~ Dr. Frank Hess Geschichten ~
 

Der gute Arzt

Einen guten Arzt erkennt man daran, dass man sofort einen Termin bei ihm bekommt.

(Richtig? Ärzte, die aufgrund ihrer hohen Qualifikation und ihres guten Rufes von Patienten überrannt werden, können doch gefälligst pro Tag 30 Stunden Sprechstunde machen, oder?)

Ein guter Arzt ist nett.

(Richtig? Von wem würden Sie sich lieber die Gallenblase entfernen lassen? Von einem nicht so netten erfahrenen Chirurgen oder von Ihrer ausgesprochen netten Briefträgerin?)

Ein guter Arzt ist Tag und Nacht für mich zu erreichen.

(Denn ein guter Arzt kann monatelang, ohne Schlaf, Essen Trinken, Kacken, private soziale Kontakte, Geschlechtsverkehr und erst recht ohne so einen Unsinn wie Urlaub auskommen!)

Einen guten Arzt erkennt man daran, dass er stundenlang zuhört!

(Klar, wenn ein Kurpfuscher aufgrund seines schlechten Rufes pro Tag bloß noch drei Patienten hat, dann bleibt ihm viel Zeit für diese!)

Einen guten Arzt erkennt man daran, dass man von seiner Sprechstundenhilfe nicht nach seiner Krankenversicherung gefragt wird!

(Jawoll, schließlich braucht sich ein Arzt kein Essen kaufen, siehe oben, und das Gehalt für die Angestellten kann er schließlich mit einem Kredit finanzieren!)

Einen guten Arzt erkennt man daran, dass er einen gebrauchten Kleinwagen fährt!

(Muss er ja, wenn ihm wegen seiner Quacksalberei, die sich längst herumgesprochen hat, die Patienten wegbleiben!)

Einen richtig guten Arzt erkennt man schon an seinem Namen!

(Prof. Brinkmann oder Dr. Frank wären schön. Dr. Sommerfeld ginge auch noch!)

Einen richtig guten Arzt erkenn man daran, dass er täglich Hausbesuche macht!

(Klar, in seiner Praxis ist nichts los, nachdem er allein letztes Jahr sieben Patienten auf dem Gewissen hat. Da hat er genug Zeit, sich bei Ihnen tagsüber durchzuschnorren!)

Einen guten Arzt erkennt man daran, dass seine Praxis groß und geräumig ist!

(Stimmt, es ist besonders unter jungen Ärzten üblich, sich zum Praxisstart ein paar Etagen des Hotels „Adlon“ anzumieten!)

Einen guten Arzt erkennt man daran, dass er selber nie krank ist.

(Nebenbei, die durchschnittliche Lebenserwartung der Ärzte in Deutschland liegt etwa viereinhalb Jahre unter dem der Durchschnittsbevölkerung! Hören Sie sich mal ein Leben lang von morgens bis abends das Gejammer von fremden Menschen an, das treibt Sie in den Wahnsinn! Außerdem, wer soll Sie dann acht Wochen im Jahr krankschreiben, wenn der selber drei Tage krank macht?)

Einen guten Arzt erkennt man daran, dass er auf die Schulmedizin pfeift, alternative Heilmethoden einsetzt und viel pflanzliche Mittel verordnet.

(Also soll er Ihre Nierenkolik mit Schuessler Salz , Ihren Oberschenkelbruch mit Akupunktur, Ihr blutendes Magengeschwür mit Bachblüten behandeln und nebenbei auch noch mit Marihuana dealen?)

Sowas kommt von sowas

Blicken wir in die Vergangenheit.

Herbert L. saß gemütlich in seinem Ohrensessel und überflog schläfrig die Seiten seiner Tageszeitung, als seine Frau Selma ins Zimmer stürzte und in nahezu einwandfreiem Deutsch sagte: „Herbert, du musst unbedingt mal nach dem Arzt hin zu sone Vorsorgeuntersuchung!“

„Ich bin nicht krank!“, war seine lapidare Antwort.
"Ja, genau, darum heißt es ja auch VORsorgeuntersuchung, die is, damit du nich krank werden tust!" Herbert wusste, Widerstand war sinnlos. Es soll ja Männer gegeben haben, die das Rote Meer geteilt oder zu Fuß überquerten, vielleicht waren es auch die Alpen, aber die waren ja auch nicht mit Selma verheiratet.

Also entschloss er sich nur zu einem Wort: „Wann?“
„Morgen um zehn, nüchtern! Ich hab einen Termin für dich gemacht!“

Am nächsten Morgen rasierte sich Herbert ein wenig gründlicher als sonst, zog außerplanmäßig neue Unterwäsche an und begab sich zu einer Arztpraxis, in der Dr. Kleiber wahre Wunder vollbracht haben sollte.
An der Anmeldung zeigte er seine AOK-Karte vor, wurde registriert und zum Platznehmen im Wartezimmer aufgefordert. Misstrauisch beäugte Herbert seine Umgebung. Rechts hinten saß ein Mann, bei dem war die Diagnose eigentlich auch Herbert klar: Entweder Hämorrhoiden oder in die Hose geschissen.

Herbert kümmerte sich nun nicht weiter um seine Leidensgenossen, sondern blätterte in der abgegriffenen Lektüre, die der gute Doktor für seine Patienten zum Verkürzen der Wartezeit ausgelegt hatte. Er erfuhr interessante Sachen.
„Schäuble nach Attentat seit zwei Wochen im Rollstuhl!“
„Brennnesselbrühe gut gegen Blattläuse!“

Dann eine liebliche Stimme, die seinen Namen rief. „Hier!“, rief Herbert pflichtbewusst und sprang auf. „Sie sind dran, der Doktor erwartet Sie!“

Herbert betrat das Behandlungszimmer. An der Wand ein Bücherregal. Donnerwetter, wer so viele Bücher hatte, der musste einfach schlau sein! Und ein Liebhaber von Jahrmärkten, denn das alberne Plastikskelett musste der Doktor sicher dem Besitzer einer Geisterbahn abgekauft haben.

„Na, wo drückt der Schuh?“, wollte der Arzt wissen. Herbert blickte nach unten, wo aus der rechten Sandale ein sockenbedeckter großer Zeh hervorlugte. „Nirgendwo. Meine Frau hat gesagt, ich soll zur Zuvorsorge!“

„Aha“. Der Arzt verkniff sich ein Grinsen. Eilfertig raffte er Blutdruckmessgerät und Stethoskop zusammen. Außerhalb des Budgets, hervorragend! Dazu psychisch einfach strukturiert.
„Haben Sie irgendwelche Beschwerden?“
„Außer, dass mein Nachbar, der Arsch, immer sonntags nachmittags Rasen mäht, eigentlich keine“.

„Das meine ich nicht. Tut Ihnen irgendetwas weh?“
„Nein.“

So kommen wir nicht weiter, dachte der Arzt.
Mit „Stuhlgang?“ fuhr er schärfere Geschütze auf.
„Nein, danke, ich hab heut schon“, war Herberts Antwort.

Der Arzt wurde langsam nervös.
„Trinken Sie?“
„Soll man ja, steht in der Zeitung“.
„Ich meine Alkohol!“
„Ach so, ja, natürlich, seit ich 14 bin. Das ist in unserer Familie alter Väter Sitte. Jeden Tag eine Flasche Korn“
„Um Himmels Willen, Sie trinken jeden Abend eine ganze Flasche Korn?“
„Natürlich nicht. Immer nach dem Frühstück ein Schlückchen, eins nach dem Mittag und abends nur den Rest“, wiegelte Herbert ab.

Der Arzt schüttelte ungläubig den Kopf.
„Rauchen Sie?“
Herbert witterte eine Falle.
„Ja, aber nur deutsche Zigarren aus dem Supermarkt, legal versteuert!“
Puh, das war knapp!
„Das ist sehr ungesund! Machen Sie sich bitte frei, ich will Sie untersuchen. Und dann legen Sie sich da auf die Liege!“

Herbert tat, wie ihm geheißen.
Der Arzt begann mit Herberts Bauch, gewärtig, dessen Leber knapp über dem rechten Beckenkamm zu ertasten. Aber da war keine Leber. Mit Müh und Not unterm rechten Rippenbogen, also wie bei einer abstinenten Nonne, falls es so etwas geben sollte. Das konnte nicht sein!
„Sie trinken jeden Tag eine Flasche Korn?“, fragte der Arzt noch einmal ungläubig nach.
„Nicht jeden Tag“, korrigierte Herbert, „jeden Abend“.
„Und warum ist dann Ihre Leber nicht geschwollen?“
„Bin ich hier der Arzt?“
„Äh, nein“.
„Kann ich mich wieder anziehen?“, wollte Herbert fröstelnd wissen. Die Gesundheitsreform zwang auch Dr. Kleiber zu drastischen Sparmaßnahmen.

„Ja, können Sie. Ich messe dann mal den Blutdruck“.
Pfft, pfft, pfft. „Na endlich!“ Dr. Kleiber triumphierte! „Zu hoch!“
Das stimmte zwar nicht, aber irgendetwas musste er doch finden, um den kauzigen Kerl dauerhaft als Patient an sich zu binden.
„Seinen Sie unbesorgt, das kriegen wir wieder hin. Schwester Crzysztyna nimmt Ihnen nachher noch Blut ab (auch beim Personal musste in diesen harten Zeiten gespart werden), ich schreibe Ihnen eine Tablette auf, die nehmen Sie morgens und abends und nächste Woche sehen wir uns wieder!“

Herbert war verwirrt. Eine einzige Tablette, die er morgens und abends einnehmen sollte, und das eine ganze Woche lang? Warum schrieb ihm der Doktor nicht gleich eine Packung davon auf? Dieses kleine Missverständnis klärte sich später in der Apotheke.

Endlich war Herbert wieder zu Hause. Das Leben ging weiter wie immer. Wie immer? Nicht ganz, denn am nächsten Tag hatte er Sodbrennen.
„Selma, hast du irgendetwas an den Bratheringen versaubeutelt?“ Selma verneinte.

Tapfer ertrug Herbert diese Unannehmlichkeit, bis die Woche um war und er wieder zu Dr. Kleiber musste. Dem berichtete er, dass außer Sodbrennen und dass ihm nun manchmal etwas schwindlig sei, soweit alles in Ordnung wäre.

„Das ist ganz normal!“, beruhigte ihn der Arzt. „Ihre Blutwerte sind auch ganz in Ordnung, Sorgen macht mir nur Ihre erhöhte Harnsäure und Ihr Cholesterin!“
„Sie meinen, ich hab es an der Vorsteherdrüse?“

Dr. Kleiber entschied, seinem Patienten die komplizierten chemischen Prozesse des Purinstoffwechsels vorzuenthalten, einmal, weil die Zeit knapp war und zum anderen, weil er sie eigentlich selber nie begriffen hatte.
„Nein, das heißt nur, dass Sie etwas weniger Fleisch essen sollen und keine Hülsenfrüchte mehr!“
„Was sind Hülsenfrüchte?“
„Erbsen, Bohnen, Linsen!“

Herbert begann, ernsthaft am Dr. Kleibers Verstand zu zweifeln. Seit wann waren Erbsen, Bohnen und Linsen Früchte? Das war Gemüse, da war sich Herbert sicher.
„Das kann man aber auch medikamentös regeln, ich schreib Ihnen etwas auf. Und gegen das Sodbrennen nehmen Sie das hier“. Dr. Kleiber drückte Herbert eine Packung Tabletten in die Hand.

Zu Hause musste Herbert sich erst einmal einen Plan machen.

