~ Dr. Frank Hess Geschichten ~
 

Die Schlagzeile

Die arbeitslose Katrin B. aus Berlin/Marzahn zieht gegen die Bildzeitung vor das Verfassungsgericht. Zunächst musste sie sich noch etwas gedulden, denn die Karlsruher Richter hatten zunächst alle Hände voll zu tun, festzustellen, dass das Einsperren von Mördern und Serienvergewaltigern verfassungswidrig ist.

Nun beschäftigen sie sich aber mit Katrin B.s Vorwürfen.

„Ich bin vielleicht auch schwanger, weil dem Kevin letzen Monat sein Kondom platzen tat. Darüber berichtet keine Sau! Aber wenn die Bruni, das olle Reff, von dem Möchtegern-Napoleon dick ist, das steht in der BILD. So eine Ungerechtigkeit! Und ich bin noch dicker als Cindy aus Marzahn, und die Olle ist sogar im Fernsehen!“

Da muss ihr der Richter zustimmen. Nur ungern wendet er seinen Blick von der Zeitungsschlagzeile „Schlag gegen die Drogenmafia – Polizei stellt 83 kg Kokain sicher. Rechtsanwalt besteht darauf, Herrn Daum noch einmal nackt zu wiegen!“ ab.

„Welche Forderungen stellen Sie?“, will er von Katrin B. wissen.
„Äh, keine Ahnung!“
„Sie müssen doch wissen, was Sie wollen, deswegen klagen Sie doch!“
„Ach so, ja, na, weil die bloß immer über andere Leute schreiben und nie über mich!“
„Das ist ja keine Forderung. Wollen Sie Schmerzensgeld?“
„Ich hab doch keine Schmerzen! Die sollen mal über mich berichten!“
„Da müssen Sie schon etwas Außergewöhnliches leisten oder berühmt sein!“
„Zum Beispiel?“
„Lassen Sie sich ein paar Jahre von Ihrem Vater in den Keller sperren und schwängern!“
„Geht nicht, wir haben keinen Keller!“

Der Richter beginnt die Fassung zu verlieren.

„Ich glaube, ich muss Ihre Klage abweisen“.
„Denn raste ich aus!“, warnte Katrin. „Wenigstens ins Fernsehen will ich!“
Des Richters Gallensteine kommen ins Rollen.
„Sind Sie denn prominent?“, will er von Katrin wissen.
„Was bin ich? Nu werden Sie mal nicht frech! Was ist, wenn ich nackt auf den Marktplatz pinkle?“
„Dann bekommen Sie eine Anzeige!“
„In der BILD?“
„Nein, von der Polizei“.

Katrin überlegte fieberhaft. Es muss doch eine Lösung geben!

Es gab eine!

Eine Woche später stand in der BILD ein Artikel über Katrin B beziehungsweise von dem, was von ihr noch übrig war:

„Die arbeitslose Katrin B. (stark übergewichtig) aus Marzahn starb bei dem Versuch, den Akku ihres Handys an einer S-Bahn-Oberleitung aufzuladen“.

Der Admin

Der Admin, kurz auch Systemadministrator genannt, ist von Natur aus schmalschultrig, kurzsichtig und sauclever.

Am Montag betritt er fünf Minuten vor den Mitarbeitern sein Büro, lockert die Tintenpatrone des Druckers der Sekretärin, zieht das Stromkabel des Kopierers einer Sachbearbeiterin aus der Steckdose und fährt genüsslich seinen besten Freund, den Computer, hoch.

Die Mitarbeiterinnen trudeln langsam ein. Käffchen? Käffchen!

Um halb neun kommt der Chef.

„Herr XYZ, ich bitte Sie, die Homepage der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr zu aktualisieren. Wäre das machbar?“

„Äh, ja, sicher doch!“
„Bis wann könnten Sie das fertig haben?“

Der Admin runzelt die Stirn und schürzt abschätzend die Lippen. Innerlich überreißt er blitzschnell, dass er dafür ungefähr zehn Minuten bräuchte. Seine Antwort:

„Ja, Chef, das ist nun gar nicht so einfach. Dazu müsste ich zuerst die Festplatte lockern, die Matrix neu konfigurieren, den Browser dekontaminieren, den Provider aktivieren und einige Module modifizieren und die Festplatte wieder neu fixieren. Das kann dauern. Aber wenn ich alles gebe, müsste ich es bis Freitag geschafft haben“.

Nun ist der Chef am Stirnrunzeln, denn er hat kein Wort verstanden. Von Computern versteht er nämlich soviel wie eine tragende Sau vom Stabhochsprung.

„Na, Herr XYZ, Sie werden das schon machen, ich vertraue Ihnen da voll! Schließlich sind Sie mein bestes Pferd im Stall“.

Da ein Aufschrei aus dem Nachbarraum!

„Der Drucker geht nicht! Herr XYZ, können Sie mal kommen?“

Der Admin blickt seinen Chef vorwurfsvoll an. „Sehen Sie, Chef, wie soll ich meine Arbeit schaffen, wenn ich nur von inkompetenten Mitarbeitern umgeben bin?“

Der Chef nickt verständnisvoll.

Der Admin geht an den Drucker, murmelt unverständliches Zeug vor sich hin, während die Sekretärin ihm hochachtungsvolle Blicke zuwirft.

Der Admin, zupft hier und da, tut gewaltig technisch, steckt nach zwölf Minuten die Druckerpatrone wieder rein und sagt stolz:

„So, fertig, nun müsste er wieder gehen!“. Der Chef ist schwer beeindruckt.
„Was würden wir nur ohne Sie tun, Herr XYZ?“
„Ach, gern geschehen, ich mach mich dann mal an die Homepage der Feuerwehr“.

Zurück in seinem Büro besucht der Admin zunächst diverse Internetseiten, auf denen der Beischlaf zwischen verschiedenen Personen aus allen möglichen Kameraperspektiven und in Großaufnahme gezeigt wird. Ton hat er natürlich nicht an. Aber er sagt ab und zu völlig automatisch aus dem Unterbewusstsein heraus Wörter wie „Verdammt, jetzt hätte ich es fast gehabt!“ oder „Nun ist das Ding schon wieder abgestürzt, ist einfach zu alt, das Material, was soll man da machen?“

Die Sekretärin bringt aus Dankbarkeit Käffchen und eine Streußelschnecke.

Frühstückspause.

Danach macht sich der Admin wieder angestrengt an die Arbeit, und zwar in der Form, dass er in diversen Foren und Chats anonym den dicken Macker und Oberexperten für alles heraus hängen lässt. Dabei wird er wieder unterbrochen. Die Sachbearbeiterin will kopieren und kann nicht. Also erst mal den Kopierer aufschrauben, etwas von „unsachgemäßem Herumhantieren“ und „Man kommt ja selber zu nichts hier!“ sagen, den Stecker wieder in die Steckdose stecken, Kopierer zusammen schrauben und dickes Lob von Sachbearbeiterin und Chef einheimsen.

So vergeht die Woche. Freitag gegen 11.50 Uhr dann noch schnell den Artikel von der Feuerwehr ins Netz stellen und das Wochenende kann kommen!

Osama

Vor kurzer Zeit hielt die Welt den Atem an. Klimaschutztechnisch leider nicht lange genug.

Was war geschehen?

Nach jahrelangen Recherchen hatte der US-Geheimdienst den Terrorfürsten Osama bin Laden aufgespürt. Der saß ja gar nicht in einer Höhle in Afghanistan!
Sondern in seiner Villa! Na gut, wenigstens in Pakistan und nicht in Las Vegas, aber immerhin! Folgendes spielte sich ab:

Im Schutze der Dunkelheit näherten sich mit ohrenbetäubendem Getöse zwei US-Kampfhubschrauber, natürlich für Radar völlig unsichtbar und absolut lautlos.
Inhalt: 79 Universalspezialelitesoldaten der Seals, einer Navy-Universalspezialeliteeinheit, und ein Hund. Dieser war speziell auf Kehlbiss trainiert, für den Fall, dass Osama bin Laden wie dereinst Stülpner Karl kugelfest sein sollte.

Ein Hubschrauber landete normal, der andere verhakte sich im Stacheldraht der zuerst zehn, dann fünf, letztlich dreieinhalb Meter hohen Mauer (BILD korrigierte täglich) und landete etwas unsanft. Die 79 bis an die professionell gereinigten Zähne bewaffneten Seals schwärmten aus. Dann der Schreck! Zwei Leibwächter eröffneten mit ihren Vorderladern das Feuer! Allerhöchste Alarmbereitschaft! Die Situation schien außer Kontrolle zu geraten!

Die Seals schossen aus allen Rohren! Da sie Nachtsichtgeräte trugen, wurden sie vom hellen Mondlicht geblendet und sahen schlecht. Nach 40 Minuten konnten sie ihr Glück gar nicht fassen, denn einer der beiden Leibwächter, der die Elitetruppe per Vorderlader unter mörderischen Beschuss genommen hatte, stolperte über seinen ihm zwei Nummern zu großen Kaftan, kam zu Fall und rammte sich dabei seinen Ladestock ins linke Nasenloch.

