~ Dr. Frank Hess Geschichten ~
 

Dschungelcamp

Es macht Sie an, nachts in einer Hängematte mit einer nassen Decke zu kuscheln?

Moment, es kommt noch besser!

Möchten Sie als Opi mal in aller Öffentlichkeit Ihren verschrumpelten Pullermatz durch die Luft schwenken, ohne gleich eine Klage wegen Exhibitionismus und Erregung öffentlichen Ärgernisses am faltigen Hals zu haben?

Möchten Sie Ihre frisch mit Silikon aufgepumpten Quarktaschen einmal Millionen Fernsehzuschauern präsentieren?

Möchten Sie sich mal so richtig ausheulen, weil Sie mit 45 immer noch keine Familie haben, und das, obwohl Sie mit mehr Männern im Bett waren, als gerade bei der Bundeswehr Dienst tun – egal, welchem Geschlecht Sie angehören?

Sie wollten sich immer schon mal den Magen mit püriertem Krokodilpenis und rohen Känguruhoden voll schlagen?

Sie haben die Nase voll von Wasserklosett und Bidet und sehnen sich körperlich nach einem Plumpsklo?

Sie telefonieren sich jeden Tag bei der Zuschauerfrage: „Wo steht der Pariser Eiffelturm?
A) In Paris?, B) In Moskau?“ für 50 Cent pro Anruf die Finger blutig?

Eine Diät aus Reis und Bohnen plus ein paar Kakerlaken fanden Sie schon immer erotisch anziehend?

Sie sind finanziell völlig am Boden?

Sie halten sich für einen kirschenfressenden Singvogel?

Kein Schwein interessiert sich mehr für Sie?

Um in die BILD-Zeitung zu kommen, müssten Sie schon eine sexuelle Beziehung mit dem Schäferhund Ihres Bewährungshelfers haben oder zumindest von Gliedo Westerwelle schwanger sein?

Bei Ihrer letzten Fettabsaugung wurde versehentlich auch ein Großteil Ihres Gehirns mit abgesaugt?

Im Aldi stecken Ihnen mitleidige Rentnerinnen ein paar leere Plastikpfandflaschen zu?

Sie finden es prickelnd, sich von einer schwulen Bowlingkugel und einer abgehalfterten Exmoderatorin herumkommandieren zu lassen?

Sie sind völlig konsterniert, dass es zur Regenzeit im Regenwald regnet?

Sie wissen nicht, was das Wort „konsterniert“ bedeutet?

Sie wollten sich schon immer mal bis auf die Knochen blamieren und sich vor Millionen Leuten zum Affen machen?

Es war schon immer Ihr Herzenswunsch, sich von RTL nach Strich und Faden verarschen zu lassen?

Wenn Sie mehr als zehn dieser Fragen mit „Ja“ beantworten können, sind Sie der ideale Kandidat für das Dschungelcamp!

Kochshow

Amerikanische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Wahrscheinlichkeit, in einer Kochshow zu landen, wenn man willkürlich, aber planlos den Fernseher anmacht, bei 38,4% liegt, also gleich nach Werbung.

Und da kann man jede Menge lernen! Folgendes muss Ihnen in Fleisch und Blut übergehen, auch wenn Sie Vegetarier sind:

Gemüse, natürlich nur vom Wochenmarkt, erntefrisch und mit BIO-Siegel vor der Zubereitung auf keinen Fall waschen, sondern dreckig mit Sand in die Pfanne werfen und braten, am besten mit einer Honig-Senf-Mischung. Das gilt selbstverständlich auch für Spargel. Weißer Spargel ist übrigens etwas für Primitivlinge, Sie nehmen natürlich nur grünen, von glücklichen Polen gestochen.

Möhren und Kohlrabi sind tabu, nehmen Sie Auberginen und Zucchini. Zwiebeln sind für die menschliche Ernährung völlig ungeeignet. Es sind grundsätzlich nur Schalotten zu verwenden.

Außer kaltgepresstem Olivenöl sind alle anderen Öle und Fette sofort aus der Küche zu verbannen. Würzen Sie prinzipiell nur mit gemahlenem Meersalz und frisch geschrotetem Pfeffer.

