der Gastgeber reicht Fotos von seinem letzten Urlaub in Griechenland herum, während die anderen leise „Yesterday“ mitsummen.
Die Katze liegt auf dem Sofa und wird gestreichelt.
Auf der Toilette stehen ein Fläschchen mit Flüssigseife und ein Papierhandtuchspender.
Dritte Spaßstufe
Die Gäste lümmeln überall in der Wohnung herum, Dresscode (Anzug oder Kostüm, Baumwollschlüpfer) und Rauchverbot sind aufgehoben.
Die zweite Flasche Wodka ist gleich leer, auf dem Balkon brutzeln Würste und Steaks über der Holzkohle.
In verschiedenen Gesprächsrunden wird lautstark über Politik, Sport und Weiber diskutiert. Im Hintergrund grölt Curt Cobain aus den Boxen.
Es wird mit Erdnussflips geworfen.
Der Gastgeber reicht Nacktfotos von Pamela Anderson und Gina Wild herum.
Der Katze wird Bratwurst und Bier eingeflößt.
Auf der Toilette ist einmal auf die Brille gepinkelt.
Vierte Spaßstufe
Die meisten Gäste liegen halbnackt auf dem Boden und spielen Flaschendrehen.
Diskutiert wird hauptsächlich über Titten, Ficken und die Unschädlichkeit von Drogen. Zigarren- und Marihuanaqualm erschwert die Sicht auf die Stereoanlage, aus der Marylin Mansons Stimme hämmert.
Man bewirft sich mit Bratwürsten, der Ketchup wird zusammen mit dem Kartoffelsalat auf dem Parkett verteilt.
Die Gastgeberin macht eine Stripshow.
Der Gastgeber reicht Nacktfotos von seiner Geliebten herum.
Bier ist alle, Klopaper auch.
Die Katze wird sexuell massiv belästigt. Außerdem ist ihr schlecht. Auf der Toilette ist einmal daneben gekackt.
Fünfte Spaßstufe
Allgemeiner Schwanzvergleich, die Gastgeberin belegt Platz 3.
Marihuana wird knapp. Wodka ist alle, das Rasierwasser des Gastgebers auch.
Erste Linien werden gezogen.
Meier hat Sex mit dem Staubsauger und isst anschließend das letzte Steak seines Lebens.
Der Grill wird vom Balkon geworfen, damit mehr Platz zum Pinkeln ist.
Man mag sich nicht mehr unterhalten.
Die Musik von Jonny Rotten und der Sexpistols überschallt die Szene, bis Lehmann rücklings in die Musikanlage stürzt. Zum Ausgleich wird lautstark „I can get no satisfaction“ von Mick Jagger gesungen.
Erektionsprobleme häufen sich.
Ein Pärchen hat sich seit einer Stunde auf dem Klo eingeschlossen.
Die betrunkene Katze muss sich vom Bier übergeben und wird einer Darmspiegelung vermittels Trinkhalm unterzogen.
Jemand hat auf den Flur geschissen.
Sechste Spaßstufe
Ein erster nennenswerter Verlust ist zu beklagen! Meier ist vom Balkon gefallen und hat sich das Genick gebrochen. Er wird von der grölenden Menge posthum zum Partyking erklärt, seine frisch gebackene Witwe bekommt einen Lachkrampf.
Ein Stoßtrupp der noch kampffähigen Männer verjagt nackt mit mehr oder weniger gezielten Flaschenwürfen die protestierenden Nachbarn, trägt selbst aber auch gleichgewichtsbedingte Sturzverletzungen davon.
Kokain ist alle.
Die Gastgeberin wird von Lehmann und Schmidt auf dem Küchentisch geschwängert.
Müller wird depressiv, macht sich in die Hose und liegt weinend in der Küche.
Schulze schläft beim Vögeln ein.
Man kann sich nicht mehr unterhalten.
Der Gastgeber bricht die Klotür auf, selber und zusammen.
Schulze schläft beim Vögeln ein.
Man kann sich nicht mehr unterhalten.
Der Gastgeber bricht die Klotür auf, selber und zusammen.
Die Gäste, die noch bei Bewusstsein sind, machen zu „Wir versaufen unser Oma ihr klein Häuschen!“ eine Schunkelpolonaise auf allen vieren.
Die Katze rettet sich mit einem Sprung auf den Nachbarbalkon vor dem Gegrilltwerden. Allgemein wird viel erbrochen.
Siebente und letzte Spaßstufe
Die Katze atmet auf, sie hat einen Kater.
Ein Pressefotograf schießt das Bild seines Lebens. Es trägt den Titel „Wilde Sex- und Drogenorgie in Wuppertal endet in völligem Chaos“.
Die Polizei trifft ein und sorgt für Ruhe, einrgt für Ruhe, ein Notärzteteam organisiert die stationäre Einweisung der Alkohol- und Drogenvergifteten.
Bloß Meier muss zum Glück nicht mit, den holt der Bestatter.
Milch
Erleichtert atmet Gerd-Uwe Pachulke auf. Der Preis für Milch und Butter verdoppelt sich, Buttermilch kostet demzufolge sogar das Vierfache! Endlich eine Preiserhöhung, die Sinn für ihn macht. Milch und Milchprodukte werden teurer, juchuh! Seinetwegen könnte der weiße Kuhsaft hundert Euro pro Tropfen kosten und Butter mit Gold aufgewogen werden. Sollen doch Käse und Quark unerschwinglich sein! Herrliche Zeiten werden kommen! Zwar leuchtet ihm nicht so recht ein, in welchem Zusammenhang die Preiserhöhung mit dem vermehrten Milchkonsum von 1,3 Milliarden Chinesen steht. Essen die jetzt nur noch Milchreis? Was passiert mit den Mehreinnahmen? Wandern alle Bauern nach Monaco aus oder sieht man bald nur noch Ferraris durch die deutschen Dörfer jagen? Kriegen die Milchkühe täglich Wellnessmassagen? Werden die Ställe mit goldenen Tapeten ausgeschlagen und bekommt jede Kuh zur persönlichen sexuellen Erbauung einen eigenen Cowboy mit vorgewärmten Händen? Die Schweine werden neidisch sein und hoffen, dass den milchverrückten Chinesen bald die Hunde und Katzen ausgehen und sie dann mehr Schweineschnitzel essen müssen. Ihm war das egal. Solange seine Frau und Wöchnerin Ute jeden Tag einen halben Liter Muttermilch zuviel abmelkt und bei der Muttermilchsammelstelle in bare Münze umtauscht, welche wiederum sofort in einen halben Liter Wodka umgesetzt wird, ist die Welt für Gerd-Uwe in Ordnung. Denn seit Kindesbeinen kriegt er von Milch Bauchschmerzen und Scheißerei. So ist das, wenn man eine Milchzuckerallergie hat. Und die bereitet Gerd-Uwe ab dem ersten August so richtig Freude.