Schnell war er nun überwältigt. Dem anderen rutschte sein Turban über die Augen und war somit auch außer Gefecht gesetzt.

Nun galt es, den Fürsten der Finsternis zu stellen. Der hatte von dem ganzen Geballere gar nichts mitbekommen, sondern genoss unter dem Einfluss eines gerüttelt Maßes Schwarzer Afghane die Sinfonie „Eroica“ von Beethoven mit Kopfhörern.

Als die US-Soldaten sein Zimmer betrat, soll er zur Waffe gegriffen haben. Zu was für einer, ist noch ungewiss, einige behaupten, es wäre ein Fingernagelknipser der abgefeimtesten Sorte, andere meinten, es wäre eine Flak 88 gewesen, ein Geburtstagsgeschenk von Hermann Göring. Jedenfalls mussten die Soldaten handeln, aus purer Notwehr.

Gleich der erste Schuss saß. Er trat über dem linken Auge ein, unter dem rechten wieder aus, in der Herzgegend wieder ein und dann durch die linke Niere wieder aus. Ein Prachtschuss! Bin Laden stürzte tödlich getroffen mit der Nase in eine Brotschneidemaschine. Dabei entstellte er sein Gesicht so sehr, dass er für die Öffentlichkeit nicht mehr vorzeigbar war.

Darum flogen ihn die Amerikaner schnell nach Afghanistan, von dort auf einen Flugzeugträger und wässerten ihn mit allen militärischen Ehren. Ob er posthum noch das „Purple Heart“ verliehen bekam, ist nicht bekannt.

Jedenfalls kann die Welt jetzt weiter- bzw. aufatmen.

Unser Papst

Der Papst ist ein altersschwacher Rentner, vorzugsweise mit HJ-Vergangenheit, der die Menschen mit dem christlichen Gott verbindet. Er haust in Rom, in einem extra Staat, Vatikan genannt. Papakan wäre allerdings passender.

Gewählt wird er nicht per Volksentscheid, sondern von zugekifften Opis in lächerlichen Gewändern, die sich tagelang wegschließen, um ungestört mehrere Kilogramm Marihuana vernichten zu können. Wer am Ende als letzter die Besinnung behält, ist dann der neue Papst.

Es steht ihm ein langer Weg bevor und er weiß von Anfang an, dass sein Amt ihn umbringen wird. Denn im Gegensatz zum Führer wird der Papst auf Lebenszeit gewählt. Obwohl das ja auch auf den Führer zugetroffen hat.

In den ersten Tagen seines Amtes, während er noch mit den Nachwehen des exzessiven Marihuanakonsums zu kämpfen hat, recherchieren emsige Journalisten über das vorherige Leben des Pontifex. Dabei kommen pikante Details ans Tageslicht, wie eine abgelaufene Mitgliedschaft in der Hitlerjugend, einjähriges Praktikum in Auschwitz oder Hinterziehung der Kirchensteuer. Also nichts, was das Ansehen eines Papstes negativ beeinflussen könnte.

Dann folgen viele, umfangreiche Reisen und Auftritte des Papstes. Fast immer führt die Reise vom Amtszimmer bis zum Balkon und zurück. Diese Strecke wird natürlich gefahren. Im Rollstuhl. Luxus muss sein! Auf dem Balkon kann der Papst dann zum Volk reden und winken. Na, früher hätte er es gekonnt. Nun muss aufgrund seines fortgeschrittenen Alters seine rechte Hand mit einer Angelrute hochgezogen und durch Schwenken eine Winkbewegung imitiert werden. Seine aus dem Internet kopierte Rede liest er nicht ab, denn der graue Star auf beiden Augen reduziert die Sehleistung auf 0,2 Prozent. Daher werden seine Lippen per Bindfäden geöffnet und geschlossen, um Sprachmimik zu imitieren. Von der Idee, Selbiges durch ein defektes Heizkissen, das in die Inkontinenzartikel eingearbeitet wird, hervorzurufen, rieten die 36 Leibkardinäle, ne, Kardiologen ab.

Vorgelesen wird die Rede dann von einem anderen, noch nicht ganz so alten Opa. Obwohl Opa ja eigentlich voraussetzt, dass man Enkel hat, was nicht der Fall sein dürfte, denn Ministranten werden nicht schwanger. Wenn die Fäden an Lippe oder Hand gerissen sind und der Kadaver des Papstes sich nicht mehr bewegt, ist die Rede zu Ende und das Volk jubelt. Nun wird der Rollstuhl samt Papst von ein paar Kirchenjungs, die schon im zarten Alter von 5 Jahren von Priestern und Bischöfen sexuell aufgeklärt wurden, zurück in das Papstzimmer geschoben.

Ist er in selbigem angelangt, wird er in seinem Raum sich selbst überlassen. Er chillt dort bis zum nächsten Auftritt. Gelegentlich bekommt er mal ein Glas Wasser und ein Zäpfchen. Die warmen Kirchenbrüder ziehen sich derweil einen Joint nach dem anderen rein und rekrutieren im Kindergarten kleine, hübsche Jungs. Lässt die Demenz des Papstes zeitweise doch mal nach und er fängt an sich über seine Behandlung zu beschweren, wird er mittels Aldiwodkaflasche rektal penetriert und für 24 Stunden an den Rollstuhl gefesselt. Die anstehende Rede muss dann leider aus gesundheitlichen Gründen (der Papst fühle sich unwohl) verschoben werden. Ist ja auch kein Wunder, oder würden Sie gerne mit einer Flasche im Arsch im Sitzen eine Rede halten und dabei winken?

Nach dem Entfernen der Flasche verhält der Papst sich wieder wie erwünscht, er befindet sich nämlich in einer Art Wachkoma. In diesem Zustand hält er die besten Reden und Vorträge, da er sich weder wehrt, noch widerspricht.

Auch nach dem Tod wird dieses Procedere fortgesetzt. Erst wenn der Papstkadaver zu zerfallen beginnt und seine Knochen die Konsistenz von Nudeln al dente haben, muss er entsorgt werden. Das bringt aber zwei Vorteile mit sich. Erstens fühlen sich die Kirchenanhänger in ihrem Gottglauben bestärkt, da ihr Pontifex mit 123 (laut BILD) Jahren ein biblisches Alter erreichte. Der zweite große Vorteil ist, dass die Papstleiche aufgrund der fortgeschrittenen Verwesung problemlos und ohne Verstopfungsgefahr im Klo runtergespült werden kann. So spart die Kirche teure Bestattungskosten und kann mehr Gras für die nächste Wahl kaufen. Ein Traumberuf!

Der länger dienende Marinesoldat

Der länger dienende Marinesoldat ist ein besonderer Typ Mensch, dem ich diese kleine, aufklärende Geschichte widmen möchte. Selbstverständlich gibt es Ausnahmen im positiven Sinne, doch den gemeinen länger dienenden Marinesoldaten kann man sich wie folgt vorstellen:

Nachdem der Hauptschulabschluss gerade so geschafft, die Modelkarriere wegen mangelnder Attraktivität und gänzlich fehlender Ausstrahlung gescheitert und der Aushilfsjob als Postbote zu anspruchsvoll war, kam endlich der Einberufungsbefehl zur Marine.

In den drei Monaten Grundausbildung fiel Matrose Müller (dieser Name symbolisiert viele hundert deutsche Marinesoldaten) fast täglich auf. Leider nicht positiv, sondern durch extreme Dummheit. Beispiele hierfür wären das Tragen des Helmes beim Nachtmarsch verkehrt herum, (naja, es war schließlich dunkel ) oder Vergessen, die Feldflasche vor dem Nachtmarsch aufzufüllen, was den Vitalfunktionen nach 20 km Marschieren mit Gepäck nicht gerade zuträglich ist. Äußerst beliebte Taten des zukünftigen Unteroffiziers sind übrigens auch regelmäßiges Verspäten und das Grüßen mit links, falls er denn überhaupt grüßt.

Nach der Grundausbildung, die Matrose Müller nur mit Ach und Krach bestanden hatte, kam er auf seine Stammeinheit, in unserem Exempel ein Minenjagdboot. Hier hatte er nun eine fast 8-jährige Zukunft vor sich. Nach wenigen Jahren und zahlreichen Disziplinarverfahren, die seiner Dummheit zuzuschreiben waren, ist Müller endlich Obermaat geworden. Mannschaftsdienstgrade herumkommandieren waren nun sein täglich Brot. Obermaat Müller hielt sich für einen strammen Soldaten und auf seinem Schiff herrschten grundsätzlich zwei Dinge: erstens er und zweitens Ordnung. Um den Offizieren positiv aufzufallen, hat er die Mannschafter täglich besonders hart putzen lassen. Er scheute auch nicht davor zurück, die Offiziersmesse vom Obergefreiten H. drei Mal täglich aussaugen zu lassen. Sauber und rein, so wollte es der Kommandant und so sollte er es haben.