In besonderen Fällen können Marsala, Kokosmilch, Kurkuma und Sambal Oelek, wie es in jeder Küche zu finden ist, zum Einsatz kommen. Verarbeiten Sie grundsätzlich nur BIO-Produkte, also auf keinen Fall PHYSIK-Eier oder gar MATHEMATIK-Milch. Zur Not gehen auch ÖKO-Produkte, abgeleitet von Ökologie, der Lehre von der Wirtschaft.

Verwenden Sie viele frische Unkräuter wie Rauke, Bärlauch und Brennnessel. Was früher Unkrautvernichtungsmitteln wie dem berüchtigten „Wegerein“ zum Opfer fiel, ist heutzutage der Renner. Ausnahme Knoblauch, der passt zu allem.

Merken Sie sich: Es gibt keine Nudeln, nur Pasta. Es gibt keinen Reis, nur Basmati-Risotto.

Kartoffeln, natürlich nur aus biologischem Anbau, vor dem Braten nicht schälen. Viel Rosmarin darauf streuen, dann schmeckt es wie Weihnachten.

Kochen Sie noch oder dünsten Sie schon?

Zum Fleisch. Für die menschliche Ernährung sind grundsätzlich nur die Filets geeignet, alles andere ist Hundefutter. Jedes geschnittene Fleisch ist ein Medaillon. Essen Sie nur Fleisch von Tieren, bei denen Sie den Bauern genau kennen, am besten mit seiner Frau Geschlechtsverkehr hatten und stellen Sie sicher, dass die Tiere nur mit ökologischem Bio-Futter und streng vegetarisch ernährt wurden. Lassen Sie sich durch ein veterinärpsychologisches Gutachten das Glücklichsein des Schlachttieres bei seinem schlagbolzenbedingten Ableben bescheinigen.

Hühner kann man nicht essen, nur Hähnchenbrustfilets.

Zur Saucenherstellung grundsätzlich nur Kalbsfond, hochwertigen französischen Rotwein und selbstgesammelte Waldbeeren verwenden, niemals Mehlschwitze und Brühe.

Die Zubereitung der Nahrung hat mit hektischen Bewegungen und pausenlosem Gebrabbel zu erfolgen. Die erforderliche Hitze ist aus umweltfreundlichem BIO-Gas zu gewinnen.

Die Zubereitung auch der kompliziertesten Gerichte dauert genau 30 Minuten minus acht Minuten Werbung (passend zum Thema für Monatsbinden, Saucenbinder, Baumarkt, Tampons, Wegwerfwindeln, Mittel gegen Darmträgheit und Durchfall, Inkontinenzprodukte, Klopapier und dann noch mal Tampons).

Meiden Sie genmanipulierte Produkte.

Am besten, Sie meiden Genprodukte überhaupt. Dann bleibt nämlich nur noch Wasser übrig, und das kann ja wohl jeder Doofe kochen.

DSDS

Festgestellt, dass sich hinter der Abkürzung DSDS gar nicht „Dieter sucht dumme Singversager“, sondern „Deutschland sucht den Superstar“ verbirgt!

Komisch, ich dachte, ein Superstar wäre weltweit bekannt, weil er zum Beispiel ein paar Millionen Tonträger verkauft, etliche Titel selber komponiert hat, ein Musikinstrument perfekt beherrscht, dreimal WM-Torschützenkönig oder viermal Olympiasieger geworden ist.

Superstars, die man erst suchen muss?

Irgendwie seltsam.

Aber auch Sie können sich bewerben.

Lassen auch Sie sich von RTL verarschen, demütigen und von Bohlen als Dreck bezeichnen. Aber beachten Sie folgende Hinweise, um Erfolg zu haben:

Nicht im Knast gesessen oder anderweitig vorbestraft?
Schon Scheiße.

Sie haben eine abgeschlossene Schul- und Berufsausbildung?
Schon Scheiße.

Sie hatten noch nie Sex mit Ihren Geschwistern?
Schon Scheiße.

Sie haben keinen Migrationshintergrund?
Schon Scheiße.

Sie haben einen normalen Namen?
Schon Scheiße.