Morgens eine gegen Blutdruck, eine gegen diese Urinsäure da und eine gegen Sodbrennen, mittags nur eine gegen Sodbrennen und abends eine gegen Blutdruck und eine gegen dieses Kohledingsda. Ganz schön kompliziert. Aber machbar.
Am nächsten Morgen erwachte Herbert mit einem unguten Gefühl im Bauch und überhaupt!

Durchfall! Gleich hatte er Selmas Kohlrouladen in Verdacht. Hatte er doch gerade erst etwas von verdorbenem Hackfleisch gelesen! Beim Rasieren stellte er fest, dass sein Körper über und über mit roten Pusteln bedeckt war, die fürchterlich juckten.

„Du musst zum Arzt!“, entschied Selma resolut. Herbert gehorchte.
Dr. Kleiber kratzte sich hinter dem Ohr und fragte: „Hatten Sie schon die Masern?“

Mit einem „Jo, und Windpocken auch“ arbeitete Herbert die Anamnese seiner Kinderkrankheiten ab.
„Haben Sie irgendwelche tropischen Früchte gegessen oder benutzen Sie eine neue Bodylotion?“

Tropische Früchte? Baddiloschen? Beileibe nicht. Halt, doch, letzte Woche eine Banane!
Dr. Kleiber überlegte. „Eine typische allergische Reaktion. Nehmen Sie das hier dreimal täglich! Und morgens noch eine hiervon für bessere Durchblutung!“

Herbert nahm.

Nach einer Woche fühlte er sich schlapp. Sein Puls raste, seine Gelenke schmerzten und am Sonnabend brachte er keinen mehr hoch.

„Du musst zum Arzt!“ Selma musste es wissen.

„Das ist normal in Ihrem Alter, aber zum Glück gibt es die moderne Medizin. Nehmen Sie diese Tablette dreimal täglich und 20 Minuten, bevor Sie, na, Sie wissen schon, eine von diesen blauen Pillen!“

Herbert nahm. Die Gelenkschmerzen und der Appetit verschwanden, das Sodbrennen wurde schlimmer, dafür leistete er an Selma am Sonnabend wieder ganze Arbeit. Danach war er eine halbe Stunde ohnmächtig.

Selma rief den Notarzt. Vier Tage später, um einige Erfahrungen, einen einigermaßen normalen Blutdruck, der Ermahnung, gesünder zu leben und zwei Tablettensorten reicher, wurde Herbert aus dem Krankenhaus entlassen.

Dr. Kleiber verschrieb ihm noch ein Kräftigungsmittel und prophezeite Herberts baldiges Ableben, wenn er nicht von Korn und Zigarren ließe. Herbert ließ und schluckte tapfer seine Medizin. Nach einer Woche hatte er Blut im Stuhl und konnte nicht mehr richtig pinkeln.

„Das wird schon wieder!“, entschied Selma, du musst mal wieder zum Arzt!“

Herbert ging. Dr. Kleiber schickte ihn zur Darmspiegelung. Herbert ließ alles über sich ergehen.

Nach einer weiteren Woche Siechtums las Herbert Dr. Kleibers Todesanzeige in der Zeitung. Schlaganfall, soll ganz schnell gegangen sein. Herbert zögerte nicht lange und entschloss sich, mit seinen ganzen Tabletten dem Mülleimer zur Gesundheit zu verhelfen.

Hier ist die Geschichte zu Ende.

Anzumerken wäre noch, dass Herbert viele Jahre später im zweiundneunzigsten Lebensjahr mit 2,6 Promille nachts friedlich in seinem Bett an Altersschwäche starb. Hätte er nicht soviel geraucht, er hätte 100 werden können, so der Notarzt, der seinen Totenschein ausstellte.

Aphrodisiaka

Heute wird mal nicht geblödelt, genörgelt oder verarscht, sondern wissenschaftlich recherchiert, muss auch mal sein.

Das Thema des heutigen Vortrages entnehmen Sie freundlicherweise dem Titel, das erspart mir Arbeit.Was sind Aphrodisiaka?

Zunächst einmal die Mehrzahl von Aphrodisiakum. Der Name ist von der griechischen Liebesgöttin Aphrodite, zu Deutsch Geile Sau, abgeleitet. Man unterteilt die Aphrodisiaka in verschiedene Gruppen.

Viagra et al. sind streng genommen keine Aphrodisiaka, sondern fallen unter die Gruppe der Stramm- und Hartmacher. Außerdem verzichten der moderne Mensch und die modernen Menschinnen gerne auf synthetisch hergestellte Medikamente und greift auf Mutter Natur zurück. Da gibt es nämlich nur gesunde Sachen und keine eklig CDU-nuklear verstrahlte oder radikale Chemiepillen. Zur Sache.

Zunächst einmal die nichtpflanzlichen Aphrodisiaka. Die sind eher dünn gesät. Da wäre erst einmal das Nasenhorn vom Nashorn. Die Wirkung ist, außer für das Nashorn, ungefähr so, als wenn Sie Fußnägel kauen würden. Ausnahme: Applikationsform X (s.u.). Keine Nebenwirkungen, außer für das Nashorn. Unbedingt zu erwähnen ist Bufotenin, ein Gift, das sich im Schleim einer südamerikanischen Warzenkröte befindet.

Man besorge sich also so ein Tier und wenn die Geliebte mal nicht will oder Migräne vortäuscht, zwingt man sie, tüchtig an dieser Kröte zu lutschen und man hat ihn so gut wie drin! Kann aber auch böse Blutdruckkrisen, Ehekrisen, Erbrechen und Halluzinationen hervorrufen!Wer nicht so auf Amphibien steht (steht!), der kann auf die Spanische Fliege ausweichen.

Das ist keine Fliege, sondern ein Käfer, der das Gift Cantharidin enthält, das die Schleimhäute von Blase und Harnröhre stark reizt. Das führt zu Schmerzen und Blutpullern. Muss wohl manche scharf machen. Hm.

Manchmal kommt es aber auch bloß zum Tod durch akutes Leberzerfallskoma oder Lähmung des Zentralnervensystems. No risk, no fun eben. Viel zu gefährlich, meinen Sie? Ganz recht, dann doch lieber rein pflanzlich. Darüber findet sich sehr viel in der Fachliteratur. Beginnen wir mit der seit anno Pharao bekannten Alraunwurzel.
Diese hat den harmlosen Wirkstoff Skopolamin, auch 3-Hydroxy-2-phenyl-propionsäure-9-methyl- 3-oxa-9-aza-tricyclo[3.3.1.0*2,4*]non- 7yl-ester genannt. Das klingt doch mal ganz natürlich und rein pflanzlich, oder? Damit kriegt man jede Frau in die Waagerechte, muss allerdings

· Mundtrockenheit (dagegen hilft Bier)
· Sehstörungen (gut, wenn man Scheiße aussieht)
· Halluzinationen (kommen immer gut)
· Koordinationsstörungen (haben Frauen sowieso)
· Probleme bei der Entleerung der Blase (s.o.)
· Juckreiz (hm, kommt darauf an, wo)
· Deliröse Zustände (oft eine feine Sache) und
· Gedächtnisstörungen in Kauf nehmen.

Das klingt Ihnen zu riskant? Dann empfehle ich Darreichungsform X (s.u.)

Stechapfel und Bilsenkraut (auch ohne Chemie frisch von Mutter Natur) haben übrigens die gleiche Wirkung. Und Tollkirsche macht dazu noch Herzklopfen. Kostenlos. Die älteren Leser erinnern sich. Dann bleibt aber noch genug, zum Beispiel der gute alte Fliegenpilz, der macht auch Hallus und die Alte hält Sie vielleicht für Pit Brett. Wer sich nichts aus Pilzen macht, greift zur Ginsengwurzel.
Die wächst in Asien und ist der Hauptgrund, warum es so viele Chinesen gibt. Da ist schön viel Cyclohexan-Sesterterpen und lecker Salvisyriacolidmethylester drin. Das gilt als allgemeines Stärkungsmittel, warum, weiß kein Schwein. Darum wirkt es auch nicht gegen Schweinegrippe.

Ist dem Mann in der Savanne fad, greift er zum Mboro und zum Yohimbestrauch, das bringt ihn voran, führt allerdings auch häufig zu Schweißausbrüchen (schon mal in Afrika bei 45°C gerammelt?) und Durchfällen, hat praktisch also keine Nebenwirkungen. Dass Kokain, Opium und Cannabis häufig als Aphrodisiaka genannt werden, ist eine Werbekampagne ausgebuffter Drogenbarone. Obwohl, nach einer Linie…?

Ähem, nicht abschweifen!

Wir kommen zum Ende unseres kleinen Exkurses. Die Fachliteratur ist voll von Pflanzen und deren Gewürze, die angeblich die Liebeslust ankurbeln. Nicht lachen, es werden genannt:
Muskatnuss, Nelkenöl, Pfeffer, Zimt, Ingwer, Basilikum, Grünkohl und sogar Thymian.

Wie, wo und warum, ist nicht belegt. Einen sicheren erotischen Nutzen bringen allerdings Spargel, Karotten, Rettich, Zucchini und Gurken, wahrscheinlich über die Applikationsform X (s.u.). Schwierig dürfte sich diese Applikationsform bei den Aphrodisiaka Kokosnuss und Melone erweisen. Am Rande sei noch ein oftmals noch ganz natürliches nichtpflanzliches Aphrodisiakum erwähnt – Titten.

Danke für Ihre Aufmerksamkeit.

Anhang: Applikationsform X: Aphrodisiakum in beliebige Körperöffnung einführen.

Plastische Chirurgie

Die Plastische Chirurgie ist keine Erfindung der Neuzeit. Bereits in der Antike diente sie der Wiederherstellung von Nasen oder Ohren, die dem Träger bei bewaffneten Auseinandersetzungen oder beim Kartoffelschälen abhanden gekommen waren.

Heute liegt die Sache anders. Viele Menschen wollen dem Schönheitsideal optisch nahe sein und suchen darum den Plastischen Chirurgen ihrer Wahl auf. Die Möglichkeiten der Verformung sind breit gefächert und darum in verschiedene Regionen aufgegliedert. Ganz oben ist der Kopf, jedenfalls wenn man nicht liegt. Der versierte chönheitsmesserschwinger hat allein dort ein weites Betätigungsfeld. Sind dem Manne von Welt die Haare ausgefallen, kann er sich neue implantieren lassen.

Beliebt sind auch Faceliftings, zu Deutsch Gesichtsanhebungen. Dazu wird am Haaransatz ein je nach Bedarf fünf Millimeter bis achtzig Zentimeter breiter Hautstreifen entfernt, das Gewebe gerafft und, vom Haupthaar verdeckt, durch eine Tabaksbeutelnaht verschlossen.

Risiken: Die Löcher für die Augen liegen nicht mehr vor den selbigen, hier ist mit zwei großzügigen Entlastungsschnitten Abhilfe zu schaffen. Oder der Bauchnabel ist im Kehlenbereich zu sehen. Der wird dann kreisrund ausgeschnitten und der Patient mit der Legende, er hätte eine Tracheotomie gehabt, versehen.

Ein lästiges Doppelkinn wird ovalär ausgeschnitten und kann danach als Eigenpenisimplantat oder zur Schaffung eines Knackarsches Verwendung finden. Letzteres Verfahren wird allerdings bevorzugt bei Männern angewandt. Falten im vorderen Halsbereich beseitigt der Fachmann durch das Setzen einiger Abnäher im Genick.