Bei einer Wochenendewache fand Müller im Maschinenraum so eine lange, völlig verölte Stange, die in Richtung Heck zeigte. Von Ordnung und Sauberkeit geprägt, ließ er diese Stange von den Gefreiten solange putzen, schrubben und entölen, bis sie endlich furztrocken und matt war. Dass es an seiner Putzaktion lag, dass die nächste Tour schon im Hafen beendet werden musste, weil die Antriebswelle sich aus ungeklärter Ursache festgefressen hatte, kam Müller nicht einmal annähernd in den Sinn. Für solch umfassenden und komplexen Überlegungen war sein Gehirn nicht geschaffen.

Obermaat Müller gehört der Verwendungsreihe 11 an, von der jeder Marineangehörige weiß, dass hierfür ausschließlich die dümmsten rekrutiert werden. Zu den Aufgabenbereichen der Elfer zählen Lackier- und Streicharbeiten, Reparaturarbeiten jeglicher Art und, besonders wichtig, Instandhaltung des Ankers inklusive Ankerkette. Bei einer späteren Tour durch die Ostsee (die Welle war inzwischen getauscht und geölt) fiel der tapfere Herr Müller in besonderem Maße auf, denn beim Ankermanöver wollte keiner der beiden Anker ins Wasser fallen, obwohl das der ausdrückliche Wunsch des Kommandanten war. Unschlüssig stand Obermaat Müller auf dem Vorschiff und fragte sich, was denn mit den Ankern los sei. Nachdem der Kommandant ihn das dritte Mal angebrüllt hatte, entschied Müller weise, mal nachzusehen, ob vielleicht die Kette klemmte. Tatsächlich! Aber da konnte er nichts für! Schließlich war es der I WO, der ihn beauftragt hatte, die Eimer mit Lack irgendwo im Vorschiff zu verstauen. Woher sollte er denn wissen, dass es dafür extra Kammern gab? Aus Eigeninitiative (sowas zeichnet einen guten Soldaten aus) hatte Obermaat Müller die Eimer nebst ein paar leeren Bierdosen provisorisch in die Ankerlast gelegt und dann irgendwann dort vergessen. Doch diese Eimer und Bierdosen hinderten nun die Ankerkette erfolgreich daran, ins Wasser zu fallen. Obermaat Müller witterte seine Chance, die missliche Lage aufzuklären. Nicht ganz ohne Stolz meldete er stotternd dem Kommandanten, dass er die Lackeimer jetzt wieder aus der Ankerlast holen und so das Ankervorhaben doch noch zum Gelingen führen werde. Der Kommandant, dezent erbost, hörte jedoch gar nicht hin, blies das Ankermanöver ab und setzte die Fahrt wutschnaubend fort. Obermaat Müller wollte jedoch seine Tüchtigkeit unter Beweis stellen und machte sich sofort daran, die Ankerkette freizukämpfen. Nach 20 Minuten hatte er es geschafft. Leider merkte er erst jetzt, dass er vergessen hatte, die Ankerkette vorher festzusetzen. Unter lautem Geratter ging der Steuerbordanker inklusive 3 Kettenlängen (45 Meter) zu Wasser. Nun war Obermaat Müller leicht irritiert, denn es war das erste Mal, dass bei 15 Knoten Fahrt ein Anker zu Wasser gelassen wurde. Das Gebrüll von der Brücke nahm er nur kurz wahr, denn der Ruck, der Knall und das metallische Ächzen, das plötzlich durch das Boot ging, übertönte alles andere. Krachend zerborst das Ankerspill und das Boot neigte sich rückartig stark nach rechts, um daraufhin wie ein Stehaufmännchen nach links zu schnellen. Zum Glück hatten die Zivilversager auf der Brücke relativ zeitnah reagiert und vorausschauend die Antriebswelle ausgekuppelt. Nach wenigen Metern war das Boot abgebremst und eine bedrohliche Stille lag in der Luft.

„Äh, Steuerbordanker mit 3 Kettenlängen zu Wasser!“, rief Obermaat Müller seinem Kommandanten ordnungsgemäß zu. Das nun folgende Donnerwetter konnte er nicht nachvollziehen.

Er verstand auch nicht, warum es eine Strafe sein sollte, dass seine Verpflichtungszeit nun von 8 Jahren, auf lebenslänglich angehoben wurde. Wahrscheinlich freuten der Kommandant, und der Geschwaderkommandeur, bei dem er sich, zurück an Land, melden musste, sich insgeheim doch über das geglückte Ankermanöver. Die sofortige Versetzung auf eine Landdienststelle fasste er sogar als Beförderung auf.

Den Umstand, dass durch Müller ein Schaden in Millionenhöhe (Ankerspill inklusive Motor und Verankerung im Vorschiff zerstört, Bug inklusive Spanten verzogen) am Boot entstand und dass seine Übernahme zum Berufssoldaten bei gleichzeitigem Herabsetzen seinen Lohnes auf einen Mindestbetrag, eine übliche Maßnahme der Bundeswehr war, um die entstandenen Schäden wenigstens wieder Ansatzweise auszugleichen, würde Obermaat Müller niemals in seiner Gesamtheit erfassen können.

Er erfreute sich einfach an seiner gesicherten Zukunft, denn im Zivilleben hätte er es nach Ausscheiden aus der Bundeswehr maximal zum Hartz-4-Empfänger gebracht.


(Diesen Tatsachenbericht verdanken Sie meinem Sohn Felix. Er sorgt mit Selbsterlebtem dafür, die Lücke auszufüllen, die mein Afrikaaufenthalt momentan reißt.)

Opa Malinowski

Ach, ist der alte Sessel schön bequem! Er leckte sich die letzten Reste der Pilzsuppe von den Lippen. Jetzt kann es gemütlich werden! Dann nahm er seine allabendlichen Tabletten. Dazu erst mal einen kräftigen Schluck aus der Pulle.

Ich werde mal eine von den Selbstgedrehten meines Enkels probieren, dachte Opa Malinowski. Riecht schön würzig, dieser Tabak, den der Bengel letzte Woche aus Amsterdam mitgebracht hatte. Passt auch prima zum Wurzelpeter. Genau, noch einen Schluck davon. Feuerzeug, erster Zug. Dazu ein kühles Bier, das verdünnt den Wurzelpeter und schont den Magen. Komisch. Warum ist die Selbstgedrehte am Ende dicker als hinten? Opa nahm sich vor, seinem Enkel die Gefahren des filterlosen Rauchens darzulegen. So, noch ein Zug, ein Wurzelpeterschlücksken und ein Bier und dann her mit der Zeitung! Das Leben kann so schön sein, dachte Opa Malinowski und stieß genießerisch eine dicke Rauchwolke aus. Er rückte seine Lesebrille zurecht, streckte die Füße aus, nahm seine Tabletten, entspannte sich und begann zu lesen.

Was steht da? Die Sarazenen kommen und wollen hier Muscheln bauen? Oder Morcheln anbauen? Hehe, lustig! Opa verschluckte sich ein wenig am Wurzelpeter, hustete und bereinigte die Situation glücklich mit einem Schluck Bier. Da fiel ihm ein, dass er heute Abend noch gar nicht eingenommen hatte. Kein Problem, die Pillen, die ihm der Zivi nachmittags aus der Apotheke geholt hatte, lagen in Reichweite. Hihi! Er erinnerte sich noch genau an die Worte von Dr. Lebwohl: „Abends zwei Blaue und eine Weiße!“

Macht zusammen also drei. Oder waren es drei Blaue und keine Weiße? Ich werde mal von jeder Sorte drei nehmen, da bin ich auf der sicheren Seite, entschloss sich Opa Malinowski pharmakologisch versiert. Gedacht, getan, Wurzelpeter zum Nachspülen, fertig. Ein tiefer Zug und es kann weitergehen mit dem Lesen.

Hehe, die Leute sind verrückt! Nun wollen sie in Stuttgart 21 Bahnhöfe bauen! Und da, was soll das denn? In Papakis – verdammt, kann die Zeitung nicht mal stillhalten? In Pakistan sind die Vatikan am Sprengen? Im Hochwasser versaufen, aber den Rasen sprengen, die haben Humor da! Muhaha! Opas Bauch kugelt sich vor Lachen. Und was steht da? Alice Schwarze ist sauer, weil ihr ein Wetterfrosch keinen verkachelt hat? Kein Wunder, da sieht die Hilde vom Seniorentreff ja schärfer aus, selbst, wenn sie ihr Gebiss herausnimmt! Hab ich eigentlich schon meine Tabletten genommen? Mist, man wird vergesslich! Her mit den Blauen. Drei? Warum haben die jetzt gelbe Punkte? Egal. Komisch, irgendwie wirkt der Wurzelpeter heute etwas anders als sonst. Oder hätte ich die getrockneten holländischen Pfifferlinge oder was das für Dinger waren, vor dem Kochen erst einweichen müssen? Hat der Bengel nichts von gesagt. Liegen aber ein wenig schwer im Magen. Lieber noch ein paar Tabletten nehmen und dann zurück zur Zeitung.