Sie sprechen akzentfrei Deutsch?
Schon Scheiße.

Sie können sich einen Text merken?
Schon Scheiße.

Sie spielen ein Musikinstrument?
Schon Scheiße.

Sie hatten Gesangsunterricht?
Schon Scheiße.

Ihre Eltern sind nicht geschieden und sitzen auch nicht im Gefängnis?
Schon Scheiße.

Sie sind nicht geistig behindert?
Schon Scheiße.

Sie lassen sich nicht gern auf übelste Weise beleidigen?
Schon Scheiße.

Sie haben eigene Lieder geschrieben und können diese perfekt vortragen?
Schon Scheiße.

Sie sind größer als 1,60m und nennen sich nicht „Der Checker“?
Schon Scheiße.

Sie sind nett, ehrlich und teamfähig?
Schon Scheiße.

Sie haben keinen Spaß daran, von zwölfjährigen Analphabeten vergöttert zu werden?
Schon Scheiße.

Sie wollen später Erfolg im Leben haben?
Schon Scheiße.

So, und nun viel Spaß bei der Karaoke-Show „Dieter sucht dumme Schweine“!

ARD

Was tut man, um den Zuschauer vor den Bildschirm zu bekommen? Genau, man inszeniert ein Prominentenquiz für wohltätige Zwecke.

Das geht so:

Man lädt ein paar pseudoprominente Dummköpfe ein und denkt sich ein paar unsinnige Fragen aus. Diese Fragen werden dann beantwortet und die Kandidaten gewinnen ein paar Tausend Euro, die von ihnen aus purer Herzensgüte gespendet werden. Stellen sie sich zu dämlich an, dann sollten sie eigentlich nichts gewinnen. Aber was macht es schon, wenn zum Beispiel Pseudopromi, nennen wir ihn einmal Peter Dummkopf, C als Antwort gibt, wo doch A richtig gewesen wäre?

Nichts, gar nichts.

Denn dann kommt ein struwwelpetriger Moderator namens Pilawa und korrigiert das. Denn es geht doch um Geld für wohltätige Zwecke! Das bezahlen dann die Kandidaten aus eigener Tasche. Ach nein, wohl nicht. Das stellt selbstverständlich der Sender zur Verfügung!

Wie edel, hilfreich und gut! Das bezahlen nämlich die Angestellten des Senders von ihrem Gehalt. Das glauben Sie nicht?

Ich auch nicht. Das bezahlt der Sender als Institution?

Auch falsch. SIE bezahlen das Geld mit Ihren Fernsehgebühren, da passt die GEZ schon auf! Aber so ein Sender nimmt doch Geld mit Werbeeinnahmen ein! Klar tut er das. Aber die Kosten für die Werbung legt der Hersteller selbstverständlich auf den Preis um, den Sie dann wieder bezahlen.

Schöne Scheiße, was?

Nebenbei

Die Nation ist geschockt! Das Volk der Dichter und Denker versteht die Welt nicht mehr.
Marcel Reich-Ranicki nimmt den Medienpreis des Deutschen Fernsehens nicht an!!
Ja, gar vor die Füße werfen will er den Leuten den „Gegenstand“!

Allein wes Grundes?

Im Fernsehen komme nur noch Mist, sagt er. Wie, solch pädagogisch wertvollen Sendungen wie „Richterin Barbara Salesch“ oder „Galileo“ sind Mist? Eine Sendung, in der der Moderator in ein Senffass steigt, sei niveaulos? Sportreportagen, in denen die Reporter beim Fußball den Winkel verkürzen, statt ihn zu verkleinern, den Unterschied zwischen „wie“ und „als“ nicht einmal erahnen, sollen flach sein? DSDS sei kunsthistorisch nicht bedeutsam? Sie finden die „Supernanny“ oder solche dramaturgisch hervorragenden Sendungen wie „Niedrig und Kuhn ermitteln“, nicht einfach megasuper? Serien wie „Türkisch für Anfänger“ etwa nicht voll krass? Talkshows, in denen sich mittags zahnlose Analphabeten anschreien, wären Mist?