Rein Pflanzlich
Eine Geschichte ohne Pointe, ohne Ende, aber mit einer Portion Wahrheit.
Eine junge Frau mit einem etwa fünfjährigen Knaben betritt die Apotheke.
Birkenstocksandalen, selbst gestricktes knielanges Kleid aus Schafwolle, darunter eine abgewetzte Kordhose. Ein dicker Zopf und eine Nickelbrille runden das äußere Erscheinungsbild ab. Dem Apotheker wird etwas warm, als er bemerkt, dass sich der muntere Bube an seinen Regalen mit den rezeptfreien Medikamenten zu schaffen macht und lauthals „Ich will Bönger! Mama, Bönger!“ schreit. Der Apotheker setzt ein freundliches Gesicht auf und fragt: „Was kann ich für Sie tun, meine Dame?“
Klabatsch! Jetzt hat der Bengel einen Ständer mit Illustrierten umgerissen. Die Mutter reagiert umgehend. „Das darfst du doch nicht, mein Liebling. Sei lieb und lass die Mama in Ruhe Hustentropfen kaufen.“
„Ich will Bönger!“ Der Tonfall des Kindes wird um eine Nuance härter.
„Ich brauche Hustentropfen“, sagt die Mama. Der muntere Knabe krabbelt inzwischen durch die Auslagen der Schaufensterscheibe.
„Würden Sie bitte Ihren Sohn zur Ordnung rufen?“, fragt der Apotheker freundlich.
„Wie ich mein Kind erziehe, geht Sie gar nichts an.. Was ist nun mit den Hustentropfen?“
Der hoffnungsvolle Nachwuchs verteilt mittlerweile eine Tube Hämorrhoidensalbe an der Glasscheibe der Eingangstür. Jetzt wird es selbst der Kindesmutter zu bunt. „Luka Gabriel, lass das bitte sein und komm her.“ Dieser Aufforderung kommt Luka Gabriel umgehend nach, tritt seiner Mutter mit aller Kraft ans Schienenbein und schreit „Bönger!“. Sein Gesicht hat mittlerweile eine rötliche Farbe angenommen.
„Haben Sie denn nicht ein paar Bonbons für das Kind?“, fragt die Frau den Apotheker.
„Ja, natürlich. Hier bitte. Hustenbonbons für Kinder. Macht drei Euro.“
„Ich reich nächste Woche ein Rezept von meinem Heilpraktiker nach.“
„Hustenbonbons gibt es nicht auf Rezept. Und vom Heilprak...“
Krawumm! Der Garderobenständer ist in das Regal mit den teuren Antifaltenlotionen gefallen. Der Blutdruck des Apothekers beschließt, sich über gültige Normen und Regeln hinweg zu setzen. „Hier, bitte, Ihre Hustentropfen. Gehen aufs Haus.“ Bloß schnell die Alte mit ihrem Balg loswerden!
„Sind die auch rein pflanzlich? Kommen Sie mir nicht mit künstlichem Chemiezeug! Was? Und auf Zucker soll man die nehmen?“ Haben Sie nichts Zeitgemäßes ohne Chemie?“
„Zucker wird aus der Zuckerrübe oder Zuckerrohr gewonnen. Und das sind Pflanzen!“
„Woher wollen Sie das wissen?“
„Weil ich Pharmazie studiert habe?“
„Pharmazie ist keine Botanik!“
„Wir hatten auch drei Semester Botanik!“
„Kann jeder sagen. Sind die Tropfen nun rein pflanzlich oder nicht?“
„Um ehrlich zu sein, nicht ganz. Sie enthalten ...“
„Da, ich hab es gewusst! Sie wollen mich mit Pharmachemiedreck vergiften!“
Der Inhalt mehrerer Dosen Vitaminpillen kullert ziellos auf dem Fußboden herum.
„Nein, Wasser wollte ich sagen. Aber ich empfehle Ihnen und Ihrem wohlerzogenen Knaben jetzt mal ein paar rein pflanzliche Sachen aus Mutter Natur. Knollenblätterpilze. Oder geben Sie dem Jungen doch einfach mal einen Teelöffel Kokain. Wird aus den Blättern des Kokastrauches gewonnen. Oder Heroin. Kommt vom Schlafmohn. Versuchen Sie Fliegenpilze, Bilsenkraut, Schierling, Tollkirsche, Eibenfrüchte oder deren Nadeln.
Bereits 5 Beeren davon sind tödlich. Geben Sie ihm sicherheitshalber zehn. Wenn Sie es noch etwas pflanzlicher haben wollen, dann nehmen Sie LSD. Das ist ein Alkaloid des Mutterkorns namens Lysergsäurediäthylamid, ein an Getreideähren schmarotzender Pilz. Machen Sie Salat aus Maiglöckchen, Goldregen, Fingerhut und Herbstzeitlose. Alles garantiert rein pflanzlich und hilft vorzüglich gegen Husten, junge Frau. Und jetzt raus hier und sammeln Sie sich Ihre Medikamente auf der Wiese! “
Klimawandel
Was waren das noch für Zeiten, als an der Stelle, an der ich gerade sitze, noch ein Eispanzer von gut einem Kilometer Dicke vor sich hintaute! Nur zu dumm, dass die Urmenschen noch keine Skilifte hatten. Statt dessen machten sie überall Feuer, bliesen Unmengen Kohlendioxid in die Luft und schon war er da, der Klimawandel. Die Darmwinde der Mammuts taten ihr Übriges. Die Gletscher in der norddeutschen Tiefebene schmolzen ab und hinterließen uns Grund- und Endmoränen, Urstromtäler, Sander und den Berlinern, die damals noch Haare auf der Brust hatten, weitestgehend unbekleidet waren und sich in aller Öffentlichkeit ungeniert am Sack kratzen durften, den Wann- und Müggelsee.
Aber der Mensch war schon damals unzufrieden und strebte stets nach Höherem. Also erfand er Glühlampen, Toaster, Frühbeete, Maschinengewehre, Kühlschränke und Automobile.
