~ Dr. Frank Hess Geschichten ~
 

Tipps für angehende BILD-Redakteure

Nehmen Sie es, mit der, Kommasetzung nicht so, genau bei Vergleichen verwenden Sie, stets „wie“ niemals „als“ das ist etwas, für Grammatikfetischisten. Sehen Sie geht, doch besser wie gedacht.

Verwenden Sie niemals dem Genitiv. Das wirkt auf dem Leser arrogant.

Ein „dass“ mit zwei „s“ ist übertriebene Härte, „das“ genügt immer völlig.

Scheren Sie sich niemals um so banale Dinge wie Wahrheitsgehalt, Privatsphäre oder Datenschutz.

Lügen Sie, was das Zeug hält, morgen können Sie immer noch das Gegenteil schreiben.

Beantworten Sie niemals Fragen, sondern stellen Sie welche, z.B.: Greift China morgen die Russen mit Atomwaffen an?

Beweisen Sie biologische Inkompetenz! Spinnen gehören bei Ihnen zu den Insekten und der Iltis ist ein Nagetier! Greifvögel müssen Sie als Raubvögel bezeichnen, das imponiert!

Halten Sie Botox für ein Schlangengift, viele Ihrer Leser tun das ja auch.

Absperrungen aller Art sind für Sie grundsätzlich immer hermetisch, auch wenn sie natürlich nicht luftdicht sind, denn das bedeutet hermetisch.

Verfallen Sie bei einem Interview mit Justin Bieber in Schnappatmung.

Benutzen Sie so viele englische Begriffe wie möglich, auch wenn Sie die gar nicht verstehen oder es die überhaupt nicht geben sollte.

Bezeichnen Sie jede Person mit einem gewissen Bekanntheitsgrad als Ikone. Das ist zwar ein Heiligenbild der Ostkirche, aber das macht nichts.

Jeder Mensch, der etwas von Irgendwas versteht, ist für Sie ein Guru. Auch wenn er gar kein hinduistischer Religionslehrer ist.

Die Einheit Kilokalorie (kcal) ist eine bösartige Erfindung von perversen, weltfremden Physikern. Für Sie gibt es nur Kalorien. Und „Lichtjahr“ ist eine Zeiteinheit. Was sonst? Sagt doch schon der Name.

Bezeichnen Sie alle Personen mit Namen wie Petkovic, Bajramaj und Ichkanndichleidernichtaussprechenivitsch grundsätzlich als „schön“ und „unsere“, auch wenn die aussehen wie keimende Kartoffeln und in Kleintadshikistan geboren sind.

Bei Sportreportagen können Sie Südafrika, Jamaika und Australien ruhig in einen Topf werfen. Schließlich tragen die alle grüngelbe Trikots und von Ihren Lesern merkt sowieso keiner den Unterschied.

Denken Sie daran, die Türkei, Aserbaidschan und Georgien liegen in Europa! Wer etwas Anderes behauptet, ist entweder Rassist oder Neonazi.

Sprechen Sie beim Fußball immer von einem „Anschlusstor“, auch wenn es das 1:5 ist, das fällt keinem auf.

Schreiben Sie euphorisch vom Dortmunder Superstar „Götzinho“ und erklären Sie anderentags kompetent, warum er gegen Österreich auf der Bank sitzen muss.

Begründen Sie fachmännisch, warum Bayern München am Wochenende gewinnen wird und erklären Sie am Montag die Heimniederlage gegen Gladbach. Sie haben es doch schon immer gewusst, oder?

Lassen Sie Alpinskifahrer im unteren Drittel immer etwas „hinzuverlieren“, das klingt nach Sachverstand.

Bei medizinischen Berichten ist das „s“ Ihr wichtigster Buchstabe. Schreiben Sie immer Sprunggelenksfraktur oder Knochenmarkspunktion. Schließlich heißt es ja auch Knochensbruch oder Blutsentnahme, oder?

Bringen Sie mindestens einmal im Monat die Sensationsmeldung, dass amerikanische Wissenschaftler herausgefunden haben, dass Aspirin gegen Kopfschmerzen hilft.

Bezeichnen Sie völlig unbekannte und untalentierte Sänger als Megastars. Schließlich waren die schon mal 23 Sekunden auf RTL zu sehen.

Berichten Sie täglich und vor allen sehr detailliert von Bildungssendungen wie „Dschungelcamp“, „Big Brother“ und „Die Alm“. Sagen Sie aber auch täglich, was das für ein primitiver Mist ist. RTL und PRO7 zahlen trotzdem gut für die Werbung und Sie geben sich einen seriösen Anschein.

Merken Sie sich: Einen GAU (GRÖSSTER anzunehmender Unfall) gibt es nicht, nur SuperGAUs. Für Sie existiert etwas, das größer als das Größte ist. Das heißt Super oder Mega.

Schreiben Sie stets „15 Euros“. Schließlich haben Sie ja auch früher „15 Marks“ gesagt.

Sagen Sie ab und zu mal für abends einen Sonnenuntergang voraus!

Aber der wichtigste Tipp ist: Machen Sie ein Volontariat beim alkoholkranken und kettenrauchenden BILD-Kolumnisten Franz-Josef Wagner!

Sachen

Es gibt so Sachen, die einen zum Grübeln bringen können. Da geht Thilo Sarrazin ohne Kopftuch ins Berliner Stadtviertel Klein-Istanbul, um Döner zu essen. Was passiert? Er wird beschimpft und weggejagt. Das ist ansich noch nicht weiter verwunderlich, hat er doch in seinem Buch „Deutschland schafft sich ab“ über all die unerwünscht zugereisten Hakennasen, die dem deutschen Steuerzahler auf der Tasche liegen, vom Leder gezogen. Verwunderlich ist eher die Tatsache, dass er da Döner essen wollte. Ist ihm eine deutsche Bratwurst nicht mehr gut genug? Vielleicht tun wir ihm aber auch Unrecht und er war nur in Kreuzberg, um sich etwas Gras zu kaufen. Wer weiß.

Man kann sich noch über andere Sachen wundern. Die total obergeheimen Baupläne des neuen Reichssicherheitshauptamtes, es heißt heute, glaub ich, etwas anders, werden geklaut. Diese Pläne sind derartig obergeheim, dass es volle zwei Tage gedauert hat, bis die BILD die Pläne veröffentlichte. Das will etwas heißen, berichtet doch die BILD sonst schon über die Konsistenz des Stuhls von Fräulein Katzenberger, bevor sie überhaupt geschissen hat!

Noch viel geheimer war der Deal mit Saudi-Arabien über die Lieferung von 200 Leopard-Kampfpanzern. Das wusste keiner, nicht mal unsere Panzergeneräle. Selbst der Bundesnachrichtendienst, das Ministerium für Staatssicherheit und die Gestapo waren ahnungslos. Bis das eben plötzlich in der Zeitung stand. Einfach so. Unser Merkel: „Äh, hm, ja, also, äh, ja, das stimmt, äh, zwar, aber das kann keiner wissen, weil es obergeheim ist. Saudi-Arabien läßt seinen Straftätern zwar auf dem Marktplatz öffentlich Arme, Beine und den Kopf abschlagen und Frauen dürfen an Feiertagen gesteinigt werden, aber nicht Auto fahren, doch im Grunde genommen ist Saudi-Arabien doch ein ganz lieber und demokratischer Bündnispartner. Außerdem liefern wir bloß die Panzer und keine Panzersoldaten! Und da Saudi-Arabien zwar gepanzerte Kamelreiter, aber keine Panzersoldaten hat, kann Saudi-Arabien mit den Panzern kein dummes Zeug anstellen und sie nur als Abschreckung gegen Sandstürme, Israel und die gefürchtete Dromedarkrätze einsetzen. Und solange Israel den, äh, dingsda, den Zebrastreifen, wo die Palästinaken wohnen, beschießt, wird sich Saudi-Arabien wohl ein paar Leoparden leisten können! Wissen Sie, wieviele Leoparden es in Tansania gibt? Na also, und da kümmert sich kein Mensch darum! Schließlich sind Waffenexporte gut für den Export und dienen einem guten Zweck! Außerdem hat der Kriegsminister, also die Sau, die arabische, versprochen, nur auf Terroristen und andere Nichtmuslime zu schießen und sich, falls mal im Deutschlandeinsatz, sich streng an die Genfer Konvention und die Straßenverkehrsornung zu halten! Ich weiß gar nicht, warum die Sache mit den Leoparden so aufgebauscht wird. Adolf Hitler hatte sogar Tigerpanzer! Und hat er den Krieg vielleicht gewonnen? Nein, außer gegen Frankreich. Na also!“

Ebenfalls ganz fürchterlich geheim war die Identität des katholischen Pfarrers und mehrfachen Kinderschänders Andreas L.(46) aus Hildesheim. Damit er es im Gefängnis nicht ganz so schwer hat. Aus einem der Gefängnisleitung der JVA Braunschweig bisher völlig unerklärlichem Grund wurde der arme Kinderschänderpfarrer von brutalen und völlig entmenschten Mithäftlingen verhauen! Skandal! Der Gefängnisdirektor ordnete als Sofortmaßnahme die Bereitstellung von zehn Leibwächtern zum Schutze von Andreas L. an. Über dessen Wunsch, ihm jedes Wochenende ein paar Knaben kommen zu lassen, wird noch verhandelt. Wird aber wohl klappen, schließlich versicherte Andreas L. glaubhaft, den Jungs (bevorzugt schlank und so um die zehn Jahre alt) nur etwas vom lieben Heiland erzählen zu wollen.