Schon wird fälschlicher- und boshafterweise gemunkelt, Ranicki sei genau wie Grass in der SS gewesen und verhalte sich deshalb jetzt so schuftig! Ich bitte Sie, Herr Reich-Ranitzki! Aber was verstehen Sie schon von Literatur, Niveau und Kultur, Sie Banause ...

Aber halten wir uns doch nicht mit solch unwichtigen Dingen auf.

Jörg Haider hat sich totgefahren! Die Österreicher in Trauer! Wen sollen sie nun als neuen Reichskanzler nach Deutschland schicken? Angeblich sei Haider zu schnell gefahren, aber böse Zungen behaupten, dass ein gewisser Yilderim Ü. in Zusammenarbeit mit einem gewissen Machmud A. am VW-Werksfließband gewisse Finger im Spiel gehabt haben. Bremsschläuche und so ... Mit einem BMW wäre das jedenfalls nicht passiert, der wird meistens in Bayern gebaut.

Aber der allerdickste Hund kommt noch!

Kevin Kuranyi verpennt im Trainingslager der deutschen Nationalmannschaft das Frühstück und kriegt kein Nutella mehr ab! Nur noch Kunsthonig und grobe Leberwurst übrig! Verärgert sagt er in Anlehnung an ein berühmtes Zitat: „Dann macht euren Mist alleine!“ und fährt nach Hause. Kevin, wir haben vollstes Verständnis!

Talk

Talk, auch als Speckstein und gemahlen dem Fachmann als Talkum bekannt, spielt eine wichtige,
ja zentrale Rolle im Leben des deutschen Fernsehzuschauers.
Kaum ist mit einer deftigen Tütensuppe die Bierfahne kaschiert, geht es auch schon los.
Die Hardliner haben da schon „Vera-Dayly Talk“, was soviel wie „Veras täglicher Speck“ heißt,
und die erste Runde „Richterin Barbara Salesch“ hinter sich gebracht.
Der Normalo steigt um 12.00 Uhr bei „Richter Alexander Wolf“ ein und macht sich um 13.00 Uhr bei „Britt“ das erste Oettinger auf.
Themen heute: „Hilfe, mein Nachbar ist asozial und belästigt meine Katze sexuell!“,
„Mein Schwager hat in mein Blumenbeet gekackt!“ und
„Ich bin zwar erst elf, aber wenn ich keine Brustvergrößerung zu Weihnachten bekomme, gehe ich nicht mehr für meinen Stiefvater anschaffen!“.
Um 14.00 Uhr klärt Frau Kallwass (wtf schreib ich jetzt mal lieber nicht hin ...) komplizierte psychologische Fälle wie „Ich bin 13 und noch Jungfrau.
Ist mein Vater schwul?“
Um 15.00 Uhr hat sich die Salesch erholt und holt zum Nachschlag aus.
Das juristische Weiterbildungsprogramm setzt der smarte Richter Alexander fort.
Nachdem die Pappnasen Niedrig und Kuhnt fertig falsch ermittelt haben, ist es Zeit für die erste Pulle Aldi-Wodka.
Während sich diese leert, recherchiert ein schnauzbärtiger Privatschnüffler entgegen allen Regeln der Vernunft.
Das darf man vor Einbruch der totalen intellektuellen Dunkelheit auf keinen Fall verpassen.
Das nun folgende Fernsehprogramm ist zu niewohlos, um darüber zu berichten.
Zum Glück ist der Durchschnittszuschauer dann auch zu besoffen.
Jawohl, Niewoh!

Die Nachrichten am 30. September 2077

Innenpolitik
Der Kaiser von China begrüßt in seiner neuen Funktion als EU-Vorsitzender den US-amerikanischen Außenminister Joschka Fischer junior zum Münchner Oktoberfest. Dieser ist beeindruckt von der Körbchengröße der weißrussischen Kellnerinnen und vom erneut leicht gestiegenen Bierpreis. Eine Maß liegt jetzt bei viertausend türkischen Lira. Fischer wörtlich:
„Als mein Vater hier noch an der Macht war, ist alles besser gewesen!“
Bei vertraulichen Gesprächen einigten sich beide Politiker, bei militärischen Auseinandersetzungen künftig nur noch umweltfreundlichen Biosprengstoff und Biodiesel für die Panzer zu benutzen.
Hochrangige Vertreter aus Politik und Wirtschaft besuchten am Abend den italienischen CSU-Vorsitzenden Bruno Brunotti im Weißwurstlokal „Rache ist süßer als Senf“.
Vor dem Europäischen Gerichtshof scheitert eine Gruppe rumänischer Vampire nur knapp mit ihrer Klage. Sie beriefen sich auf Religionsfreiheit und forderten pro Tag und Person kostenlos einen Liter frisches Damen- oder Herrenblut. Dies wurde abgelehnt.