Immer mehr von diesem bösen Kohlendioxid fand seinen Weg ins Freie. Da gerade keine Fußballweltmeisterschaft im Gange war und sich die Kanzlerin partout nicht bei Sexaffairen erwischen lassen wollte, war der Blätterwald voll mit Katastrophenmeldungen:
„Eisbären in Berlin gesichtet!“
„Ganz Holland bald Land unter!“
„Italiener kochen ihre Eier in der Adria!“
„Grönland läuft Mallorca als Badeparadies den Rang ab!“
„Heuschreckenplage vernichten gesamte Bananenernte der Antarktis!“
„Selbstmordwelle unter österreichischen Skilehrern!“
Ob alle diese Meldungen wirkliche Katastrophenmeldungen und somit Anlass zur Sorge waren, sei dahingestellt.
Jedenfalls bestand seitens der überaus kompetenten Politiker akuter Handlungsbedarf. Blähende Speisen wie Kohl und Hülsenfrüchte wurden verboten. Allen Autos wurden vom TÜV die Auspuffe zugeschweißt. Das Rülpsen nach dem Genuss von kohlensäurehaltigen Getränken wurde EU-weit unter Strafe gestellt.
Von einem besonders gewieften Umweltminister erging die Verordnung, nachts die Türen aller Kühlschränke offen zu lassen, um die Umgebungstemperatur zu senken. Alle aktiven Vulkane wurden auf UNO-Beschluss zubetoniert. Die Politiker sind sich sicher, damit die weitere Erderwärmung zu stoppen.
Ich zieh mir schon mal warme Socken an und vertreibe die Rentiere aus dem Erdbeerbeet.
Dabei wäre alles so einfach. Jeder Mensch gibt beim Ausatmen Kohlendioxid in die Atmosphäre ab, Atemzug für Atemzug, Tag für Tag, rund um die Uhr. Ob er will oder nicht.
Wenn alle Menschen auf der Welt sich einig wären und zeitgleich am Karfreitag für, sagen wir einmal 15 Minuten die Luft anhalten, wäre der Klimawandel null komma nix gestoppt. Und nicht nur der Klimawandel. Mehrwertsteuer, Terrorismus, Stau, Krieg, Gammelfleisch, Autobahngebühren, Ausländer – und Inländerfeindlichkeit, Akne, Religionsstreit, Harnröhrenentzündungen, Stammesfehden - alles gehört der Vergangenheit an.
Und die Pinguine frieren sich wieder den Arsch ab. Und kein Mensch würde sich mehr darüber aufregen.
Oh, du fröhliche...
24. Dezember
12.30 Uhr
Selbstgemachter Kartoffelsalat mit Würstchen. Letzte Kontrollinspektion am Tannenbaum. Baumspitze sicher hinten im Weihnachtsengel eingerastet, alle Kerzen brennen, Nadelverluste um die 20 Prozent. Zwei Weinbrand.
15.00 Uhr
Kaffeezeit. Opa Karls Gebiss wird Opfer der Nusstorte. Allgemeine Heiterkeit, außer bei Opa Karl. Zwei Stücken Schwarzwälder Kirsch, zwei Weinbrand.
15.30 Uhr
Bescherung. Habe jetzt genug Whisky und Duschbad, um mich darin ertränken zu können.
Zwei Magenbitter, da sich der Kartoffelsalat offensichtlich mit der Cremetorte im Handgemenge befindet. Beim Versuch, Opas Gebiss mit Sekundenkleber zu reparieren, rechten Zeigefinger an hinteren Backenzahn geklebt.
15.35 Uhr
Am Backenzahn klebt jetzt Haut. Zwei Wodka gegen die Schmerzen. Die Würstchen greifen beherzt in den Zwist ein.
15.55 Uhr
Gemütliches Beisammensein am Christbaum. Ein paar Gläser Rheinhessen, wegen Großtante Wilhelmines Zucker trocken. Sodbrennen.
16.10 Uhr
Opa Karl, leicht nuschelnd, und Onkel Erich einigen sich darauf, dass der Zweite Weltkrieg Unentschieden ausgegangen ist. Zur Versöhnung ein paar Weinbrand.
17.00 Uhr
Alarm! Der Südflügel des Tannenbaumes steht in Flammen!
17.01 Uhr
Feuer gelöscht. Tannenbaum und Großtante Wilhelmines Haarteil unbrauchbar, Christkind aber dem Flammentod entrissen. Brandgeruch, deswegen Verlegung der Festivitäten in die Küche. Auf den Schreck zwei Wodka und einen Teelöffel Natron.
18.00 Uhr
Opa beobachtet gerührt, wie ich für ihn zwei Schinkenbrötchen und eine saure Gurke im Mixer püriere. Das Geplänkel in meinem Magen eskaliert zu einer handfesten Auseinandersetzung. Letzter Versuch: zwei Magenbitter.
18.05 Uhr
Letzter Versuch fehlgeschlagen. Die Cremetorte behauptet das Feld, der Kartoffelsalat tritt ruckartig den Rückzug an. Ganze Familie ist Zeuge, wie er sich unehrenhaft in der Spüle verabschiedet. Ohne Zähne lacht Opa Karl irgendwie komisch.
18.30 Uhr
Der Konflikt im Magen scheint beigelegt. Zwei Wodka als Erstversuch.
19.30 Uhr
Nahrungsaufnahme vorerst beendet. Opa und Onkel Erich einigen sich darauf, dass wir den Zweiten Weltkrieg eigentlich gewonnen haben. Weinbrand zur Versöhnung. Opa Karl verschluckt sich und läuft blau an. Notarztwagen angerufen.
19.50 Uhr
Notarzt auf einen Weinbrand eingeladen, Opa Karl wieder wohlauf. Großtante Wilhelmine am Esstisch vorübergehend eingeduselt. Im Fernsehen läuft Werbung für ein Abführmittel.
20.25 Uhr
Die Stimmung bessert sich, Knabberkram für alle außer Opa.
Die Pfirsichbowle ist alle. Wilhelmine steigt auf Wodka um. Ist gut gegen Zucker, sagt sie.
Der Notarzt bestätigt das.
21.00 Uhr
Die erste Flasche Whisky ist leer. Schön, dass es die Lieblingsmarke des Notarztes war.
Er heißt übrigens Hans-Jürgen und ist ein prima Kerl. Großtante Wilhelmine fängt an zu schunkeln.
21.45 Uhr
Onkel Erich ist eingeschlafen. Opa steckt ihm zwei Erdnussflips in die Nasenlöcher und macht ein paar Familienfotos. Hans-Jürgen denkt an Aufbruch.
22.05 Uhr
Großtante Wilhelmine trinkt mit Hans-Jürgen Brüderschaft. Das Nachbarhaus steht in Flammen. Erich wacht kurz auf und brüllt: „Fliegeralarm!“.
23.10 Uhr
Hansi muss aufs Klo. Opa Karl ist gut gelaunt und besteht darauf, Marschmusik zu hören.