Aha, alle Luden haben bloß ein Gen. Und das müssen sie sich wohl auch noch teilen, oder was? Hihi! Wie Napoleon und Hitler mit ihren Hoden. Zum Glück haben die zeitversetzt gelebt, sonst hätte es womöglich noch Krieg zwischen Frankreich und Deutschland gegeben, hehe. So blieb es ja zum Glück bei einem kleinen Grenzkonflikt. Und jetzt hacken die Luden und die Mohikaner auf die Sarazenen ein, und die Türken auch noch? Verrückte Welt! Wenn man bloß Hannover nicht absteigt!

Gut, dass der Bierkasten schon neben seinem Sessel stand, da musste er nicht extra zum Kühlschrank. Seit seiner Prostatütata, hehe, Prosdingsda-OP vertrug er Bier nur noch zimmerwarm.

Nicht so gut war, dass ihm der Gummibaum seit ein paar Minuten andauernd dazwischen quatschte. Noch ein Wort, und ich hole die Heckenschere, drohte Opa Malinowski , entschlossen nippte am Bier, zog an seiner Selbstgedrehten und las weiter.

Da wird doch der Hund in der Pfanne verrückt, hehe! Was steht da? Michael Ballaballack ist Kapitän? Als sächsischer Nichtschwimmer kann der es bei der Marine doch höchstens zum Schiffsjungen bringen!

Opa hustete vor Lachen graublaue Rauchschwaden. Nun schnitt zu allem Überfluss auch noch die Übergardine lustige Grimassen und schlug sich auf die Schenkel!

Aha, unweit von Lima bereiten die Inkas jetzt Strom aus Meerschweinchen! Deren Kacke, also die der Meerschweinchen, wird mit Bakterien und Wasser zu Methan vergoren, welches einen Generator antreibt, der dann Strom erzeugt. Tolle Idee! Eins verstand Opa Malinowski allerdings nicht. Er war sich sicher, dass ein durchschnittlicher Peruaner am Tag mehr Kacke produzieren konnte als ein Meerschweinchen. Warum dann nicht Peruanerkacke vergären?

Oder machen die das etwa schon? Misstrauisch beäugte Opa den Rest in der Wurzelpeterflasche. Sollten die etwa …??? Wäre ja ein Dingen! Er bemerkte, dass inzwischen die Maler die gegenüberliegende Wand hellblau gestrichen hatten. Aus der Küche drangen Walgesänge an sein Hörgerät.

Zeit, meine Medikamente zu nehmen, dachte Opa Malinowski. Komisch, die scheinen sich in der Dose zu vermehren! Dem ist abzuhelfen, dachte er und schluckte eine Handvoll.

Zeit für ein nächstes Bier. Er angelte nach einer neuen Flasche. Verdammt, willst du wohl stillhalten, du verfluchtes Ding! Die Bierflasche wand sich unter seiner Hand wie ein Aal. Endlich bekam er sie aber doch zu halten. Ha, wäre ja gelacht. Moment, hier lacht doch noch einer! Tatsächlich! Wegen der Dresdner Philharmoniker, die in der Küche gerade lautstark „Was machst du mit dem Knie, lieber Hans?“ intonierten, war der Lacher schwer heraus zu hören. Malinowski musste alles darauf verwenden, den ungebetenen Lacher genau zu lokalisieren. Da, hehe! Der Flaschenöffner stand mit heruntergelassener Hose neben der Fernbedienung und urinierte ungeniert kiechernd auf die Programmzeitung! Das hatte der bisher noch nie getan! Dann sprang er auf die Stehlampe. Mir doch egal, dachte Malinowski, ich krieg die Flasche auch mit den Zähnen auf. Der Umstand, dass selbige aus Kunststoff waren, erschwerte den Öffnungsvorgang zwar beträchtlich, konnte aber nicht verhindern, dass sich das Bier zur einen Hälfte in und zur anderen Hälfte auf Opa Malinowski ergoss. Der verspürte jetzt eine angenehme Müdigkeit. Her mit dem Rest vergorener Indianerkacke und weiterlesen!

Bei den Schlagzeilen „Deutschland steigert seine Eskorte“, „Hirsekurse im Dax“ und „Başlığın diğer anlamları için“ schwanden ihm langsam die Sinne.

Am nächsten Tag stand in der Zeitung: „Deutliche Entspannung auf dem Rentenmarkt!“ und kleiner darunter „Bielefelder Rentner beim BILD-Lesen verstorben!“

Das konnte er aber nicht mehr selbst lesen, sein Zivi, der sich ein paar Tage später mit Hilfe einer Überdosis Heroin über den Jordan setzte, berichtete ihm davon.

Mozart

Wolfgang Amadeus Mozart hieß eigentlich Joannes Chrysostomus Wolfgangus Theophilus Mozart, was auf den geistigen Zustand seiner Erzeuger einige Rückschlüsse zulässt.

Geboren wurde er 1756 in Salzburg, als zweites lebendes Kind von sieben, von denen fünf das Erblicken des Weltlichts mit dem Ableben kommentierten. Vielleicht neigte sein lieb Mütterlein auch zu seuchenhaftem Verkalben. Das lag wohl in der Familie, denn von Mozarts sechs Kindern gaben auch vier sofort nach der Geburt den Geist auf.

Als Wolfi vier war, fing sein Vater an, ihn mit Musik zu traktieren. Wolfis fünf Jahre ältere Schwester half eifrig mit. Böse Zungen behaupten, dass sie auch maßgeblich an seiner sexuellen Aufklärung beteiligt gewesen sein soll. Neben seiner Klavierlehrerin, versteht sich. (Achtung, Klischee). Schon bald konnte er prima Geige und Klavier spielen.

Schnell stellte er fest, dass Klavierspielen kinderleicht ist, man muss nur zur richtigen Zeit auf die richtige Taste drücken. Mit E-Gitarre und Synthesizer tat er sich etwas schwer, so dass ihm nichts anderes übrig blieb, als mit langweiliger Fidel - und Geklimpermusik durch halb Europa zu ziehen. So verdingte er sich als Jahrmarktsmusikant und durfte an vielen Fürstenhöfen sein Talent unter Beweis stellen. Eine Anstellung bekam er allerdings nirgendwo. Darum fuhr er arbeitslos nach London, um dort italienische Musik zu studieren.

Als er des Londoner Nebels und der rußigen Nutten in Soho überdrüssig wurde, bereiste er Italien, und das gleich dreimal. Dort traf er auch den Papst Clemens XIV., der ihm eins überbrannte und ihn damit zum Ritter schlug, obwohl Mozart nicht reiten konnte und auch nicht viel von Lanzen verstand, denn zeitlebens war er schwächlich und von kränklicher Natur. Er verdiente schließlich viel Geld mit Musik und Billard, verzockte aber auch viel und jagte noch mehr über die Kuppe. Heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge litt er an ADHS.

Und weil es damals noch kein Ritalin gab, sitzen wir nun mit 24 Opern und dreiundfünfsiebzigzwölfhundertachtvier anderen Musikstücken von ihm an. Am bekanntesten ist neben „Der Schrei“ und „Hölle, Hölle, Hölle“ seine Klaviersonate in Fist#moll für Mundharmonika, Querkopfflöte und Banjo. Wenn er mal gut drauf war, konnte er wochenlang bis zu 40 Stunden am Tag am Stück komponieren und kam dabei ohne Schlaf und feste Nahrung aus. Das ging natürlich an die ohnehin kümmerliche Substanz.

Und nachdem er sich lange Zeit an seiner Zauberflöte zu schaffen gemacht hatte, wurde er bettlägerig und verstarb mit 35 Jahren. Über die Todesursache wurde lange debattiert. Angegeben sind konkret 34 mehr, als der heutigen Medizin als Todesursachen insgesamt bekannt sind. Sicher, an Syphilis und Tuberkulose litt er zwar, aber das hatte doch jeder damals. Auch soll er mit Quecksilber vergiftet worden sein, das vermutete Mozart zumindest nach seinem Tod selber.

Heute ist nur mit Sicherheit auszuschließen, dass er bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam oder dass ihn sein Hausarzt über den Jordan schickte. Zu Lebzeiten war Mozart ein sparsamer Mensch. Er nahm für eine Klavierstunde zwei Gulden, gab seinem Hausmädchen aber nur einen als Monatslohn. In Anerkennung seiner Verdienste wurden nach seinem Tod Mozarts Hoden in Formalin eingelegt. Sie sind heute als Mozartkugeln im Wiener Staatsmuseum zu besichtigen. Eins hat er uns noch hinterlassen: Wolfgang Petri.

„Leck mich im Arsch!“ (1772; Köchelverzeichnis 382c)

King Arthur

Früher wohnten auf der britischen Insel nur verlauste Barbaren, die solchen primitiven Schnickschnack wie Stonehenge bauten.