Wirtschaft
Der Siemens-Chefmanager bestreitet, pro Tag den materiellen Gegenwert einer mittleren Kleinstadt zu verdienen. Seine Rechtsabteilung legt Wert darauf, dass es sich nur um eine kleinere Kleinstadt handelt.
Die steigenden Rohölpreise in Venezuela führten zu einem exorbitanten Anstieg der Benzinkosten. Die Europäische Union musste trotz eines erneuten Milliardenkredits in den Emiraten die Britischen Inseln an den Venezolanischen Ölkonzern Shell als Zahlungsersatz abtreten. Dieser richtete daraufhin ein von Wales nach Schottland reichendes Tanklager ein.
Die Anzahl der Arbeitslosen ist in diesem Monat wieder stark gesunken, ein seit Jahren beschäftigungsloser Maler aus Bielefeld erhängte sich nämlich in der Vorwoche. Die Regierungsparteien lobten sich gegenseitig für diesen herausragenden wirtschaftspolitischen Erfolg und beschlossen die Einführung der Atemsteuer. Gleichzeitig wurden die Hanfpreise erhöht.

Außenpolitik
Der Streit um die nordkoreanische Insel Japan zwischen Moskau und Pjöngjang droht zu eskalieren. Nordkorea beansprucht die Inselgruppe als Truppenübungsplatz, Moskau will einen Vergnügungspark errichten. China spielt mit den Muskeln und setzte zum ersten Mal Flugzeugträger ein. Vierhundert Chinesen trugen die zweimotorige Maschine aus ihrer Halle.
Im Irak explodierte eine Autobombe, sechsunddreißig Menschen wurden getötet, darunter mehrere Iraker.
Um den tamilischen Rebellen im Norden von Sri Lanka die materielle Grundlage zu entziehen, ließ die indische Regierung die Insel fluten. Elefanten und Touristen wurden rechtzeitig evakuiert. Tierschützer protestierten heftig, kam dabei doch eine seltene Mistkäferart zu Schaden. Indien begründet den Schritt mit der Bevölkerungsexplosion. Wie Neu Delhi bekräftigt, solle die Insel nach ein paar Wochen wieder trocken gelegt werden, um fünfhundert Millionen Inder dort anzusiedeln. Diese Vorgehensweise sei der Bibel entnommen und somit vollkommen legitim, so der indische Außenminister.
In Norwegen wurde bei Parlamentswahlen die Elch-Blockhaus-Koalition durch die Lemminge-Norweger-Koalition abgelöst. Wie der norwegische König Harald versichert, hat dieser Machtwechsel keine Auswirkungen auf die Schnapspreise im Land. Aus Energiespargründen soll die Polarnacht um einen Monat verkürzt werden.
Spezialeinheiten der US-Amerikanischen Eingreiftruppe in Afghanistan bewarfen einen Stützpunkt der Taliban mit Granatäpfeln. Dabei verletzten sich mehrere Amerikaner zum Teil schwer.
Der amerikanische Gesundheitsminister ist besorgt über die Essgewohnheiten der Jugend. Ein vierzehnjähriger Amerikaner wiege im Durchschnitt 124,1 Kilogramm, das sind 800 Gramm mehr als im Bundesstaat Deutschland. Gegen seinen Vorschlag, Cola auf fünf Liter pro Tag zu rationieren, läuft die Industrie Sturm.
Wie soeben gemeldet wird, hat der Aufsichtsrat der Coca Cola Incorporation den Minister zum Rücktritt gezwungen. Man sei dahinter gekommen, dass er heterosexuelle Neigungen habe. Der Minister dementierte, stellte sein Amt aber zur Verfügung.