Werde langsam müde.
23.50 Uhr
Festgestellt, dass Glühwein auch kalt schmeckt. Das Taxi ist da. Abschied mit Hallihallo!
Wo ist Hans-Jürgen?
25. Dezember
02.15 Uhr
Beim Versuch, Blase zu entleeren, Notarzt neben dem Klobecken entdeckt. Mit Decke vor Unterkühlung geschützt. Den letzten Rest Whisky seiner natürlichen Bestimmung zugeführt. Wieder eingeschlafen.
9.35 Uhr
Hans-Jürgen hämmert an die Schlafzimmertür und bittet um eine Flasche Mineralwasser.
Selbige im Tausch gegen zwei Kopfschmerztabletten ausgehändigt. Küche inspiziert.
Auch noch zwei Beruhigungstabletten genommen. Starker Durst.
10.00 Uhr
Hans-Jürgen verabschiedet sich unter Tränen. Gebe ihm eine Flasche Duschbad als Weihnachtsgeschenk für seine Frau mit.
10.15 Uhr
Entdeckt, dass Weihnachtsgans noch hartgefroren in der Tiefkühltruhe liegt. Gedanken an übrig gebliebenen Kartoffelsalat gleich wieder verworfen. Beschlossen, mit dem Saufen aufzuhören, aber erst nach Silvester.
10.30 Uhr
Festgestellt, dass frische Luft gut tut. Rasen gemäht statt Schnee gefegt.
11.00 Uhr
Anruf aus dem Krankenhaus. Onkel Erich liegt mit Schlüsselbeinbruch in der Unfallchirurgie. Arzt ist wegen erhöhter Leberwerte besorgt.
14.00 Uhr
Onkel Erich im Krankenhaus besucht. In frischer Unterhose eine Flasche Weinbrand geschmuggelt.
15.00 Uhr
Verkehrskontrolle. 1,8 Promille. Mit dem Taxi nach Hause. Kamillentee gekocht.
16.00 Uhr
Mit Kamillentee Fußbad gemacht. Beim ersten Wodka noch unsicher, Verkrampfung löst sich aber bald.
19.00 Uhr
Mit mir selbst „Stihille Nacht, heilige Nacht ...“gesungen. Etwas geweint.
20.00 Uhr
Weihnachtliche Stimmung, leichte Schläfrigkeit bemerkt. Auf Mittagessen endgültig verzichtet. Beschlossen, das nächste Weihnachten komplett zu verschlafen. Glücklich auf der Couch eingeduselt.
Das Steuerparadies
Ich hasse Schreibkram wie die Pest. Irgendwann raste ich noch mal aus bei all dieser Bürokratie. Seit Stunden brüte ich nun verzweifelt beim vierten Wodka-Cola über meiner Steuererklärung. Die wollte ja eigentlich meine Freundin für mich machen, aber die ist letzte Woche mit dem Leiter meiner Kreditabteilung durchgebrannt.
Das an sich ist schon ärgerlich, aber nicht so ärgerlich wie die Tatsache, dass ich diesen Quatsch jetzt alleine machen muss.
Mir ist ganz wirr im Kopf. Ich könnte mich tierisch aufregen über diesen Mist.
Aber richtig aufregen! Ich könnte verrückt werden...
Angenehmerweise überkommt mich übergangslos grenzenlose Heiterkeit.
Einer inneren Stimme folgend, werfe ich kichernd den Fernseher aus dem Fenster, natürlich ohne selbiges vorher zu öffnen, stimme die portugiesische Nationalhymne an und drehe mir mit einem Merkblatt vom Steuerberater und einer Handvoll Fencheltee eine Zigarette.
Nachdem ich mir ein Fläschchen Glasreiniger genehmigt habe, gehe ich in Pyjama und Gummistiefeln überaus gut gelaunt hänschenkleinpfeifend zum Finanzamt.
Der unfreundliche Pförtner, der mir zunächst den Einlass verwehrt, wird die nächste Zeit damit beschäftigt sein, die ganzen Schlüssel und seinen Kugelschreiber aus Ohr- und Nasenlöchern zu entfernen. Es waren eine Menge Schlüssel, die da am Brett hingen. Aber lustig hat er ausgesehen.
Zimmer 212, Kategorie Selbständige und Freiberufler.
Mein Sachbearbeiter hat gerade keine Zeit. Denkt er jedenfalls in seiner selbstherrlichen Arroganz. Ich reiße die Tür auf, pinkle Goethe zitierend in den Gummibaum und lege Feuer in seinem Büro. Mit einer Büroschere entferne ich dem verdutzten Finanzbeamten sein rechtes Ohr, das linke erhält durch Locher und Papiertacker eine interessante futuristische Form. Dann zerre ich ihn an seiner geschmacklosen Krawatte auf den Flur. Er ist vor Angst wie gelähmt. Diese Angst scheint sich noch zu steigern, als ich unter lautem Intonieren von indianischen Kriegsgesängen die Schlafanzughose ausziehe.
Bei meinem Versuch, ihn zu schwängern, werde ich von kräftigen Armen in eine Zwangsjacke gepresst und bekomme eine Spritze. Sogleich wird mir ganz anders.
Alles ist so leicht. Das Heulen der Sirene von Feuerwehr und Notarzt wird zu einer lieblichen Melodie. Verschiedene Türen schließen sich hinter mir. Dann bin ich allein. Bleierne Müdigkeit ergreift von mir Besitz. Steuern sind mir egal. Bin ich jetzt im Paradies?
Die letzten Tage waren furchtbar. Ich bin das Opfer einer politischen oder religiösen Verschwörung! Ich muss hier raus! Bekomme Spritzen und Tabletten. Mein Kopf ist fixiert, werde pausenlos mit „1000 legale Steuertipps“ beschallt.
Bin gestern aus der Anstalt ausgebrochen. War ganz einfach.
Ich hab bei dem neuen Pförtner so getan, als ob ich verrückt wäre, da hat er mich für den neuen Anstaltsleiter gehalten. Hatte mir aber vorher normale Klamotten besorgt. Ein hinten offenes Nachthemd wirkt nicht so gut vor einer Nervenklinik. Habe an der Straße ein Taxi genommen, den Fahrer auch. Als Fahrtziel Memphis/Tennessee angegeben. Bloß weit weg von hier. Ständig auf Luftangriffe, Raubsaurier, Finanzbeamte und Indianer geachtet. Deswegen vom Taxifahrer am Bahnhof an die frische Luft befördert worden. Nach meiner Machtergreifung werde ich ihn vom Verkehrsminister entfernen lassen.