Fragen an den Bundespräsidenten

Nach islamischem Brauch wird Schlachttieren bei vollem Bewusstsein die Kehle durchgeschnitten. Gehört das zu Deutschland, Herr Wulff?

In fast allen muslimischen Staaten wird Ehebruch, Gotteslästerung und außerehelicher Geschlechtsverkehr mit dem Tode durch Steinigung bestraft. Gehört das zu Deutschland, Herr Wulff?

Im mehr westlich orientierten Saudi-Arabien dürfen Frauen nicht Auto fahren. Gehört das zu Deutschland, Herr Wulff?

Laut Koran ist die Frau Eigentum ihres Mannes. Ihr Himmel beginnt unter seinen Fußsohlen.Gehört das zu Deutschland, Herr Wulff?

Das Konvertieren vom Islam zu einer anderen Religion wird mit dem Tode bestraft. Gehört das zu Deutschland, Herr Wulff?

Die Todesstrafe wird auch an Minderjährigen vollstreckt. Gehört das zu Deutschland, Herr Wulff?

In Saudi-Arabien wird Ehebruch und Gotteslästerung mit dem öffentlichen Abschlagen des Kopfes bestraft. Gehört das zu Deutschland, Herr Wulff?

Muslimische Selbstmordattentäter sind gefeierte Märtyrer. Gehört das zu Deutschland, Herr Wulff?

Die meisten Frauen werden bereits als Kinder oder Jugendliche zwangsverheiratet. Gehört das zu Deutschland, Herr Wulff?

Einer muslimischen Frau ist es bei drakonischen Strafen verboten, einen Nichtmoslem zu heiraten. Gehört das zu Deutschland, Herr Wulff?

Muslimische Väter und Brüder schlachten ihre Töchter und Schwestern und nennen das Ehrverteidigung. Gehört das zu Deutschland, Herr Wulff?

Gehören Sie zu Deutschland, Herr Wulff?

Eigenschaften

Sie sind idealerweise:

Arbeitsscheu?
Verlogen?
Korrupt?
Machtgeil?
Egoistisch?
Hören sich gerne reden?
Können hohle Phrasen von einem Blatt Papier ablesen?
Sie werfen gerne das Geld anderer Leute aus dem Fenster?
Das deutsche Volk ist Ihnen scheißegal?
Geldgierig?
Sie intrigieren gern?
Schicken gerne junge Leute in den Tod?
Betrügen, wo Sie nur können?
Obwohl Sie scheiße aussehen, tragen Sie nur Armani?
Lieben Luxuskarossen für umsonst?
Treiben gern den deutschen Staat in den endgültigen Ruin?
Nicht beziehungsfähig?
Dummes Zeug zu schwafeln hat Ihnen schon immer gelegen?
Geld können Sie gar nicht genug bekommen?
Verraten für Geld und Macht alle Ideale der Demokratie?
Sie schmarotzen gerne?
Verarschen gerne Wähler?
Lassen gerne Sexualmörder auf Ihr Volk los?
Die Meinung und der Wille Ihres Volkes schert Sie einen feuchten Kehricht?
Bedienen sich schamlos am Gemeingut?
Verpesten gern die Umwelt?
Polygam?
Anderweitig sexuell seltsam veranlagt?
Nicht an der Realität interessiert?
Bekommen gerne fürs Nichtstun eine Menge Geld?
Heucheln gerne?
Bescheidenheit ist ein Fremdwort für Sie?
Es erregt Sie, von vielen gehasst zu werden?

Herzlichen Glückwunsch! Sie haben das Zeug, Bundestagsabgeordneter zu werden!

Meldung aus Kabul

Bundeswehr tötet versehentlich afghanische Soldaten!
Ein als Maultierfuhrwerk getarntes afghanisches Kampffahrzeug habe bei einer Kontrolle durch die Bundeswehr keinen Nachweis über bereits abgeleistete GEZ-Gebühren leisten können.
"Unsere Aufgabe hier ist es, für Recht und Ordnung zu sorgen! Deshalb gab ich den Feuerbefehl", so der Operationsleiter Feldwebel Ingo Müller. Auf diesen Befehl hin feuerte ein Schützenpanzer des Typs "Marder" auf das suspekte Fahrzeug.
Während die Bundeswehr von fünf Toten spricht, behaupten die afghanischen Behörden, es handele sich um sechs Opfer. Vielleicht wurde ein Maulesel mitgezählt. Eine Obduktion soll Klarheit bringen. Experten mutmaßen, es könne sich hierbei um fälschliche Angaben handeln, um die Reparationszahlungen, die Deutschland nun an Afghanistan leisten muss, zu erhöhen.
Um den Streitigkeiten ein Ende zu bereiten, schlägt Entwicklungsminister Dirk Nebel, der sich derzeit in Afghanistan befindet, eine Volkszählung vor.
Unabhängig von der Anzahl der Getöteten bedauert der Sprecher der Bundeswehr den Vorfall zutiefst und ordnet eine Überprüfung des Geschehens an.

"Es kann nicht sein, dass für so einen alten Karren mit ein paar Afghanen die teuren Panzergranaten des Schützenpanzers vergeudet werden! Eine einfache Handgranate hätte da voll gereicht.", so der Generalinspektor der Bundeswehr über den wenig rücksichtsvollen Umgang mit deutschen Steuergeldern.

"Wenn in Deutschland die Wirtschaftskrise herrscht, muss auch im Krieg gespart werden!", so wettert Wieker weiter. Gleichzeitig kündigte er entsprechende Maßnahmen, wie die
Wiedereinführung des Bajonetts, an. Mit dem eingesparten Geld könne man den afghanischen Bauern bei der Schlafmohnernte behilflich sein.
Der Provinzgouverneur vom Kundus sprach von "Missverständnissen" und forderte, deutsche und afghanische Truppen müssten sich bei Militäroperationen dieser Art untereinander besser abstimmen.

"Wenn die deutschen Truppen Afghanisch sprechen würden, hätte dieser tragische Vorfall vermieden werden können!", mutmaßt der Gouverneur weiter.
Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigt Einsicht und will einen zwölfwöchigen Sprachkurs unter dem Titel "Afghanisch für Anfänger" für jeden Bundeswehrangehörigen anordnen. Experten sind sich einig, dass diese professionelle Maßnahme das Sprachproblem in Afghanistan mindern könnte. Zeitgleich muss eine „Gesellschaft für Deutsch-Afghanische Freundschaft“ gegründet und der ausgleichenden Gerechtigkeit wegen fünf Taliban erschossen werden, allerdings nur Freiwillige.

Weiterhin bekräftigte die Bundeskanzlerin die Notwendigkeit, dass sich alle paar Tage ein paar junge deutsche Männer in Afghanistan erschießen lassen oder wenigstens auf eine Mine treten müssen. Alles zum Wohle unseres Volkes, denn sonst droht uns Afghanistan mit seinen hunderten Panzerdivisionen zu überrollen. Das wird doch wohl jeder einsehen, oder? Zumal die deutsche Truppe dort zum größten Teil aus Söhnen von Bundestagsabgeordneten besteht und vor Kiel mehrere afghanische Atom-U-Boote gesichtet wurden.

„Hunde, wollt ihr ewig leben?“

Nicht genug

Die deutsche Bildungsministerin Shavan, man möge mir verzeihen, dass ich Schreibweise und Parteizugehörigkeit nicht genau kenne, dazu ist sie mir zu unwichtig, fordert endlich etwas!

Natürlich keine besseren Studienbedingungen. Nein.
Natürlich auch keine bundeslandübergreifende Schulreform.
Sie fordert, dass in Deutschland mehr islamische Bildungsstätten eingerichtet und mehr Imame, also islamische Religionslehrer, ausgebildet werden.
Damit soll der Stellenwert des islamischen Glaubens hierzulande erhöht werden.

Richtig so! Aber ihre Forderungen gehen mir nicht weit genug.
Wann beginnt die Bundeswehr endlich, irakische Selbstmordattentäter auszubilden und sie mit den nötigen Utensilien zu versorgen?
Wann bieten Volkshochschulen endlich Kurse wie “ Einen Schulbus in die Luft sprengen – geräuschvoll, aber unterhaltsam!“ an?

Wann wird Afghanisch und Irakisch endlich Pflichtfach an allen deutschen Schulen, nicht nur in Berlin-Kreuzberg?
Wann beschließt der Bundestag endlich die Burkapflicht für deutsche Frauen?
Längst überfällig ist auch die Kopftuchpflicht für Soldatinnen.
Wann werden endlich alle katholischen Kirchen zu Moscheen umgebaut?
Es ist an der Zeit, die diplomatischen Beziehungen zum Vatikan abzubrechen.
An christlichen Bildungsstätten werden die Kinder ohnehin nur sexuell missbraucht.

Ich wende mich an die Öffentlichkeit!
Spenden Sie Geld für Eltern, damit sie den für eine Lehrstelle zu faulen und zu dämlichen Kindern eine Perspektive geben können. Mit den Geldern kann dann eine Unterbringung in pakistanischen Terroristenausbildungslagern finanziert werden.
Spenden Sie Blut, warme Decken (Taliban schneiden sich oft bei der Mohnernte und frieren nachts leicht) und nicht mehr verwendete Schusswaffen!
Nehmen Sie obdachlose Terroristenkinder in den Ferien auf!