Dann kamen die Kelten vom Festland und brachten den Wilden Kultur bei, indem sie der Einfachheit halber erschlagen wurden. Nur wenige konnten sich schwimmend auf die Nachbarinsel Irland retten und verfielen dem Suff.
Dann verzürnten sich die Kelten untereinander und begannen, Krieg gegeneinander zu führen.
Nun wurde die Sache spannend, denn König Arthur wurde irgendwann in Wales oder England oder vielleicht auch ganz woanders geboren.

Auf jeden Fall da, wo die spannenden Rosamunde Pilcher-Filme spielen.

Damals war er natürlich noch kein König, sondern ein kleiner Hosenscheißer, dem aber eingeredet wurde, dass er einmal König von England werden würde.Deswegen schob man ihn bezeiten zu dem Scharlatan und Possenreißer Merlin ab. Merlin selbst bezeichnete sich als Zauberer. Der kleine Arthur war ein gelehriger Schüler. Bald konnte er freihändig in der Nase popeln und ohne fremde Hilfe onanieren. In einem Tümpel fand er beim Kaulquappenkeschern ein Schwert und nannte es Auskaliber.

Mit Hilfe dieser Waffe machte er sich zum König und weil es ihm zu langweilig war, sich abends immer allein zu besaufen, umgab er sich mit einer Gruppe von Speichelleckern, allen voran Sir Lance Lot, dem Erfinder des mechanischen Tiefenmessers.

Lance, der Urahn eines eineiigen texanischen Profiradlers, war seinem König sehr ergeben. Deswegen vögelte er munter mit dessen Gattin Gullybier, um seinem König Arbeit abzunehmen. Das abendliche Saufgelage machte schnell die Runde, und jeder wollte mal neben dem König sitzen. Das gab Ärger. Darum ließ der König auf Anraten seines Hofmagiers (heute: PR-Berater) einen runden Tisch bauen. Diesen nannte er Tafelrunde.

Stattgefunden hat das alles in der berühmten Ferienanlage Camelot. Nur so aus Jokes führte König Arthur Krieg gegen alles, was sich zeigte, gegen den Nordkönig, einem Vorfahren der Schotten und gegen die Sachsen, die per Anhalter auf die Insel kamen. Zwischendurch erschlug er auch ein paar Drachen und befreite natürlich etliche Jungfrauen – von ihrer Jungfräulichkeit.

Als es keine Feinde, Drachen und Jungfrauen mehr gab, wurde ihm fad.

Er beschloss herauszufinden, ob er nun ein heidnischer Kelte, ein Christ, Illuminate oder ein Sozialdemokrat war. Darum gab er seinen Rittern der Tafelrunde den Auftrag, den Heiligen Gral zu finden, obwohl er gar nicht wusste, was das eigentlich war. Schon drei Jahre später kam einer seiner Ritter freudestrahlend nach Camelot zurück, mit einem Negerdorf im Schlepptau.

Der Idiot hatte Gral mit Kral verwechselt.

Ab da passiert nur noch Kacke. Merlin verschluckt sich an einem Stück Apple Pie und erstickt. Ohne Berater ist Arthur aufgeschmissen. Es kommt heraus, dass das Produkt seiner ewigen Rumvögelei, Mordred, gar nicht sein Neffe, sondern sein Sohn ist!

Während Arthur eine Reise in den Puff von Barcelona macht, stellt Mordred ein Heer auf und empfängt seinen Vater mit einer Kriegserklärung. Obwohl von den Strapazen der Europareise und durch Tripper sehr geschwächt, gewinnt Arthur, indem er seinem Sohn Mordred das Schwert Auskaliber linksthorakal zwischen vierter und fünfter Rippe unsanft einführt. Eine damals gängige Art „It`s time to say good bye“ zu sagen.

Dummerweise schnitt Arthur sich anderentags beim Kartoffelschälen die Halsschlagader auf und verblutete. Nach Christenmanier wurde sein Leichnam auf einen nebligen See hinaus geschoben, um so ins Totenreich der Kelten, Avalon, zu gelangen. Sein Schwert wurde wieder in den Tümpel geschmissen.

Von nun an ging es richtig bergab. Die Sachsen konnten ihr Glück gar nicht fassen, fielen in Heerscharen ein und gründeten FC Arsenal, Manchester United und schafften es trotzdem nicht, bei der letzten Fußball-EM mit dabei zu sein. Nur ein einziger Sachse war mit dabei: Michael Ballack. So kann es gehen.

Michael

Michael Jackson, zu deutsch Michael, Sohn von Hans oder neudeutsch Maikel Schäcksn, wurde 1958 in Kalifornien als achtes von zehn Kindern geboren. Darüber gibt es nichts zu lachen, der Schwarze schnackselt halt gern (danke, Dennis!).

Sein Vater war Kranführer und somit geradezu prädestiniert, den kleinen Michael, der damals noch schwarz wie eine indische Neumondnacht war und eine Knollennase besaß, musikalisch in die Höhe zu heben.

Nachdem er ihm ein paar mal tüchtig das Jackleder versohlte, brachte er ihm die Flötentöne bei und gründete die Band The Jackson Five, wobei neben dem kleinen Michael vier seiner Brüder Verwendung fanden.

Das ging eine Weile lang gut. Schließlich wurde es Michael zu langweilig, beim weihnachtlichen Krippenspiel in der Schule immer den Mohren spielen zu müssen und er legte mit relativ ungeeigneten Instrumenten Hand an seine Nase.

Seine Hits waren weltweit riesige Erfolge. Leider erkrankte er an einer Störung der motorischen Koordination des Bewegungsapparates, ein Syndrom, das später unter der Bezeichnung „Moonwalk“ populär werden sollte. Ob seine Mondsüchtigkeit Ursache war, ist nicht belegt.

Um alles einmal ausprobiert zu haben, heiratete er zweimal und zeugte insgesamt drei Kinder, wobei er die medizinische Sensation fertig brachte, mit Hilfe eines deutschen Spezialpräparates

nicht nur sich , sondern auch seine Chromosomen zu bleichen, denn alle Kinder waren weiß. Dagegen ist die unbefleckte Empfängnis ein billiger Jahrmarkttrick.

Schließlich waren ihm die Frauen über und er fing an, an sich selbst herumzuspielen. Dabei entdeckte er eine Kinderüberraschung in seiner Hose!

Kurz entschlossen kaufte er sich 1988 eine kleine Parzelle von 11 km ², nannte sie Pedolandranch und lud sich kleine Jungs zum spielen ein.

Wie zu erwarten, wurde er 1993 wegen sexuellen Missbrauchs an einem kleinen Jungen angeklagt und vor ein Gericht gestellt. Nachdem der arme, unschuldige Michael dem Jungen zwanzig Millionen, dessen Eltern und deren Anwalt je drei Millionen Dollar gezahlt hatte, nur so aus Nächstenliebe versteht sich, wurde der Prozess aus Mangel an Beweisen eingestellt. Schließlich sei der kleine Junge ja nicht schwanger, argumentierte Michaels Anwalt.

Das überzeugte die Staatsanwaltschaft und es erfolgte ein Freispruch.

2003 wurde er erneut angeklagt und verhaftet. Michael erschien im Schlafanzug zur Verhandlung, kramte drei Millionen Dollar aus der Pyjamahose und wurde freigesprochen, weil gaga.

So führte er nun ein fröhliches, unbeschwertes Junggesellenleben, leistete sich ein Hausmädchen, einen Leibkardiologen und eine Ernährungsberaterin und ließ es sich unter seiner Atemschutzmaske gut gehen.

Die Sache hatte nur einen klitzekleinen Haken. Michael verwechselte zunehmend öfter seine Smarties und Fruchtdrops mit verschiedenen Tabletten. Davon nahm er so viele, dass ihm seine Hausangestellte regelmäßig den Magen auspumpen musste.

Ja, und im Juli diesen Jahres kam es, wie es kommen musste.

Die Magenauspumppumpe war gerade zur Reparatur, das Hausmädchen, die als Einzige mit der komplizierten Apparatur hätte umgehen können, war entlassen und Michael lag auf der Seite. Und obwohl sein Leibarzt sofort einen Arzt anrief, kam jede Hilfe zu spät.

Viel Spaß beim Spaziergang auf dem Mond, Michael!

Wer kann es erraten?