Habe dann am Bahnhof interessante Sachen entdeckt. Offensichtlich betrunkene Jugendliche liegen auf der Erde, trinken Dosenbier und lassen sich von Passanten Münzen schenken. Werde das auch probieren. Nach einer Stunde aufgehört, 34,69 Euro. Befürchte nun Stress mit dem Finanzamt. Nein, nicht schon wieder! Lebensunterhalt ist aber vorerst gesichert.
An der Bahnhofsmission Reichtum verschwiegen und einen Teller Suppe ergaunert.
Ich beschließe, öfter am Bahnhof Suppe zu essen, um meinem Leben so einen neuen Sinn zu geben. Wegen einsetzenden Regens Hotelzimmer gemietet. Vorher noch am Geldautomaten gewesen. War aber leer. Muss morgen wohl wieder betteln am Bahnhof. Im Zimmer Minibar geleert und eingeschlafen. Von kräftigen jungen Männern in weißen Hemden geträumt. Nach meinem Erwachen war Hotelzimmer irgendwie verändert, überall so weiche Wände!
Das Fenster ist auch verschwunden. Bloß die jungen Männer nicht. Nach dem Portier geklingelt. Es kam Napoleon persönlich. Weil mir sein Gefasel von Waterloo und Talleyrand auf die Nerven ging, habe ich ihm seinen Dreispitz in den Arsch geschoben und ihn kräftig verdroschen.
Belehrt worden, dass man so den neuen Anstaltsleiter nicht behandeln darf. Der sei schließlich Professor!
Deswegen wieder mal Spritzen und tüchtig Haue gekriegt.
Danach an der Zellendecke interessanten Film über fliegende Kühe gesehen. Beim Hinterherfliegen leider erwischt worden. Muss Flucht planen, um der Verschwörung zu entgehen. Werde das gleich morgen mit dem Grafen von Monte Christo besprechen, er ist der einzige, dem ich hier noch traue. Anfänglich machte wenigstens der Osterhase einen loyalen Eindruck, aber seitdem ich weiß, dass er ein Verhältnis mit Marlene Dietrich hat, ist er bei mir unten durch. Nun aber erst mal schlafen und neue Kräfte sammeln. Morgen ist auch noch ein Tag.
Erwacht. Ich verstehe die Welt nicht mehr. Der einzige normale Mensch auf Erden sitzt in der Nervenheilanstalt, nämlich ich. Es ist schrecklich hier, deswegen bin ich schon ein paar mal ausgebrochen. War nie von langer Dauer. Ich bin überzeugt, dass man mir einen Peilsender eingesetzt hat, weiß bloß nicht wo. Und dann immer diese sexuellen Belästigungen!
Erst gestern wieder gab es Erbseneintopf, in dem ein abgeschnittener Pimmel lag. Ich weiß auch, wer so was macht. Der Typ, der den Essenswagen fährt, ist scharf auf mich. Er liebt mich nicht, er will bloß meinen Körper. Den Gefallen tue ich ihm aber nicht. Wenn ich mich hingebe, dann nur meinen Freunden aus dem All.
Der Graf von Monte Christo hat keinen Bock mehr auf Ausbrechen. Er will mir beim Tunnelgraben nicht helfen. Er sagt, er sei zu alt für solchen Scheiß. Versager!
Ich gebe nicht auf. Wenn ich direkt unter dem Fenster grabe, habe ich tagsüber immer schön Licht beim arbeiten. Blöd ist bloß, dass man mir seit meiner letzten Flucht die Lederriemen immer noch nicht abgenommen hat. Die stehen hier auf Fesselspiele, die perversen Schweine. Aber die kriegen mich nicht klein, niemals. Auch wenn sie sich immer neue Schikanen ausdenken. Seit ich letztens der Nachtschwester beim Schlaftablettegeben einen Finger abgebissen habe, bekomme ich jetzt immer Zäpfchen. Am besten, ich fange wieder an zu schreien. Dann gibt es zwar wieder Prügel, aber auch eine Spritze. Das ist hoffentlich die, mit der ich fliegen kann. Wenn ich den Kopf nach rechts drehe, sehe ich hinter den Gittern den Himmel. Manchmal sogar die Sonne und besonders nach den Spritzen auch zwei oder drei Monde. Bald kommen die Außerirdischen. Ich weiß das, ich habe ihre geheimen Botschaften an mich in der Nudelsuppe gelesen. Sie werden mich befreien. Dann wird Rache geübt.
Diesem Napoleon werde ich die Nase abschneiden, dann kann er sie nicht mehr in meine Angelegenheiten stecken. Ich werde mit Hilfe meiner Freunde aus dem All eine neue Weltordnung errichten. Und ich bin der Herrscher des Universums, ich bin Gott. Ich sitze voller Wonne auf meinem Thron inmitten geschmeidiger warmer Kissen.
Was ist denn jetzt schon wieder los? Wie, ins Bett geschissen? Zum Lakenwechseln müssen sie mir die Lederriemen lösen, dann kann ich fliehen und der Verschwörung gegen mich hier ein Ende machen. Hoffentlich bekomme ich nicht vorher wieder eine Spritze! Nein ! Nein, ich will keine Spritze, keine Spritze, Ich will kei...
Langsam wird es hell. Lasst mich schlafen! Lasst mich hier in meiner Welt! Der Nebel lichtet sich, kalte Neonröhrenstrahlen bohren sich in meine Augen. Ich bin immer noch angeschnallt. Die Zellentür wird geöffnet. Mehrere Wesen treten ein.
Die Außerirdischen sind endlich gelandet! Sie besuchen mich. Keiner darf das wissen. Deshalb sind sie als Klempner getarnt und wechseln zum Schein den Heizkörper in meiner Zelle. So konnten sie die Wärter täuschen. Ich habe sie in ihrer Geheimsprache gefragt, ob es an der Zeit sei, die Weltherrschaft an sich zu reißen und ob sie für mich eine Krone und ein Laserschwert mitgebracht haben. Sie antworten nicht. Sie werden es nicht dürfen. Es ist sicher nur ein Spähtrupp, der die beste Situation für die Große Invasion erkunden soll. Sehr nett von ihnen, mich zu besuchen, um mir Mut zu machen. Sie geben mir Zuversicht. Mit ihrer Hilfe werde ich Napoleon der Lächerlichkeit preisgeben und mein Königreich im gesamten Erdenrund errichten. Wenn Monte Christo sich wieder fängt und aufhört, sich für einen Patienten mit Schizophrenie zu halten, mache ich ihn vielleicht zum Minister. Der Osterhase hingegen wird leer ausgehen. Falls er überhaupt ausgeht. Ich bin mir ziemlich sicher, dass er im Oberstübchen nicht ganz rund läuft. Vielleicht sollte ich ihn in eine Anstalt für psychisch Erkrankte sperren lassen. Dann soll Marlene Dietrich doch sehen, wer ihr den Hintern massiert. Meine außerirdischen Freunde sind erst mal wieder gegangen. Aber auf dem Fensterbrett haben sie mir etwas dagelassen. Geschickt als Rohrzange getarnt liegt da ein Speziallasergewehr. Ich glaube, es ist auf „töten“ eingestellt. Sie wollen mir ein Zeichen geben. Ich bin auf der Hut.