Sport
Im Finale um den DFB-Pokal unterlag Bayern München dem Erzrivalen Türkspor Istanbul denkbar knapp mit 0:4.
In der Qualifikation zur General Motors- Fußball-WM rang die deutsche Elf im Münchner Stoiber-Stadion den hartgesottenen Profis von den Faröer Inseln überraschend ein 0:0 ab und belegen in der Tabelle hinter San Marino, Spanien, Lettland und den Färöern Platz Fünf.
Die Deutschen Ping Pong Li und Kim Dong Peng aus Osnabrück erreichten bei der Tischtennis – WM in Peking die Zwischenrunde.
Beim Leichtathletikweltcup gewann der Finne Jantilainen als einziger Hellhäutiger eine Medaille – Bronze über 400 Meter. Diese wurde ihm später wieder aberkannt, er ist das Dopings überführt. Man fand fünf Hoden bei ihm, zudem hatte er sich mehrfach ins Solarium begeben, um seine Gegner zu täuschen.
Am kommenden Sonntag trifft der russische Boxchampion im Schwergewicht Golemow auf seinen Herausforderer aus Usbekistan. Golemow brachte bei einer Körpergröße von 3, 10 Meter 285 Kilogramm auf die Waage, sein Kontrahent war mit 284 Kilogramm etwas leichter. Aus Sicherheitsgründen findet der Kampf in einem Stahlgitterkäfig statt.
Der FC Köln verpasst den Aufstieg in die Landesoberliga. Urgestein und Ehrenpräsident Wolfgang Overath (134) verpatzt seinen zwölften Suizidversuch, er bekam die Dose mit den Giftpillen nicht auf.

Wetter
Die Hochwasserlage in Dresden entspannt sich. Die Spitze der Frauenkirche ragt bereits mehrere Meter über die Oberfläche. Im Norden nachts sternenklar, stellenweise Niederschlag in Form von Regen, Hagel oder Schnee. Die Temperaturen außerhalb von geschlossenen Gebäuden schwankt zwischen fünf und zwanzig Grad. Eine Tiefdruckrinne von Paris bis Berlin kann Depressionen hervorrufen, erhöhen Sie vorsorglich die Medikamentendosis. Im Rheinland wird es abends dunkel, besonders nach Mitternacht ist mit Sichtbehinderungen zu rechnen. Guten Abend!

Mein Weg zum Superstar

Heutzutage wollen alle „Stare“ werden. Nichts gegen Vögel, aber ich werde bald ein Superstar!
Zuerst wusste ich nicht, wie ich das anstellen soll. Aber jetzt habe ich einen genialen Plan!
Mein Aufstieg auf der Karriereleiter wird damit beginnen, dass ich mir mit Hilfe von diverser Schwarzwälder Kirschtorten, einer Unmenge  Fastfood und Schmalzstullen einen feisten Schwabbelbauch anfressen werde. Ich denke mal, 30 Kilogramm Speckringe müssten für den Anfang genügen.
Während sich mein Körper in ein unförmiges Etwas verwandelt,  lasse ich mir die Haare wachsen, blondieren und stelle Waschen und Kämmen ein.
Dann werde ich einen Schönheitschirurgen aufsuchen und ihn fragen, ob er nicht günstig ein Paar gebrauchte Brustimplantate auf Lager hat, möglichst zwei ungleiche, die schon deutliche Gebrauchsspuren aufweisen. Die Operation lasse ich mir von einem Fernsehsender finanzieren, der mich dabei filmen darf.
Dem Doktor stecke ich ein paar Scheinchen extra zu, damit er etwas pfuscht und die Dinger hinterher wie zwei alte Quarktaschen aussehen.
Zur Aufbesserung meiner finanziellen Situation lasse ich auch noch eine Darmspiegelung machen, die dann zur besten Sendezeit von einem interessierten Millionenpublikum an den Bildschirmen beobachtet werden kann.
Oder ich lasse mir vor laufenden Kameras einen Harnblasenkatheter legen.
Zum krönenden Abschluss übe ich noch ein paar dümmliche Grimassen ein, nenne mich Johannes, hüpfe grinsend durch eine Fußgängerzone, schwinge Fettbauch und Silikonkissen und schreie lauthals: „Ich hab die Haare schön, ich hab die Möpse schön ...!“