Wer schnell hilft, hilft doppelt. Dankeschön. Nein, ich bin kein Christ. Nachdenken erlaubt.

Wahlen

Irgendwann im September ist Bundestagswahl. Viele Menschen wissen gar nicht, wen sie wählen sollen. Sollte Hape Kerkeling die Nase vorn haben?

Zur Entscheidungshilfe hier ein paar Einblicke in die internen Parteiprogramme der wichtigsten Parteien. Vielleicht hilft es diesem oder jenem, das Kreuz an der richtigen Stelle zu machen.

CDU
Voraussetzung für das Amt des Bundeskanzlers ist eine frühere Mitgliedschaft in der FDJ
Verdopplung der Kirchensteuer (selbst Schuld, wer noch drin ist …)
Abschaffung der Reichensteuer
Rigorose Internetzensur
Umfassende Videoüberwachung
Reduzierung der Hauptschule auf die Fächer Lesen, Singen und Klettern
Erhöhung der Abfindungen für Bankmanager und Aufsichtsratsmitglieder
Verkauf deutscher Industrie an Russland und China
Verlegung der Kriegsmarine nach Afghanistan
Ausschluss von ehemaligen Stasimitgliedern von Ministerposten
Schärferes Vorgehen gegen die Schiffspiraterie, auch durch Schusswaffeneinsatz
Schaffung von vier Millionen Arbeitsplätzen durch unbezahlte Aufbaustunden
Verminderung der Staatsverschuldung (keine Ahnung, wie)
Verdopplung der Diäten

SPD
Abschaffung des Abiturs (gibt schon genug arbeitslose Akademiker)
Kostenlose Mercedes S-Klasse für jedes SPD-Mitglied
Einführung des Pflichtfaches Türkisch
Legalisierung der Polygamie, um die Scheidungsrate bei SPD-Politikern zu senken
Abschaffung der Betriebsräte
Verkauf deutscher Industrie an Amerika
Verbot der NPD
Ausschluss ehemaliger Stasimitglieder aus dem Bundestag
Halbierung der Hartz4-Gelder
100 statt 10 Euro Praxisgebühr, keine kostenlosen Impfungen mehr
Auf Dialog mit den Schiffspiraten setzen
Schaffung von vier Millionen Arbeitsplätzen durch gemeinnützige Tätigkeit
Abschaffung sämtlicher Prinzipien im Falle einer Koalition
Abschaffung der Wehrpflicht
Verminderung der Staatsverschuldung (keine Ahnung, wie)
Verdopplung der Diäten

FDP
Steuererlass für mittelständische Unternehmen
Fallschirmspringen und Homosexualität werden Pflichtschulfächer
Liberalisierung des Gesundheitswesens, was immer das auch bedeuten mag
Senkung der Wehrpflicht auf drei Monate
Am CSD Freibier für alle (auf 0,25l pro Person begrenzt)
Schaffung von vier Millionen Arbeitsplätzen, indem man Essen und Trinken als Arbeit deklariert
Finanzielle Unterstützung der Pharmaindustrie bei der Erforschung neuer Aknemittel
Legalisierung weicher Drogen
Schiffspiraterie ist kein Wahlkampfthema
Die Renten sind sicher
Verminderung der Staatsverschuldung (keine Ahnung, wie)
Verdopplung der Diäten

Grüne
Abschaffung der Atomenergie
Verbot von Genen in der Landwirtschaft
Schaffung von vier Millionen Arbeitsplätzen durch Altpapiersammeln in Wäldern und Parks
Verbot des Kohlendioxidausstoßes bei Kühen
Einmal pro Woche ist in den Wald zu scheißen ist Pflicht (Nutzung natürlicher Düngerressourcen)
Fahrverbot für alle, außer Bundestagsabgeordnete und Parteimitglieder
Abschaffung der Bundeswehr
Verbot der NPD
Legalisierung von weichen und harten Drogen
Legalisierung von Steinwürfen auf Polizisten
Gegen die Schiffspiraterie protestieren
Verminderung der Staatsverschuldung (keine Ahnung, wie)
Verdopplung der Diäten

Piratenpartei
Abschaffung der Abschaffung der persönlichen Freiheit
Absetzung von Zensursula
Bildung für alle, egal, wie dämlich
Staatsverschuldung? Was ist das denn?
Schäuble Luft aus den Reifen lassen
Abschaffung von Patent - und Urheberecht
Schiffspiraten? Sind das unsere Glaubensbrüder?
Abschaffung des Personalausweises
Arbeitsplätze? Steh – oder Sitzplätze, keine Ahnung
Verdopplung der Diäten

NPD
Abschaffung der Linken
Angliederung Österreichs
Wehrpflicht wie in Israel drei Jahre
Abzug der Truppen aus Afghanistan (braucht man gegebenenfalls für den Polenfeldzug)
Tansania wird wieder deutsches Protektorat
Einführung des Schulpflichtfaches Doitsch
Schaffung von vier Millionen Arbeitsplätzen durch Aufstockung der Bundeswehr und Autobahnbau
Ausrottung der Schiffspiraten
Einführung von Arbeitslagern für linksradikale Straftäter
Verminderung der Staatsverschuldung (keine Ahnung, wie)
Verdopplung der Diäten

Linke
Abschaffung der NPD
Verbot der Bundeswehr
Abschaffung des Kapitalismus
Beitritt zur wiederzugründenden Sowjetunion
Schaffung von vier Millionen Arbeitsplätzen (keine Ahnung, wie)
Abtretung des Saarlandes an Frankreich
Studium der marxistisch-leninistischen Literatur wird Schulpflichtfach
Abschaffung sämtlicher Prinzipien im Falle einer Koalition
Finanzielle Unterstützung der Schiffspiraten
Einführung von Arbeitslagern für rechtsradikale Straftäter
Erhöhung der Staatsverschuldung (um den Zusammenbruch zu beschleunigen)
Verdopplung der Diäten, Vervierfachung für ehemalige Stasi-Mitglieder

Begründung

Immer mehr geistig normale Menschen sind gegen einen Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan. Die meisten Politiker sind aber dafür. Insbesondere die Angehörigen der dort ums Leben gekommenen deutschen Soldaten finden das gar nicht lustig. Hören Sie mit dem Gejammer auf!

Dass der deutsche Soldat am Hindukusch steht, ist notwendig! Warum? Dafür gibt es schwerwiegende Gründe:

Afghanistan grenzt im Osten direkt an die Grenze der Bundesrepublik Deutschlands.
Die afghanische Armee verfügt über ein stehendes Heer von 4,5 Millionen bestens ausgerüsteter Elitesoldaten und 75 kampferprobte Panzerdivisionen.
Diese sind jederzeit bereit, die Schlagbäume zu durchbrechen und in wenigen Tagen bis zur Atlantikküste durchzustoßen.
Afghanistan hat eine erdrückende Luftüberlegenheit.
Ein Afghanischer Windhund hat in den Vorgarten der Bundeskanzlerin geschissen.
Die afghanische Kriegsmarine mit ihren 56 hochmodernen Flugzeugträgern und einer Vielzahl von Atom-U-Booten ist als besonders gefährlich einzustufen.
Die afghanischen Fallschirmjägerdivisionen gelten weltweit als die gefährlichsten.
Geheimdienste haben herausgefunden, dass Afghanistan über spaltbares Material und Massenvernichtungsmittel, also Kaminholz und Mottenkugeln, verfügt.

Die Geschichte hat gezeigt, dass Afghanistan seit Tausenden von Jahren immer wieder versucht hat, Deutschland zu überfallen und zu kolonialisieren.

Und der wichtigste aller Gründe ist: Es ist Obamas Herzenswunsch.

So, jetzt Freiwillige vor!

Richtigstellung

Wer in der DDR frech wurde, eine DDR-Fahne schief anguckte, nicht an der Maidemonstration teilnahm, Staat und Regierung mit einem Witz verunglimpfte oder gar seinen Wohnsitz zu den bitterbösen Bonner Ultras aus der BRD verlegen wollte, dem wurde flugs durch ein paar freundliche Mitarbeiter der Organisation STAcheldrahtSIcherung klar gemacht, dass dies nicht im Sinne solch großartiger Philatelisten wie Marx, Engels und Onkel Lenin sein könne. Oder waren das Philologen? Ja, mit ...logen, das passt!

Hurtig gab es eine ordentliche Tracht Prügel und ein paar Jahre Knast.

Da konnte man lamentieren und soviel über Menschenrechte faseln, wie man wollte, es half nichts, denn wahrscheinlich war sogar sein eigener Anwalt Spitzel beim Verein „Horch und Guck“.

Das bedeutete, zwei oder drei Jahre absitzen, um dann für krisengeschütteltes Westgeld frei gekauft zu werden. So weit, so (nicht) gut. Schöne Schweinerei. Und das nur, weil Breshnew so einen spitzenmäßigen Zungenkuss drauf hatte und Honi latent schwul war. Und sich ein paar andere Tattergreise nicht leiden konnten.