Es war einmal eine wunderschöne Maid mit goldenem Haar.
Gerade weil sie so schön war, hatte sie viele gutaussehende Jünglinge, mit denen sie Liebe machte. Bald stellte die Maid fest, dass Sex mit attraktiven Männern auf die Dauer langweilig und arm an Reizen ist. Darum folgte sie dem Lockruf eines schmierigen alten Mannes mit ungepflegtem grauen Haupthaar und dickem Bauch.
Ach, welche Wonne!
Die Sache hatte nur einen klitzekleinen Haken. Aufgrund des fortgeschrittenen Alters ihres Geliebten hatte sie arge Mühe, dessen bestes Stück in Form zu bringen.
Was musste die Arme jedes Mal nuckeln und juckeln!
Aber der liebe Gott meinte es gut mit ihr und belohnte ihren Eifer.
So entlockte sie dem alten Sack nach stundenlanger körperlicher Schwerstarbeit ein paar Tröpfchen ranziges Sperma.
Fortan trug sie ein Kindlein unter dem Herzen.
Der alte Mann war ihrer nun überdrüssig und kaufte sich eine jüngere Gespielin.
Das betrübte die Maid in ihrem Sinn.
Nachdem ihr Keuschheitsgelübde abgelaufen war, also nach zwei Tagen, überkam sie ein unmenschliches Verlangen nach wildem, animalischen Sex.
Zu diesem Zwecke paarte sie sich kurzentschlossen mit einem Wesen, das so aussah, als hätte es sein bisheriges Leben auf einer Sonnenbank mit Gesichtsfräse verbracht.
Dabei entdeckte sie eine völlig neue Spielart der menschlichen Sexualität als Hobby, das Pockenarbenauslutschen.
Und wenn sie nicht gestorben ist, dann lutscht sie heute noch.
Wer mag sie wohl sein?

Die nächste Mär berichtet von einem anderen Mägdelein.
1954 wurde in Hamburg einem Pastor eine Tochter geboren.
Nachdem er ein paar Mal auf der Reeperbahn gewesen war, stellte er fest, dass Hamburg ein Sündenpfuhl ist. Kurze Zeit später wanderte er darum und wegen einer Bananenallergie in die DDR aus, Weib und Kind nahm er mit.
Im Brandenburgischen Templin wuchs das Mädchen heran.
Schnell machte ihr christlicher Vater ihr klar, dass sich Atheismus und fester Gottesglaube gut miteinander vertrügen.
Darum wurde das Mädchen zuerst ein Thälmann-Pionier und später eine stramme FD Jlerin.
Obwohl sie damals Lisa Simpson noch nicht kannte, legte sie das Abitur wenn auch nicht als Klassenschönste, so doch als Klassenbeste ab und studierte Physik, um anschließend als Chemikerin in Berlin zu arbeiten.
Weil es zum guten Ton gehörte,. heiratete sie, um sich scheiden lassen zu können.
Um Politik kümmerte sie sich einen Scheißdreck.
Das änderte sich schlagartig, als die Berliner Mauer fiel.
Da stellte sie nämlich fest, dass Arbeit auf Dauer nicht gut für den Teint ist.
Sie erinnerte sich daran, dass ihr Vater Sozialistische Theologie studiert hatte und trat der CDU bei. Dort traf sie einen dicken Herren, der schnell einen Narren an ihr gefressen hatte. Leider stolperte der über eine Organspendenaffaire, aber nicht, bevor er seinem kleinen Liebling ein paar Ministerposten verschafft hatte. Da man Birnen nicht mit Äpfeln vergleichen kann, endete die Birnenära abrupt.
Unser Mägdelein witterte ihre Chance und riss die Führung der CDU an sich. Damit hätte sie eigentlich zufrieden sein können, aber als 2005 der nächste Kanzler strauchelte (ja, Politiker haben oft Gehfehler), ließ sie sich auf die Schnelle zur Kanzlerin wählen.
Von nun an führte sie mit straffer Hand die deutsche Politik.
Um den lästigen Beinamen „Das Merkel“ abzulegen und um die türkische Frauenrechtlerbewegung zu unterstützen, trug sie bei einem Staatsbesuch in Ankara ein gewagtes Kleid mit mächtigem Ausschnitt. Ein Pushup und ein Stringtanga vervollständigten ihr barockfeminines Äußeres.
Ihre Lieblingsspeise sind Kohlrouladen.
Derzeitige Diskussionsthemen im Kanzleramt sind Diätenerhöhungen, Einführung der Kopftuchpflicht für Klofrauen, Diätenerhöhungen, Einführung der Beschneidungspflicht für CDU-Mitglieder, Erhöhung der Diäten, Einführung des Kindergeldfreibetrages für Altersrentner, Diätenerhöhungen, das Verbot des heterosexuellen Sexes und Diätenerhöhungen.
Wer mag sie wohl sein?

Die Qualle von Bölz

Der Chefregisseur schaut nervös auf seine Thailand-Rolex.
  Fünfundzwanzig Euro, mit Echtheitszertifikat. Konnte er sich leisten, obwohl die Massagen ganz schön an die Substanz gingen.
Die Kabelträgerpraktikantin fummelt intensiv am Kabel des zweiten Kameramannes herum.
  Darauf wird an dieser Stelle aber nicht weiter eingegangen, es sei nur erwähnt, dass sie Monika heißt.
„Wo bleibt der Dicke denn?“, will der Regieassistent wissen.
  „Ich bin nicht dick, ich hab es bloß mit den Drüsen!“
Mettfried Angler ist jetzt endlich am Set und schnauft.
„Wir warten schon eine Ewigkeit auf Sie. Sind Sie aufgehalten worden?“
  „Aufgehalten nicht, aber Sie wissen doch, dass ich an Parkinson leide.
  Und damit finden Sie erst mal einen Parkplatz! Und in Ruhe frühstücken wird man ja wohl noch dürfen.“
„Gut, können wir jetzt anfangen?“
  „Nein, ich muss erst etwas essen!“
„Requisite, ein Leberwurstbrötchen für Herrn Angler!“
  „Ich sagte essen, nicht naschen. Ich will zwei Schweinshaxen mit Semmelknödeln!
He, ich hab genau gesehen, dass Sie mit den Augen gerollt haben!“
„Ist ja gut. Nico, hol aus der Kantine zwei Schweinshaxen! Fünf Minuten Pause.“
Der Assistent des Assistenten saust los.
Zwei Schweinshaxen und fünf Minuten später kann es endlich losgehen.
  Scheinwerfer an, Szene Dreiundzwanzig, Klappe die erste.
Ruhe.
„Herr Angler, wenn Sie bitte beginnen würden?“
„Was soll ich denn machen, bittschön?“
„Haben Sie denn das Drehbuch nicht gelesen? Sie hatten doch das ganze Wochenende Zeit.“
  „Ich hatte keine Zeit. Im Puff war Vielesserwochenende, da bin ich dann die beiden Tage geblieben. Für Drehbuchlesen oder ähnlich sex- und kalorienarme Beschäftigung war keine Gelegenheit. Also, was muss ich tun?“
  Die Herzfrequenz des Chefregisseurs erreicht das Fünffache seiner Schuhgröße.
„Sie kommen da durch die Tür und entdecken die Leiche. Die Leiche schwitzt! Sieht das denn keiner von euch Vollidioten?“
  Eilfertig pudert Marianne von der Maske der Leiche die Stirn.
„So, los jetzt. Klappe die zweite.“
Mettfried Angler geht durch die Tür. Das heißt, beinahe. Leider bleibt er stecken.
„Welche Deppen haben denn so schmale Türen gebaut?“, will er wissen.
Verzweiflung macht sich breit.
  „Gut, dann sind Sie eben schon im Raum. Machen Sie bitte ein erstauntes Gesicht, wenn Sie die Leiche entdecken.“
Die Leiche meldet sich auch mal zu Wort.
 „Kann das etwas schneller gehen, ich hab es schon im Kreuz von dieser blöden Lage.“
Mettfried Angler macht ein erstauntes Gesicht.
  Das ist dem Regisseur zwar nicht erstaunt genug, aber für einen Tausender Tagesgage kann er eben nicht mehr verlangen.
„So, und jetzt beugen Sie sich über die Leiche!“
Mettfried beugt sich.
Leider verliert er dabei das Übergewicht und fällt vornüber.
Die Leiche stöhnt noch mal kurz auf und spielt ihre Rolle ab jetzt so echt, wie es echter nicht geht.
Mettfried stöhnt auch, lebt aber noch, denn er sagt:
„Kann mir mal einer aufhelfen, verdammt?“
Einer nicht, aber zu viert bringen sie ihn wieder auf die Beine.
  Um den Schauspielstudenten, der die Leiche spielt, ist es zwar schade, aber so etwas passiert   halt.
„Wann ist endlich Mittagspause?“, fragt Mettfried besorgt.
„Wenn diese Szene im Kasten ist“, bekommt er zur Antwort.
„Wenn ich nichts zu essen krieg, spiel ich nicht mehr mit!“
  Mettfried schaut jetzt nicht mehr erstaunt, sondern trotzig. Ich hab jetzt nämlich die         Schnauze voll!“
Das Gleiche kann die Kabelträgerpraktikantin von sich im selben Moment auch behaupten ...
Ein ganz normaler Drehtag eben.