Es ist Montag, zehn nach acht. Die Woche will wieder mal kein Ende nehmen. Zum Frühstück gab es Milchsuppe. Da ich noch immer angeschnallt bin, hat der Pfleger mir einen Trichter in den Hals gesteckt und die Suppe reingegossen. Habe nichts geschmeckt, dafür aber jetzt mit blasen überzogene Mandeln. In Gedanken habe ich den Pfleger auf meine Liste gesetzt.
Nach meiner Machtergreifung wird er einer Säuberungsmaßnahme zum Opfer fallen.
Meine Freunde aus dem All haben sich noch nicht wieder sehen lassen. Wahrscheinlich gibt es Schwierigkeiten. Kann sein, dass ihre Tarnung aufgeflogen ist. Ich muss sie suchen, ihnen ein Zeichen geben. Wenn das Zäpfchen anfängt zu wirken, werde ich meinen Geist in einen vorüberfliegenden Vogel teleportieren. So kann ich vielleicht Kontakt mit ihnen aufnehmen. Dazu müsste aber vorher einer das Fenster öffnen, denn durch die Scheibe kann ich nicht teleportieren. Man hat aus Schikane Sicherheitsglas installiert. Jedenfalls muss das so sein, denn es ist mir noch nie gelungen. Am besten, ich liege ein paar Tage ganz ruhig, vielleicht werden dann die Lederriemen abgenommen. Kann mir mal einer den Trichter aus dem Rachen ziehen?
Ich habe überlegt, dass ich nach der Machtergreifung einen Stellvertreter einsetze und die Erde für immer verlasse. Es hält mich eigentlich nichts mehr hier. Sollen die ihren Kram doch hier alleine machen. Ich werde zum Planet meiner Freunde fliegen. Ich habe schon viel davon geträumt, besonders nach kleinen grünen Pillen. Auf diesem Planeten gibt es keine Probleme und kein Finanzamt. Man spricht nicht nur vom öffentlichen Verkehr, nein, man traut sich auch. Grenzenlose Liebe. Und jeden Sonntag Schweinebraten mit Rotkohl und Klößen.
Das wird ein Leben. Faulenzen, keine Steuern, jeden Tag Sex. Verdammt, was war Sex eigentlich noch mal? Vielleicht ist es das, was der eine Pfleger immer mit mir macht, nachdem er mir das Zäpfchen gegeben hat.
Die machen mich hier noch ganz verrückt mit ihrer so genannten Therapie.
Aber ich kann mich nicht wehren, sonst setzt es wieder Prügel und Spritzen, wobei letztere gar nicht so übel sind. Habe nach der gestrigen Gutenacht- Spritze an der Decke „Mission impossible 4“ gesehen.
Mit Greta Garbo in der Titelrolle. Tolles Weib! Ach, jetzt weiß ich wieder, was Sex ist, aber es ist mir egal. Meine Befriedigung erhalte ich auf einer höheren mentalen Ebene, nicht durch animalische Instinkte. Obwohl, mal sehen, wie die Frauen auf dem Planeten meiner Freunde so sind. Bis zum Mittag werde ich noch etwas meditieren.
Mir ist langweilig. Wegen meiner Verschnürung hatte ich lange keinen Kontakt mehr zu Mithäftlingen. Ich würde gern wissen, wie es Johannes dem Täufer geht und ob er wieder mit Schnapstrinken angefangen hat. Vielleicht könnte ich auch die Brüder Montgolfier überreden, mich hier mit einem Ballon raus zu holen. Mist ist bloß, dass sie Franzosen sind. Ob sie von meinen Differenzen mit Napoleon Bonaparte wissen? Bestimmt, so was spricht sich schnell herum. Wieso läuft der hier eigentlich frei umher, kommt sogar ab und zu in mein Zimmer?
Zu seinem Glück hindern mich die Riemen daran, ihn zu vermöbeln. Aber angefurzt habe ich ihn neulich. Hat ihn aber weiter nicht gestört, er hat nur was von Dosiserhöhung gemurmelt. Am besten, ich stelle mich tot.
Mir ist kalt. Warum liege ich eigentlich nicht angeschnallt in meinem Bett? Und wieso ist dies Bett hier komplett aus Aluminium und wieso ist es hier so dunkel und kalt? Dass mein Kopf zugedeckt ist, beunruhigt mich etwas. Plötzlicher Lichtschein, Stimmengemurmel. Ich höre Metall auf Metall klappern, klirrende Geräusche. Jetzt läuft ein Wasserhahn. In meiner Aluminiumwanne wird es nass und noch kälter. Das Tuch über meinem Kopf wird weggezogen und ich erblicke einen Mann in dunkelgrünem Kittel, in der einen Hand ein Messer, in der anderen ein kleines Tonbandgerät. Brillenträger, Dreitagebart. Was will er? Ein Mitgefangener?
Er diktiert in sein Gerät: „Männliche Leiche, circa einsachtzig, achtzig Kilo, blasses Hautkolorit, keine sichtbaren äußeren Verletzungen. Zehn Uhr zwanzig, beginne mit der Obduktion.“ Dann setzt er das Messer an meine Brust. Ja, was soll denn das?
Noch bevor er schneidet, begrüße ich ihn mit einem freundlichen „Guten Morgen. Würden Sie bitte die Heizung etwas höher drehen? Mir ist kalt!“ Selten haben meine Worte eine absurdere Reaktion ausgelöst. Anstatt meinem Wunsch nachzukommen, reißt er die Arme in die Höhe und stößt einen spitzen Schrei aus. Mit dem Messer erwischt er dummerweise sein rechtes Ohr. Nun sitzt er blutend auf dem gekachelten Fußboden und starrt mich schwer atmend an, als sei ich ein Wesen von einem anderen Stern. Scheinbar haben hier alle den Verstand verloren. Um ihn zu beruhigen, sage ich „Stehen Sie lieber auf, die kalten Kacheln sind nicht gut für die Hämorrhoiden!“ Das tut er dann auch, allerdings sehr hastig, und rennt schreiend aus der Tür. Sein Diktatophon scheppert auf die Fliesen. Sieht gar nicht so billig aus, das Ding. Ich gehe zur Tür, den Gang entlang auf die Straße. Mir ist immer noch kalt. Kein Wunder, es liegt Schnee und ich bin komplett nackt. Einige Leute starren mich an. Bestimmt, weil ich einen gelben Zettel am Zeh habe. Ich entferne ihn, um nicht mehr aufzufallen. Jetzt nur keinen Franzosen begegnen, die könnten mich an Napoleon ausliefern. Zum Glück meiden mich die wenigen Passanten. Einer von denen sieht aus wie Charles de Gaulle. Ich verdrücke mich hinter eine Häuserecke.