Und nun kommt die Märchenstunde:

Die Bürgerinnen und Bürger ließen sich nicht mehr länger unterdrücken, gingen auf die Straße, demonstrierten zunächst zu Tausenden, dann zu Hunderttausenden, schissen die Vorgärten der Botschaften in Prag und Budapest zu und erreichten eine friedliche Demonstration und den Fall der Berliner Mauer. Aha. Das glauben aber auch nur Sie!

Die Wahrheit sah ganz anders aus. Die Stasi konnte mit ihrem Bespitzelungsapparat ja viel verhindern, aber eins nicht! Wie sangen schon früher die Studenten?
„Die Gedahahanken sind freiii ...!“

Ganz richtig. Die hält weder Mauer noch Stacheldraht noch Politoffizier auf. Haha, die Radiowellen aber auch nicht!

Und so sahen Abend für Abend Millionen von DDR-Bürgern abends punkt 20.00 Uhr Tagesguck, was damals noch Tagesschau hieß. Das war Staat und Regierung natürlich so lästig wie Durchfall im Reisebus, aber was sollten sie tun? Gut, Geheimwaffe Karl-Eduard von Schni..., wie er weiter hieß, weiß ich nicht, da hab ich immer ausgemacht, hetzte zwar in seinem „Schwarzen Kanal“ und holte sich den Kosenamen Sudel-Ede, aber das hinderte die DDR-Bürger nicht im Geringsten daran, Westfernsehen zu gucken, Raum Dresden mal ausgenommen. Aber es gab eine Vereinigung, einen Geheimbund geradezu, den das noch viel mehr ärgerte als die Stasi. Sie meinen den KGB? Ach was! Wem schäumte vor Wut das Maul, dass Abermillionen Leute Westfernsehen hatte, und zwar umsonst?

Unser aller Feind: Die GEZ!

Und gegen die waren selbst die Schergen und Büttel der Hauruck-Kommunisten aus Ostberlin machtlos. Einige leichte Unruhen 1989 wurden von Agenten der GEZ dazu ausgenutzt, subversiv die DDR zu unterwandern und einen Staatstreich auszulösen, und zack, war die Mauer weg! Und anderentags lag der Zahlbescheid der GEZ im Briefkasten! Am liebsten rückwirkend von 1961, aber dann wäre die Sache vielleicht aufgeflogen ...

Na, schon gezahlt?

Nachdenken verboten

Die Bundesregierung bricht mit einer bahnbrechenden Entscheidung endlich durch!

Nach langem Hin und Her und sorgfältigem Abwägen von Für und Wider hat man nun, wenn auch nicht gerade einstimmig, beschlossen, demjenigen, der sich Kinderpornografie im Internet anschauen will, ganz einfach vom Seitenbetreiber vorher ein Stoppschild vor die Nase setzen zu lassen! Ha, den Pädophilen hat man es nun aber gegeben! Der Sumpf ist trocken gelegt!

Obama nimmt Verhandlungen mit Kuba auf. Wahrscheinlich sind ihm die Zigarren ausgegangen. Und eigentlich ist Fidel doch ein ganz patenter Kerl, so ein Sprecher des Weißen Hauses. Und noch eine sensationelle Nachricht aus Amerika lässt die Welt den Atem anhalten! Der First Dog, ein Portugiesischer Wasserhund, kann nicht schwimmen (okay, kann Obama auch nicht) und frisst am liebsten Tomaten (okay, Obama am liebsten Bananen).

Guido Westerfönwelle befürwortet den Antrag eines nicht genannt werden wollenden Bundestagsmitgliedes (oder ohne, keine Ahnung), dass jedes Bundestagsmitglied (nur die mit) zum Zwecke der Selbstfindung einmal Analverkehr haben muss. Der Berliner Oberbürgermeister war daraufhin ganz aus dem Höschen. Die CDU versucht mit allen Mitteln diesen Gesetzesentwurf zu kippen und schlägt ersatzweise eine Darmspiegelung vor.

Einig ist man sich auch in der Großen Koalition, dass man entschlossener gegen die somalischen Piraten vorgehen muss. So soll es den Kriegsschiffen der Bundesmarine am Horn von Afrika künftig gestattet sein, bei Piratenangriffen energischer als zuvor zu protestieren!

Der Einsatz von Wasserwerfern oder gar Schlagstöcken gegen die mit Maschinengewehren und Panzerfäusten bewaffneten Piraten wurde aus humanitären Gründen allerdings strikt abgelehnt. Schließlich gingen die Piraten ja nur ihrem Broterwerb nach und der böse Westen sei doch Schuld an deren Armut, so ein Mitglied der Grünen per SMS aus seiner S-Klasse.
Einig ist sich die Bundesregierung auch zur Wahl der Mittel, die der Bekämpfung der Weltwirtschaftskrise zu ergreifen sind. Zuallererst, so die 95 DD- Kanzlerin, müsse die Presse wieder anfangen, über die Klimaerwärmung und nicht über Milliardenpleiten der Banken zu berichten, auch wenn der April um gefühlte 34 Grad zu kalt war. Gleichzeitig sei die PS-Zahl der Dienstfahrzeuge der Bundestagsmitglieder (hier wieder mit und ohne) auf 450 PS zu begrenzen. Wäre doch gelacht, wenn man dem Kohlendioxidausstoß nicht beikäme! Gleichzeitig wird die Bevölkerung aufgefordert, den Verzehr von Zwiebeln zu reduzieren. Aus Umweltschutzgrünen werden die Preise für Weiße Bohnen und Kohl verdreifacht.

Um den Sport nicht zu vergessen: Die Fachwelt staunte Bauklötzer, als der Trainer von Bayern München verkündete, es sei an der Zeit, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, nämlich Spiele zu gewinnen. Dumm nur, dass diese epochale Erkenntnis, die die Fußballwelt revolutionieren wird, auch von anderen Trainern gehört wurde. Aber ob die clever genug sind, das auch für ihre Mannschaften anzuwenden?

Ne, watt fürne bekloppte Welt ...

Nachrichten

Mehdorn bespitzelt alle seine Mitarbeiter. Die Sau!
Es wurden Videobänder gefunden, die Gleisarbeiter Werner K. beim Beischlaf mit seiner Nachbarin zeigen. Skandal!
Mehdorn soll zurücktreten!
Mehdorn: „Zurücktreten? Ich? Niemals!“
Mehdorn und seine Büttel führen akribisch Buch über den Hämorrhoidensalbenverbrauch von Fahrkartenknipserin Luise B. Die Bahngewerkschaft ist empört.
Mehdorn: „Ich werde niemals zurücktreten, und wenn, dann nur in den Arsch des Gewerkschaftsbosses!“
Die Zeitungen melden, dass Mehdorn sogar über Gehälter und Arbeitszeiten seiner Mitarbeiter Bescheid weiß! Er muss einfach zurücktreten!
Der Papst exkommuniziert Mehdorn.
Darüber kann Mehdorn nur lachen, er war ja gar nicht katholisch!
Eine Statistik taucht auf, aus der hervorgeht, wie viel Prozent der Lokomotivführer beschnitten sind.
Mehdorn hat ausgedient!
Mehdorn: „Ich trete nicht zurück, ätsch! Niemals!“
Gestern: Mehdorn tritt zurück.
Momentan steht er Schlange bei den Berliner Tafeln.
Oder sollte ich ihn verwechselt haben?

Ein gewisser Amok F. (immer diese Ausländer ...) hat während eines Laufes 15 Menschen und dann noch sich selbst erschossen. Seine letzen Worte waren: „Das echte Leben ist ja fürn Arsch, es bietet im Vergleich zu „Yoshi´s Island“ viel zu wenig Äkschen, aber die Grafik ist echt kuhl!“

Achtung, gilt immer: Bei einem Selbstmordanschlag sind in Kabul/Bagdad 48 Menschen getötet worden. Die Polizei geht von einem Verbrechen aus, tappt ansonsten außer im Blut bloß im Dunkeln. Zu dem Anschlag bekannten sich neben den Taliban auch der Wanderverein Niederösterreich, die Ulmer Domspatzen und der Kochselbsthilfegruppe „Flotte Lotte“.

Sport: Gegen die hartgesottenen Profis aus Liechtenstein gelang unserer Elf ein überlegener Kantersieg. Hätte Löw in der ersten Halbzeit Gomez gegen die Kabinenputzfrau ausgetauscht, hätte der Sieg auch zweistellig ausfallen können.

Im Biathlon verpasst Kati Wilhelm den Gesamtweltcupsieg um eines seidenen Frauenhaares Breite. Das lag natürlich nicht daran, dass sie vorbei schoss, sondern an der von den Medien bis ins Detail recherchierten und dann überall verbreiteten Tatsache, dass sie den ganzen Winter über an einer hartnäckigen Darmpilzinfektion litt. Über die Konsistenz ihres Stuhlgangs mutmaßen die Medien nur.

Mich interessiert es nicht, ob einem Flintenweib eine Krause Glucke aus dem Arsch wächst. Sie etwa?

Beamte

Bauamtsleiter Walter Schlüter sitzt an seinem Schreibtisch und überlegt. Das tut er schon den ganzen Vormittag. So kurz vor Feierabend lässt er den Arbeitstag Revue passieren.