Atemlos

Die Welt hält den Atem an!
Brittney Spiehrs ist aus dem Krankenhaus entlassen worden!
Zozeiätie-Expertin Mischell Dapplhorn ist entsetzt.
„Brittney braucht unbedingt eine Therapie. Sie trinkt nämlich Alkohol und raucht heimlich auf dem Klo. Ohne psychologische Betreuung ist sie verloren. Ihr ist jegliche Realitätsnähe in weite Ferne gerückt. Wer hilft diesem armen, völlig verwirrten Geschöpf?
Und nun ist sie gleichzeitig von mehreren Augenzeugen sowohl in der Wüste Nevada als auch in einen Schlachthof in Chicago gesehen worden. Und das in Begleitung eines Papparazzo, der ihrer unwürdig ist. Pessimisten gehen sogar davon aus, dass sich zwischen den beiden unzüchtige Handlungen abspielen. Ihre völlige Loslösung von dieser Welt hat sie durch Fahren unter Alkohol unter Beweis gestellt. Wie aus dem Pressebüro des FBI durchsickerte, hatte sie fast 0,4 Promille! Unglaublich, diese Entgleisung. Brittney, quo vadis?“
(Spendengelder “Brittney in Not” auf das Konto 1750815, State Bank, Cayman Islands)
Und da gibt es noch eine Sensation, die den Erdball stillstehen lässt.
Der blaublütige Prinz in England lässt sich zum Piloten ausbilden.
Zozeiätie-Expertin Nikoll Wotergeht ist entsetzt.
„Der Prinz gibt seiner Karriere den Vorrang und stellt seine Liebe zu seiner Freundin hintenan. Wird die Traumbeziehung des jungen Traumpaares dieser Belastungsprobe standhalten? Schließlich bedeutet das, dass der Prinz und angehende Adler der Lüfte von Montagmorgen bis Freitagnachmittag in der Luft und nicht auf seiner Freundin liegen kann!
Ist ihre Liebe stark genug, um diese grausame und gleichsam inhumane Belastung zu überstehen? Vorsichtshalber haben sie sich noch schnell verlobt, man kann  ja nie wissen. Wir werden voller Spannung den Fortgang der Geschehnisse verfolgen, denn eine Trennung der beiden Liebenden würde das Empire in seinen Grundfesten erschüttern!“
Diese beiden für den Fortbestand der menschlichen Rasse überaus wichtigen Meldungen wollte ich Ihnen nicht vorenthalten. Mir gehen sie allerdings eiskalt am Arsch vorbei.
Ach ja, und mal so nebenbei, weil völlig unwichtig:
In der letzten Woche starben in Afghanistan, im Irak und in Kenia etwa 500 Kinder bei Bombenanschlägen, verbrannten oder wurden einfach erschossen. Und ein paar sind derweil schlichtweg verhungert, aber wen interessiert das schon.

Paris

Die Welt hält den Atem an. Vergessen ist der angebliche Klimawandel, Irak und Afghanistan. Kein Mensch redet mehr von iranischen Atombombenfabriken, vom Aussterben des Roten Rübenrüsslers oder gar von Berliner Eisbären.  Ein Selbstmordattentäter sprengt einen Schulbus in die Luft und keine Sau interessiert sich dafür! Falscher Zeitpunkt, mein Junge!
Es war ein Tag, der in die Weltgeschichte eingehen wird, so wie die Atombombenabwürfe auf Japan oder der Abstieg des FC Köln. Was ist geschehen?
Ein Superstar verlässt auf Stöckelschuhen, im Designerkleid und geschminkt, als gelte es, Miss World zu werden, lächelnd die finsteren Kerkermauern. Die unbarmherzige amerikanische Justiz hatte sich von weltweiten Protesten nicht davon abhalten lassen, dieses bemitleidenswerte Geschöpf zu verurteilen. Selbst Bittbriefe des Papstes, des Ornithologenverbandes von Ohio und des Leverkusener Taxifahrers Horst Schmidt konnten den brutalen Richter nicht erweichen. Die Fidschiinseln hatten sogar mit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen gedroht, vergebens. Hunderte Penner boten sich an, an Paris Stelle die Haft abzusitzen, wenn auch aus niederen Beweggründen. Sie waren nur auf das Bett und die Verpflegung scharf.
Dreiundzwanzig Tage ohne Champagner, Kaviar und ihren geliebten Platinvibrator mit zweiundvierzig Spezialfunktionen, welch Qual für das bemitleidenswerte Geschöpf.
Dabei hatte sie doch gar nichts getan! Bloß ein paar Mal besoffen ohne Führerschein durch Amerika gekurvt. Mein Gott, etwas Blechschaden, na und? Macht doch jeder, wenn er sich den Schnaps leisten kann. Dafür gleich Kerkerhaft? Insider munkeln, dass Paris in ihrer Zelle einen Pornofilm mit dem Titel „Bockwurst mit Pelle in der Zelle“ gedreht haben soll.
Damit wird sie aber bloß ein paar Millionen verdienen.
Das Herausbringen ihres neuen Buches „Sex mit der Klobürste – unhygienisch, aber unterhaltsam!“ dürfte als Bestseller auch so manchen Dollar einbringen.
Das wiegt diese grausame Bestrafung aber doch nicht auf! Allein der psychische Schaden ist unermesslich!
In Singapur wäre ihr das nicht passiert. Da hätte man ihr öffentlich den Arsch versohlt. Obwohl, vielleicht hätte sie daran Gefallen gefunden, wer weiß.
Mein Hund hatte heute übrigens sehr festen Stuhlgang. Das interessiert natürlich niemanden.

Ein Eisbär namens Knut

Das nach der Fußballweltmeisterschaft zweitgrößte Medienereignis hielt Deutschland in Atem. Vergessen waren Gesundheitsreform und Golfkrieg, Klimawandel, Siemensaffäre und vorzeitiger Samenerguss. Der Mittelpunkt der Welt hatte einen Namen: Knut.
Von der eigenen Rabenmutter grausam verstoßen, schien das Schicksal des kleinen Wuschelbären schon besiegelt.
Eine Nation in Trauer? Nein!
Ein Tierpfleger, der schon immer einmal seine transsexuellen Neigungen ausleben wollte, schlüpfte in die Rolle der Bärenmama und nahm sich des Kleinen liebevoll an.
Im trauten Heim gab Gottlieb Dödelmeyer dem ach so süßen Bärchen die Brust, in Anwesenheit der Journalisten natürlich die Flasche.
Er teilte Tisch und Bett mit dem rührenden Geschöpf. Sie herzten sich, dass es eine Art hatte.
Das Volk stand Schlange, um den süßen Wonneproppen im Zoo sehen zu dürfen.
Die Besucherzahlen stiegen explosionsartig, jeder Zoowärter wurde vom Direktor mit einem Porsche bedacht. Wohlbehütet wuchs Knut heran. Kaum einer bemerkte, dass im Zoo die Robben knapp wurden. Das ehemalige Robbenbecken wurde zum Badeparadies für die in Massen herbeiströmenden Kinder umfunktioniert.  Man hatte an alles gedacht.
Nur an eines nicht.
Man vergaß, dass Knut recht schnell an Gewicht und Größe zunahm. Das erste kleine Missgeschick passierte, als Knut seiner Pflegemama Gottlieb als Dank für eine ausgiebige Knuddel- und Streicheleinheit einen kameradschaftlichen Klaps auf die Schulter gab.
Nun ist ein gesplittertes Schultergelenk an und für sich keine große Sache.
Bloß wer sollte nun Knut füttern, mit ihm spielen und kuscheln?
Ihn abends in den Schlaf wiegen?
Andere Pfleger ließ Knut nicht an sich heran. So bekam er täglich sein frisch aus Kanada eingeflogenes Robbenbaby nur durch die Gitterstäbe geschoben.
Dank der hohen Kunst der Berliner Unfallchirurgen war des Pflegers kleine Blessur schon nach wenigen Monaten ausgeheilt. Was war das für eine Wiedersehensfreude! Ganz Berlin war auf den Beinen, um  dem Schauspiel beizuwohnen. Der Pfleger betrat freudetrunken Knuts Gehege. Beide lagen sich im Blitzlichtgewitter in den Armen.
Tränen rollten, wildfremde Menschen fielen sich schluchzend um die gereckten Hälse.
Tagesschau, „Familiengericht“, „Lindenstraße“ und „Reich und schön“ wurden von den Sendern ersatzlos gestrichen, damit auch die siechen und kranken Menschen in der ganzen Welt die Wiedersehensfreude des niedlichen Eisbären auf den Bildschirmen daheim oder vom Krankenlager aus verfolgen konnten.
Deutschland im Glückstaumel. Das Wunder von Berlin.
Millionen Kehlen intonierten unisono „Ein Tag, so wunderschön wie heute ...“

Am nächsten Morgen fand man Knut friedlich schlafend im Bett seiner Ersatzmama.

Vom Tierpfleger Gottlieb Dödelmeyer fand man lediglich einen zerkauten Gummistiefel mit Inhalt, eine angebrochene Schachtel Marlboro, ein benutztes großkariertes Taschentuch, das linke Ohr und geschätzte 50 Zentimeter Dickdarm.