Quiztaxi

„Wohin soll es gehen?“
Die füllige Frau in der ausgebeulten Jogginghose schaut fragend auf ihren Sohn.
Der stiert mit stumpfen Blick auf seine blechberingten Finger und grinst.
So rückt sie ihre beschlagene Brille zurecht und gibt selbst entschlossen Antwort.
„Zum Kölner Dom!“
Klingeling. Düdeldü! Täterätä! Willkommen im Quiztaxi!
Die Frau quietscht ungläubig auf und der Bengel erwacht aus seiner Lethargie.
„Ne, echt jetzt? Boh, Alder, voll geil, eh!“
Seine Begeisterung scheint reinsten Herzens zu sein.
Er streicht sich die fettigen Haare aus der Stirn.
„Haste gehört, Mudder, wir gewinnen jetzte richtig wat!“
In die Hände klatschend, lässt sie ein erfreutes „Supi!“ durch ihre vorstehenden Schneidezähne schlüpfen. Ihr Bauch wogt vor Begeisterung hin und her.
Erste Frage. In welcher Stadt steht der Eiffelturm?
Die Begeisterung des Jungen schlägt in Desinteresse um.
Muddern springt in die Bresche. Ihre Wurstfinger kneten nervös eine Einkaufstüte.
In Pisa, da ist sie sich sicher. Davon hat mal was in der Bildzeitung gestanden.
Die Stadt fängt zwar mit einem „P“ an, aber Pisa sei es nicht, so die kleine Hilfestellung des Moderators. Da Muddern keine weiteren Städte mit „P“ bekannt sind, greift sie zum Telefonjoker. Vaddern zu Hause auf dem Sofa ist da weltmännischer.
„In Paris, du blöde Kuh!“, gibt er bereitwillig Auskunft und setzt noch ein freundliches „Und sieh zu, dass du mit dem Kölsch hier antrabst!“ hinzu.
Die ersten 50 Euro stehen zu Buche.
Die Quizspieler liegen sich jubeln in den Armen.
Zweite Frage. Womit kocht man auf einem Campingplatz normalerweise das Essen?
Das ist die richtige Frage für den Junior. „Mit Dosen natürlich, weiß doch jeder. Nudeln in Tomate und so.“
Und womit macht man die warm?
„Mit dem Profangaskocher.“
Womit?
„PROFANGAS!“ Ob der Moderator was an den Ohren hat?
Scheiße, erstes Leben weg.
Dritte Frage. Von welchem Land heißt die Hauptstadt Wellington?
Betretenes Schweigen auf den Rücksitzen.
Kann ja nur Kanada oder Peru sein.
„Ja, ganz sicher Kanada oder Peru.
Jedenfalls in Afrika.“
Ja, was denn nun?
„Kanada“.
Sind Sie sicher?
„Ne“.
Dann noch mal überlegen!
„Hab keinen Plan. Nehm ich eben Neuseeland.“
Absolut logisch. 100 Euro!
Infernalisches Gekreische dringt nach vorn.
Vierte Frage. Welcher deutsche Dichter schrieb „Die Räuber?“
Mit der Literatur hat man es nicht so. Man verfügt aber doch noch über den Passantenjoker?
Das Taxi hält.
„Hallo, Sie da, kommen Sie mal her. Wer schrieb „Die Räuber?“
Die Passantin ist sichtlich verwirrt.
„Äh, ik nixe wisse von Räuber, bin rechtschaffendes Frau, musse gehen zur Arbeit, mache sauber in Büro, nixe Räuber!“
Der Moderator drängt auf eine Antwort. Man überlegt fieberhaft, schwankt zwischen Günter Grass und Günter Netzer. Auch Gerd Delling und Afred Hitchcock kommen zur Sprache. Wilhelm Busch, so die erlösende Antwort.
Schiller? War der das nicht mit dem Fausthandschuh? Enttäuschtes Augenverdrehen.Zweites Leben und Passantenjoker weg. Noch 200 Meter bis zum Ziel.
Letzte Frage. Jetzt gibt es was auf die Ohren.
„Eins, zwei, drei, vier Eckstein ... „ ertönt es aus den Lautsprechern.
In den Bengel kommt Leben, ein verzücktes Lächeln huscht über sein clerasilresistentes Gesicht. Er beginnt ekstatisch zu zucken und zeigt beim Mitsingen sowohl große Textsicherheit als auch fundierte mathematische Kenntnisse. Ja, da macht ihm so schnell keiner was vor, da ist er Experte!
„Fünf, sechs, sieben, acht, neun, zehn ...!“
Von wem ist wohl diese anmutige Weise?
Ein kurzes Stammeln, dann dringt ein „Umpf“ über seine gepiercten Lippen.
Richtig! Und schon ist das Ziel erreicht. 150 Euro wechseln den Besitzer.
Masterfrage? „Ne, dann is nacher all da ist er Experte!
„Fünf, sechs, sieben, acht, neun, zehn ...!“
Von wem ist wohl diese anmutige Weise?
Ein kurzes Stammeln, dann dringt ein „Umpf“ über seine gepiercten Lippen.
Richtig! Und schon ist das Ziel erreicht. 150 Euro wechseln den Besitzer.
Masterfrage? „Ne, dann is nacher alles weg!“
Der Moderator gratuliert und wischt sich verstohlen den Schweiß von seinem gequälten Lächeln.
Die glücklichen Gewinner ziehen jubelnd von dannen.
Sie hatten es schon immer gewusst.
Bildung zahlt sich irgendwann aus.