Ich habe Hunger, sehe mich nach etwas Essbarem um. Plötzlich ein heulendes Geräusch. Ein grünes UFO zischt direkt über dem Asphalt schnell auf mich zu. Ich winke, es müssen meine Freunde aus dem All sein. Ich bin gerettet! Schnell ziehen sie mich in das Fahrzeug und ab geht es in wilder Jagd.
Ich kenne mich hier gut aus. Hier müsst ihr links abbiegen, Freunde! Ich greife ins Lenkrad, um dem Fahrer zu helfen. Plötzlich ein Knall, alles wird alles dunkel. Kalt ist mir auch nicht mehr, ich bin bloß noch müde. Sehr, sehr müde.
Gleißende Helle. Harfenmusik. Ich öffne die Augen. Wabernder Nebel. Es sieht aus, als läge ich auf einem riesigen Zuckerwatteberg. Alle Schmerzen sind weg, ich fühle mich leicht und ausgeruht. Jemand berührt mich von hinten. Ich drehe mich um und erblicke einen alten Mann im Nachthemd mit Jesuslatschen und langem ungepflegten Bart.
Scheiße, ich bin wieder in der Anstalt gelandet. Wenigstens nicht angeschnallt. Was will der Typ da von mir?
Er soll seine Psychose bloß nicht an mir auslassen.
„Willkommen im Himmel, mein Sohn!“ sagt er mit sonorer Stimme. Also doch komplett verrückt. Ich kann ihm nur versichern, dass dies nach ein paar Spritzen meistens besser wird.
Jetzt legt er mir die Hand auf die Schulter und faselt etwas von ewiger Glückseeligkeit und Hosiannasingen. Mir reicht es jetzt. Ich ziehe ihn am Bart und haue zu.
Wieder Dunkelheit. Mir ist, als säße ich in einem Lift und sause nach unten. Endlose Stunden vergehen. Wo bin ich? Lässt die Wirkung der Zäpfchen nach? Plötzlich öffnet sich die Fahrstuhltür und ein kostümierter Kerl steht vor mir. Seit wann wird in der Anstalt im Heizungskeller Karneval gefeiert? Wenn da Napoleon dahinter kommt, das setzt Hiebe und Spritzen von den Wärtern!
„Willkommen in der Hölle!“ ruft der Typ mit den schwarzen Radlerhosen und dem roten Umhang und fuchtelt mit einem albernen Dreizack. Nimmt denn der Irrsinn gar kein Ende? Aber wenigstens schön warm ist es hier, auch wenn es etwas unangenehm riecht.
Ich entreiße ihm den Dreizack und verpasse ihm eins zwischen die witzigerweise tatsächlich vorhandenen Hörner. Es gelingt mir nicht, ihm den Schwanz abzureißen, muss verdammt fest angenäht sein. Der Heini merkt, dass mit mir nicht zu spaßen ist. Er hätte hier keine Verwendung mehr für mich, ruft er und fuchtelt wild mit den Armen. Dann kommen noch ein paar Verrückte und stoßen mich zurück in den Fahrstuhl. In rasender Fahrt geht es nach oben, schneller und immer schneller. Die Geschwindigkeit überschreitet jede vorstellbare Dimension. Ich sehe Lichtpunkte, die zu Strichen werden. Angst kriecht in mir hoch, packt mich mit eisiger Hand am Nacken. Plötzlich ein Ruck. Der Fahrstuhl hält. Sanft gleiten die Türen auseinander. Ich sehe in hellen Sonnenschein, allerdings von zwei Sonnen. Kreist der Heimatplanet meiner außerirdischen Freunde nicht um einen Doppelstern?
Fröhliche Leute in knappen luftigen Gewändern laufen jubelnd auf mich zu. Sie bringen mich zur Einwanderungsbehörde. Nach wenigen Minuten bin ich ohne bürokratische Klippen neu eingekleidet und habe eine Wohnung. 200 Quadratmeter, französisches Rundbett, Balkone, Terrasse mit Pool, Blick auf die See, Wintergarten mit tropischen Gewächsen.
Für Einwanderer von der Erde mietfrei. Ich glaube, ich bin im Paradies. Nach der ersten Nacht allein im Rundbett mit unbegrenztem Champagnerverzehr (natürlich frei) und lieblicher Musik weiß ich, dass ich eine Freundin brauche. Deswegen gleich morgens ein Pressebüro aufgesucht und erklärt, dass ich eine attraktive Partnerin suche und deswegen ein Inserat aufgeben wolle. Die nette Sekretärin lächelt und fragt „Ein- oder zweispaltig?“ Zweispaltig?? Jetzt bin ich mir sicher. Ich bin im Paradies!
Amok
Geralds Blicke pendelten wirr zwischen der leeren Wodkaflasche und der Wanduhr hin und her. Verdammt, so würde er nie bis morgens um 8.00 Uhr nüchtern werden!
Und gleich die Matheklausur in den ersten beiden Stunden! Und dann noch nachmittags der Leistungskurs! Und ich noch sturzbetrunken, dachte Gerald. Das gibt Ärger!
Um sich die Problematik noch einmal durch den Kopf gehen zu lassen, wankte er zum Klo. Der Badezimmerschrank neigte sich ihm bedrohlich entgegen und auch der Badläufer schien ein erstaunliches Eigenleben zu entwickeln. Während er neben die Kloschüssel pinkelte,
reifte in ihm ein Entschluss.
Zurück im Wohnzimmer, ergriff er das Telefon und wählte die 110.
„Polizeirevier 13, Wachtmeister Haferkorn am Apparat. Was kann ich für Sie tun?“
Gerald riss sich zusammen und versuchte, klar und deutlich zu sprechen.
„Ich möchte einen Amoklauf ankündigen!“
„Herrje, da sind Sie ja schon der Dritte heute! Wo wollen Sie denn Amok laufen?“
„Im Eichenholzgymnasium!“
„Moment, ich notiere. Und wann?“
„Irgendwann morgen Vormittag.“
„Können Sie Gründe angeben?“, fragte der Wachtmeister interessiert nach.