Der ganze Mist ging schon damit los, dass sein Auto nicht ansprang. Aber zum Glück ist er ja beim ADAC. Im Büro die nächste Panne. Die Jalousien waren noch nicht hochgezogen! Frechheit, wofür kriegt die Sekretärin überhaupt ihr Geld? Wenigstens war der Kaffee schon fertig. Dann seine morgendliche Hauptaufgabe: Begrüßen der beiden Mitarbeiter! Erfreulicherweise waren die im gleichen Raum, das hat schon mal Kraft und Mühe gespart. So, hingesetzt.

PC fährt hoch, prima. Systemcheck, ist Vorschrift! Und als Beamter muss er sich an die Vorschriften halten! Horrorszenario! Der Bildschirm bleibt schwarz! Was ist das?

Zum Glück wechselt ein Systemadministrator namens Androkelos Orcanos im Nebenraum zusammen mit Fräulein Müller gerade eine Druckerpatrone. Schön, dass gleich ein Fachmann zugegen ist. Dass Fräulein Müller beim Wechseln der Druckerpatrone ihren Schlüpfer ausgezogen hat, entgeht Walter vor Aufregung. In wenigen Minuten ist Orcanos zur Stelle. Etwas aus der Puste, eine Druckerpatrone wechselt sich eben nicht von allein.

„Herr Orcanos, der Bildschirm bleibt schwarz!“
„Haben Sie ihn denn angeschaltet?“
„Der ist immer an!“
„Na, dann schalten Sie ihn mal aus!“

Klack, es geht! Verdammte Technik! Noch mal Glück gehabt! So, nun aber! Moorhuhn? Läuft. Private E-Mail? Läuft. www.geile-schlampen.com und www.bestofporn.com? Laufen. Der Tag kann kommen.

Was liegt da auf dem Schreibtisch? Argwöhnisch beäugte Walter ein Schriftstück.
Wie gebannt starrte er auf das Formular. Was steht da?? Bauantrag??
„Fräulein Müller, welcher Spaßvogel legt mir am Freitag vormittags einen Bauantrag vor?“ „Äh, das war ich , Chef. Der Bauherr hat angerufen und nach dem Stand der Dinge gefragt und da dachte ich ...“
„Sie werden hier nicht fürs Denken bezahlt, sondern für Kaffeekochen, Blumengießen und Hinternwackeln! Also Kaffee her, Mund halten, Antrag in die Ablage legen! Und dann können Sie sich meinetwegen einen Bildschirmschoner häkeln.“
„Aber, Chef, der Antrag ist ...“
„Mund halten, hab ich gesagt! Antrag wird Montag abgelehnt, fertig. Wer mir so penetrant auf die Nerven geht und auch noch die Dreistigkeit besitzt, hier anzurufen, der hat es nicht verdient zu bauen! Wo bleibt jetzt mein Kaffee?“

Verdammt, beim Moorhuhn war er auch schon mal besser! Ist ja kein Wunder bei dem Stress hier.
„Chef, ich wollte Sie noch mal darauf hinweisen, dass ...“
„Mein Kaffee noch nicht da ist? Langsam reicht es, wie soll man denn hier arbeiten?“

Walter befindet, dass es noch zu früh für Pornos ist und greift zur Tageszeitung. Um halb zehn Frühstück, um zehn geht er kacken. So, das wäre geschafft, denkt er stolz. Aber noch drei Stunden bis zum Feierabend! Hm, langweilig. Ob er sich diesen Bauantrag vielleicht doch mal ...?

Schnell verwirft er diesen ketzerischen Gedanken.

An Freitagen hatte er noch nie irgendwelche Anträge bearbeitet, das wäre ja noch schöner! Und mit der Arbeit an sich hatte er doch ganz schön was weggeschafft diesen Vormittag! Mitarbeiter begrüßt, Sekretärin motivierend weitergebildet, gefrühstückt, auf dem Klo gewesen und Zeitung gelesen. Entspannt lehnt er sich zurück. Es klopft an der Tür.
Der neue Heini vom Einwohnermeldeamt kommt herein.

„Hallo, Herr Schlüter, können Sie mir mal ein paar Büroklammern borgen?“ Na, soweit kommt es noch! Da hört sich ja fast alles auf!
„Nein, die brauche ich gleich alle selber!“
„Wie bitte, da liegen doch mindestens einhundert Stück!“
„Es sind einundneunzig, und ich brauche sie selber. So, und nun halten Sie mich nicht länger von der Arbeit ab, die macht sich nicht von allein! Bauanträge zu bearbeiten, das ist die hohe Schule der Beamtenkunst. Da muss man voll konzentriert sein. Das ist etwas anders als so ein popeliges Passaustellen, da hängen Menschenleben dran! Stellen sie sich vor, ich genehmige einen Bauantrag, und das Haus stürzt ein! Ganze Familien werden plötzlich ausgelöscht, und das nur, weil Sie mich wegen einer Büroklammer stören!“

So hatte das der neue Heini vom Einwohnermeldeamt noch nicht gesehen. Voller Ehrfurcht vor der hohen Verantwortung seines Kollegen verlässt er gesenkten Hauptes den Raum. Walters Brust ist stolzgeweitet. Dem hatte er es aber gezeigt! Aber deswegen bleibt das Problem, womit er sich die restlichen zweieinhalb Stunden die Zeit vertreiben sollte, trotzdem ungelöst. Sicherheitshalber zählt er noch mal die Büroklammern. Alle da.

Jetzt die Lochverstärkerringe. Nur 37? Kann nicht sein, es müssen 38 sein! Ah, da klebten nur zwei aneinander. Gar nicht auszudenken, wenn einer weg gewesen wäre! Er sah schon die Zeitungsanzeige vor seinem geistigen Auge: „Beamter wegen Veruntreuung eines Lochverstärkerringes fristlos gekündigt!“

Nachdenklich betrachtet er seine Fingernägel. Müssten mal wieder geschnitten werden.
Da die Nägel auch in der Arbeitszeit wachsen, kann er sie sich ja wohl auch auf Arbeit schneiden.
„Fräulein Müller, bringen Sie mir doch mal eine Schere!“ Knips, fertig.

Noch zwei Stunden. Gelangweilt malt er mit seinem Stift Blumenmuster auf den Bauantrag. Plötzlich durchzuckt es ihn siedendheiß! Arbeitschutz nicht beachtet! Ruckartig legt er den Stift aus der Hand. Wie schnell sticht man sich als Beamter beim Einnicken ein Auge aus!

Bei dem Gedanken an sein Auge wandert dieses wie zufällig über das Bauantragsformular. Mal sehen, welcher dämliche Affe das eingereicht hat. Schreck lass nach, der dämliche Affe heißt Heribert von Geysenstein und ist der Bürgermeister, sein Chef quasi! „Fräulein Müller? Warum haben Sie mir nicht gesagt, dass der Antrag vom Bürgermeister ist? Nehmen Sie sich das Ding und machen Sie eine Kopie davon!“

Oh, das hätte ins Auge gehen können! Den Bauantrag des geschätzten Herrn Bürgermeisters zu verschludern, das hätte gewaltigen Ärger gegeben! Aber es ist ja noch mal gut gegangen. Denkt er jedenfalls. In fünf Minuten denkt er anders über die Sache.

Denn aus reiner Gewohnheit steckt Fräulein Müller den Bauantrag nicht in den Kopierer, sondern in den Aktenvernichter. Nicht aus Bosheit, nein, aus reiner Gewohnheit eben.

Hart ist das Beamtenleben.