Überaus beliebt ist das Einbringen von Silikon oder Altöl in die Lippen von Frauen. Ökologisch bewusste Damen verwenden kalt gepresstes Olivenöl mit Gütesiegel. Die Angebotspalette geht von „Wurstfinger“ über „Wespenstich“ bis hin zum Modell „Schlauchboot“, mit dem Chimäre Hochofen Weltruhm erlangte. Auch die Nase ist oft Gegenstand künstlerischen Operierens. Man kann sie kürzen, glätten und begradigen. Leider kommt es bei Nasenoperationen oft zur gefürchteten Sphinx-Komplikation.

Schwerpunkt der Schönheitschirurgie ist die weibliche Brust.

Die Vorgehensweise des behandelnden Arztes ist denkbar einfach. Zunächst wird die Brust ausgiebig betatscht und durchgeknetet. Dann mit einem Filzstift die Schnittführung markiert. Anschließend wird die Patientin narkotisiert. Der Operateur schlitzt nun schön an der Linie die Brust auf, friemelt ein Gummikissen mit Wasser oder Silikon hinein und näht ganz schnell wieder zu, weil er sonst brechen muss. Hoch im Kurs steht die Fettabsaugung. Dabei stochert der stattlich geprüfte Absauger mit einer dicken Nadel stundenlang in der Speckschwarte herum, saugt verflüssigtes Menschenfett ab und hinterlässt zumeist auf der Haut ein Relief, das der kraterübersäten Mondoberfläche täuschend ähnlich ist. Neuerdings ist auch die Genitalchirurgie bei den Frauen ein Renner. Die Kleinen kürzen, die Großen aufspritzen ist der letzte Schrei bei den Reichen und Schönen, besonders in Amerika. Dort ist der Schönheitschirurg nach dem Psychologen und dem Drogendealer bereits auf Rang Drei der Einkommensskala gerückt. Auch kann am ganzen Körper neuerdings gebleicht werden, nicht nur mehr an den Zähnen! Die Aufhellung des Mastdarmausganges ist als Analbleaching in Amerika längst Kult.

In Deutschland wird diese Methode bisher fast ausschließlich von Mitgliedern der ANTIFA ausgeübt. Es wird sicher nicht mehr lange dauern, bis man als Frau mit Körbchengröße A und braunem Arschloch kaum noch Berufschancen hat.

Quo vadis?

Neulich im OP

Der Chefchirurg Professor Giesbert Schneider betritt den OP.
"Da sind Sie ja endlich, Herr Chefarzt. Wir warten schon eine halbe Stunde auf Sie."
"Was glauben Sie wohl, weswegen ich Chef bin. Außerdem ist meine Sekretärin nicht eher gekommen. Schwester, grinsen Sie gefälligst nicht so blöde und geben Sie mir das Skalpell!"
"Aber ..."
"Nix aber, 8.45 Uhr, ich eröffne die Bauchhöhle."
"Aaaaauuuuahh!!"
Der Professor stutzt. "Wer hat hier eben geschrieen?", will er erstaunt wissen.
"Der Patient, Herr Chefarzt!"
Assistenzarzt Precziwalski blickt verlegen zu Boden.
"Der Patient? Wie das denn, Schläucheheini?"
"Facharzt für Anaesthesie, bitte."
"Ja, ist klar, Schläucheheini, nu mach ihm Narkose! Was sind da für komische Zacken auf dem Monitor? Die machen mich ganz nervös!" "Das ist das Überwachungs-EKG".
"Stellen Sie das gefälligst so ein, dass es wie eine glatte Linie aussieht, das Geflackere stört mich!"
"Das halte ich für keine so gute Idee, Herr Professor!"
"Ach, du bist bloß zu dämlich dazu, Schläucheheini. Man rufe mir einen von diesen vertrockneten Internisten, der soll sich drum kümmern. Haben sowieso den ganzen Tag nichts anderes zu tun als auf Station abzuhängen und den Schwestern auf die, ach ne, selbst dafür sind sie zu dämlich. So, pennt der Fettsack jetzt?"
"Nein, ich schlafe noch nicht, Herr Professor, und bitte unterlassen Sie Ihre Anspielungen auf mein Übergewicht, ich bin Koch." "Äh, ja, dann ..., Schläucheheini, was fummelst du da andauernd an dieser Infusion herum. Mach Narkose! Ich geh noch schnell eine rauchen."
Fünf Minuten später kann es dann endlich losgehen.
"Aufgepasst, Precziwalski, jetzt kannst du was lernen. Ich zeige dir jetzt eine neue amerikanische Schnittführung!" Ritschratsch, der Bauch ist auf, das Licht der OP-Lampe reflektiert sich auf der makellos glänzenden Oberfläche der Leber. "Was gucken Sie so blöd, Precziwalski, noch nie einen Rippenbogenrandschnitt gesehen?"
"Doch, Chef, aber ich wusste bis jetzt noch nicht, dass man in Amerika so die Hämorrhoiden entfernt!" Eisiges Schweigen, aber nur zwei Sekunden lang.
Denn Professor Giesbert Schneider wäre nicht Professor Giesbert Schneider, wenn ihn dieses kleine Malheur aus der Fassung gebracht hätte. "Hämorrhoiden hat der Kerl auch noch? Warum sagt mir das keiner? Das macht aber gar nichts. Schwester Monika, Sie holen von draußen eine Handvoll Kieselsteine.
Wir erzählen dem Suppenpanscher hinterher, dass ich bei der OP ein schweres Gallensteinleiden festgestellte, an dem er demnächst jämmerlich verreckt wäre und ich ihm somit in geradezu letzter Minute das Leben gerettet habe. Precziwalski, Bauch zunähen, ich geh mal fix eine rauchen! Wenn ich wiederkomme, drehen wir den Boulettenbrater um, ich trenne ihm seine Hämorrhoiden heraus und die Welt ist in Ordnung. Die anderen Ops macht ihr alleine, ich will noch, äh, eine wissenschaftliche Publikation verfassen. Ruf mal einer meine Sekretärin an, sie soll sich in einer halben Stunde bereit halten!"
Alle Schwestern und Ärzte atmeten erleichtert auf. Selten war ein Operationstag mit Professor Giesbert Schneider so harmonisch und komplikationslos verlaufen.

Der Lolch

(oder: Warum es besser ist, einen Schlüpfer zu tragen)
Bauer Willem Roggensack ist seit letztem Donnerstag ein berühmter Mann.
Denn an diesem Tag entdeckte er, während er voller Stolz und, zugegebenermaßen nicht ganz ohne einen Anflug von Neid, das Kopulationsgebahren seines preisgekrönten Zuchtstiers Willibald begutachtete und am Koppelzaun lehnte, eine der Wissenschaft bisher unbekannte Lebensform.
Es handelte sich um den später so benannten Gemeinen Taumellolch (Lolchus taumulus willemsiensis).
Während Willem Roggensack sah, dass der Stier schon die Augen verdrehte, spürte er ein leichtes Ziehen an seinem linken Gummistiefel. Nur ungern wandte er den Blick ab, aber das rettete ihm letztendlich das Leben.
Denn ein Gemeiner Taumelloch war aus seinem Versteck getaumelt und hatte einen Fangarm um Willem Roggensacks linkes Bein geschlungen. Durch einen beherzten Sprung über den Koppelzaun brachte sich Willem Roggensack in Sicherheit. Allerdings ging dabei sein Gummistiefel plus Rosshaarsocke verlustig. Davon unbeeindruckt, lugte der derartig hinterrücks Angegriffene vorsichtig hinter einem Strohballen hervor.
Der Taumellolch, durch den Sprung des Bauern verwirrt, riss die rotgeäderten Augen auf und tastete vorsichtig mit seinen Tentakeln über den Strohballen.
Vor Vorfreude grinsend schob Willem Roggensack seine rechte Hand in die Hosentasche, um sein Taschenmesser zu zücken.
Das Grinsen verging ihm schnell, denn die Tasche war leer! Die andere auch! Verdammt, wo war sein Messer, mit dem er des Lolches Tentakel kappen wollte?
Nun seinerseits grinsend, schwabbelte der Lolch näher.
Eiskalte Angst kroch dem Bauern in den Nacken. Er konnte schon den stinkenden Atem des Lolches riechen, da hatte er die rettende Idee.
Blitzschnell riss er den Ledergürtel aus den Schlaufen, um diesem Ding mit der gusseisernen Schnalle eins überzubraten. Willem Roggensack bückte sich und holte aus.
Klatsch, das hatte gesessen! Noch einmal holte Willem aus und schlug mit aller Kraft zu.
Dass ihm seine nun gürtel- und damit haltlose Manchesterhose auf die Knöchel gerutscht war, bemerkte er kaum.
Wie immer in solchen Momenten kam, natürlich rein zufällig, der Fotoreporter einer bekannten überregionalen Zeitung vorbeigeradelt. Und selbstverständlich hatte der seine zentnerschwere Fotoausrüstung dabei. Willem winkte ihm fröhlich zu.
„Hallo, Sie da! Sind Sie nicht dieser berühmte Fotoreporter? Machen Sie mal ein Bild von dem Ding hier!“
Willem bückte sich erneut und wies auf den erschlagenen Taumelloch.
Vor Aufregung übersah er den von hinten heranstürmenden und ziemlich verliebt blickenden Zuchtstier Willibald.
Fünf Sekunden später machte der Reporter das Bild seines Lebens ...

Wissenswertes über ungewöhnliche Tierarten

Der Rindenmulch
Über den Dunkelbraunen Rindenmulch ist im Gegensatz zum Bilch ( Syn. Siebenschläfer, Haselmaus, Dormouse) recht wenig bekannt, da er eine sehr zurückgezogene Lebensweise bevorzugt. Man findet ihn konzentriert in Garten- und Baumärkten und flächendeckend in Parkanlagen. Er ist von dunkelbrauner brotrindenähnlicher Farbe. Hervorzuheben ist seine Intelligenz, denn zu seiner Fortbewegung nutzt er geschickt Wirtstiere wie Gartenbaulehrlinge und Kleingärtner mit Schubkarre. Über die Fortpflanzungsgewohnheiten wissen wir wenig, weil er dies im dunklen Versteck eines bunten Plastiksackes praktiziert. Die Ernährung des Gemeinen Rindenmulches ist wohl rein pflanzlich, obwohl in seiner Nähe auch schon leere Chipstüten und Nagerskelette sowie ein alter Gummistiefel gefunden wurden. Einen natürlichen Feind besitzt der Rindenmulch in Europa nicht. Bekannt ist der Mulch für seine Symbiose mit dem Regenwurm. Inwieweit dieser in die Fortpflanzungsgewohnheiten des Mulches involviert ist, bleibt noch zu erforschen. Für den Menschen ist der Mulch ein nützliches schützenswertes Wesen, für Wildkräuter allerdings nicht, hier ist er ein Konkurrent um Raum und Licht. In Gefangenschaft wird der Mulch schnell zutraulich, wenn man ihm genügend Zuneigung entgegen bringt. Da der Mulch ein sehr geselliges Tier ist, sollte man ihn mindestens paarweise halten. Eine Käfighaltung empfiehlt sich nicht. Regelmäßige Fellpflege mittels einer Harke scheint aber ratsam. Impfungen sind nach dem heutigen Erkenntnisstand der Gesellschaft zum Schutz der auf „-ULCH“ endenden Tiere nicht erforderlich.