„Ich hasse die Welt. Und am meisten die 12b. Die werde ich morgen auslöschen. Alle!
Und die dicke Frau Plüschinski! Die zuerst, die blöde Kuh!“
„Ist das eine Lehrerin?“
„Ja, Deutsch und Geschichte.“
„Sind Sie denn bewaffnet?“ Die Stimme des Polizisten klang unsicher.
„Klar, was dachten Sie denn? Ich habe genug Waffen, um die ganze amerikanische Garnison von Berlin wegzupusten!“
„Aber die ist doch längst abgezogen!“
„Mir doch egal! Hatten bestimmt die Hosen voll. Also, was ist denn nun, kümmern Sie sich um alles?“
„Ja. Wie ist denn Ihr Name?“, wollte der Polizist wissen. „Ist bloß für die Unterlagen!“, fügte er beruhigend hinzu.
„Du trickst mich nicht aus. Ich leg jetzt auf!“
Klack, die Verbindung war unterbrochen. Was bin ich doch für ein pfiffiges Kerlchen, dachte Gerald grinsend. So würde er sich jetzt noch ein paar Bierchen gönnen, morgen schön ausschlafen und danach in aller Ruhe die Weihnachtseinkäufe erledigen. Mathelehrer an der Penne ist gar kein so übler Job, dachte er, als er die Richtung zum Kühlschrank einschlug.
Journalisten
Journalisten haben recherchiert, dass im Kochsalz Natriumchlorid enthalten ist!!
Das Gesundheitsministerium klärt vorbehaltlos auf und bestätigt, dass Natrium ein sehr aggressives Alkalimetall ist, das in Verbindung mit Wasser explosionsartig zu Natriumhydroxid reagiert. Selbiges dissoziiert in wässriger Lösung zu einer starke Base, die bei Hautkontakt Kolliquationsnekrosen hervorruft.
Kaum zu glauben! Und so ein Teufelszeug ist in Deutschland frei verkäuflich!
Und Chlor ist ein hochgiftiges Gas, im ersten Weltkriege sogar als Kampfgas eingesetzt.
Es führt zu schweren Verätzungen der Atemwege.
Wie Natriumchlorid ins Kochsalz gelangen konnte, ist bisher unklar. Es ist ein Skandal.
Die Generalbundesanwaltschaft und der BND haben intensive Ermittlungen aufgenommen.
Ob Al- Quaida dahinter steckt, bleibt abzuwarten.
Vorsorglich wurde der Vorstand der AG Salz und Pfeffer sowie der Bürgermeister von Salzwedel/Sachs.Anhalt in Beugehaft genommen.
Die österreichische Regierung hat die Salzburger Festspiele abgesagt und über Salzburg eine Ausgangssperre verhängt. Wahrscheinlich steckt der Führer, der gern auf seinem Anwesen auf dem Obersalzberg weilte, dahinter, so der linke Flügel der SPD .
Die Polizei rät, Salzstreuer zu verbotenen Gegenständen zu erklären.
Badesalz erscheint auf der Liste der verbotenen Substanzen.
Der Salzhering wird ausgerottet und gegen Salzstangen mit aller Härte des Gesetzes vorgegangen. Mittelschnauzerbesitzer, deren Hund den Farbschlag „Pfeffer und Salz aufweist“, sind vorerst von Gruppenspaziergängen ausgeschlossen.
Der Verbund Deutscher Gaststätten streicht Salzkartoffeln aus den Speisekarten.
Unsere Bundesregierung zeigt in Zeiten größter Not Ge- und Entschlossenheit.
Bis zur Endklärung des Problems wird die Bevölkerung aufgerufen, nachts in festen Unterkünften zu bleiben und Ruhe zu bewahren.
Am Verdunklungsbefehl ist festzuhalten und statt Kochsalz Glaubersalz zu verwenden.
Soll ja auch gut für den Stuhlgang sein.
Halloween
Der Amerikaner an sich gehört zu den Wirbeltieren. Auch ist er geübt im Umgang mit Schurkenstaaten, Schusswaffen, Kaugummi, Fucking-Sagen und Cola. Es gibt nur wenige Dinge, die er nicht beherrscht. Da fällt mir das Essen mit Messer und Gabel ein. Und das richtige Zielen. Fast jeder Amerikaner hat eine Schusswaffe und sie vermehren sich trotzdem. Auch wenn man die beachtliche Einwanderungsrate in Betracht zieht, kann es mit der Treffsicherheit der Stars-and-stripes-Boys nicht weit her sein. Was Amerikaner aber ganz und gar nicht können, ist mit Kürbissen umzugehen. Jeder normale Mensch kocht Kürbis süßsauer ein und isst ihn zu Kartoffelpüree und Rührei. Auch kann man eine Art Suppe daraus kochen, die genau so beschissen schmeckt wie sie aussieht. Mit der Größe dieser lustigen Pflanze kann man vielleicht einen Preis gewinnen und diesen dann versaufen. Auch kann man einen Kürbis aushöhlen, zwei kleine Löcher reinpieken und dann einen Joint daraus rauchen. Ist öko und cool. Okay ist auch, sich danach das Loch etwas größer zu machen und den Kürbis zu vögeln. Alles völlig normal.
Aber was macht der übergewichtige Ami? Er schneidet Ende Oktober das Antlitz seines Präsidenten oder seines schwulen Schwagers in einen Kürbis, stellt ein Hindenburglicht hinein und zieht als marodierende Jugendbande durch den Ort, erschreckt Schlaganfallpatienten und bettelt um Sahnebonbons, damit er noch fetter wird. Als Erschreckverkleidung dienen oft Hexen-Outfits und Alienmasken. Die Veteranen des Ku-Klux-Clan können an Halloween mal wieder nach Herzenslust unerkannt einen Neger teeren und federn und werden von der Masse johlend angefeuert, soweit sie einen Kürbis dabei haben. So schön ist Halloween. Wenn alle von Kürbis und Negerteeren die Schnauze voll haben, dann geht es dem Truthahn an den Kragen. Dann löst der ältere Ami mittels 3 Flaschen Leichtbier Erbrechen aus und gedenkt befriedigt seiner uralten Hochkultur, während die Jüngeren sich ihre Halloween-Dosis Crack genehmigen und an dem geteerten Neger das Kettensägenmassaker rekonstruieren. Und wie uns unsere Massenmedien glaubhaft versichern, ist es unerlässlich, solcherlei Sitten im kulturlosen Deutschland auch einzuführen... |