Ministersorgen

Die Praktikantin betritt das Büro des Finanzministers.
„Guten Morgen, Herr Minister!“, flötet sie und nestelt an ihren Blusenknöpfen.
„Haben Sie etwas für mich zu tun? Vielleicht eine Prostatamassage oder so ein lustiges Diktat wie gestern?“
Der Minister blickt mürrisch auf. Sorgenfalten zerfurchen seine Stirn.
„Nein, jetzt nicht! Ich hab gleich eine wichtige Besprechung.“
Die Praktikantin zieht enttäuscht einen Schmollmund.
Der Minister hebt entschuldigend die Hände. „Die Besprechung ist wirklich wichtig, also kochen Sie Kaffee und halten sich für später bereit!“
Nun huscht ein Lächeln über ihr hübsches Gesicht.
„Wird gemacht, Chef!“
Wenig später betritt der Staatssekretär für Abzocke, Geldschneiderei und Volksausbeutung den Raum. Der Minister begrüßt ihn freundlich.
„Nehmen Sie Platz, mein lieber Doktor Raffke! Wie steht es mit dem Etat?“
„Nicht so gut, Herr Minister. Ihre Villa in Spanien, die brasilianischen Nu..., äh, Tänzerinnen und Ihr neuer als Mercedes getarnter Lamborghini haben zusätzliche Kosten verursacht. Dazu sind die Steuergelder, die Sie clever in amerikanische Immobilien gesteckt haben, irgendwie weg. Wir brauchen mehr Geld!“
„Dann besorgen Sie gefälligst welches, dafür werden Sie schließlich bezahlt!“
„Das ist schwierig!“
Der Minister springt auf.
„Wie bitte? Schwierig, sagen Sie? Was ist, wenn die Presse und Ihre werte Frau Gemahlin erfährt, dass Ihre polnische Putzkolonne gar nicht aus Putzfrauen besteht und dass die Physiotherapeutin, die Sie wegen Ihres verspannten Rückens während Ihres Staatsbesuches in Thailand aufs Hotelzimmer bestellt haben, erst zwölf war? Immer noch schwierig?“
„Wieviel Geld brauchen Sie?“
„Das klingt schon besser!“
„Also, Vorschläge!“
„Wie immer. Wir erhöhen die Steuern und begründen die Mehrkosten damit, dass jeder Bürger eine neue Steuernummer bekommt. Wir begründen das mit dem verwaltungstechnischen Aufwand.“
„Ist der wirklich so hoch?“
„Eigentlich nicht, aber wir geben einfach wirklich jedem eine neue Nummer, auch Säuglingen und denen, die in den letzten fünf Jahren verstorben sind.“
„Sie meinen, das reicht an Einnahmen?“
„Nicht ganz. Wir machen einfach alle Bürger, die vor 1945 da geboren sind, wo jetzt die Russen, Polen und Tschechen hausen, zu Ausländern!
Das wird die erbosen. Dann rennen die zu den Ämtern, um das umschreiben zu lassen. Dafür erheben wir eine saftige Bearbeitungsgebühr und legen Wiedereinbürgerungssteuer obendrauf!“
„Genial, mein lieber Raffke! Schön, einen echten Finanzexperten im Kabinett zu haben.
Der Überschuss müsste doch reichen, dass wir beide mal wieder zwei Wochen in einer Sambaschule in Rio die Sau rauslassen können, oder?“
„Nicht ganz, ich hab das schon mal durchgerechnet. Aber das kleine Problem löse ich mit einer Maut für Fahrrad- und Waldwege und der Atemsteuer.“
„Atemsteuer? Wie meinen Sie das denn?“
„Ganz einfach. Jeder atmet ganz ungeniert und gebührenfrei die Luft des Hoheitsgebietes der Bundesrepublik Deutschland!
So eine Frechheit! Und reingefurzt wird auch noch! Darauf erheben wir einfach Steuern. Natürlich auf freiwilliger Basis, wer möchte, kann jederzeit aufhören zu atmen.“
„Aufhören zu atmen? Dann kriegen wir ja die Steuer nicht mehr!“
„Irrtum! Das gleichen wir mit einer saftigen Sterbesteuer wieder rein!“
Der Minister reibt sich zufrieden die Hände und schaut auf die Uhr. Kurz vor 10.00 Uhr, also praktisch Feierabend.
Dann drückt er den Knopf der Gegensprechanlage.
„Fräulein Blasinski, kommen Sie bitte herein und schließen die Tür hinter sich ab, der Herr Staatssekretär und ich haben Probleme mit unseren Hosenknöpfen!“

Redaktionssitzung

Der Chefredakteur betritt den Konferenzraum.
"Guten Tag, die Herrschaften, na, da wollen wir mal die morgige Ausgabe der Zeitung besprechen. Also, was ist so in der Welt passiert?"
"Äh, nix."
"Wie nix? Es passiert doch immer was!"
"Heute nicht."
"Ja, und was soll morgen in der Zeitung stehen?"
"Keine Ahnung, Chef."
"So geht das nicht. Es passiert immer genau so viel, wie in die Zeitung passt. Also, Lehmann, was gibt es Neues aus dem Irak?"
"Nix, Chef!"
"Kann nicht sein! Es wird doch wohl mindestens einen Selbstmordanschlag gegeben haben!"
"Hat es aber nicht, Chef."
"Mist. Macht aber nichts. Lehmann, schreiben Sie:
Am gestrigen Tag kam es im Irak wieder zu mehreren schweren Selbstmordattentaten. Durch ein Missverständnis brachten die drei Attentäter aber keine Sprengkörper zur Detonation, sondern erhängten sich auf einem Kinderspielplatz. Ein Polizist verletzte sich schwer, als er die Toten abschneiden wollte, mit seinem Taschenmesser am linken Daumen. Amerikanische Streitkräfte riegelten den Spielplatz weiträumig ab und haben die Lage unter Kontrolle!
Sehen Sie, Lehmann, so geht das!"
"Können wir jetzt mal über das Wetter reden?"
"Ruhe, Kobolski, Wetter kommt zum Schluss. Jetzt Innenpolitik. Irgendwelche Rücktritte, Skandale, Forderungen?"
"Nicht dass ich wüsste, Chef!"
"Ja, muss man denn hier alles alleine machen? Rumpelmann, notieren Sie:
Bei Koalitionsverhandlungen kam es gestern zu einer Annäherung der Parteien. Wie gemunkelt wird, erhielt Fräulein Üpzilanti einen Heiratsantrag von einem Koch. Gerüchten nach sei sie schwanger, möglicherweise aber auch von Kurt Speck. Guido Fönwelle wies hingegen alle Anschuldigungen mit den Worten "Bäh, so einen Schweinskram würde ich nie tun!" zurück. Ob das ungeborene Kind ausgetragen wird, ist noch unklar. "Auf jeden Fall wird damit etwas Gutes geschehen", so Üpzilantis Pressesprecherin. Wie das zu verstehen sei, blieb unklar."
Betretenes Schweigen im Konferenzraum.
"Seid ihr Journalisten oder Weicheier?"
"Journalisten, Chef. Was soll auf die zweite Seite?"
"Wie immer. Laden Sie von einer amerikanischen Pornoseite ein paar Tittenbilder herunter und schreiben Sie dazu: "Chantalle P. aus Idar-Oberstein, Informatikstudentin, Hobbies: Modeln, Nitzsche lesen, Vibratoren, ist noch zu haben!"
"Wird gemacht, Chef. Blond wie immer, 85C."
"So, jetzt zum Sport. Krüger, was haben Sie recherchiert?"
"Äh, nix, Chef. Gestern waren doch nirgendwo Fußballspiele."
"Gut, dann geben wir bekannt, dass in einem streng geheimen Testspiel Bayern München gegen Matschesser United mit 4 zu 0 gewonnen hat."
"Aber das stimmt doch gar nicht, Chef!"
"Na und? Wer sagt, dass alles stimmen muss, was in der Zeitung steht? Damit wären wir auch gleich beim Wetter. Nein, warten Sie. Schreiben Sie noch in den Sportteil, dass ein bekannter Tennisprofi, der ungenannt bleiben möchte, ein Verhältnis mit seinem Golden Retriever hat. "Ja, wir lieben uns, und das ist gut so, Sportsfreunde!", gestand er unseren Reportern. Jetzt aber endlich zum Wetter. Kobolski, Ihr Auftritt!"
"Ja, Chef. Also das Wetter, wie soll ich sagen? Über ganz Deutschland liegt ein stabiles Hochdruckgebiet, das überall für viel Sonnenschein und schönes Wetter sorgt."
"Sind Sie wahnsinnig, Mann? Schreiben Sie, dass infolge der immer rasanter werdenden Klimaerwärmung die UV-Strahlung lebensgefährlich geworden ist. Betonen Sie, dass Hautkrebs mittlerweile zur häufigsten Todesursache avanciert ist. Nennen Sie als Quelle Professor Dr. A. F. von der Universität Halberstadt."
"Aber in Halberstadt gibt es keine Universität, Chef!"
"Wollen Sie Trottel mir meinen Job erklären? Ob es da eine Universität gibt oder nicht, interessiert doch keine Sau! Der Hersteller von Sonnenschutzcreme wird mich, äh, uns mit einem schönen Sümmchen für diese Meldung belohnen. So geht das, Sie Amateur! Und geben Sie noch eine Unwetterwarnung für das Ruhrgebiet heraus! Fügen Sie hinzu dass der Rhein über die Ufer zu treten droht. Wir sagen ja nicht, dass er es tut oder tun wird, er droht eben bloß, das wird er ja noch dürfen. Alles verstanden? "
"Jawohl, Chef. Nun die Börse?"
"Ja, wie sieht es aus?"
"Stabil. Gleichmäßige Seitwärtsbewegung, keine Kursschwankungen."
"Wunderbar, also schreiben wir, dass trotz des ungeheuren Druckes, den die plötzliche Trippererkrankung des Finanzministers der Färoer Inseln auf den internationalen Aktienmarkt ausübt, an der deutschen Börse alles stabil ist. Warum die Leute unnötig verunsichern?"
"Jetzt fehlt nur noch die Klatschspalte, Chef."
"Und, Vorschläge?"
"Vielleicht, dass der an Parkinson erkrankte Otto Angler wieder mal im Puff erwischt wurde?"
"Kalter Kaffee. Da könnten Sie auch schreiben, dass Sie einen Türken beim Döneressen gesehen haben. Nein, wir brauchen einen richtigen Knaller. Ich hab’s! Notieren Sie!
Wie aus sicherer Quelle bekannt wurde, ist Daniel Küblböck gar nicht schwul, sondern lesbisch. Das nächste Album von Tokio Hotel wird "Sprachlos in Magdeburg" heißen und hauptsächlich aus Pantomime bestehen. Susann Stahnke gesteht: "Ach, seit meiner öffentlichen Darmspiegelung stehe ich total auf Analsex, besonders mit dem Gummischlauch, den mein Freund zum Wechseln des Aquarienwassers nimmt!"
Gerhard Schröder droht: "Wenn die SPD nicht bald an Prozentpunkten zulegt, drehe ich Deutschland den Gashahn ab! Harharhar!" Ottokar Hitzfeld: "Klar sind brasilianische Sambatänzerinnen Spitze im Bett, aber Olli bleibt bei mir die Nummer Eins!"
"Aber das stimmt doch alles gar nicht, Chef!"
"Na und? Schreiben wir morgen eben "Küblböck doch schwul!", der Rest wird dementiert."