Die Salmonelle
Dieses possierliche Wesen tritt ähnlich den Wolfsmilchgewächsen stets in mehr oder minder großen Rudeln auf und bildet Staaten. Es ernährt sich vorzugsweise von Eiersalat. Das oben erwähnte hervorragende Staatswesen der Salmonelle ist bis ins Detail durchorganisiert. Es finanziert sich aus korrumptiven Geldern der humanen Toilettenpapierhersteller und zieht seine Kreise bis in die holzverarbeitende Industrie. Es werden ihm auch mafiöse Verbindungen zu Kreisen der Abwasserwirtschaft vorgeworfen, zumindest wird eine Gewinnbeteiligung vermutet. Wegen ihrer relativ geringen Körpergröße ( ausgewachsene Exemplare bringen selten mehr als 4 Pfund auf die Waage) bleibt die Salmonelle oft unentdeckt, wenn sie sich geschickt in ihrem Hauptnahrungsmittel, dem Eiersalat , verbirgt. So gelangt sie dann unbemerkt in Nahrungskonkurrenten und verbreitet dann in selbigem allerlei Ungemach. Das Balzritual der Salmonelle blieb bislang im Verborgenen, weil alle Sexualität unter einem schützenden Majonäsemantel vollzogen wird. Die Haltung als Haustier wird allgemein abgelehnt, auch ist der Wert der Salmonelle im Gegensatz zur Frikadelle als Nutztier gering. Der Bestand ist in Deutschland nicht gefährdet, obwohl Tierschützer beklagen, dass von skrupellosen Medizinern zunehmend ein Antibiotikum zum gezielten Zurstreckebringung der Salmonelle verwendet wird. Proteste der World Wild Life Foundation und gezielte Greenpeace - Aktionen könnten hier Abhilfe schaffen.

Die Mistbiene
Es gibt sie doch! Allerdings auch männliche Exemplare. Bei den Männchen berühren sich die Augen in der Mitte, bei den Weibchen sind sie durch die Stirn getrennt. Warum auch immer. Der Tastfühler ist auch beim Weibchen federlos. In Jauchekuhlen und anderen unappetitlichen Lokalitäten lauern die dicken Larven der Mistbiene auf ihre Opfer. Vermittels eines Schnorchels verharren sie hinterrücks kurz unter der Jaucheoberfläche, um unversehens zuzuschlagen. Von Bauer Hannes Dinkelbrot, der nach dem Ausmisten mal kurz in die Güllegrube pinkeln wollte, fehlt bis heute jede Spur. Polizeitaucher der SoKo Klein Pribbernow/Nord fanden lediglich eine alte Socke und einen angenagten Forkenstiel in der Grube. Er, also der Bauer, hinterließ ein arm Mütterlein, 20 Schweine und 5 Kühe plus Kleingetier. Selbst nennen sich die Untiere „Der Jaucheschrecken der norddeutschen Tiefebene“, von Wissenschaftlern allerdings liebevoll Scheinbienen-Keilfleckschwebfliege alias Eristalis tenax genannt. Seien wir auf der Hut...

Der Strandläufer

Der Strandläufer (Calidris) tritt in zwei Erscheinungsformen zutage. Die unmutierte Form, welche fast ausgestorben scheint, hopst grazil und überaus friedfertig zweibeinig an Nord - und Ostseestränden im Spülsaum auf und ab und versucht, mit seinem langen dünnen Schnabel Nahrung wie Krabben, Muscheln und angebissene Käsebrötchen zu erhaschen. Er ist von Natur aus sehr scheu, meidet Menschenansammlungen und Alkohol. Für uns ist er harmlos. Zu gewissen Zeiten allerdings mutiert der Strandläufer zu einer gefährlichen Kreatur. Werden bestimmte Tiefstwerte bei den Nachttemperaturen nicht mehr unterschritten, erscheint uns der Strandläufer in etwas veränderter Form. Ebenso wie die kleine Wildform bewegt er sich zweibeinig fort, wenn auch nicht ganz so anmutig. Im Gegenteil, er tauscht sein Federkleid gegen eine Badehose und trampelt rücksichtslos am Wasser entlang, wobei von ihm gelegentlich kleine Kinder zu Boden gerissen werden. Deren Geplärre steigert sich noch beim Anblick der zerstampften vorher mit Vati so mühsam errichteten Kleckerburg. Das ist dem Strandläufer egal. Er hat seinen Blick stur auf den Horizont vor ihm gerichtet und hat nur ein Ziel: Laufen. Nebenbei auch noch braun werden und fit aussehen. Hoch anzurechnen ist ihm allerdings, dass er einen großen Teil der schädlichen UV-Strahlung selbstlos auf sich zieht. Die oft rotbraun - lederartige Haut beweist diesen hehren Charakterzug. Hin und wieder sieht man ein seltenes Schauspiel. Aus vollem Lauf reißt der Strandläufer plötzlich ein Bein in die Luft, vollführt eine anmutige Halbpirouette und schlägt mit einer nicht jugendfreien verbalen Unmutsbezeugung lang hin. Er ist auf eine Qualle getreten und ausgerutscht. Weitere natürliche Feinde des Strandläufers sind Möwenscheiße und Oma Pachulkes Dobermann. Die Ernährung ist ähnlich wie bei der unmutierten Form, die Krabben und Muschel holt er sich allerdings beim Italiener an der Promenade. Obwohl durch Schweiß und Scheuersand bedingt oft vom Wolf geplagt, scheint die Existenz des Strandläufers nicht bedroht.

Die Nikolaus
Die Nikolaus (Pediculus barbaris nicoliensis) findet man Anfang Dezember gehäuft in den Bärten alter Männer mit roten Mänteln. Durch Schuhwerk wird sie auch auf Kinder übertragen, welche durch den Befall der Nikolaus unter Stiefelputzsucht und Schokoladenvergiftung leiden können. Über die Größe der Nikolaus ist wenig bekannt, allerdings passen meist mehrere in einen Bart. Die unmoralische Lebensweise der verwandten Filzlaus (Phthirus pubis) wird von der Nikolaus aus ethisch-moralischen Gründen abgelehnt. Als Nutztier befreit die Nikolaus die Bärte von Speiseresten aller Art und belästigt ansonsten den Bartträger in keiner Weise. Beim Absterben des Bartträgers wandern die Nikoläuse nach dem Erkalten desselben aus, um sich einen neuen Wirt zu suchen. Dabei wurden sie auch schon in ökologischen Nischen wie Rentieren (Oberschenkelinnenseite) und Damenbärten gesichtet. Spätestens nach Abklingen der russischen Neujahrsbesäufnisse Ende Januar beginnt die Nikolaus einen Frühlingssommerherbstschlaf und erwacht erst bei richtigem Sauwetter wieder zu neuem Leben. Natürliche Feinde der Nikolaus sind Einmalrasierer und billige Haarentfernungscremes.

Der Klabusterbär
Über den Klabusterbären (lat. Ursus kimmicus) ist der Wissenschaft wenig bekannt. Im Gegensatz zu seinen nahen Verwandten, dem flugfähigen Hubschraubär (danke, Werner!) und dem handwerklich sehr begabten Akkuschraubär, bewegt er sich nur ungern fort und führt ein Leben im Verborgenen, in Fachkreisen als Kimme bezeichnet. Er ist zumeist von bräunlicher Farbe und neigt dazu, im höheren Alter auszuhärten. Er scheint sich ungeschlechtlich fortzupflanzen. Der Klabusterbär lebt in untrennbarer Symbiose mit den Arschhaaren (Pili anales), die im Gegensatz zu Mooshammer ( gest. an einer Überdosis Verlängerungsschnur) friseurtechnisch ein noch jungfräuliches Gebiet sind. Die einzelnen Individuen einer Population kommunizieren untereinander in einer noch nicht näher erforschten Gebärdensprache, die gelegentlich durch knarzende Flatterpfeiflaute ergänzt werden.
Vom Klabusterbären gefürchtet sind längere Sitzbäder und grobkörniges Schleifpapier. Über die Aufnahme des Klabusterbären in die Rote Liste der gefährdeten Arten wird derzeit heftig diskutiert.

Die Puffotter
Über die Puffotter (Bitis arietans bordellicus) wird noch vereinzelt in Fachkreisen diskutiert, denn es handelt sich um eine aussterbende Art. Aus historischen Schriften entnehmen die Forscher, dass die Puffotter in längst vergangenen Zeiten noch unter dem Namen Puffmutter bekannt war und besonders in größeren Städten weltweit verbreitet gewesen sein muss. Ihr wurde ein bestimmtes, aber auch freundliches Wesen nachgesagt, wobei sie sich liebevoll um all die jüngeren Schlangen in ihren Revieren gekümmert hat. Sie ernährte sich vorwiegend von Streusselkuchen und Currywurst, in Hafenstädten auch mal von Fischbrötchen. Die einheimische Puffotter wurde in den letzten Jahrzehnten zunehmend von einer anderen Spezies verdrängt, der Gemeinen Trugnatter. Die Gemeine Trugnatter ( Natrix explorationes fiesicans) wanderte aus bestimmten asiatischen und balkanesischen Gebieten ein und verdrängte die ansässige Puffotter nahezu völlig. Obwohl selbst auch sehr giftig, hat die Puffotter trotz oft erheblichen Leibesumfanges gegen diese besonders brutal und skrupellos zu Werke gehenden Exobionten keinerlei Chance. Mit der Puffotter verschwindet wieder eine interessante Tierart, die wir hätten schützen können.

Der Platzhirsch
Besonders in kühlen Herbstnächten ist die Stille des Waldes oft von seltsamen Geräuschen unterbrochen. Für den Laien mag es klingen, als ob ein Elefant in eine Gießkanne furzt und anschließend in asthmatisches Keuchen verfällt. Diese Geräusche rühren vom Platzhirsch ( Cervus elaphus detonaticus) her. Hierbei handelt es sich um ein vierbeiniges Säugetier, das Laub- und Mischwälder der gemäßigten Klimazone bewohnt. Grund für die ungewöhnlichen Lautäußerungen ist sein Hang zur Polygamie. Das ganze Jahr ist von dem Angeber nicht s zu sehen oder zu hören. Im Herbst jedoch fühlt sich der Platzhirsch bemüßigt, seine Salzlecke Salzlecke sein zu lassen und statt dessen lieber den ganzen Tag Hirschkühe zu bespringen. Dies wird ihm von seinen Artgenossen aber geneidet, so dass es oft zu körperlichen Auseinandersetzungen kommt, die gelegentlich sogar blutig enden. Zu diesem Zwecke sind die Platzhirsche mit einem Geweih ausgestattet, das ihnen astartig aus dem Kopfe wächst. Da nur die stärksten Exemplare regelmäßig zur Begattung schreiten dürfen, staut sich bei den unterlegenen Platzhirschen ähnlich wie bei männlichen Darmhirschen der Fortpflanzungsdruck derart an, dass schon eine geringe körperliche Anstrengung die Außenhaut derart überdehnt, dass es zum völligen Zerplatzen des Hirsches kommen kann. Als einzige Überreste findet der aufmerksame Pilzsammler die Kopfäste, auch als Abwurfstangen bekannt. Die nicht geplatzten Hirsche sind wiederum vom Penisermüdungsbruch bedroht. Die fälschliche Annahme, der Platzhirsch sei eng mit dem Knallfrosch oder mit dem Frührentner und Jagdforscher Knallbert Beinstein verwandt, wurde mittlerweile revidiert. Bevor man den Platzhirsch zu Rotkohl und Knödeln verzehrt, sollte man ihn gut abhängen lassen und 48 Stunden in eine Beize einlegen. Hierfür hat sich Möbelpolitur als ungeeignet erwiesen.