Abendbrotzeit, harte Zeit!

Ein deutsches Wohnzimmer, 18.45 Uhr.
Der Tag war hart.
Da tut ein gemütliches Abendessen gut.
Der Fernseher läuft. Nachrichten.
Hundert Tote, alle deutschen Tennisasse in der ersten Runde ausgeschieden, Sauwetter.
Werbung.
Umschalten.
Wieder Werbung, ist klar!
Egal.
Das Bier rinnt golden in dein Glas.
Auf dem Bildschirm wedelt eine Mutti triumphierend mit einer Slipeinlage.
Das Fassungsvermögen soll gigantisch sein.
Schnell umschalten.
Quizshow.
Frage: Welches Tier hat vier Beine?
A: Hund
B: Erbseneintopf
Rufen Sie an!
Nächster Sender.
Eine Frauenhand quetscht genüsslich einen Tampon zu Tode.
Senderwechsel, ein Bissen Leberwurststulle, nicht mehr ganz so genüsslich.
Vorschulkinder in dicken Windeln tapsen breitbeinig durch die Stube.
Wo ist der Senf?
Fernbedienung!
Das neue Toilettenpapier ist ja so was von reißfest!
Der erste Schluck Bier tut gut.
Eine Katze pinkelt schnurrend auf weißes Granulat.
Wieder eine Damenbinde. Gebraucht!
Glück gehabt, es war nur Ersatzflüssigkeit.
Kürbiskerne für Blasenschwäche.
Wozu, es gibt doch die Dinger mit dem gigantischen Fassungsvermögen?
Und zwar aromaversiegelt.
Dank des neuen Raumsprays hat Kackgeruch im Klo jeglichen Schrecken verloren.
Mit Tampons kann man Tennis spielen.
Genau das wollte ich jetzt wissen.
Ein Bär geht mit einer Klorolle zum Scheißen in den Wald.
Die WC-Ente gibt alles und versinkt im Klo.
Blähungen? Mit Antigaspillen kein Problem!
Hämorrhoiden geben endlich Frieden.
Keine Chance dem Fußschweiß.
Endlich die Lösung für die starken Tage.
Verstopft? Abführtropfen!
Abendbrot beendet.
Der Mastdarm ist der Sitz der Gesundheit.
In Japan weiß man das.
Hier jetzt auch.
Liebes Fernsehen, was wären wir ohne dich?
Danke!

 

Dr. Frank Hess
Hohendorfer Chaussee 37
17438 Wolgast OT Hohendorf
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