Die Rede

Mann, was ist mir langweilig! Aber ich muss ja noch diese dämliche Rede schreiben, wenigstens den Entwurf!
Vorher nehme ich aber von den Pillen, die mir mein Psychologe aus Holland mitgebracht hat. Sollen ja die Intelligenz stärken. Nicht, dass ich das nötig hätte, aber schaden kann es ja nicht. Was steht da? Eine Tablette mit viel Wasser einnehmen, aha.
Wasser? Brauche ich nur zum Waschen, mit Whisky wird das ja wohl auch gehen. So, fünf Stück sollten für den Anfang genügen.
Jetzt aber an die Arbeit. Ob das Zeug schon wirkt? Ich merke nichts.
Jugendkriminalität. Ausländerfeindlichkeit. Ja, was soll man dazu sagen? Verdammt, dazu fällt mir nichts ein. Vielleicht hilft mehr Whisky. Nanu, warum schmeckt der jetzt nach Himbeere? Egal. Konzentrier dich jetzt!
„Liebe Parteifreunde!“
Ja, das kann man so stehen lassen, das kommt immer gut.
„Wir beschäftigen uns seit Monaten mit dem Thema Jugendkriminalität. So kann das doch nicht weitergehen, Kameraden!“
Klasse, der Satz. Langsam komm ich ins Schwitzen.
„Die Jugenddebilität, das ist es auf das wir unser Augenmerkel richten sollten!“
Oha, ich werde immer besser. Wieso sagt mir keiner, dass die Wand neu gestrichen wurde? Und dann auch noch lila! Vorhin war die doch noch weiß! Notiz machen, Hausmeister zusammenscheißen.
„Die Judenstabilität ist eine Sache, die allein für sich genommen, und das kann auch Herr Mehdorn nicht bestreiten, unmittelbar mit der Isländerfreundlichkeit in unmittelbaremUmhang steht.“
Mann, bin ich gut, jetzt läuft es wie geschmiert. Noch ein Schlückchen Whisky, dann kann es weitergehen.
„Gegen die Budenfreilichkeit werden wir mit aller Härte des Gemetzels vorgehen. Ach, was sage ich? Gehen? Wozu zahle ich Kfz-Steuer. Also wir werden gegen die Busenfreiheit vorfahren! Es kann nicht sein, dass die Dudenweiblichkeit auf Bahnhöfen ausufert!“
Wieso ist die Sonne jetzt grün? Da steckt doch dieser Trittin dahinter! Alles Erbrecher, diese Hundelumpen! Nicht ablenken lassen, die Rede muss fertig!
„Ich schlage vor, deshalb die Gitterstabhöhe der Kinderbetten um zwanzig Zentimeter zu erhöhen und Gewalttaten wie Raub oder Espresso mit sofortiger Einweisung in ein Krabbellaufgitter zu ahnden. Wiederholungstäter werden vom Malunterricht ausgeschlossen und bekommen eine Marke ins Ohr.“
Ja, kann man so stehen lassen. Ich komme gut voran. Wenn bloß der Gummibaum nicht immer dazwischenquatschen würde. Wo kommt der eigentlich her? Hat bestimmt Migrationshintergrund! Weiter im Text!
„Neulich hat ein deutscher Geschäftsmann im Urlaub auf Ibiza seiner Frau eine reingehauen. Konstatiere, die Frau war auf Ibiza Ausländerin, also ist die Tatsache, dass ihr Ehemann ihr eine auf die Fresse gehauen hat, als ausländerfeindlichen Akt zu betrachten und streng zu bestrafen!“
Nicht abschweifen! Das Thema lautet Jurtenkriminillitität. Von den blöden Pillen ist nichts zu merken, da haben mir die Wohnmobilfahrer wohl Dreck angedreht. Jetzt fängt der Mann auf der Whiskyflasche auch noch an zu hampeln. Fasst er sich etwa in den Schritt, die Sau? Verfall von Sitte und Moral allerorten. Weitermachen!
„Liebe Freunde der heiteren Muse, schlage vor, erst mal alle Bengels ab zwölf wegzusperren. Prävention heißt das Schlagwort, liebe Wählerinnen und Wähler! Das stand schon in der Bibel. Und ich gehe noch einen Schritt weiter. Alle Ausländer sind ebenfalls umgehend einzusperren, vor allem die im Ausland. Ja, ich höre schon das Gemerkel der Opfersituation, aber ich stehe zu meinem Wort!“
Hoppla, seit wann hab ich denn einen Drehstuhl? Egal, Hauptsache, mein Schreibstil bleibt flüssig. Diesem Gummibaum reiße ich jetzt alle Blätter aus! So, das hat er nun von seiner Renitenz. Morgen kommt eine deutsche Eiche in mein Büro!
Irgendwie ist mir jetzt ein wenig schwindlig. Und seit wann kann die Stehlampe singen? Was die moderne Technik alles so gebacken kriegt! Mach, die Rede muss fertig!
„Gerade der Linksträgerpartei und dieser pickelcremeresistenten Westerfönwelle wird es nicht in den Kram passen, aber ich bleibe König! Und ich habe hier das Sagen! Lassen Sie sich nicht davon irritieren, dass ich mich gerade übergeben habe, mich lenkt die Tatsache, dass meine Tastatur andauernd auf die Uhr schaut, auch nicht ab. Jetzt werde ich nicht nur von den Linkshändern angegriffen, sondern die rote Übergardine will mich erwürgen!“
Moment, das gehört nicht in die Rede! Ach was, macht nichts, die anderen Politiker reden auch bloß dummes Zeug! Wie buchstabiert man eigentlich Halluzination? Wenn ich nicht genau wüsste, dass ich keine habe, würde ich glatt behaupten, dass eben eine Giraffe ins Fenster geschaut und mir einen schönen Tag gewünscht hat. Oder stimmt was mit meinen Blutdrucktabletten nicht? Gleich notieren, alle Ärzte sind ab sofort als kriminelle Jugendliche anzusehen und sofort einzusperren. Zum Glück gibt es Leute wie mich, die immer klaren Kopf bewahren! Nach der Wahl sperre ich alle Wähler auch mit ein. Besser, ich sperre überhaupt alle ein, schon vor der Wahl.
Dann gewinne ich einstimmig!

Der Januar aus Sicht des Februars

Der Januar hat uns neben sommerlichen Temperaturen und schweren Schneestürmen allerlei Kurzweil beschert.
Die Pressemeldungen überschlugen sich:
„Milder Winter wird zu einer Insektenplage führen!“
„Milder Winter lässt Insekten an Pilzerkrankungen sterben!“
„Tropischer Regenwald breitet sich ungehindert in der Lüneburger Heide aus!“
„Orkanartige Stürme durch Klimawandel! Schuld ist allein CDU, SPD, USA, die Opposition, Russland, Weißrussland, alle Schurkenstaaten und die Treibhäuser!“ (Nichtzutreffendes streichen)
Besonders schmerzlich traf die globale Erwärmung die Landwirtschaft Kaliforniens:
„Über die Hälfte der Zitrusfruchternte fiel Eis- und Schneemassen zum Opfer. Hunderttausende Haushalte durch vereiste Leitungen ohne Strom! Kältester Winter seit Jahrzehnten!“ Zum Monatsende brach auch in Süddeutschland der Straßenverkehr zusammen, vermutlich wegen zu großer Hitze.

Doch es gab auch kritische Meldungen, besonders aus Kultur und Kunst:
„Der Hitlerfilm des jüdischen Schweizers ist ein Skandal und verharmlost Hitler!“ (linke Presse)
„Der Hitlerfilm des jüdischen Schweizers ist ein Skandal und verunglimpft den Führer!“(rechte Presse)
Dazu Hauptdarsteller Schneider: „Ich fand den Film ganz schlecht. Das kann man doch nicht machen! So eine Rolle muss man als anständiger Mensch kategorisch ablehnen, es sei denn, man bekommt einen Haufen Kohle dafür! Die Hauptrolle war allerdings hervorragend besetzt.“
„Massaker durch jugendliche Gewalttäter häufen sich. Killerspiele wie Counter Strike, Schiffeversenken und Mensch-ärgere-dich-nicht werden von der Bundesregierung verboten.“
„Poptitan Dieter Bohlen erschlägt Weißen Hai mit bloßen Händen – Tierschutzverein ist entsetzt!“

Erfreulich hingegen:
„Wiener Opernball jetzt auch geistig Behinderten zugänglich: Paris Hilton erhielt Einladung!“
Und: „Endlich Entlastung der Sozialämter, Krankenversicherung wird Pflicht!“
„Gleisbettanlage des Berliner Hauptbahnhofes übersteht Jahrtausendsturm weitgehend unbeschädigt.“