Der Schluckspecht
Der Schluckspecht (Picoides dunophiles) wird immer wieder mit dem Buntspecht (Picoides major) verwechselt. Während der Buntspecht die Wälder bevögelt und sich an Baumrinden zu schaffen macht und umgekehrt, ist der Schluckspecht eher ein Kulturfolger. Tagsüber findet man ihn oft vor den Schnapsregalen eines Supermarktes. Besonders in der kalten Jahreszeit treten die Schluckspechte in Scharen auf, zum Beispiel an einer Imbissbude oder auf dem Busbahnhof. Abends trifft man ihn in billigen Spelunken an, wo er gelegentlich weibliches Personal belästigt und nebenher herauszufinden versucht, wieviel Fusel sein alter Kadaver noch aufsaugen kann. Das Federkleid des Schluckspechtes ist eher als trist zu definieren und erscheint ungepflegt. Der Schnabel hat hingegen oft eine kräftig rotblaue Färbung. Bei der Beschaffung fester Nahrung, vorzugsweise an Biomülltonnen, sind immer wieder Konkurrenzkämpfe mit Haussperlingen und Wanderratten beobachtet worden.
Der Schluckspecht geht oft eine Symbiose mit einem heruntergekommenen Straßenköter ein, der ihm dann fester Lebenspartner wird. Eine direkte Verwandtschaft mit der Schnapsdrossel konnte bisher nicht bewiesen werden, wird von Experten allerdings vermutet. Obwohl er in den Wintermonaten nicht in den Süden fliegt und auch kein wärmendes Nest baut, hat er hier sein Auskommen. Der Bestand der Schluckspechte ist in Europa auch auf weite Sicht hin nicht gefährdet.

Das Schnabeltier
Das Schnabeltier (Ornithorynchus anatinus) lebt gar nicht hier, sondern ganz weit weg und kommt dort häufig vor, wird aber wegen seiner versteckten Lebensweise selten gesehen.
Es hat Haare und ist ziemlich dick. Mal ist es im Wasser, mal an Land, auf jeden Fall immer in der Nähe von Wasser oder Land. Im Wasser isst es und lässt Wasser. Sein nächster Verwandter lebt auch nicht hier und ist der Schnabeligel (Tachyglossus aculeatus).
Mit seinem Schnabel, welcher dem einer Plüschente oder dem von Donald Duck sehr ähnelt, durchsiebt es den Grund von Gewässern nach allerlei Kleingetier. Aber auch das Wiener Schnitzel ist nicht sicher vor ihm. Obwohl das Schnabeltier aus einer Kloake Eier legt und einen Schnabel hat, gehört es zu den Säugetieren. Außerdem ist es giftig. Als einziges Säugetier hat es an den Füßen Krallen, die mit einer Giftdrüse verbunden sind. Fassen wir zusammen. Schnabeltiere legen Eier, wie kein anderes Säugetier. Schnabeltiere haben eine Giftdrüse, wie kein anderes Säugetier. Schnabeltiere haben eine Kloake, wie kein anderes Säugetier. Schnabeltiere legen Eier, wie kein anderes Säugetier. Dies war dann für die Wissenschaftler endlich Grund genug, das Schnabeltier zu den Säugetieren zu zählen. Aber dafür kann es ja nichts. Allerdings wird in letzter Zeit zunehmend beobachtet, dass ob dieser Widersprüche völlig verwirrte Schnabeltiere in Fischernetzen ihrem Leben freiwillig ein Ende setzen. Von zoologischen Laien wird das Schnabeltier immer wieder gern mit der Schnabeltasse verwechselt und mit Kamillentee vollgegossen. Hier herrscht seitens der Medien Aufklärungsbedarf. Auch flötet das Schnabeltier, in einem Vogelkäfig auf eine Stange gesetzt, gs wird in letzter Zeit zunehmend beobachtet, dass ob dieser Widersprüche völlig verwirrte Schnabeltiere in Fischernetzen ihrem Leben freiwillig ein Ende setzen. Von zoologischen Laien wird das Schnabeltier immer wieder gern mit der Schnabeltasse verwechselt und mit Kamillentee vollgegossen. Hier herrscht seitens der Medien Aufklärungsbedarf. Auch flötet das Schnabeltier, in einem Vogelkäfig auf eine Stange gesetzt, keine lustigen Melodeien. Gegrillt gilt es unter Feinschmeckern aber als Delikatesse. Neben dem Menschen ist der Eisbär der ärgste Feind des Schnabeltiers, aber der wohnt ja zum Glück ganz woanders. Sachen gibt’s

Traumberuf Klofrau

Man kann ja allerhand werden. Alt und grau, auch gelegentlich weise. Verrückt vielleicht. Oder Urologin. Das ist eine Spezialistin für tröpfelnde Piephähne, schwindende Manneskraft und geschwollene Vorsteherdrüsen. Da hat der liebe Bildungsminister aber noch das Medizinstudium davor gesetzt. Hat man dieses mit einigermaßen heiler Leber und auskuriertem Tripper überstanden, dann beginnt die Klinikkarriere. Und wenn man mit Oberarztvögeln und Chefblasen fertig ist, dann kann man sich auch als Ärztin niederlassen. Zum Beispiel als Urologin. Es wäre an sich schon ein Traumjob, aber die Sache hat mehrere Haken. Die Patienten sind selten unter 70, Ausfluss eher nicht selten. Man hat täglich mehr Schwänze in der Hand als eine Bahnhofsprostituierte, bekommt aber weniger Geld dafür, denn da gibt es eine Gesundheitsministerin, die Steuern und die Kassenärztliche Vereinigung. Deswegen beschloss Frau Dr. K. Täter aus Hodenhagen ihre Piepmatzreparaturwerkstatt zu schließen und ihre fachlichen Qualitäten in klingende Münze zu verwandeln. Sie bewarb sich als freiberufliche Sanitärfachkraft für das Herrenklo im Berliner Senat. Seitdem sind goldene Zeiten für die einst so verordnungsgeplagte Medizinerin angebrochen. Sie verbringt den Tag sitzend mit einem Männermagazin auf einem bequemen Stuhl und leert gelegentlich ein Tellerchen mit Hartgeld in ihre immer noch weiße Kitteltasche. Sexuelle Anmache ist selten, denn die meisten der Herren Abgeordneten sind so was von stockschwul, das von der Seite keine Gefahr droht. Der Teller mit dem Hartgeld ist auch nicht die einzige Einnahmequelle! Der halbe Stadtrat zahlt bereits Schweigegeld wegen Erwischtwerdens bei diversen Schweinereien, ob nun mit der Ehefrau des Innensenators oder mit dem Verkehrsminister von Burkina Faso. Gegen Aufschlag wird auch schon mal Hilfestellung gegeben oder Schmiere gestanden. Bereits nach 4 Tagen konnte Frau Dr. K. Täter sich einen ostasiatischen Subunternehmer leisten, der gegen geringes Entgelt die Sauerei mit dem Kotzewegwischen übernahm. Auch hat Frau Doktor keinerlei Sorgen mehr mit Koksnachschub. Nach Plenarsitzungen liegt auf den Spiegelablagen mehr Schnee als am Nordpol. Und ein Privatpatient fällt auch gelegentlich an, und zwar ohne Eichel, also ohne Beteiligung des Finanzministers. Der Verkauf von Kleinartikeln (Zellstofftücher, Vaseline, Schilder mit der Aufschrift:“ z.Z. außer Betrieb“ und Hämorrhoidenzäpfchen) läuft wie geschmiert. Frau Dr. K. Täter sieht einer rosigen Zukunft entgegen und sagte unseren Reportern: „Das Senatsklo hat einen goldenen Boden und ich immer eine gepuderte Nase. Mein Leben hat wieder einen Sinn“.

Kleiner Medizinischer Ratgeber

Die Wiederbelebung
Jeder ist im Rahmen seiner Möglichkeiten gesetzlich zur Ersten Hilfe verpflichtet.
Diesen Rahmen kann man weit stecken, denn von einem Betriebsschlosser wird man sicher keine Herztransplantation vor einem Schnellimbiss erwarten. Als Unfallchirurg könnte sich die Ausrede, man könne kein Blut sehen, vor Gericht als wenig hilfreich erweisen. Also, nur Mut. Es ist ganz einfach. Stellen Sie sich vor, Sie treffen ganz unvorbereitet auf eine offensichtlich bewusstlose Person. Da sind Sie zur Ersten Hilfe verpflichtet! Nur wenige Gründe sprechen dagegen, zum Beispiel eigene Blindheit oder über 40 Fieber. Wenn die Person sich nicht mehr rührt, kann es aber sein, dass sie gar nicht scheintot ist, sondern bloß besoffen oder anderweitig zugedröhnt. Vergewissern Sie sich, dass auch wirklich ein Wiederbelebungsnotfall vorliegt! Gibt die Person gut hörbar Atemgeräusche von sich oder tritt aus einer Wunde im Sekundentakt spritzend hellrotes Blut aus, dann kann es nicht so schlimm mit dem Herzstillstand sein. Noch mal Glück gehabt! Dann Hände weg von der Wiederbelebung. Da reicht ein Pflaster. Sollten Sie sich sicher sein, dass wirklich kein Herzschlag vorhanden ist, dann ist Eile geboten. Vergeuden Sie keine Zeit mit Jammern oder Telefonieren, sondern blasen Sie dem Opfer kräftig in die Nase. Falls die Luft gleich wieder an anderer Stelle zischend entweicht, liegt eine undichte Stelle vor. In diesem Fall ist ein Sanitärfachbetrieb bzw. ein Reifenservice zu informieren. Hebt sich aber artig der Brustkorb, dann liegen Sie richtig. Nun gilt es die Pumpe zu aktivieren. Beginnen Sie mit einem anständigen Brustpuffer mit der geballten Faust auf die Stelle, die bei Frauen zwischen den Brüsten liegt und beim Wiener Opernball immer herausguckt. Hocken Sie sich neben die Person und drücken Sie rhythmisch den Brustkorb um knapp ein Fünftel ein. Stellen Sie deshalb „knapp ein Fünftel“ mit Zurhilfenahme eines Zollstocks, einem Stück weißer Kreide, eines Taschenrechners und geeignetem Hilfspersonal vorher fest. Wiederholen Sie die Übung 10 mal, dann wieder 2 mal kräftig in die Nase pusten. Hat sich die Person aus Jux nur verstellt, fliegt jetzt der Schwindel auf. Dieses muntere Wechselspiel treiben Sie nun solange, bis das Opfer aufsteht, sich dankend das Jackett abklopft und ins Büro geht oder ein herbeigeeilter Arzt den Tod feststellt. Eilt keiner herbei, sind Sie der Angemeierte. Dann legen Sie eben einen Herzschrittmacher. Dies lässt sich mit Hilfe von Autobatterie, Starterkabel und Taschenmesser unschwer realisieren. Sollten keine weiteren Personen, die anderweitig Hilfe organisieren können, zugegen sein (z.B. am Südpol), können Sie die Hilfe erst abbrechen, wenn untrügliche und schwerwiegende Gründe vorliegen. Von wegen „keine Zeit mehr gehabt“, „es war meine Schwiegermutter“ oder „es fing an zu regnen“ lässt der Staatsanwalt nicht so schnell ohne weiteres gelten. Sollten bereits deutliche Verwesungszeichen eingetreten sein, dann dokumentieren Sie das für später mit Ihrem Fotohandy oder machen Sie eine Skizze. Aber auch andere Umstände dürfen Sie veranlassen, auf eine Wiederbelebung zu verzichten, wie etwa das komplett Hartgefrorensein (siehe Südpol). Ist das Opfer auf mehr als 5 Quadratmeter verteilt und sieht das Ganze aus wie eine vom Dach gefallene Gulaschsuppe, dann kommt jede Hilfe zu spät. Versichern Sie sich auch, ob der Körper in seiner Gesamtheit noch aus mindestens zwei Teilen besteht. Wenn Sie zwischen Beatmung und Herzdruckmassage mehr als fünf Meter zu Fuß zurück legen müssen, ist die Verletzung wahrscheinlich ernster als zunächst angenommen. Auch schließt eine Vermischung des Körpers mit größeren Eisenteilen (z.B. ein Bügeleisen, von dem nur noch Teile des Griffs aus dem Kopf ragen) eine erfolgreiche Wiederbelebung oft aus. Selbst wenn die eine Hälfte des Bauchinhaltes in einem Kühlergrill des Fahrerflucht begangenen osteuropäischen Schwerlasters bereits in Richtung Wuppertal unterwegs ist und die andere in Griffweite links des Knies des Opfers befindet, wird Ihren Bemühungen wenig Erfolg beschieden sein. Da bleiben Ihnen nur trostreiche Worte. Und neben Gesprächsstoff für den nächsten Saunaabend die Gewissheit, alles versucht zu haben.