Brigitte

Brigitte Mohnhaupt kommt frei. Das mag man allen Frauen dieser Erde von Herzen wünschen, dass sie auch mal kommen. Und das aus freien Stücken.
Nun hat aber der größere Teil der weiblichen Erdenbürger nicht wissentlich Menschen umgebracht. Oder ist zumindest nicht dabei erwischt worden.
Hach, mag der Papst jetzt osteransprachengeschwächt ausrufen, hach, und was ist mit Abtreibung?
Da dies eine sowohl unreligiöse als auch ungynäkologische Satire ist, bleibt diese Frage unbeantwortet.

Was wird Brigitte mit ihrer Freiheit anfangen?
Kolumnistin bei der „Brigitte“ werden?
Neugierigen Reportern brisante Fragen beantworten wie:
„Was passiert, wenn man im Knast beim Duschen die Seife fallen lässt?"
„Gibt es im Hochsicherheitstrakt vierlagiges Toilettenpapier?“
„Was fangen Sie nun mit Ihrer Freiheit an?“
„Stimmt es, dass Sie mit Ihrem Psychologen ein Verhältnis hatten?“
„Hatten Sie im Strafvollzug die Möglichkeit, mit Scharfschützgewehren zu trainieren?“
„Haben Sie schon Kontakt zu Osama bin Laden aufgenommen?“
„Wen mögen Sie lieber, Tokio Hotel oder Bushido?“
„Brauchen Sie Sprengstoff und ein AK 47?“
„Können Sie sich eine Karriere als Avon-Beraterin vorstellen?“
Wir wissen es nicht.
Sicher wird bald eine feministische Frauenhandarbeitsgruppe stolz sein, ein prominentes Mitglied in ihrer unbefriedigten Mitte zu haben.
Wird Frau Mohnhaupt ihre Leberwurstbrötchen in Zukunft damit verdienen, in dem sie rechten und linken Ultras Nachhilfeunterricht im Rohrbombenbauen gibt?
Wird sie Sprengstoffexpertin bei der Bundeswehr?
Tretminen am Hindukusch entschärfen?
Oder gar wie unser ehemaliger Außenfischerminister, der seinerzeit zwar keine Polizisten erschlug, ihnen aber mit Steinen und Knüppel tüchtig auf die Rübe gab, als Gastdozentin in den USA gegen gutes Honorar Vorträge an hoch dotierten Universitäten halten?

Die Ehrendoktorwürde ihr Eigen nennen können? Sich selber für den Friedensnobelpreis nominieren? Ich denke, nicht.

Still und zurückgezogen wird sie dankbar von den Steuergeldern, leider nicht nur von denen der Feministinnen und Exterroristen, leben und Bücher schreiben.
Wie die Titel lauten werden, weiß keiner so genau.
Vielleicht: „Wie ich den Kapitalismus um eines seidenen Frauenhaares Breite beinahe ausgerottet hätte!“
Oder etwa: „Menschen ermorden, unästhetisch, aber erlernbar!“
„Sex mit einer Zahnbürste, kompliziert, aber unterhaltsam!“
„Wie man mit ein paar Lügen, drei Detonationen und sechzig Schuss Bundeskanzlerin wird“
„Wie ich den Kapitalismus um eines seidenen Frauenhaares Breite beinahe ausgerottet hätte!“

Ihr wird schon etwas einfallen.

Ausgerechnet bei mir!

Das organisierte Verbrechen hat wieder zugeschlagen.
Ausgerechnet bei mir. Noch ein mal und ich schlage zurück, Freunde!
Warum habe ich auch volltrunken in der Bahnhofskneipe einem balkanesischen Gewohnheitsverbrecher und dessen dubiosen Kumpanen nach dem elften Bier und der adäquaten Anzahl Kirschlikör der Marke „Cherry Lady“ erzählt, dass ich ganz gegen meine Gewohnheit etwas Bargeld im Hause hatte? Hätte es lieber für mich behalten sollen.
Die Einbrecher sind nach der „Sieben-Geißlein-Methode“ vorgegangen. Sie haben meinen Hausmeister vorgeschickt! Die dämliche Putzfrau, nichts Böses ahnend, hat beim Anblick der ihr vertrauten Person gleich die Selbstschussanlagen deaktiviert, die Tretminen im Vorflur entschärft, die Alarmanlage ausgemacht und die abgesägte Schrotflinte wieder in den Küchenschrank gestellt. Das hab ich allerdings nicht selbst gesehen, ich war ja auf dem Klo.
Die Banditen konnten den Hausmeister und die Putzfrau in aller Seelenruhe fesseln.
In meinem Haus! Also, ich hab mich das bisher noch nicht getraut!
Auf der Suche nach mir stießen die Kerle zunächst auf meine Freundin, die nur ein Modern-Talking-T-Shirt anhatte. Mein Betthäschen versuchte ängstlich, aber hilfsbereit, die Codenummer von meinem Safe zu notieren. Ich hab das durch die Klotür genau gehört!
69 96 175? Nein, wie war denn die Nummer noch gleich? 175 0815? Immer wenn sie kein Höschen anhat, kann sie sich nicht richtig konzentrieren. Manchmal nervt mich das auch, kann ich Euch sagen!
Die Kerle wurden langsam ärgerlich und drängten zur Eile. Häschen stammelte nur dummes Zeug. Kennt man ja nicht anders von ihr.
999 666? Nein, das war sie auch nicht. Da hab ich es auf dem Klo nicht mehr länger ausgehalten und bin ins Schlafzimmer gegangen, bevor die geldgierigen Ganoven bemerkten, dass meine Freundin untenherum ganz nackig war und auf dumme Gedanken kommen konnten. Zuerst wollte ich die Nummer auch nicht rausrücken.
Als die Einbrecher aber damit drohten, die Putzfrau, den Hausmeister und meine unbehoste Freundin zu erschießen, dachte ich an das teure Parkett und den Perserteppich.
Denn soviel Rücksicht, zum Erschießen ins Bad zu gehen, traute ich den skrupellosen Gangstern nicht zu. Und dass gutes Personal heutzutage knapp ist.
Ich hab dann also nachgegeben. 19 54 66, mein Geburtsjahr und zweimal Sex, hab ich gesagt. Ich hatte ja auch wahnsinnige Todesangst, so mit der Knarre an der Schläfe meiner Freundin!
Die Enttäuschung kam schneller als von ihr und den Einbrechern erwartet.
Im Safe war ja gar kein Geld! Bloß die 60 000 Euro für die Flugtickets und das Auto. Während die Kerle sich beratschlagten, hab ich schnell meine Versicherung angerufen und den Diebstahl der verschwundenen Gemälde von Rembrandt, van Gogh und Hundertwasser und der 99 Uhren von Rolex und Cartier gemeldet. Die Einbrecher baten mich dann, mit ihnen zur Bank zu fahren, um dort ein paar Millionen abzuheben.
Ich, gerissen wie ich bin, stimmte zum Schein zu. Kaum hatte ich das Haus verlassen, dachte ich, wie schön doch das Leben sein kann und joggte, laut hilferufend, zum Nachbarn. Natürlich hab ich dabei an mein Häschen gedacht.
Beim Nachbarn trank ich auf den Schreck erst mal ein paar Cognac und alarmierte dann die Polizei.
Ich war so mit den Nerven fertig, dass es mir völlig entgangen ist, wie die Halunken mit den 60 000 Euro, einem Stapel Autogrammpostkarten und einem Gummibaum, also im Prinzip ohne Beute, geflüchtet sind. So konnte ich den herbei eilenden Beamten auch keine Beschreibung vom Fluchtauto geben. Das versteht doch jeder.
Ich war so in Sorge um meinen Hausmeister, dass ich daran nicht gedacht habe.
Die Beamten haben dann mein Personal und Schnucki von ihren Handfesseln befreit.
Nun zieh dir mal eine Hose an, hab ich noch zu ihr gesagt, die Herren von der Polizei wissen ja gar nicht, wo sie hingucken sollen!
Als die Herren dann genug geguckt hatten, haben sie eine Großfahndung nach zwei maskierten Banditen mit einem Gummibaum gestartet.
Ein Räuber hat, wohl um der Polizei eine faire Chance zu geben, vor der Überwachungskamera die Vermummung aufgehoben.
Es gibt wohl doch noch so was wie Ganovenehre. Hoffentlich behandelt er meinen Gummibaum gut.
Und der andere Dussel wird auch nicht weit kommen.
Ich weiß zwar nicht, wer er ist, aber der Trottel hat seinen Reisepass in der Küche verloren.
Da sind bestimmt seine Fingerabdrücke drauf!
Hier im Ort ist inzwischen eine Spendenaktion für mich angelaufen. Ich find das total nett, Leute. Aber nach dem nächsten Einbruch wird meine Rache schrecklich sein.
Dann ..., dann fange ich wieder an zu singen!

 

Dr. Frank Hess
Hohendorfer Chaussee 37
17438 Wolgast OT Hohendorf
drfrankhess@web.de

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