Aus Politik und Wirtschaft:
Stoiber gibt sich kämpferisch. „Ich gebe den CSU-Vorsitz nicht kampflos ab! Ich habe so manchen Sturm überstanden! Die Napoleonischen Befreiungskriege, die Belagerung Wiens durch die Türken und die Schlacht von Verdun! Ich lass mir keinen Bären aufbinden, ich mach die 100 Jahre voll!“ Später tritt er um sich und zurück.
Agrarminister Horst „der flotte Hotte“ Seehofer:
„Ja, ich habe eine Geliebte. Na und? Es stimmt auch, dass sie schwanger ist. Aber nicht von mir, sondern von ihrem Schäferhund!“
Der „scharfe Hartzi“ verprasst Millionen mit brasilianischen Edeltransvestiten, erwirbt nebenbei Aufsichtsräte käuflich, ruft während der Verhandlung laufend „Wo sind denn nun die Nutten“ und bekommt mit einer Bewährungsstrafe die Quittung.
RAF-Terroristen werden begnadigt und erhalten neue Chance.
Türkischer Guantanamohäftling spielt Hauptrolle in der Neuverfilmung von „Rübezahl“

Ich habe Angst.
Wie werden die nächsten Schlagzeilen lauten?
Vielleicht:
„FDP-Vorsitzender Guido „die Pustel“ Westerwelle übernimmt Hauptrolle im
US-Schmuddelfilm „Sodom und Gomorrha – was damals wirklich geschah!“
Oder:
„Spitzenmanager gesteht Affaire mit homosexuellem Kaiserpinguin.
Der mit einer Puffmonatsfreikarte bestochene Tierparkwärter arrangierte heiße Rendezvous in der Futterküche!“
„Drogenexzesse und Sexorgien im Bundeskanzleramt!“
„Münchner Olympiastadion in „McDonalds-Arena“ umbenannt!“
„Krankenkassen fordern Abschaffung der Arzthonorare. Begründung: Davon stehe nichts im Eid des Hippokrates!“
„Gerhard „der Gasmann“ Schröder kauft Niedersachsen und benennt es in Gazpromsachsen um!“
„Günter „Günni der Standartenführer“ Grass gesteht unter Tränen: Ja, ich war auch im Bund Deutscher Mädel!“
„Wegen schlechter Kiwi-Ernte in Neuseeland steigen die Benzinpreise um 5 Cent!“
„Sturm Kyrill sorgt für Millionenschäden. Zehntausende Anwohner machten sich umsonst mit Kanistern, Eimern und Schüsseln auf den Weg zum Strand. Der vor Travemünde gestrandete venezolanische Öltanker war leider leer!“
„Terroristen im Streik! Heute keine Selbstmordanschläge im Irak!“
„Bundesgerichtshof legalisiert jetzt auch Ehe mit Huftieren.“
Ansonsten keine besonderen Vorkommnisse.

Kürzlich in Berlin

Die Menschen schlenderten in den Saal.
„Ihr bleibt beide draußen und steht Schmiere, klar?“
Die Anweisung kam von einem älteren Herren mit beeindruckendem Bartwuchs.
Gehorsam setzten sich zwei junge Männer in billigen Anzügen auf eigens dafür vorgesehene Bürostühle und blickten wachsam die Flure entlang.
Die Türen schlossen sich.
„Na, dann mal allen einen schönen und erfolgreichen Tag!“, richtete ein Mann das Wort an die Menge. Seine Worte fanden kaum Gehör. Gemurmel im Parkett, Gekreische auf den hinteren Rängen.
„Ruhe jetzt, verdammt noch mal!“ Das hatte gesessen!
Jüngere Männer mit verschwitzten Gesichtern nahmen die Finger von ihren Gesprächspartnerinnen, ältere Semester knöpften sich verstohlen die Hosen zu.
Skatkarten und Schnapsflaschen verschwanden von den Tischen.
Der Wortführer blickte noch einmal bedeutsam in die Runde und begann seine Ansprache.

„Meine Damen und Herren! Wir haben uns heute außerplanmäßig zusammen gefunden,
damit es so aussieht, als ob wir etwas zu tun hätten. Ich gebe zu, nicht nur deswegen.
Das wäre nichts Neues. Heutiges Thema ist die Koalitionspolitik der SPD in Berlin und Mecklenburg/Vorpommern. Fangen wir mit Berlin an. Was sollen wir dem Wowi sagen? Seine SPD bleibt in der Regierung. Wer wird sein Koalitionspartner? Dieses Problem gilt es heute zu lösen.“
„Das ist doch wohl klar! Schließlich waren wir eindeutig die Gewinner! Uns hat immerhin jeder zehnte Berliner gewählt, der zur Wahl gegangen ist! Das sind immerhin fünf von hundert Berlinerinnen und Berlinern! Deutlicher kann ein Regierungsauftrag der Wählerinnen und Wähler nicht ausfallen!“ Fräulein Dinkelschrot stapfte energisch mit ihrem birkenstocksandalenbewehrten Füßchen auf.
„Mooooment mal, Gänselieschen! Fünf von hundert ist doch kein klarer Auftrag! Soviel hat die PDS trotz herber Verluste auch noch aufzuweisen!!“ Eine resolute Dame reckte empört ihren mit einer Mainelke dekorierten Busen in die Höhe.
„Sagen Sie gefälligst nicht immer Gänselieschen zu mir, Sie, Sie ...! Sie Flintenweib, Sie!“
Jetzt war es heraus. Viele ältere Herren legten ihre Pornohefte und Börsenberichte aus den Händen und verfolgten amüsiert die Diskussion der beiden Politnovizinnen.
Das Flintenweib war keineswegs geschockt und konterte bissig: „Steck deine verpickelte Nase in dein Muesli und geh die Wale retten, aber halt dich aus der Politik heraus.
Wir bilden die Regierung in Berlin und das bleibt auch so!
Daran wirst du vertrocknete Spinatwachtel nichts ändern!“
Das Flintenweib warf rassig ihre langen Haare über die Schulter. Die Spinatwachtel riss die Augen auf, formte den Mund zu einem stummen Schrei und sprang auf. Kraftvoll schleuderte sie ihre schafswollene Strickjacke zu Boden und stürzte sich auf das Flintenweib.
Diese wich der wütenden Attacke geschickt aus und verpasste der Spinatwachtel mit ihren italienischen Designerpumps einen Tritt in den Hintern.
Der Präsident sah sich trotz des hohen Unterhaltungswertes des Koalitionsgespräches nun zum Handeln gezwungen. Mit einem anerkennenden Blick auf die wogenden Brüste der nach Punkten Führenden rief er beschwichtigend:
„Aber, aber, meine Damen! Wer wird denn streiten! Wir machen es wie immer!“
„Diesmal nehmen wir aber ein Pendel oder lassen abstimmen!“, kam es mit weinerlicher Stimme vom Gänselieschen.
„Unsinn. Abstimmen dürfen nur diejenigen, die einen festen Sitz in den Vorstandsetagen der Aufsichtsräte haben und nicht jeder dahergelaufene Provinzparlamentarier!
Ich bemühe wieder mal den guten alten Salomon und werfe die Münze.
Hab noch eine gute alte Mark. So, Zahl, damit sind die Grünen weg vom Fenster!“
Gemurre und Jubel hielten sich im Saal die Waage. Der Großteil der Abgeordneten
hatte von dem ganzen Palaver gar nichts mitbekommen. Man unterhielt sich über den
hoffnungsvollen Nachwuchs , die neue eigene Yacht in Monaco oder Erektionsprobleme in der anderen Fraktion.

„So, Kinder, alle mal herhören jetzt! Hallo!“ Langsam kehrte Ruhe im Saal ein und die Blicke richteten sich auf den Sprecher.
„Hiermit verkünde ich die Ergebnisse der Koalitionsverhandlungen. Nach erfolgreichen Sondierungsgesprächen und sorgfältigem Erwägen ist die SPD in Berlin zu dem Schluss gekommen, die bewährte doppelrote Koalition in der nächsten Legislaturperiode fortzusetzen. Herzlichen Glückwunsch, Kameraden! Äh, Genossen! Als Ausgleich koaliert die SPD in Meckpomm zwecks Ermangelung anderer Alternativen mit der CDU. Die Grünen hat da keiner gewählt, da ist schon genug grüne Wiese. So, das war das Ergebnis. Weitermachen.“ Bis auf das Gänselieschen waren alle einigermaßen zufrieden. Überall knallten die Korken.
Plötzlich wurde die Tür des Sitzungssaales aufgerissen und ein lautes „Alarm! Die Journaille kommt!“ ertönte.

Sofort kam Bewegung in die eingespielte Menge. Das Bild erinnerte nur zu deutlich an eine allein gelassene Schulklasse, die in der offenen Tür unvermittelt ihren Direktor erblickt.
Jeder suchte mit eiligen Schritten seinen eigenen Platz auf, Zigarettenkippen verschwanden in halbleeren Bierdosen, hastig wurden Kleidungsstücke geordnet und manch einer wischte sich verstohlen den Staub von der Nase.
Als die Fotografen von Presse, Funk und Fernsehen hereinströmten, hörten sie noch die letzten Worte der Abschlussrede des Präsidenten:
„... und damit haben unsere Diskussionen nach langer Abstimmungsphase endlich ihren Abschluss gefunden. Der Wählerauftrag der Deutschen ist verstanden worden und wird mit aller Kraft in die Tat umgesetzt. Der Sorge eines jeden einzelnen Bürgers wird durch uns Rechnung getragen. Das versprechen wir feierlich!
Ich danke Ihnen, meine Damen und Herren.“

Tosender Applaus.
Blitzlichtgewitter.
Alles in Ordnung.

 

Dr. Frank Hess
Hohendorfer Chaussee 37
17438 Wolgast OT Hohendorf
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