Impfen leicht gemacht
Oft steht der Laie vor der Entscheidung, sich impfen zu lassen oder auch nicht. Was muss man im Fernsehen nicht alles von Zwischenfällen lesen! Hat da nicht erst letzten Monat im Dschungel von Timbuktistan ein Kind von einer Impfung Ausschlag gekriegt? Stand auch in der Zeitung! Ärztepfusch in Zentralafrika! Das sich nebenbei 300 stolze Stammeskrieger gegenseitig mit dem Buschmesser entleibt haben und doppelt soviel verhungert sind, das interessiert doch keine Sau! Ja, die Halbgötter in weiß. Wenden Sie sich also an den Arzt Ihres Ergrauens und fragen Sie ruhig nach empfohlenen Impfungen. Die, die auch Ihre Krankenkasse bezahlt, können Sie ruhig nehmen. Der Arzt hat da nichts davon. Die Wahrscheinlichkeit, von einer Wundstarrkrampfimpfung Wundstarrkrampf zu bekommen, liegt bei 1:10 000 000. Die Wahrscheinlichkeit, Wundstarrkrampf zu überleben, liegt bei 1:1. Ja, keine Null vergessen.
Auch andere Impfungen sind sehr sinnvoll, sonst würden die Krankenkassen sie nicht bezahlen. Die haben ihre Statistiken und rechnen genau aus, was für sie teurer kommen würde, flächendeckende Impfung oder Grippewelle. Leider verwechseln viele die richtige Grippe mit allen möglichen Erkältungen und Lecknasen bzw. Raucherhusten. Es ist aber auch schwer. Warum soll man dem netten Reporter im Fernsehen nicht glauben, dass ein Spitzensportler wegen einer schweren Grippe zwei Tage pausieren musste? Dabei war der einfach nur verrotzt und hatte mal 37,5 Fieber. Mit einer echten Grippe liegt der wackere Athlet zwei Wochen auf Intensivstation, kann sich Olympia ins Taschentuch schmieren oder gibt mit Pech sogar den Staffelstab ab. Außerdem kann er sie schlecht kriegen, die Grippe, denn er ist geimpft, dafür sorgt schon das Nationale Olympische Komitee. Aber das weiß der Reporter wahrscheinlich selbst nicht. Der wird ja nicht fürs Denken bezahlt, sondern fürs Reden. Hellhörig sollten Sie aber sein, wenn Ihnen Ihr Arzt allerlei andere Impfungen für teuer Geld einreden will, so zum Beispiel eine Gelbfieberimpfung für Ihren Skiurlaub in Tirol. Nun ist so eine Gelbfieberimpfung eine sehr sinnvolle Sache, in den Ländern, wo es Gelbfieber gibt. Sicher nicht in Tirol. Nehmen Sie lieber Schneeketten mit. Auch sollten Sie Angebote für Impfungen gegen Erdbeben, Militärputsche, Lawinenunglücke, kakerlakenverseuchte Hotelzimmer und Entführung durch Außerirdische misstrauisch machen. Im Zweifelsfall immer noch eine zweite Meinung einholen oder einfach nicht krank werden. Der böse Holzbock oder auch Zecke ist ja auch ein beliebtes Thema in der Sauregurkenzeit. Denn dieses Spinnentier gibt es flächendeckend in der deutschen Botanik und er kann, falls selbst befallen, auf zweierlei Weise krank machen. Gegen eine dieser Krankheiten gibt es eine Impfung, die andere kann man behandeln. Und wie wird diese Impfung genannt? Impfung gegen Zecken! Das ist so, als wenn Sie sich gegen Hundebiss impfen lassen würden. Woher soll die Zecke oder der Hund wissen, ob Sie geimpft sind? Das ständige Mitsichführen und Hochhalten des Impfausweises macht da wenig Sinn! Wedeln Sie doch mal einem wütend anstürmenden Riesenschnauzer mit Ihrem Impfausweis vor der Nase herum! Ob Sie ihn mit der Tatsache, dass Sie sich unsinniger- und vorbeugenderweise gegen Tollwut haben impfen lassen, so sehr beeindrucken wie mit einer Ladung Pfefferspray, ist wenig wahrscheinlich. Hier gilt wie immer: Liebe Kinder, nicht ausprobieren. Jaja, mit dem Impfen ist das so eine Sache.

Von Hartz4 zum Chefarzt
Haben Sie nicht auch schon einmal davon geträumt, Arzt zu sein? Am besten Chefarzt? Kein Problem. Suchen Sie in einschlägiger Fachpresse den Annoncenteil „Stellenangebote“ und richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf Stellenausschreibungen für einen Chefarztposten in einer Psychiatrischen Klinik. Das hat Zukunft. Denn Psychiater sind Menschen, die sich keine Sorgen zu machen brauchen, solange sich andere Menschen Sorgen machen. Also vereinbaren Sie telefonisch ein Einstellungsgespräch. Dafür gilt es sich gut vorzubereiten. Arrangieren Sie mit einem feuchten Kamm Ihr Haupthaar so, dass es Ihnen wirr ins Gesicht hängt. Trinken Sie eine Kanne Kaffe, damit Ihre Hände leicht zittern. Das Einüben eines permanenten leichten Augenlidzuckens wäre ratsam. Nun lernen Sie das Wort „ Asymbiokante disseminierte rotundovertikohaluzinate Psychoschizogonie“ so lange auswendig, bis Sie es zehn mal hintereinander ohne sich zu verhaspeln aussprechen können. Begeben Sie sich völlig ohne Unterlagen zum Einstellungsgespräch zum Personalchef. Verlaufen Sie sich auf dem Klinikgelände mehrmals, irren Sie einen halben Tag ziellos durch die Parkanlage. Bevor Sie das Sekretariat betreten, knöpfen Sie drei Knöpfe Ihres Hosenschlitzes auf und gehen sicher, dass ein Schuhband fröhlich frei herum hängt. Sicheres und forsches Auftreten ist die nun halbe Miete. Zögern Sie nicht, zunächst die Halsregion des Personalchefs nach vergrößerten Lymphknoten abzutasten. Auf Fragen nach Referenzen und Papieren reagieren Sie ganz gelassen. Als ob man sich ohne solche einfach so mir nichts, dir nichts als Chefarzt in einer renommierten Klinik bewerben könne! Die Unterlagen seien noch in Amerika, wo Sie auf dem Spezialistenkongress in New York von Ihren bahnbrechenden epochalen Forschungsergebnissen zur Asymbiokanten disseminierenden – und so weiter ( nicht verhaspeln!), einen mit von der Fachwelt begeistert aufgenommenen Vortrag hielten. Davon habe man hier an der Klinik doch sicher schon gehört! Oder etwa nicht??? Hat der alte Chefarzt nicht sehr auf laufende Fortbildung seiner Mitarbeiter geachtet? Na, das werde sich nun aber bald ändern. Dann ist Schluss mit dem Schlendrian! Das Augenlidzucken während Ihres Auftritts nicht vergessen. Nun ist ein Chefarztgehalt zwar schon aus finanziellen Gründen besser als Sozialhilfe, aber auf Nachfrage bezüglich Gehaltsvorstellung antworten Sie angebrachterweise mit einem fröhlichen Lachen, dass Geld für Sie nichts bedeutet, Sie seien ein Mann der Wissenschaft und dass es dafür ja schließlich irgendeinen Tarif gibt. Erkundigen Sie sich eindringlich nach laufenden Forschungsprojekten der Klinik. Damit dürfte der letzte Stolperstein aus dem Weg geräumt sein und Sie können mit Ihrer Tätigkeit beginnen. Seien Sie nett zu anderen Ärzten und Schwestern. Lassen Sie nie zu sehr den Chef heraushängen. Verwechseln Sie permanent die Namen Ihrer Oberärzte. Vergessen Sie permanent die Namen aller anderen Mitarbeiter. Niedere Arbeiten wie Untersuchen, Tropf anlegen oder Patienten behandeln usw. macht nirgendwo ein Chefarzt, lassen Sie also die Finger davon. Die Patienten dürften Ihnen auch keine Schwierigkeiten machen, wenn Sie sich insgeheim als Mithäftling und Opfer einer globalen Verschwörung oder im Bedarfsfall als der liebe Gott persönlich zu erkennen geben. Wenn Ihnen dann nach vier Wochen die Sache zu langweilig wird, melden Sie sich zu einem Kongress auf die Fidschi-Inseln ab und machen sich aus dem Staub.
Nicht ganz so einfach ist die Sache, wenn Sie sich einmal als Chefarzt der Chirurgie versuchen wollen. Dafür sind einige Grundvoraussetzungen vonnöten. Zunächst einmal darf Ihnen der Anblick von Blut nicht wirklich etwas ausmachen. Auch ist eine relative Trinkfestigkeit ein unbedingtes Muss. Besorgen Sie sich rechtzeitig ausreichend Viagra, damit die Sache im Nachtdienst nicht auffliegt. Besorgen Sie sich Fachliteratur, wie „Amputieren für Anfänger“ oder „Transplantieren leicht gemacht“. Kommen Sie morgens immer zu spät und mit einer leichten Fahne in die Klinik. Belästigen Sie alle Schwestern regelmäßig sexuell. Qualmen Sie Ihr Chefzimmer richtig blau und bieten Sie dem Chef von der Inneren Klinik hin und wieder einen Wodka oder Ihre Sekretärin an, das wird von Ihnen erwartet! Vermeiden Sie es möglichst, in die Notaufnahme zu gehen. Schicken Sie immer einen Assistenten und murmeln dabei so etwas wie „der Jugend eine Chance geben“ und „ uns hat früher auch keiner am Gängelband geführt“. Das beeindruckt die jüngeren Kollegen ungemein. Sollte es unvermeidlich sein, doch mal in den Operationssaal zu gehen, lassen Sie sich beim Waschen viel Zeit und schicken Sie den hakenhaltenden Praktikanten mit den Worten „Mach schon mal auf, kannste doch“ vor. Schauen Sie dann dem schweißgebadeten hoffnungslosen Nachwuchs über die Schulter und sagen, je nach Blutmenge und Gesichtsausdruck der OP-Schwester, entweder „Siehste, geht doch!“ oder „Mit so einem Trottel wie Ihnen gebe ich mich nicht ab, holen Sie sich den Oberarzt dazu, der soll übernehmen und es Ihnen noch mal zeigen!“. Verlassen Sie kopfschüttelnd den OP-Saal mit den Worten „Man ist nur von insuffizienten Mitarbeitern umgeben!“.
Auf Chirurgie-Kongressen auf Ihr Spezialgebiet hin angesprochen, kippen Sie den Gratissekt auf ex hinter und sagen: „Das Leben ist viel zu kurz, um heute über diesen Quatsch zu reden“ Laden Sie Ihren Gegenüber auf ein Bier oder in den Swingerclub ein und die Situation ist gerettet.
Sollte es durch Verknüpfung unglücklicher Umstände doch einmal nicht zu vermeiden sein, vor fachkompetenten Zeugen einen Patienten behandeln zu müssen, rufen Sie zunächst nach irgendwelchen Spezialinstrumenten wie „Vorgartenkatheter“ oder „Pankreasfasszange nach Pharaonenart“. Scheint Ihnen der Patient ernsthaft bedroht, dann markieren Sie aus juristischen Gründen lieber einen epileptischen Anfall. Wie das auszusehen hat, haben Sie ja während Ihrer Zeit als Chef der Nervenklinik gesehen. Falls nicht, versuchen Sie mit zusammengekniffenen Augen Breakdance zu tanzen und beißen sich dabei feste auf die Zunge. Da Ihnen so was ja auch während einer Gallen - OP passieren könnte und Gefahr bestände, dass der Patient außer der Gallenblase auch noch den Magen und Ihr Assistent drei Finger einbüßt, brauchen Sie nicht mehr zu operieren und können sich ganz zu wissenschaftlichen Forschungen in Ihr Zimmer zurückziehen. Nehmen Sie gelegentlich an Visiten teil, wobei Sie häufig die Formulierungen „ Na, das wird schon wieder!“, „Wie geht es uns denn heute so?“ und „Haben wir doch prima hingekriegt!“ verwenden sollten. So kann es dann bis zu Ihrer Pensionierung weiter gehen, falls es Sie nicht überkommt, sich noch mal in einem anderen Fachgebiet zu probieren.

Da würde sich ein Chefarztposten am Pathologischen Institut förmlich aufdrängen. Vorausgesetzt, Sie haben keinen schwachen Magen. Legen Sie gegenüber Ihren Mitarbeitern eine gewisse weltmännische Jovialität an den Tag und murmeln Sie ständig so was wie „Damals in Basel, das waren noch Zeiten!“ oder „Ihr solltet alle mal ein Praktikum in der Gerichtsmedizin machen!“. Nun hat die Pathologie unwidersprochen eine Menge Vorteile. Direkte Notfälle sind eher selten. Händewaschen vor der Obduktion entfällt ebenso wie das Desinfizieren des Arbeitsgegenstandes. Lästiges Handschuhwechseln nach jedem Patienten auch. Beruhigenderweise wird der Pathologe in der Regel seltener von seinen Patienten verklagt als ein Schönheitschirurg. Blicken Sie hochnäsig auf alle anderen Fachgebiete herab, das imponiert. Benutzen Sie eine Schädeloberhälfte als Aschenbecher. Falls fachfremde Kollegen bei einer Sektion anwesend sein sollten, essen Sie während Ihrer Arbeit Ihr Leberwurstbrötchen. So etwas strahlt Souveränität aus und lässt Sie vor allem bei weiblichen Medizinstudenten maskuliner erscheinen. Da der Sektionssaal für gewöhnlich nicht so kuschelig warm wie ein Operationssaal ist, kann hin und wieder ein Schlückchen Doppelkorn nicht schaden. Vermeiden Sie aber Überdosen vor dem Mittagessen und nehmen Sie sich vor allen Dingen keine Arbeit mit nach Hause. Das könnte bei den Nachbarn schon mal zu Missverständnissen führen. Auch wäre das Halten von mehreren Doggen aus verständlichen Gründen nicht ratsam.
Alles in allem führen Sie als Pathologe ein beschauliches und sorgenfreies Leben, wenn Sie sich mit dem exorbitanten Mehrverbrauch von Eau de toilette arrangieren können.
Ein nochmaliges Wechseln in geräuschintensive (Frauenheilkunde und Geburtshilfe) , herzinfarktfördernde ( Tatütata-Notarzt), zu Tode langweilende (Amtsarzt) oder freud- und genussmittellose (Innere Medizin) Fachgebiete erscheint wenig sinnvoll. Bleiben Sie bei Ihrem krisensicheren Job, denn das Sterben wird auch weiterhin in Mode bleiben. Ob die Patienten allerdings vorher noch zu anderen Kollegen gehen können, wird die nächste Gesundheitsreform erst noch zeigen.

Tipps zur gesunden Ernährung
Obwohl neueste wissenschaftliche Studien ergaben, dass die Nahrungsaufnahme zur Erhaltung des allgemeinen Wohlbefindens wahrscheinlich unerlässlich ist, kann der Laie hierbei eine ganze Menge falsch machen. Essen Sie nur gesunde Lebensmittel! Haben Sie Zweifel, lassen Sie sich vom vor Ihnen stehenden Mittagsgericht ein Gesundheitsattest von dessen Hausarzt vorlegen. Meiden Sie faulendes und schimmliges Obst!
Richtig ist, dass Joghurt lebende Kulturen enthalten sollte. Falls er sich aber Ihrem Zugriff im Kühlschrank durch Fluchtbewegungen zu entziehen sucht, dann ist er etwas zu lebendig und nicht mehr zum Verzehr geeignet. Gleiches trifft selbstverständlich auch für andere Lebensmittel zu. Speisen, die diese Eigenschaft besitzen, neigen auch nach dem Essen zu unerwünschten hastigen, allerdings auch zielgerichteten Bewegungen, im Volksmund auch als Durchfall bekannt.
Dass dieser sehr lästig sein kann, musste erst kürzlich der bekannte Hamburger Ökotrophologe Dr. Mieter Düller (Name vom Autor unkenntlich gemacht) erfahren, als er nach dem Genuss einer Familienpackung überlagerten linksradikalen Biojoghurts und zwei Litern angegorenen Apfelmost zigarrerauchend mit seinem Auto in einen Stau im Elbtunnel geriet. Nur durch entschlossenes Öffnen des Seitenfensters konnte der angesehene Wissenschaftler dem drohenden Ertrinkungstod entgehen.
Aber auch gegen diese nicht so gern gesehene beschleunigte Darmpassage hat uns die moderne Wissenschaft wirksame Mittel in die Hand gelegt, die jeder selbst leicht anwenden kann. Der Verzehr von zwei Kilogramm ausgepresster Orangen ohne Saft, einigen geriebenen Muskatnüssen und vier Tafeln Bitterschokolade unterbindet den lästigen Stuhlgang zumeist komplett. Denken Sie aber daran, nach spätestens einer Woche ein Gegenmittel (siehe Dr. Mieter Düller, Hamburg) einzunehmen. Sollte dieser Schritt Ihrer Diät fehlschlagen, lassen Sie sich die Durchgängigkeit Ihres Darmtraktes operativ rekonstruieren. Erläutern Sie dem Operateur, dass der Klumpen Orangenfasern meistens an der Ileozökalklappe fest hängt, das vermeidet unnötig lange Schnitte. Damit sollten Sie aber nicht länger als einen Monat warten, auch wenn die Ersparnis an Papier und Spülwasser zunächst attraktiv erscheint.
In der heutigen Zeit sind viele Lebensmittel mit Chemikalien und Krankheitserregern belastet. Diese sollten Sie unbedingt meiden. Essen Sie keine lebendigen Vögel! Braten Sie einen Fuchs wegen der Tollwutgefahr und des Fuchsbandwurmes vor dem Verzehr gut durch! Denken Sie besonders im Urlaub an Hautkrebs und essen Sie kein Gemüse, das längere Zeit ungeschützt der UV-Strahlung der Sonne ausgesetzt war! Bestellen Sie im Restaurant kein Steak, wenn in der Gegend alle Kühe gerade den plötzlichen Rindstod gestorben sind. Der Genuss von rohem Fleisch kann zu schwerwiegenden gesundheitlichen Störungen führen, besonders wenn Sie versuchen, es vorher dem Hund Ihres Nachbarn wegzunehmen.
Im Allgemeinen sollte Ihre Nahrung abwechslungsreich sein und viele Vitamine und Spurenelemente enthalten. Als man früher aufgeschürfte Kniegelenke noch mit einem Schuss Jodtinktur behandelte, war der Jodmangel allenfalls bei Wellensittichen und in abgelegenen Alpentälern bekannt. Heute sollte Meeresfisch mindestens einmal in der Woche auf Ihrem Speiseplan stehen. Sie decken Ihren Jod-, Strontium-, Blei-, Kadmium- und Hepatitis A – Bedarf und nehmen zusätzlich noch ungesättigte Fettsäuren zu sich, was immer das auch sein mag.
Zu einer ausgewogenen, für Dickleibige vorteilhaft besser abgewogenen Ernährung gehört auch ein richtiges Trinkverhalten. Meiden Sie als Kraftfahrer größere Mengen Alkohol. Nehmen Sie auf Autotouren durch die Wüste Gobi immer eine Flasche Mineralwasser und ausreichend mongolischen Wodka mit.
Trinken Sie im Abenteuerurlaub das Wasser aus Brunnen, in denen bereits mehrere tote Touristen liegen, nie unabgekocht. Trinken Sie nie, wenn Sie ohnmächtig sind! Die Schluckreflexe könnten gestört sein und ein unangenehmes Hüsteln zur Folge haben. Und essen oder trinken Sie nie da, wo die Verkäufer alberne bunte Hüte tragen müssen!

Der menschliche Körper
Fundierte Kenntnisse über den Aufbau des menschlichen Körpers sind für den interessierten Laien von großer Bedeutung, wenngleich auch völlig unwichtig. Deshalb soll an dieser Stelle Wissen über den grundlegenden Aufbau des menschlichen Körpers und seine wichtigsten Organe vermittelt werden.
Unser Körper besteht aus Kopf, manchmal Hals, Brust, Bauch, Becken und Extremisten. Verbunden ist er untereinander mit dem Nasen-Darm-Trakt.
Der Kopf beherbergt neben allerlei nicht so wichtigem Gedöns ein Organ, das allgemein als Hirn bekannt ist, in der Metzgerinnung auch als Brägen bezeichnet. Das Hirn sieht einem nassen Brötchen nicht unähnlich und fasst sich auch so an. Es ist ziemlich rundlich und hat es sich zur Aufgabe gemacht, Umwelteinflüsse, Erfahrungen und Gelerntes miteinander zu verwechseln. Es enthält einen Muskel (M. constrictor cerebri) , der insbesondere nach exessivem Alkoholgenuss oder der Einnahme von WC-Reiniger mit Apfelsaft dazu neigt,
sich zu verkrampfen. Dies führt zu Kopfschmerz und einem Verziehen der optischen Achse, so dass Doppelbilder entstehen können. Wenn wir schlafen, spielt das Gehirn mit sich selbst. Dank des großen Vorderlappens ist es dazu befähigt. Vom Gehirn weg führen zwölf oder dreizehn Hirnnerven (Anatomen sind eben auch abergläubisch), an denen manchmal etwas hängt. So zum Beispiel die Augen. Die Augen verfügen über einen sinnvollen Verschlussmechanismus, so dass man sie nachts oder vor Wonne zumachen kann. Seitlich am Kopf befinden sich die Ohren, welche auch abstehen oder sich entzünden können. Zum Riechen, Daraufhauen, dann Bluten, Hochtragen und damit man weiß wo vorne ist, befindet sich auch die Nase am Kopf. Handelt es sich nicht um eine übergewichtige Person, so endet der Kopf, wenn man steht, unten mit dem Hals. Dieser stellt so etwas wie ein an der Innenseite unbehaartes Kanalisationsrohr da, in dem neben Speiseröhre, Luftröhre und Halswirbel noch allerhand Adern und Nerven verlaufen, von deren Funktion sich aber auch die meisten Ärzte nur vage Vorstellungen machen. Zu erwähnen ist noch die im Hals befindliche Schilddrüse, die bei Chirurgen so beliebt ist wie ein Kropf.
Der Hals geht dann ziemlich übergangslos in die Brust über. An der Brust befinden sich außen vorne die evolutionären Überreste der Milchleiste, welche bei weiblichen Menschen, also Menschinnen, gelegentlich noch in Funktion treten. Die inneren Organe der Brust liegen durch die Rippen geschützt wie in einem Vogelkäfig. Wenden wir uns zunächst dem Herzen zu. Dies ist ein faustgroßer Hohlmuskel, der nichts besseres zu tun hat als ein ganzes Leben lang Blut durch den Körper zu pumpen. Kommt er zum Stillstand, stellt auch das Gehirn nach kurzer Zeit seine Funktion aus Solidarität zunächst teilweise, dann völlig ein. Durch diesen Schutzmechanismus wird verhindert, dass man seine eigene Grabrede hören muss und später von Verwesungsgerüchen belästigt wird.
Weiterhin findet man in der Brust ein schwammartiges Organ, welches bei Hühnern nach dem Schlachten zusammenschrumpelt. Die Lunge dient der Aufnahme von Sauerstoff, Nikotin und anderen krebserregenden Stoffen. Auch ist sie zum artgerechten Bedienen von Blasinstrumenten unerlässlich. Die Lunge hat über den Hals eine Verbindung zu einer Öffnung im Kopf, was das Atmen erleichtert. Alle anderen Inhalte der Brust sind mehr oder minder nicht so wichtig. Nach unten wird die Brust vom Zwerchfell abgegrenzt.
Gleich unter diesem beginnt der Bauch. Die Organe der Bauchhöhle sind schon immer Anlass wilder Spekulationen gewesen. Als wissenschaftlich gesichert gilt, dass der Magen innen hohl ist und über die Speiseröhre via Hals ebenso Verbindung mit dem Kopf hat wie die Lunge, sogar an der gleichen Stelle. Dies führt bei gleichzeitiger Luft- und Nahrungsaufnahme hin und wieder zu Verwechslungen, welche dann vom Organismus mühevoll durch Husten und Rülpsen korrigiert werden müssen. An den Magen schließt sich ein langer Schlauch an, der an einer zeitweise unangenehm riechenden Stelle endet. Ein Seitenarm des Schlauches hat seine Sehkraft eingebüßt und wird deswegen Blinddarm genannt. Aber noch weitere interessante Organe zieren die Inhaltsliste des Bauches. In der Nähe des angelegten rechten Ellbogens befindet sich etwas, das roher Schweineleber täuschend ähnlich sieht. Die Hauptaufgabe dieses Organs besteht darin, Alkohol in Traubenzucker und Vitamine zu verwandeln und den oben erwähnten WC-Reiniger unschädlich zu machen. Stellen Sie sich vor, Sie würden von der Leber in Richtung linker angelegter Ellbogen gehen. Dann stolpern Sie zunächst über den Zwölffingerdarm. Selbiger ist wichtig für Geschwüre. Als nächstes treten Sie auf etwas Weiches und das optisch nichts von dem ähnelt, was Sie bisher gegessen haben. Es ist die Bauchspeicheldrüse. Diese hat die unangenehme Eigenschaft, sich schlecht erreichen zu lassen und neigt nach Verzehr von vier Kilo Räucheraal plus zwei Flaschen eisgekühlten Wodkas zu Entzündungen. Die Bauchspeicheldrüse ist aber irgendwie wichtig, deshalb ist sie bei Operationen vorzugsweise im Bauch zu belassen. Gleich daneben liegt an die Rippen geschmiegt ein Kölnisch-Wasser-Flaschen-artiges Gebilde, die Milz. Für Hämatologen ist sie ungemein wichtig, auf tagelangen Kongressen wird heftig über weiße Blutkörperchen und Immunabwehr diskutiert. Der Chirurg sieht das nur bedingt ähnlich. Wenn die Milz verletzt ist, schneidet er sie kurzerhand heraus. Das hat sich seit Jahrhunderten bewährt und zum Leidwesen der zimperlichen Internisten ist nichts passiert. Jedenfalls nichts, was sich nicht mit Aspirin und ein paar Bier korrigieren ließ. Und von Milztransplantationen hat auch noch keiner etwas gehört. Hinten im Bauch befinden sich noch zwei rotbraune nierenförmige Organe, die Nieren. Diese sollten gut gewässert werden, sonst können sich Steine bilden. Nieren haben manchmal einen unerklärlichen Bewegungsdrang, welcher zu der Bezeichnung „Wanderniere“ führt. Bei Pferdesportlern findet man gelegentlich eine Hufeisenniere. Da man zwei Nieren hat, eignet sie sich vorzüglich zum Spenden. Im Alter neigen sie zum Verholzen
Das Becken gehört teilweise auch zum Bauch. Es ist halbhohl und sieht aus wie eine kaputte Obstschale. Das Becken beherbergt die inneren Geschlechtsorgane. Bei Männern die männlichen, bei Frauen die weiblichen oder auch mal beide. Dem Beckenboden liegt die Blase auf, welche gefüllt, leer oder auch etwas schwach sein kann. Beim Mann klemmt ein kastanienförmiges Ärgernis die Blase unten ab. Dieses fehlt der Frau, weshalb sie es im Alter viel einfacher hat, Wasser zu lassen, ob sie will oder nicht. Außen am Becken ist ein Auspuff angebracht, der teilweise von der Sitzvorrichtung verdeckt wird. Vorne finden wir die äußeren Geschlechtsorgane, die zur Fortpflanzung und zum Zeitvertreib dienen. Abschließend wären nur noch die oberen und unteren Extremitäten zu erwähnen, mit welchen man sich fortbewegt und allerlei Unfug anstellen kann.
Mit diesem Grundwissen ausgestattet, kann jetzt auch der interessierte Laie dem Anatomischen Staatsexamen gefasst entgegen sehen.

Der Maulwurf

Oder der Sieg des menschlichen Geistes über die niedere Kreatur (nach einer Idee meines geschätzten Biologielehrers Herrn E. Wilke) 

Karl Otto Hügelinski kratzte sich am Sack und drehte leise stöhnend sich auf die Seite.
In seinem Bauch rumorte es leise. Sollte der letzte Regenwurm nicht mehr ganz frisch gewesen sein? Jetzt verfluchte er, dass er nicht auf das Verfallsdatum der Verpackung geachtet hatte. Man hört ja soviel von Gammelwurmskandalen in letzter Zeit.
Plötzlich wurde er sowohl in seiner Verdauung als auch in seinen Betrachtungen gestört.
Über ihm erbebte verdächtig rhythmisch die Erde. Sollte dieser lange Zweibeiner ihm schon wieder nachstellen? Schnell ortete Karl Otto die Richtung der Erschütterung, wählte einen ungefährlichen Vertikalgang und schob vorsichtig das Scherenfernrohr über den Hügelrand. In der Tat! Da stand doch dieser Unhold gebückt mit einem Spaten hoch erhoben in beiden Händen über seinem Haupthaufen und sprühte förmlich vor Mordlust! Ja, glaubte der denn, ihm gehöre die Erde allein?
Belustigt beobachtete Karl Otto, wie die Krone der göttlichen Schöpfung den Spaten nach einigen Minuten sinken ließ, sich ins Kreuz griff und ächzend wieder aufrichtete. Dann sah er ihn missmutig in Richtung seiner ulkigen oberirdischen Behausung schlurfen. Schmunzelnd tappelte Karl Otto in Richtung Erdbeerbeet, um dort noch mal nach dem Rechten zu sehen. Dass er dabei Erdbewegungen vornehmen musste, verstand sich doch von selbst! Den überschüssigen Aushub deponierte Karl Otto fein säuberlich außerhalb seines ausgeklügelten Wohnsystems, also zwischen die Erdbeerpflanzen. Dabei fand er einen feisten Engerling. Dieses schlachtreife Exemplar fügte er flugs seinem Mageninhalt hinzu, beschloss behufs besserer Verdauung ein Schlückchen Wurzelpeter hinter die schwarze Kragenbinde zu gießen und legte sich wieder zur wohlverdienten Ruhe.
Diese währte nicht lange. Leise Vibrationen, die eindeutig nicht vom Gebrauch eines gewissen elektrischen Gerätes seitens seiner Nachbarin Gertrud Buddlowa, einer alleinerziehenden Mutter aus dem Böhmischen, herrühren konnten!
Ein Hervorlugen vermittels Scherenfernrohr ergab die Lösung.
Der Maulwurfsmörder war wieder im Anmarsch. Zuerst stand er kopfschüttelnd und schimpfend am Rand des Erdbeerbeetes, dann steckte er einen Schlauch in das Loch, ging zu seiner Behausung und drehte den Wasserhahn auf.
Warum sind die Primaten so dämlich, dass sie denken, wir Maulwürfe wären nicht auf tagelange schwere Regenfälle oder die Schneeschmelze eingerichtet, dachte Karl Otto erheitert? Selbstverständlich legen Maulwürfe seit 20 Millionen Jahren ihre Eigentumswohnungen so an, dass ein Wassereinbruch an nur ein oder zwei Stellen völlig ohne Folgen bleibt. Ist es ihnen nicht aufgefallen, dass Maulwürfe einigen Robbenarten äußerlich ziemlich ähnlich sind? Während also der Schlaumeier einen nicht unerheblichen Anteil seines kargen Einkommens, das er als Entschädigung für die  zumeist leider vergeblichen Versuche, Jungprimaten beizubringen, wo Sternmulle, Steinkohle und Moskau beheimatet sind, erhielt, verplemperte, reinigte er dabei unbewusst Karl Ottos Toilette, spülte allerlei Unrat aus der Maulwurfsspeisekammer und erlaubte dem samtfelligen Erdbewohner zudem eine erfrischende Kneippkur. Karl Otto begab sich hinüber zu Gertrude, lieh sich ihr Kind aus und ließ selbiges die Schwimmstufe Eins ablegen. Danach hatte Karl Otto ein paar Tage Ruhe.
Er konnte nicht ahnen, welch Ungemach sich über seiner unterirdischen Behausung zusammen braute. Der Primat hatte Rat gesucht. Und das bei einem Experten! Nicht minder dämlich, so doch an Erfahrung mit belebter Natur dem Maulwurfsjägerprimaten ungleich im Vorteil. Gemeinsam hatten sie eine überaus effiziente Falle ersonnen, in der Karl Otto sein Leben aushauchen sollte. Aus sicherer Entfernung beobachtete unser Samtfellchen, wie die beiden spärlich behaarten Zweibeiner ihr Wunderwerk der Technik in Teile seiner Behausung installierten. Höchst zufrieden entfernten sich die beiden Spitzbuben , hämisch lachend und sich die zum Graben völlig untauglichen Hände reibend.
Karl Otto näherte sich vorsichtig und nahm die Falle in seinen kümmerlichen Augenschein. Nach reiflicher Überlegung beschloss Karl Otto, das Revier zu wechseln.
Es wurde ihm nun doch  zu gefährlich.
Denn beinahe hätte er sich über das ulkige System totgelacht ...

 

Dr. Frank Hess
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